Spielbank Trier plant Umzug in die Altstadt: Treviris-Passage im Gespräch
KI-GENERIERTDie traditionsreiche Spielbank Trier verlässt ihren Standort am Mercure Hotel. Im Jahr 2025 besuchten rund 49.400 Gäste das Casino, das nun in die ehemalige Treviris-Passage ziehen will.
Die Spielbank Trier steht vor einem bedeutenden Umbruch. Seit den 1980er-Jahren ist das Casino in den Räumlichkeiten des Mercure Hotels direkt gegenüber der Porta Nigra beheimatet. Doch diese Ära geht nun zu Ende. Da der Hotelbetreiber den Standort an der Porta Nigra zum Jahresende aufgibt, läuft auch der Untermietvertrag für die Spielbank aus. Ein freiwilliger Abschied ist dies nicht, doch die Verantwortlichen suchen bereits intensiv nach einer Lösung, um den Betrieb in der Stadt aufrechtzürhalten.
Die Suche gestaltet sich schwierig, da die Trierer Glücksspielsatzung strenge Regeln vorgibt. Viele Straßenzüge sind für Glücksspielstätten schlichtweg gesperrt. Dennoch scheint nun ein Lichtblick am Horizont aufzutauchen. Die alte Treviris-Passage, ein in die Jahre gekommener Block aus den 1980er-Jahren, wird derzeit für rund 50 Millionen Euro saniert. In diesem modernen Wohn- und Geschäftsblock, dem künftigen Quartier Treviris, könnte die Spielbank ein neues Zuhause finden. Besonders das Tiefgeschoss, das seit dem Auszug einer ProMarkt-Filiale Anfang der 2000er-Jahre leer steht, ist im Gespräch.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftliche Bedeutung der Spielbank für die Region ist beachtlich. Im Jahr 2024 verzeichnete die Zweigstelle Trier gut 44.650 Besucher. Diese Zahl stieg im Jahr 2025 sogar auf gut 49.400 Gäste an. Das entspricht einem täglichen Durchschnitt von etwa 135 Besuchern. Die Spielbank Mainz GmbH, welche die Filiale in Trier sowie Standorte in Mainz und Bad Ems betreibt, erwirtschaftete zuletzt jährliche Gewinne von rund 2,5 Millionen Euro. Auch die Stadt Trier profitiert direkt: Aus den Abgaben der Spielbank erhielt die Stadt im Jahr 2025 eine Zuweisung von rund 937.000 Euro.
Michael Seegert, einer der Geschäftsführer der Spielbank GmbH, bestätigte die Verhandlungen für den neuen Standort. Auf der etwa 1.800 Quadratmeter großen Fläche im Kellergeschoss war ursprünglich ein Supermarkt geplant, doch diese Pläne sind offenbar vom Tisch. Seegert bleibt optimistisch, was den Verbleib in der Stadt angeht.
„Ja, wir führen ernst zu nehmende Gespräche mit dem Vermieter, aber es sind noch zahlreiche Dinge zu klären, abgeschlossen ist die Sache noch nicht.“ - Michael Seegert, Geschäftsführer Spielbank Mainz GmbH
Hintergrund
Im Gegensatz zu gewöhnlichen Spielhallen arbeitet eine Spielbank mit einer staatlichen Konzession, die in Rheinland-Pfalz vom Innenministerium vergeben wird. Der gesetzliche Auftrag ist klar definiert: Der Spieltrieb der Menschen soll in geordnete Bahnen gelenkt werden, um Schwarzmärkte zu verhindern. In Trier bedeutet dies auch eine strenge staatliche Kontrolle. Während der Öffnungszeiten sind stets zwei Finanzbeamte vor Ort präsent, um den ordnungsgemäßen Spielbetrieb und die hohen Geldflüsse zu überwachen. Ein wesentlicher Unterschied zu Spielotheken liegt in der Einsatzhöhe. Während Automaten in Hallen zeitliche und finanzielle Limits pro Buchung haben, können in einer Spielbank binnen Minuten theoretisch hunderte Euro eingesetzt werden. Daher ist der Spielerschutz hier besonders streng geregelt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler bedeutet der Umzug einer staatlich konzessionierten Spielbank in erster Linie Kontinuität in einem sicher regulierten Umfeld. Im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) sind Spielbanken verpflichtet, strenge Identitätskontrollen durchzuführen. Jeder Gast muss beim Betreten seinen Personalausweis vorzeigen. Dies dient dem Abgleich mit dem Sperrsystem OASIS. Wer wegen Spielsuchtgefährdung gesperrt ist, erhält keinen Zutritt. Die Mitarbeiter sind geschult, bei bedenklichem Verhalten sofort das Gespräch zu suchen und Hilfsangebote zu unterbreiten.
