Südkorea: Rennsportverband und Kangwon Land bündeln Kräfte gegen Spielsucht
KI-GENERIERTDer südkoreanische Rennsportverband und der Casinoriese Kangwon Land kooperieren gegen Spielsucht, während die Umsätze der Pferderennbahnen 2024 rund 4,5 Milliarden US-Dollar erreichten.
In Südkorea bewegt sich etwas im Bereich des Spielerschutzes, das auch für internationale Beobachter von großem Interesse ist. Die Korea Racing Authority, die den Galopprennsport im Land kontrolliert, und der Casinobetreiber Kangwon Land haben eine formelle Vereinbarung getroffen. Ziel dieser Allianz ist es, die nationalen Systeme zur Prävention und Behandlung von Spielsucht massiv zu stärken. Diese Zusammenarbeit kommt nicht von ungefähr, denn die Zahlen aus dem ostasiatischen Land sind beeindruckend und besorgniserregend zugleich. Während das staatliche Unternehmen Kangwon Land mit seinem High1 Casino im letzten Jahr mehr als 7 Millionen Besucher verzeichnete, kämpft die Gesellschaft mit einer Zunahme problematischer Spielgewohnheiten.
Die Partner planen den Aufbau eines sogenannten praktischen Kooperationsnetzwerks. Dabei sollen Ressourcen für die Beratung und Prävention gebündelt werden. Besonders interessant ist der technologische Ansatz, den die Verantwortlichen verfolgen. In einem Treffen im Hi Healing One Center tauschten sich die Führungskräfte beider Organisationen über den Einsatz von künstlicher Intelligenz aus. Diese Technik soll dabei helfen, auffällige Verhaltensmuster frühzeitig zu erkennen und Betroffenen gezielte Hilfsangebote zu machen. Es geht also weg von rein reaktiven Maßnahmen hin zu einer proaktiven Identifizierung von Risikogruppen.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftliche Bedeutung der beteiligten Akteure ist gewaltig. Die Korea Racing Authority betreibt mehrere Rennbahnen, darunter den Flaggschiff-Standort in Seoul sowie Tracks in Busan und Jeju. Diese Anlagen erwirtschafteten im Jahr 2024 einen kombinierten Umsatz von etwa 4,5 Milliarden US-Dollar. Auf der anderen Seite steht Kangwon Land, das einzige Casino in Südkorea, in dem auch Einheimische spielen dürfen. Mit einem Rekordwert von über 7 Millionen Besuchern im vergangenen Jahr ist der Druck auf den Betreiber gewachsen, soziale Verantwortung zu übernehmen. Die Dringlichkeit wird durch politische Statements unterstrichen. Im Dezember warnte Präsident Lee Jae-myung sogar davor, dass die Spielsucht für das Land fatale Folgen haben könnte.
Besonders die jüngere Generation steht im Fokus der Behörden. Im Mai wies der Premierminister die Regulierungsbehörden an, ein Sicherheitsnetz für jugendliche Spielsüchtige zu knüpfen. Die Prävalenzrate der Spielsucht in Korea lag 2018 bei etwa 5,3 Prozent, was laut der National Gambling Control Commission zwei- bis dreimal höher ist als in vielen anderen Industrienationen. Schätzungsweise gibt es 1,97 Millionen betroffene Erwachsene, von denen fast eine halbe Million sofortige klinische Hilfe benötigen.
