Chicago streitet um 7.000 Glücksspielautomaten und Casino-Pläne
KI-GENERIERTIm Kampf gegen Milliardenschulden ringt Chicago um die Legalisierung von Spielautomaten. Rund 7.000 nicht genehmigte Sweepstakes-Geräte stehen zur Debatte.
Chicago steht am Scheideweg. Die Stadtverwaltung kämpft gegen erdrückende Schulden und drohende Haushaltsdefizite, während die historische Last von Korruption und Schattenwirtschaft immer noch über den aktuellen Glücksspiel-Debatten schwebt. Im Zentrum steht die Frage, wie die Stadt aus dem Zocken Kapital schlagen kann, um ihre Pensionslasten zu stemmen. Joe Ferguson, ehemaliger Generalinspektor der Stadt, findet hierzu deutliche Worte und kritisiert den bisherigen Umgang mit der Legalisierung als inkohärent. Er vergleicht das Vorgehen des Rathauses sogar mit den dunklen Machenschaften früherer Zeiten.
Die aktuelle Diskussion dreht sich um drei Formen des Glücksspiels: das große Casino-Projekt von Bally's, legale Videospielautomaten und die rechtlich grauen Sweepstakes-Maschinen. Letztere sind in der Stadt allgegenwärtig und finden sich in Waschsalons, Tankstellen und Bars, ohne dass die Stadt davon nennenswert profitiert. Der Streit im Stadtrat zeigt, wie tief die Gräben zwischen dem Wunsch nach Regulierung und der Notwendigkeit schneller Einnahmen sind. Besonders in den südlichen und westlichen Stadtteilen sind diese Automaten eine feste Größe im Alltag vieler Menschen.
Zahlen und Fakten
Ein Gremium des Chicago City Council stimmte am 17. Juni 2026 mit 33 zu 15 Stimmen gegen ein Verbot dieser Sweepstakes-Automaten. Damit folgte der Rat dem Kurs der Administration von Bürgermeister Brandon Johnson. Schätzungen zufolge stehen etwa 7.000 dieser nicht genehmigten Maschinen in der gesamten Stadt verteilt. Stadtrat Anthony Beale, der das Verbot vorangetrieben hatte, nannte die Maßnahme eigentlich einen sicheren Erfolg, um den Übergang zu lizenzierten Geräten zu beschleunigen. Er argumentierte, dass lizenzierte Videospielautomaten (VGTs) der Stadt zweistellige Millionenbeträge an neuen Steuereinnahmen einbringen könnten.
Auf der anderen Seite warnte Stadtrat Jason Ervin vor übereilten Schritten. Er vertritt die Ansicht, dass ein flächendeckendes Angebot von Video-Glücksspiel in jeder Bar der Stadt für die Steuerzahler ein schlechtes Geschäft sein könnte. Er nutzte das markante Bild, dass man über Hunderter stolpere, um mühsam ein paar Groschen aufzusammeln. Diese Uneinigkeit blockiert derzeit eine klare fiskalische Linie, die Chicago angesichts der finanziellen Notlage dringend bräuchte.
Hintergrund
Das historische Erbe Chicagos im Bereich des Glücksspiels ist kompliziert. Während illegale Wetten über Jahrzehnte florierten, ist das staatlich sanktionierte Glücksspiel eine relativ neue Entwicklung. Das Vorzeigeprojekt ist das Abkommen mit Bally's zum Bau eines Casino- und Entertainment-Komplexes. Joe Ferguson bemängelt hierbei, dass der Deal bereits im Jahr 2022 eine detailliertere Prüfung durch den Stadtrat hätte erfahren müssen. Die Stadt kann sich bei der aktuellen Schuldenlast keine Fehler erlauben.
„Angesichts unserer finanziellen Lage müssen wir es besser machen. Chicago kann sich in dieser wichtigen fiskalischen und sozialen Frage keine Inkohärenz leisten." - Joe Ferguson, ehemaliger Generalinspektor von Chicago
Die Sweepstakes-Maschinen nutzen eine rechtliche Lücke, indem sie behaupten, keine reinen Glücksspielgeräte zu sein, da sie oft mit dem Verkauf von Produkten oder Werbeaktionen verknüpft sind. Dies macht die Durchsetzung von Verboten oder Steuern schwierig, solange keine landesweite oder städtische Eindeutigkeit herrscht.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die Situation in Chicago erinnert stark an die Probleme mit dem sogenannten Schwarzmarkt oder Graumarkt in Deutschland vor dem Glücksspielstaatsvertrag 2021. Deutsche Spieler genießen heute durch die GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder) einen Schutz, von dem man in Chicago nur träumen kann. Während dort 7.000 unlizenzierte Automaten in Tankstellen stehen, ist in Deutschland klar geregelt, wer eine Lizenz erhält. Der GlüStV 2021 stellt sicher, dass Anbieter auf der Whitelist stehen müssen, um legal operieren zu dürfen. Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots sind Schutzmaßnahmen, die eine soziale Kontrolle ermöglichen.
