Uganda kippt Steuerbefreiung: Land-Casinos müssen 15 Prozent Gewinnsteuer abführen
KI-GENERIERTUgandas Präsident Yoweri Museveni harmonisiert die Glücksspielsteuern. Landbasierte Casinos verlieren ihre Ausnahme und müssen nun wie Online-Anbieter 15 Prozent auf Nettogewinne zahlen.
Uganda zieht die Zügel im Glücksspielsektor massiv an und beendet eine jahrelange steuerliche Privilegierung der landbasierten Casinos. Bisher genossen die stationären Spielbanken im Vergleich zum Online-Sektor eine Befreiung von der Quellensteuer auf Gewinne. Damit ist nun Schluss. Durch die Änderung des Einkommensteuergesetzes (Income Tax Amendment Bill 2026) müssen Casinobetreiber vor Ort nun ebenfalls eine Steuer in Höhe von 15 Prozent auf die Nettogewinne ihrer Kunden einbehalten. Diese Entscheidung geht direkt auf einen Vorschlag von Präsident Yoweri Museveni zurück, der eine steuerliche Gleichbehandlung aller Plattformen anstrebte.
Die Regierung in Kampala verfolgt mit diesem Schritt ein klares Ziel. Es geht um die Harmonisierung des Marktes und den Kampf gegen Einnahmeverluste. Durch die Angleichung der Steuersätze sollen Ungleichgewichte beseitigt werden, die bisher dazu führten, dass identische Glücksspielaktivitäten je nach Ort der Durchführung unterschiedlich besteuert wurden. Dieser fiskalische Schwenk ist Teil einer größeren Strategie, die Uganda zu einem der am stärksten regulierten und gleichzeitig lukrativsten Märkte in Ostafrika machen könnte.
Zahlen und Fakten
Die wirtschaftliche Dimension dieser Gesetzesänderung ist beachtlich. Die ugandische Regierung rechnet damit, dass die Steuereinnahmen durch den Wegfall der Ausnahme für landbasierte Casinos auf 65 Milliarden Shilling steigen werden. Das entspricht etwa 17,5 Millionen US-Dollar. Maximus Ochai, der Vorsitzende des ugandischen Ausschusses für Finanzplanung und wirtschaftliche Entwicklung, verteidigte die Maßnahme vehement. Er betonte, dass die Befreiung unnötige Gelegenheiten zur Steuervermeidung geschaffen habe.
„Der Ausschuss hat den Gesetzentwurf zur Einkommensteuer sowie den Antrag des Präsidenten geprüft und stimmt mit dem Präsidenten überein, dass die den landbasierten Casinos gewährte Ausnahme unnötige Möglichkeiten zur Steuervermeidung und zu Einnahmeverlusten schafft, da sie eine unterschiedliche steuerliche Behandlung für im Wesentlichen ähnliche Glücksspielaktivitäten festlegt, die sich lediglich durch die Plattform unterscheiden, über die sie durchgeführt werden.“ - Maximus Ochai, Vorsitzender des Ausschusses für Finanzplanung und wirtschaftliche Entwicklung, Uganda
Zusätzlich zu der 15-prozentigen Quellensteuer auf Gewinne hatte Uganda bereits im April 2026 mit der Änderung des Lotterie- und Glücksspielgesetzes einen harmonisierten Steuersatz von 30 Prozent für die Betreiber von Wetten und Glücksspielen eingeführt. Zuvor wurden Wetten lediglich mit 20 Prozent besteuert, da sie als weniger risikoreich für die Spieler galten als klassisches Gaming.
Hintergrund
Der afrikanische Markt wächst rasant, was Begehrlichkeiten bei den Finanzbehörden weckt. Daten von H2 Gambling Capital zeigen, dass Ugandas interaktives Segment im Jahr 2025 einen Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue - GGR) von 435,3 Millionen US-Dollar erwirtschaftete. Bis Ende 2029 soll dieser Wert auf über eine Milliarde US-Dollar pro Jahr steigen. Uganda steht mit seinem Vorstoß nicht allein da. In Kenia wurde im vergangenen Jahr eine Abgabe von 5 Prozent auf jede Auszahlung aus einem Wett-Konto sowie eine 5-prozentige Verbrauchssteuer auf Einzahlungen eingeführt. Auch in Nigeria, speziell im Bundesstaat Lagos, wurde im Februar dieses Jahres eine sofortige Quellensteuer von 5 Prozent auf Spielergewinne implementiert.
