Wetten auf Kurse: Stake-Gründer starten Moon mit 1.000-fachem Hebel
KI-GENERIERTDie Macher von Stake und Kick, Ed Craven und Bijan Tehrani, haben Moon gestartet. Nutzer können dort mit bis zu 1.000-fachem Hebel auf Marktbewegungen wetten.
Die Köpfe hinter dem Krypto-Casino Stake und der Streaming-Plattform Kick haben ein neues Projekt auf den Markt gebracht. Ed Craven und Bijan Tehrani erweitern das Easygo-Ökosystem um die Plattform Moon. Hierbei handelt es sich nicht um eine klassische Handelsplattform für Aktien oder Kryptowährungen, sondern um ein Produkt, das Marktbewegungen in reine Auf-oder-Ab-Wetten verwandelt. Nach einer geschlossenen Beta-Phase, die bereits im Juli begann, ist der Dienst nun breiter zugänglich. Das Konzept zielt darauf ab, die Dynamik von Finanzderivaten mit der Einfachheit von Online-Wetten zu verknüpfen.
Das Design von Moon erinnert stark an moderne Trading-Apps, doch die rechtliche Einordnung ist eindeutig auf Glücksspiel ausgelegt. Die Betreiber betonen, dass es sich um Wetten handelt und nicht um ein konventionelles Brokerage- oder Derivategeschäft. Dieser strategische Schritt ermöglicht es dem Unternehmen, in den Finanzsektor vorzustoßen, ohne die strengen Auflagen für Wertpapierbörsen erfüllen zu müssen. Stattdessen nutzt man die Erfahrung aus dem Bereich der Krypto-Casinos, um ein hochriskantes Konsumprodukt zu etablieren, das auf die Volatilität der globalen Märkte setzt.
Zahlen und Fakten
Ein zentrales Merkmal von Moon ist der extreme Hebel, der den Nutzern zur Verfügung steht. Dieser reicht von 1x bis zu einem Faktor von 1.000x. Ein solcher Hebel bedeutet, dass die Position am Markt tausendmal größer ist als der tatsächlich geleistete Einsatz. Während der potenzielle Gewinn dadurch massiv ansteigt, ist das Risiko eines Totalverlusts unmittelbar gegeben. Bei einem Hebel von 1.000x reicht eine Kursbewegung von nur 0,1 Prozent in die falsche Richtung aus, um den gesamten Wetteinsatz zu vernichten. Moon gibt an, dass das Verlustrisiko auf den jeweiligen Einsatz begrenzt ist, was der Mechanik einer klassischen Sportwette entspricht.
Die Plattform deckt verschiedene Märkte ab, darunter Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe und Devisenpaare. Ein technisches Detail ist die Erreichbarkeit rund um die Uhr. Da viele dieser Märkte an Wochenenden oder nachts schließen, nutzt Moon externe Preis-Feeds und eine sogenannte Oracle-Infrastruktur, um auch außerhalb der regulären Börsenzeiten Preise zu generieren und Wetten zu ermöglichen. Die Gebührenstruktur orientiert sich ebenfalls am Glücksspiel: Es gibt eine Eröffnungsgebühr, Haltegebühren für länger offene Positionen und eine Erfolgsgebühr auf profitable Wetten.
Hintergrund
Hinter Moon steht die Moon International Limited. Diese operiert derzeit mit einer aktiven B2C-Glücksspiellizenz aus Anjouan. Diese Wahl der Lizenzierung unterstreicht die Abkehr von klassischen Finanzmarktregulierungen. In Stellenausschreibungen der Muttergesellschaft Easygo, die derzeit einen Senior Product Designer für Moon sucht, wird das Projekt als das bisher kühnste Wagnis im Finanzsektor beschrieben. Damit positioniert sich das Duo Craven und Tehrani in einer Nische zwischen Vorhersagemärkten wie Polymarket und dem klassischen Casino-Geschäft.
Anders als bei Vorhersagemärkten, die auf konkrete Ereignisse oder Resultate setzen, basiert das Modell von Moon rein auf der Preisänderung eines Basiswerts. Es ist ein direktes Spiel gegen die Bank bzw. den Algorithmus der Plattform. Die Verbindung zu Stake und Kick ist dabei kein Geheimnis, sondern Teil der Wachstumsstrategie von Easygo, um Nutzerströme innerhalb des eigenen Netzwerks zu kanalisieren.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland stellt Moon ein erhebliches rechtliches und finanzielles Risiko dar. Die Plattform besitzt keine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und steht somit nicht auf der offiziellen Whitelist. Nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sind in Deutschland nur Anbieter zulässig, die strenge Spielerschutzmaßnahmen umsetzen. Dazu gehören das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System, das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots und der Anschluss an die Sperrdatei OASIS.
Da Moon unter einer Lizenz aus Anjouan operiert, greifen diese Schutzmechanismen nicht. Es gibt keine Anbindung an deutsche Aufsichtssysteme, was den Spielerschutz faktisch aushebelt. Zudem ist das Angebot von hochgehebelten Finanzwetten ohne deutsche Zulassung nach hiesigem Recht illegal. Deutsche Banken und Zahlungsdienstleister sind zudem angehalten, Transaktionen zu illegalen Glücksspielplattformen zu unterbinden. Wer als deutscher Nutzer dort agiert, begibt sich in eine rechtliche Grauzone und riskiert, dass Gewinne nicht ausgezahlt oder Konten eingefroren werden.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Online-Casinos mit GGL-Lizenz stehen vor der Herausforderung, dass solche internationalen Angebote mit extremen Hebelwirkungen eine riskante Konkurrenz darstellen. Während lizenzierte Anbieter in Deutschland an strikte Limits und Transparenzregeln gebunden sind, lockt Moon mit der Versprechung schneller, massiv gehebelter Gewinne. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit einer konsequenten Rechtsdurchsetzung durch die GGL, um den Schwarzmarkt und grenzüberschreitende Angebote ohne Spielerschutz einzudämmen.
„Moon stellt unser bisher kühnstes neues Unternehmen im Finanzsektor dar.“ - Senior Product Designer Stellenausschreibung, Easygo-Gruppe
Häufige Fragen
Was ist Moon und wer steckt dahinter?
Moon ist eine neue Wettplattform für Kursbewegungen auf Finanzmärkten. Sie wurde von den Stake-Gründern Ed Craven und Bijan Tehrani unter dem Dach der Easygo-Gruppe ins Leben gerufen.
Wie funktioniert der 1.000-fache Hebel bei Moon?
Der Hebel vergrößert die Marktposition ohne den Einsatz zu erhöhen, wodurch minimale Kursänderungen von 0,1 Prozent zum Totalverlust führen können. Der maximale Verlust ist dabei laut Anbieter auf den getätigten Einsatz begrenzt.
Welche Lizenzen besitzt die Plattform Moon?
Moon International Limited operiert derzeit mit einer B2C-Glücksspiellizenz aus Anjouan. Es handelt sich also rechtlich um ein Glücksspielprodukt und nicht um eine regulierte Finanzbörse.
Ist Moon für Spieler aus Deutschland legal nutzbar?
Nein, Moon verfügt über keine Lizenz der deutschen GGL und steht nicht auf der Whitelist. Das Anbieten und die Teilnahme an solchen Wetten verstößt ohne deutsche Erlaubnis gegen den Glücksspielstaatsvertrag 2021.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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