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Regulierung

Pagcor trennt sich von Casino-Betrieb: Fokus auf reine Regulierung

20. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Pagcor trennt sich von Casino-Betrieb: Fokus auf reine Regulierung

Die philippinische Glücksspielbehörde Pagcor plant, bis Ende 2026 ihre Casino-Betriebe abzugeben und sich ausschließlich auf die Regulierung zu konzentrieren. Eine Empfehlung zur Privatisierung der Casino Filipino-Kette soll im August den Präsidenten erreichen.

Die philippinische Glücksspielbehörde Pagcor steht vor einer grundlegenden Neuausrichtung. Der Plan sieht vor, dass die Behörde ihren bisherigen Doppelhut als Casinobetreiber und Regulator ablegen wird. Dies wäre ein signifikanter Schritt für den Glücksspielmarkt des südostasiatischen Landes.

Demnach soll die Pagcor künftig nur noch als reine Aufsichtsbehörde fungieren. Eine Empfehlung zur Privatisierung der staatlich geführten Casino Filipino-Kette soll bereits im August auf dem Schreibtisch des Präsidenten landen. Eine endgültige Entscheidung wird noch für dieses Jahr erwartet und könnte per Präsidialerlass umgesetzt werden.

Zahlen und Fakten

Pagcor betreibt derzeit die Casino Filipino-Kette parallel zu ihren regulatorischen Aufgaben. Die Privatisierung würde diese Betriebssparte komplett auslagern. Alejandro Tengco, der Vorsitzende und Geschäftsführer von Pagcor, äußerte sich zur zeitlichen Schiene und zu seinem persönlichen Anliegen. Tengco geht davon aus, dass das Vorhaben bis Ende des Jahres per Präsidialerlass umgesetzt wird. Das soll sein Vermächtnis werden, Pagcor zu entkoppeln und zu einer reinen Regulierungsbehörde zu machen.

Der Prozess wird vom Governance Commission for Government-Owned or Controlled Corporations koordiniert. Marius P. Corpus, der Vorsitzende dieser Kommission, sieht die Überprüfung der Empfehlung laut eigener Aussage „mehr oder weniger“ als abgeschlossen an. Es stünden nur noch rechtliche und administrative Prüfungen aus. Eine spezifische Frist nannte Corpus nicht, bestätigte aber, dass die Fertigstellung noch in diesem Jahr erfolgen soll. Die Umsetzung erfolge nach Genehmigung in Phasen.

Hintergrund

Die Trennung der operativen und regulativen Funktionen ist in der Glücksspielbranche ein wichtiges Thema. Sie soll Interessenkonflikte vermeiden und die Neutralität der Aufsichtsbehörde sicherstellen. Integrierte Resort-Betreiber auf den Philippinen haben bereits Interesse an den Casino Filipino-Immobilien gezeigt. Das deutet darauf hin, dass die philippinische Regierung bei einem Verkauf potenzielle inländische Käufer finden könnte. Solche Integrated Resorts sind große Casinokomplexe, die neben Glücksspiel auch Hotels, Einzelhandel und Unterhaltung anbieten.

Corpus betonte die Bedeutung dieser Entwicklung für die Glücksspielindustrie des Landes. Es schafft eine klarere Trennung zwischen der Regulierung des Marktes und dem Wettbewerb in diesem Markt. Diese strukturelle Anpassung könnte die Integrität und Transparenz der philippinischen Glücksspielregulierung stärken und somit für Investoren und Spieler gleichermaßen vorteilhaft sein.

„Ich denke, dies wird mein Vermächtnis sein, Pagcor entkoppeln zu können, und Pagcor wird nur noch eine Regulierungsbehörde sein.“ - Alejandro Tengco, Vorsitzender und Geschäftsführer von Pagcor

Die angestrebte Umstrukturierung spiegelt einen internationalen Trend wider, bei dem Regulierungsbehörden zunehmend ihre operative Rolle aufgeben, um eine unparteiische Überwachung zu gewährleisten. Dies fördert ein stabileres und vertrauenswürdigeres Glücksspielumfeld.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler haben diese Entwicklungen auf den Philippinen keine direkten Auswirkungen im Alltag. Der deutsche Glücksspielmarkt wird durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) umfassend reguliert. Dieser Vertrag hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) als zentrale Aufsichtsinstanz geschaffen. Die GGL ist eine reine Regulierungsbehörde und hat keine eigenen Casino-Betriebe. Sie vergibt Lizenzen an Online-Spielhallen auf der Whitelist, überwacht deren Einhaltung der strengen Vorschriften und geht gegen illegale Anbieter vor.

Deutsche Spieler dürfen ausschließlich bei Online-Glücksspielanbietern spielen, die eine gültige deutsche Lizenz besitzen und auf der offiziellen Whitelist der GGL gelistet sind. Diese Anbieter unterliegen strengen Auflagen, die dem Spieler- und Jugendschutz dienen. Dazu gehören unter anderem ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots und ein monatliches Einzahlungslimit von maximal 1.000 Euro, das über das zentrale Sperrsystem LUGAS überwacht wird. Aus diesem Grund ist es essenziell, nur in GGL-lizenzierten Casinos zu spielen, um sicher und legal unterwegs zu sein.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für in Deutschland lizenzierte Casinos ändert sich durch die Umstrukturierung der Pagcor nichts. Der deutsche Regulator GGL ist bereits unabhängig und operativ getrennt von jeglichen Glücksspiel-Betreibern. Diese klare Trennung ist ein Grundpfeiler des deutschen Glücksspielrechts. Vertrauen und Transparenz am Markt sollen so gewährleistet werden. Die GGL konzentriert sich einzig auf die Überwachung der Einhaltung von Spielerschutzmaßnahmen, Maßnahmen gegen Geldwäsche und die Integrität des Glücksspiels. Die Entwicklung auf den Philippinen unterstreicht lediglich die Bestrebungen vieler Länder, eine solch klare Regulierung zu etablieren. Deutsche Spieler können sich daher weiterhin auf die strengen Standards und den Schutz durch die GGL verlassen, wenn sie in Online-Spielbanken mit deutscher Lizenz spielen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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