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Regulierung

Britisches Powerball-Verbot: Regierung geht gegen private Wetten vor

24. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Britisches Powerball-Verbot: Regierung geht gegen private Wetten vorKI-GENERIERT

Die britische Regierung plant ein Verbot für Wetten auf US-Powerball-Ziehungen, um die National Lottery zu schützen, die bis 2034 wöchentlich 60 Millionen Pfund für gute Zwecke sammeln soll.

In Großbritannien bahnt sich eine deutliche Verschärfung der Regulierungen für Lotteriewetten an. Die Regierung in London prüft derzeit ein striktes Verbot für lizenzierte Glücksspielbetreiber, Wetten auf die Ergebnisse der US-amerikanischen Lotterie Powerball anzubieten. Diese Entwicklung ist eine direkte Reaktion auf die Integration von Powerball in das offizielle Angebot der National Lottery, die unter der Leitung des Betreibers Allwyn UK steht. Ziel der staatlichen Stellen ist es, die Integrität der nationalen Lotterie zu wahren und sicherzustellen, dass die Einnahmen für gemeinnützige Zwecke nicht durch private Konkurrenzprodukte geschmälert werden.

Die parlamentarische Unterstaatssekretärin Vicky Foxcroft betonte die Sonderstellung der nationalen Lotterie, die seit ihrer Gründung im Jahr 1994 über 53 Milliarden Pfund für mehr als 680.000 Projekte generiert hat. Durch die geplante Verbotsregelung soll verhindert werden, dass Spieler irrtümlicherweise glauben, an einer offiziellen Ziehung teilzunehmen, während sie in Wirklichkeit lediglich eine Wette bei einem Drittanbieter platzieren. Die Konsultationsphase zu diesem Vorhaben läuft bis zum 4. November 2026 und lädt Branchenvertreter sowie die Öffentlichkeit zur Stellungnahme ein.

Zahlen und Fakten

Ein zentraler Aspekt der Debatte ist die finanzielle Schlagkraft der National Lottery. Allwyn UK hat Powerball am 21. Juli 2026 in das britische Portfolio aufgenommen, was den ersten Start dieses Spiels außerhalb der USA markiert. Das Unternehmen rechnet damit, durch Powerball in den nächsten fünf Jahren zusätzliche 1 Milliarde Pfund für gute Zwecke zu sammeln. Bis zum Ende der aktuellen Lizenzperiode im Jahr 2034 soll die wöchentliche Förderung für Kunst, Kulturerbe, Sport und kommunale Projekte auf 60 Millionen Pfund steigen.

Im Vergleich dazu stehen die privaten Wettanbieter in der Kritik. Während die National Lottery etwa 23 Prozent ihrer Umsätze an gemeinnützige Zwecke abführt, behalten Drittanbieter, die Wetten auf Lotterieergebnisse anbieten, diese Margen oft für sich. Zudem locken sie Kunden häufig mit Preisen, die unter dem offiziellen Ticketpreis liegen. Dies schafft laut Regierungsangaben einen unfairen Wettbewerb zulasten der Allgemeinheit. Jährlich generieren Produkte der National Lottery rund 1,8 Milliarden Pfund für den guten Zweck.

Hintergrund

Rechtlich stützt sich das geplante Verbot auf den Gambling Act 2005. Sektion 95 dieses Gesetzes untersagt bereits heute Wetten auf Lotterien, die Teil der National Lottery sind. Bisher fiel Powerball nicht unter diese Regelung, da es sich um eine rein US-amerikanische Lotterie handelte. Mit der offiziellen Einführung im Vereinigten Königreich hat sich die Situation jedoch grundlegend geändert. Die Regierung argumentiert, dass Wetten auf Powerball nun dem Geist und der Absicht der Sektion 95 widersprechen.

