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Las Vegas: Boyd Gaming verkauft Eastside Cannery Gelände für 28,8 Millionen Dollar

19. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Las Vegas: Boyd Gaming verkauft Eastside Cannery Gelände für 28,8 Millionen DollarKI-GENERIERT

Nach der Sprengung des Eastside Cannery Casinos veräußert Boyd Gaming das 29,5 Hektar große Areal für fast 29 Millionen Dollar an Investoren für ein Wohnbauprojekt.

In der Welt des Glücksspiels gibt es Momente, die den ständigen Wandel der Branche deutlicher machen als jede Bilanzpressekonferenz. Wenn ein 16-stöckiger Hotel-Turm nachts um 2 Uhr morgens in einer kontrollierten Sprengung in sich zusammenfällt, ist das das endgültige Aus für einen Standort. Genau das geschah im März mit dem Eastside Cannery in Las Vegas. Jetzt hat die Boyd Gaming Corp. den Schlussstrich unter dieses Kapitel gezogen und das fast 30 Hektar große Grundstück am Boulder Highway verkauft. Der Käufer ist eine Investmentfirma aus New York, die das Land direkt an den Bauriesen Lennar Corp. weiterreicht.

Dieser Schritt markiert das Ende einer Immobilie, die eigentlich für die Ewigkeit gebaut schien. Das Eastside Cannery wurde erst 2008 eröffnet und kostete damals satte 250 Millionen Dollar. Dass ein so junges Casino nun Platz für Einfamilienhäuser machen muss, zeigt, wie hart der Wettbewerb im Osten von Las Vegas geworden ist. Boyd Gaming selbst betreibt direkt nebenan das Sam’s Town und sieht dort genug Kapazitäten, um die Kunden abzufangen. Für die Anwohner bedeutet der Deal vor allem eines: Ruhe statt Roulette.

Zahlen und Fakten

Der Verkaufspreis für das 29,5 Hektar große Areal beläuft sich laut Clark County Aufzeichnungen auf exakt 28,8 Millionen Dollar. Der Abschluss erfolgte am 10. September. Interessant ist dabei die Wertentwicklung, denn Boyd Gaming hatte erst Anfang 2025 die Summe von 45 Millionen Dollar bezahlt, um den Grundbesitz unter dem Casino vollständig zu erwerben. Zuvor war das Land lediglich gepachtet. Der jetzige Verkauf bedeutet also einen herben nominalen Verlust beim Grundstückspreis, wenn man die Abrisskosten noch dazurechnet. Auf dem Gelände sollen nun 279 Parzellen für zweistöckige Häuser entstehen, inklusive zwei Parks und einem Wanderweg.

Das Eastside Cannery war kein kleines Projekt. Es verfügte über mehr als 300 Hotelzimmer, eine 64.000 Quadratfuß große Casino-Fläche, mehrere Bars, Restaurants und einen Ballsaal von 20.000 Quadratfuß. Michelle Rasmusson, die Chief Compliance Officer von Boyd, erklärte den Behörden bereits im Frühjahr 2024 schriftlich die Gründe für das dauerhafte Aus:

„Es gibt reichlich Überkapazitäten in unserem benachbarten Sam’s Town Hotel-Casino am Boulder Highway. Die Marktbedingungen rechtfertigen eine Wiedereröffnung des Eastside Cannery nicht." - Michelle Rasmusson, Chief Compliance Officer bei Boyd Gaming

Hintergrund

Die Geschichte des Eastside Cannery ist eng mit der globalen Pandemie verknüpft. Im März 2020 ordnete der damalige Gouverneur Steve Sisolak die Schließung aller Casinos in Nevada an. Während die meisten Häuser im Juni 2020 wieder öffneten, blieben die Türen des Eastside Cannery für immer verschlossen. Boyd hatte das Resort erst 2016 zusammen mit dem Cannery in North Las Vegas für 230 Millionen Dollar in bar von Bill Wortman erworben. Wortman hatte das Haus 2008 als Ersatz für das alte Nevada Palace aus den 1970er Jahren eröffnet.