In Chicago hingegen fehlt eine zentrale Überwachung wie das deutsche LUGAS-System. Dortige Spieler sind oft der Willkür der Betreiber unlizenzierter Maschinen ausgesetzt. Für deutsche Nutzer bedeutet dies: Bleiben Sie bei Anbietern mit deutscher Lizenz, um Rechtssicherheit zu haben. US-amerikanische Verhältnisse mit tausenden unkontrollierten Geräten in Wohngebieten führen oft zu sozialen Problemen, die durch die deutsche Regulierung bewusst minimiert werden sollen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für lizenzierte deutsche Online-Casinos sind solche Berichte aus den USA eine Bestätigung ihres Geschäftsmodells. Eine klare Regulierung schafft Vertrauen bei den Kunden und schützt die Betreiber vor unfairem Wettbewerb durch illegale Anbieter. Die GGL-Whitelist ist das wichtigste Werkzeug, um den Markt sauber zu halten. Während in Chicago Politiker darüber streiten, ob 7.000 illegale Automaten geduldet werden sollen, bietet das deutsche System eine rechtliche Stabilität, die langfristige Investitionen ermöglicht. Der Fokus auf Spielerschutz und Suchtprävention ist in Deutschland kein Diskussionspunkt mehr, sondern eine Grundvoraussetzung für den Marktzugang.
Häufige Fragen
Wie viele Sweepstakes-Automaten gibt es in Chicago?
Es wird geschätzt, dass etwa 7.000 dieser nicht genehmigten Geräte in Bars, Restaurants und anderen Geschäften Chicagos betrieben werden. Sie konzentrieren sich vor allem auf die südlichen und westlichen Stadtteile.
Warum ist das Verbot der Automaten im Stadtrat gescheitert?
Der Stadtrat stimmte mit 33 zu 15 Stimmen gegen ein Verbot, da die Administration des Bürgermeisters Bedenken anmeldete. Einige Stadträte befürchten, dass eine schnelle Umstellung auf lizenzierte Videospielautomaten kein guter Deal für die Steuerzahler sei.
Welche Rolle spielt das Bally-Casino in dieser Debatte?
Das Bally-Casino ist das zentrale legale Großprojekt der Stadt, das zur Schuldentilgung beitragen soll. Kritiker bemängeln jedoch, dass der Deal bereits 2022 hätte strenger geprüft werden müssen.
Sind die Sweepstakes-Automaten in Chicago legal?
Sie befinden sich in einer rechtlichen Grauzone und werden oft als „unpermitted“ (nicht genehmigt) bezeichnet. Der Stadtrat hat sich bisher geweigert, sie vollständig zu verbieten, was ihre Präsenz im Stadtbild verfestigt.
Was ist der Unterschied zur Situation in Deutschland?
In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 strikt, welche Anbieter legal sind, während Chicago mit tausenden unlizenzierten Geräten kämpft. Deutsche Spieler sind durch die GGL-Whitelist und Einsatzlimits deutlich besser vor unregulierten Angeboten geschützt.
Teilen
Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
Whitelist erlaubter Online-Anbieter
Redaktionsrichtlinien Lustich.de
BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).
Verwandte Themen
Weiterführende Artikel
KI-GENERIERTIllegales Glücksspiel in Monroe ausgehoben: Polizei nimmt Wiederholungstäter fest
Die Polizei in North Carolina hat einen 43-jährigen Geschäftsinhaber festgenommen, der in seinem Betrieb illegale Glücksspielgeräte betrieb und tausende Dollar Bargeld hortete.
KI-GENERIERTBurundi greift durch: Lizenzentzug und harte Strafen für Glücksspielanbieter
Die Regierung in Burundi verschärft die Regeln für 2026/2027 massiv. Wer Gebühren nicht zahlt, riskiert eine Strafe von 50 Prozent und den sofortigen Lizenzverlust.
KI-GENERIERTKalifornien im Visier: DraftKings und Kalshi starten Offensive für Prognosemärkte
In Kalifornien eskaliert der Streit um Sportwetten-Alternativen. Während DraftKings Predictions live geht, investierte Kalshi allein 1,7 Millionen Dollar in Lobbying.