Hintergrund
Die Kooperation zwischen Rennsport und Casino baut auf bereits bestehenden Infrastrukturen auf. Die Korea Racing Authority betreibt bereits seit den späten 1990er Jahren das U-Can Center Netzwerk. Diese Zentren bieten kostenlose Präventionsberatung, Selbstdiagnose-Tools und psychologische Betreuung an. Kangwon Land hingegen hat im letzten Jahr das High Healing One Center eröffnet. Ursprünglich als Ort für Achtsamkeit und Rückzug gedacht, verfügt es mittlerweile über stationäre Behandlungseinrichtungen für Menschen mit schweren Glücksspielproblemen. Ein hochrangiger Vertreter von Kangwon Land betonte die Bedeutung des Schrittes:
„Dies ist ein sehr verantwortungsvoller und wichtiger Schritt für Institutionen, welche die Glücksspielindustrie anführen. Wir werden den Austausch über unsere Grenzen hinweg weiter ausbauen, um eine gesunde Kultur der Unterhaltungsindustrie zu etablieren.“ - Offizieller Vertreter, Kangwon Land
Für den September ist bereits ein gemeinsames Forum geplant. Dort sollen IT-Experten und Fachleute zusammenkommen, um die Erkennungsmethoden mittels Informationstechnologie zu verfeinern. Man will weg von der reinen Theorie und hin zu anwendbaren Lösungen für den Alltag in den Spielstätten.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Entwicklung in Südkorea ein interessanter Spiegel zur heimischen Lage. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt extrem streng, um ähnliche Auswüchse wie in Korea zu verhindern. Während in Korea nun über KI zur Früherkennung diskutiert wird, hat Deutschland bereits zentrale Überwachungssysteme wie LUGAS und OASIS etabliert. Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots sind Maßnahmen, die in Korea so in dieser Form noch nicht existieren. Deutsche Kunden, die in Casinos mit GGL-Lizenz spielen, genießen bereits einen Schutz, der durch die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder garantiert wird. Die südkoreanische Initiative zeigt jedoch, dass technologische Lösungen wie KI auch hierzulande ein Thema für die Zukunft der Spielsuchtprävention werden könnten, um die Effektivität von Sperrsystemen zu erhöhen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit einer Lizenz der GGL müssen bereits heute umfangreiche Sozialkonzepte vorlegen. Der Austausch zwischen verschiedenen Glücksspielzweigen, wie er jetzt in Südkorea praktiziert wird, ist in Deutschland durch den Staatsvertrag institutionell verankert. Die deutschen Betreiber sind verpflichtet, an das spielformübergreifende Sperrsystem angeschlossen zu sein. Dass nun auch internationale Schwergewichte wie Kangwon Land massiv in spezialisierte Heilungszentren wie das High Healing One investieren, validiert den strengen deutschen Weg des proaktiven Spielerschutzes. Für lizenzierte Anbieter in Deutschland bedeutet dies auch einen Wettbewerbsvorteil gegenüber illegalen MGA- oder Curacao-Anbietern, da der Fokus auf technologische Prävention das Vertrauen der Nutzer langfristig stärkt.
Häufige Fragen
Wer sind die Partner der neuen Kooperation in Südkorea?
Die Korea Racing Authority, die den Pferderennsport reguliert, und der staatliche Casinobetreiber Kangwon Land arbeiten zusammen. Sie wollen ihre Ressourcen bündeln, um die Prävention und Behandlung von Spielsucht landesweit zu verbessern.
Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei diesem Vorhaben?
Die Organisationen planen den Einsatz von KI-gestützter Technologie, um problematisches Spielverhalten frühzeitig zu erkennen. In einem geplanten Forum im September sollen IT-Experten spezifische Methoden zur computergestützten Detektion von Suchtanzeichen vorstellen.
Wie groß ist das Problem der Spielsucht in Südkorea aktuell?
Die Raten sind laut offiziellen Stellen steigend, wobei die Prävalenz bei 5,3 Prozent liegt. Besonders bei Jugendlichen gibt es eine Zunahme, weshalb der Premierminister im Mai die Schaffung spezieller Sicherheitsnetze für Teenager anordnete.
Warum ist das High1 Casino von Kangwon Land so bedeutend?
Es ist das einzige Casino in Südkorea, das Einheimischen den Zutritt erlaubt und verzeichnete im letzten Jahr über 7 Millionen Besucher. Damit trägt es eine besondere soziale Verantwortung für den Spielerschutz im Inland.
Was unterscheidet die Lage in Südkorea von der in Deutschland?
In Deutschland ist der Spielerschutz durch den GlüStV 2021 mit dem 1.000 Euro Limit und dem LUGAS-System bereits stark zentralisiert. Korea setzt nun verstärkt auf individuelle Heilungszentren wie das U-Can Center und technologische KI-Lösungen, um ähnliche Sicherheitsstandards zu erreichen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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