Die Sprengung am 5. März 2026 war zwar ein Spektakel, aber deutlich leiser als die großen Hotel-Abrisse am Las Vegas Strip. Es gab keine offiziellen Aussichtsplattformen oder Feuerwerke. Dennoch feierte das gegenüberliegende Longhorn Casino eine „Implosion Party“, um Schaulustige anzulocken. Mit der Genehmigung des neuen Wohngebiets durch die Clark County Commissioners im letzten Monat ist der Weg frei für Bagger, die nun statt Glücksspiel-Träumen ein neues Zuhause für Hunderte Familien schaffen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland mag der Abriss eines Casinos in Nevada weit weg klingen, doch er verdeutlicht einen globalen Trend: Die Konsolidierung des Marktes. Während in Las Vegas physische Flächen in Wohnraum umgewandelt werden, verschiebt sich das Geschäft auch hierzulande immer stärker in den regulierten Online-Bereich. Wer in Deutschland sicher spielen möchte, muss sich zwingend an die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) halten. Nur Anbieter auf der sogenannten Whitelist sind legal.

Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt extrem enge Leitplanken, die einen Totalverlust wie beim Eastside Cannery verhindern sollen, indem sie den Spielerschutz in den Fokus rücken. Dazu gehören das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und die Überwachung durch das LUGAS-System. Auch das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei Online-Slots ist eine Hürde, die es in Las Vegas nicht gibt. Wer bei einem MGA- oder Curacao-Casino ohne deutsche Lizenz spielt, begibt sich in eine rechtliche Grauzone ohne den Schutz deutscher Behörden.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Lizenznehmer beobachten solche Entwicklungen genau. Die Stilllegung großer Kapazitäten zeigt, dass selbst in der Welthauptstadt des Glücksspiels die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Für GGL-lizenzierte Casinos bedeutet dies eine Bestätigung ihrer Strategie, auf nachhaltiges Wachstum statt auf reine Expansion zu setzen. Ein regulierter Markt schützt nicht nur den Spieler vor Sucht, sondern auch den Betreiber vor massiven Fehlinvestitionen in überdimensionierte Projekte. Die strengen Regeln der GGL sorgen dafür, dass nur wirtschaftlich solide Unternehmen den deutschen Markt bedienen dürfen, was letztlich die Sicherheit der Spielerguthaben garantiert.

Häufige Fragen

Wie viel zahlte Boyd Gaming für das Grundstück des Eastside Cannery?

Boyd Gaming zahlte Anfang 2025 rund 45 Millionen Dollar für den Grund und Boden unter dem Casino. Zuvor war das Grundstück lediglich gepachtet, doch für den geplanten Verkauf als Wohngebiet war der volle Eigentumserwerb notwendig.

Warum wurde das Eastside Cannery Casino abgerissen?

Das Casino öffnete nach der Corona-bedingten Schließung im Jahr 2020 nie wieder, da der Betreiber Boyd Gaming Überkapazitäten am Markt sah. Das benachbarte Sam’s Town Hotel-Casino reichte aus, um die Nachfrage in diesem Teil von Las Vegas zu decken.

Was soll auf dem ehemaligen Casino-Gelände entstehen?

Auf den 29,5 Hektar plant der US-Bauträger Lennar Corp. eine Wohnsiedlung mit 279 Einfamilienhäusern. Das Projekt umfasst zudem zwei Parkanlagen und Wanderwege für die künftigen Bewohner.

Wann fand die Sprengung des Hotels statt?

Der 16-stöckige Hotelturm des Eastside Cannery wurde am 5. März 2026 um 2 Uhr morgens gesprengt. Im Gegensatz zu anderen Hotel-Implosionen in Las Vegas gab es keine offiziellen Aussichtsplätze oder Feuerwerksshows.

Sind die Gewinne aus Las Vegas Casinos in Deutschland steuerpflichtig?

Glücksspielgewinne sind in Deutschland grundsätzlich steuerfrei, sofern man kein Profispieler ist. Wer jedoch online spielt, sollte unbedingt auf eine GGL-Lizenz achten, da illegales Glücksspiel strafrechtliche Konsequenzen haben kann und Gewinnauszahlungen dort nicht staatlich geschützt sind.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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