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen aus der Industrie. Neal Menashe, CEO der Super Group (Muttergesellschaft von Betway), warnte davor, die Branche zu überlasten. Er sieht einen optimalen Steuersatz zwischen 15 und 25 Prozent des Nettospielertrags.
„Wenn Regierungen Steuern in Höhe von 30 oder 40 Prozent erheben, wenden sich die Kunden dem Schwarzmarkt zu, der keine Steuern zahlt und keine Praktiken für verantwortungsvolles Glücksspiel befolgt.“ - Neal Menashe, CEO, Super Group
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler hat die Steuererhöhung in Uganda keine direkten Auswirkungen auf den eigenen Geldbeutel, wohl aber eine Signalwirkung für die globale Regulierung. In Deutschland ist die Besteuerung durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits sehr strikt geregelt. Hierzulande wird bei Online-Slots und Online-Poker eine Steuer von 5,3 Prozent auf den Spieleinsatz erhoben, nicht auf den Gewinn. Dies führt in Deutschland bereits zu einer faktischen Auszahlungsgrenze und beeinflusst die verfügbaren Quoten.
Deutsche Spieler müssen sich zudem an strenge Limits halten, wie das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das über das LUGAS-System überwacht wird. Auch das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen ist eine Besonderheit des deutschen Marktes. Während in Uganda nun die Gewinne besteuert werden, bleibt in Deutschland die Steuerlast bei den Einsätzen, was für Spieler oft weniger transparent ist. Wichtig bleibt für Nutzer hierzulande, ausschließlich bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, um rechtlich abgesichert zu sein.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz agieren in einem Umfeld, das bereits hochgradig harmonisiert und besteuert ist. Die Entwicklungen in Uganda zeigen, dass der Trend weltweit zur „Totalregulierung“ geht. Anbieter wie Betway, die weltweit operieren, müssen ihre Strategien ständig anpassen. Für GGL-lizenzierte Unternehmen bedeutet eine faire Besteuerung, wie sie Neal Menashe fordert, die einzige Chance, gegenüber dem Schwarzmarkt konkurrenzfähig zu bleiben. Wenn die steuerliche Belastung zu hoch wird, wandern Spieler in illegale MGA- oder Curacao-Casinos ab, die sich nicht an deutsche Regeln wie Panik-Buttons oder Einsatzlimits halten. Die GGL beobachtet solche internationalen Trends genau, um die Kanalisierungsrate in Deutschland stabil zu halten.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die neue Gewinnsteuer für Casinos in Uganda?
Landbasierte Casinos müssen nun eine Quellensteuer von 15 Prozent auf die Nettogewinne der Spieler abführen. Zuvor waren diese Betriebe von dieser speziellen Abgabe befreit, während sie für den Online-Sektor bereits galt.
Wie viel zusätzliche Steuereinnahmen erwartet Uganda durch diese Reform?
Die ugandische Regierung rechnet mit Gesamteinnahmen von rund 65 Milliarden Shilling aus diesem Sektor. Das entspricht einer Summe von etwa 17,5 Millionen US-Dollar durch die Harmonisierung der Steuersätze.
Warum kritisieren Branchenvertreter wie die Super Group hohe Steuersätze?
Laut CEO Neal Menashe treiben Steuersätze über 25 Prozent die Spieler in den Schwarzmarkt. Illegale Anbieter zahlen keine Steuern und halten sich nicht an Spielerschutzstandards, was den regulierten Markt schwächt.
Gibt es in Deutschland eine ähnliche Steuer auf Casinogewinne?
Nein, in Deutschland werden Gewinne aus Glücksspielen für den Spieler in der Regel nicht direkt besteuert. Stattdessen zahlen Anbieter von Online-Slots und Poker eine Spieleinsatzsteuer von 5,3 Prozent auf jeden gesetzten Euro.
Welche Rolle spielt die GGL-Whitelist für deutsche Spieler?
Nur Anbieter auf der offiziellen Whitelist der GGL besitzen eine Erlaubnis für den deutschen Markt. Sie garantieren die Einhaltung des GlüStV 2021, inklusive Einsatzlimits von einem Euro und dem monatlichen Einzahlungslimit von 1.000 Euro.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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