Obwohl für landbasierte Spielbanken andere Regeln gelten als für das Online-Glücksspiel unter der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit ihrem 1.000 Euro Einzahlungslimit und dem 1 Euro Limit pro Spin an Slots, bleibt das Schutzniveau in Trier hoch. Die Anwesenheit von Finanzbeamten garantiert zudem, dass Gewinne fair ausgezahlt und alle Prozesse staatlich überwacht werden. Spieler in Trier können also weiterhin darauf vertrauen, dass ihr Hobby in einem legalen und geschützten Rahmen stattfindet, sofern der Umzug in die Treviris-Passage gelingt.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Anbieter mit einer GGL-Lizenz im Internet ist die physische Präsenz von Spielbanken eine Ergänzung, kein direkter Ersatz. Während Online-Casinos durch LUGAS und strenge Einsatzlimits von 1 Euro pro Drehung reguliert werden, bietet die Spielbank Trier mit ihrem Roulette-Tisch und 80 Spielautomaten das klassische „Große Spiel“. Der geplante Umzug in das 50 Millionen Euro teure Quartier Treviris zeigt, dass der stationäre Sektor trotz der wachsenden Konkurrenz durch lizenzierte Online-Anbieter investitionsbereit bleibt. Ein attraktiver Standort in der Altstadt könnte die Attraktivität des legalen Glücksspiels insgesamt steigern und so dazu beitragen, Spieler von illegalen Offshore-Seiten (MGA oder Curacao) fernzuhalten, die in Deutschland nicht zugelassen sind.
Häufige Fragen
Warum muss die Spielbank Trier umziehen?
Das Mercure Hotel an der Porta Nigra, in dem die Spielbank Untermieterin ist, schließt zum Ende des Jahres seinen Standort. Daher läuft auch der Mietvertrag der Spielbank aus und ein neuer Standort in der Altstadt wird gesucht.
Welcher neue Standort ist für die Spielbank im Gespräch?
Es laufen Verhandlungen über das Tiefgeschoss der alten Treviris-Passage, die derzeit für 50 Millionen Euro zum modernen Quartier Treviris umgebaut wird. Die dortige Fläche von etwa 1.800 Quadratmetern steht seit Anfang der 2000er-Jahre leer.
Wie viele Besucher hat die Spielbank Trier jährlich?
Im Jahr 2025 besuchten gut 49.400 Gäste die Spielbank in Trier, was einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr (44.650 Besucher) entspricht. Durchschnittlich sind dies etwa 135 Gäste pro Tag.
Welche Rolle spielt der Spielerschutz in der Spielbank?
Durch die staatliche Konzession gelten strenge Regeln wie die Ausweiskontrolle am Eingang zum Abgleich mit Sperrlisten. Zudem sind ständig zwei Finanzbeamte vor Ort, um den Betrieb zu überwachen und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherzustellen.
Darf man in der Spielbank mehr als 1 Euro pro Spin setzen?
Ja, im Gegensatz zu Online-Slots unter GGL-Lizenz, die ein Limit von 1 Euro pro Drehung haben, gelten für staatliche Spielbanken andere Regeln. Hier können binnen kurzer Zeit deutlich höhere Summen an den Tischen und Automaten eingesetzt werden.
Wie wird das Glücksspiel in Deutschland insgesamt reguliert?
Seit dem Glücksspielstaatsvertrages 2021 ist die GGL für Online-Lizenzen zuständig, während für landbasierte Casinos wie Trier das jeweilige Landesministerium die Konzession erteilt. Alle legalen Angebote in Deutschland müssen strenge Auflagen zum Jugend- und Spielerschutz erfüllen, was sie von illegalen Anbietern aus Übersee unterscheidet.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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