„Die National Lottery nimmt im Glücksspielsektor zu Recht einen einzigartigen Status ein. Die Regierung schlägt daher vor, lizenzierten Betreibern in Großbritannien Wetten auf die Powerball-Ziehungen der National Lottery zu untersagen.“ - Vicky Foxcroft, Parliamentary Under-Secretary of State

Die vorgeschlagene Lizenzbedingung unter Sektion 78(1) des Gambling Act würde für allgemeine Wettlizenzen, Pool-Wettlizenzen und Wettvermittler gelten. Interessanterweise sollen Wetten auf andere ausländische Lotterien, wie das irische Lotto, weiterhin erlaubt bleiben, da diese nicht Teil des britischen Staatsvertrags-Portfolios sind.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Kunden ändert sich durch die britische Regulierung direkt zwar nichts, doch die Parallelen zum deutschen Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) sind unübersehbar. In Deutschland ist die Vermittlung von sogenannten „Schwarzen Lotterien“ – also Wetten auf den Ausgang von Ziehungen wie 6aus49 oder Eurojackpot bei privaten Anbietern ohne deutsche Erlaubnis – streng untersagt. Wer in Deutschland legal spielen möchte, muss dies über die staatlichen Landeslotteriegesellschaften oder lizenzierte Vermittler tun.

Deutsche Spieler sollten darauf achten, ausschließlich Anbieter zu nutzen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Plattformen garantieren die Einhaltung des Spielerschutzes, wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automaten. Wetten auf US-Lotterien wie Powerball sind bei in Deutschland lizenzierten Anbietern in der Regel nicht im Programm, da das deutsche Recht den Fokus auf den Jugend- und Spielerschutz sowie die Bekämpfung von illegalem Glücksspiel legt.

Was das für GGL-Casinos heißt

Casinos mit einer GGL-Lizenz sind von der britischen Powerball-Entscheidung nicht betroffen, da ihr Produktportfolio strikt auf virtuelle Automatenspiele, Poker oder Sportwetten begrenzt ist. Die Trennung von Lotteriewetten und Casinospielen ist in Deutschland tief verwurzelt. Die Entwicklungen in Großbritannien zeigen jedoch einen globalen Trend: Regulierungsbehörden gehen immer härter gegen Produkte vor, die den Anschein eines offiziellen Staatsspiels erwecken, ohne dessen soziale Abgaben zu leisten. Für Betreiber bedeutet dies, dass regulatorische Grauzonen bei Lotterie-ähnlichen Produkten weltweit zunehmend geschlossen werden.

Häufige Fragen

Warum will die britische Regierung Wetten auf Powerball verbieten?

Seit Juli 2026 ist Powerball ein offizieller Teil der britischen National Lottery. Die Regierung möchte Verwechslungen bei den Spielern verhindern und sicherstellen, dass die Einnahmen für gemeinnützige Zwecke wie Sport und Kunst nicht durch private Wettanbieter verloren gehen.

Wie viel Geld generiert die National Lottery für den guten Zweck?

Insgesamt hat die Lotterie seit 1994 über 53 Milliarden Pfund gesammelt. Der Betreiber Allwyn UK plant, bis zum Jahr 2034 wöchentlich 60 Millionen Pfund für soziale Projekte bereitzustellen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Lottoschein und einer Powerball-Wette?

Beim offiziellen Ticket nimmt man direkt an der Ziehung teil und ein Teil des Geldes fließt in soziale Projekte. Bei einer Wette bei einem Drittanbieter setzt man nur auf das Ergebnis, ohne dass Gelder für gemeinnützige Zwecke abgeführt werden.

Darf ich in Deutschland legal auf US-Lotterien wetten?

Nein, das Angebot von Wetten auf den Ausgang von Lotterien durch private Anbieter ohne deutsche Lizenz ist in Deutschland verboten. Spieler sollten nur bei Anbietern spielen, die in der Whitelist der GGL aufgeführt sind, um rechtlich abgesichert zu sein.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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