VPN-Nutzung bei Jugendlichen: Britische Studie liefert brisante Schätzwerte
KI-GENERIERTEine Untersuchung der UK Gambling Commission zeigt, dass 13 Prozent der Jugendlichen glauben, Gleichaltrige nutzen VPNs für Glücksspiel. Doch die Technik hebelt Identitätsprüfungen nicht aus.
Die Diskussion um den Jugendschutz im digitalen Zeitalter bekommt neue Nahrung durch eine aktuelle Untersuchung der britischen Aufsichtsbehörde. In einer Zeit, in der fast jeder Teenager ein Smartphone besitzt, rücken technische Hilfsmittel wie Virtual Private Networks (VPN) in den Fokus der Regulierungsbehörden. Die Frage, ob Minderjährige diese Werkzeuge nutzen, um Altersbeschränkungen bei Online-Casinos oder Sportwettenanbietern zu umgehen, beschäftigt nicht nur Eltern, sondern auch die Politik und die Glücksspielbranche gleichermaßen.
Es ist eine komplexe Gemengelage aus technischem Verständnis, sozialem Druck unter Jugendlichen und der Wirksamkeit bestehender Schutzmechanismen. Die Ergebnisse der Befragung zeigen ein differenziertes Bild der digitalen Realität in britischen Kinder- und Jugendzimmern. Dabei wird deutlich, dass das Wissen über Verschlüsselungstechnologien bereits in jungen Jahren weit verbreitet ist, die tatsächliche Anwendung zum Zweck des Glücksspiels jedoch schwerer zu greifen bleibt, als es oberflächliche Statistiken zunächst vermuten lassen.
Zahlen und Fakten
Für die Studie befragte das Marktforschungsinstitut Yonder insgesamt 1.020 Personen im Alter von 11 bis 17 Jahren. Ein zentrales Ergebnis ist, dass 13 Prozent der Befragten glauben, Personen in ihrem Alter hätten vor kurzem ein VPN genutzt, um auf Online-Glücksspielplattformen zuzugreifen. Dieser Wert steigt bei den älteren Teenagern im Alter von 16 und 17 Jahren sogar auf 19 Prozent an. Im Gegensatz dazu liegt die Einschätzung bei der jüngsten Gruppe der 11- und 12-Jährigen lediglich bei 2 Prozent.
Die Bekanntheit von VPNs ist unter Jugendlichen beachtlich hoch. Mehr als drei Viertel der Teilnehmer gaben an, bereits von dieser Technologie gehört zu haben. Allerdings trauen sich nur 36 Prozent zu, die genaue Funktionsweise der Technik zu erklären. Interessanterweise gibt es ein deutliches Gefälle zwischen den Geschlechtern: Während 81 Prozent der Jungen angaben, VPNs zu kennen, waren es bei den Mädchen 70 Prozent. Die wichtigsten Informationsquellen für die Jugendlichen sind Freunde, gefolgt von Familienmitgliedern und sozialen Netzwerken wie YouTube oder TikTok.
Hintergrund
Die UK Gambling Commission wählte eine indirekte Befragungsmethode, um ehrlichere Antworten zu erhalten und niemanden zu Selbstbeschuldigungen zu drängen. Die Teilnehmer wurden in Gruppen aufgeteilt und gefragt, was sie glauben, was andere in ihrem Alter tun. Die Behörde räumte ein, dass diese Methode zwar Trends aufzeigt, aber keine Beweise für tatsächliche Wetten durch Minderjährige liefert. Ein VPN kann zwar vortäuschen, dass ein Nutzer aus einem anderen Land zugreift, doch die strengen Regeln für lizenzierte Betreiber in Großbritannien bleiben davon unberührt.
„Die Ergebnisse können nicht bestätigen, dass einer dieser jungen Menschen tatsächlich ein VPN benutzt, ein Glücksspielkonto eröffnet oder eine Wette platziert hat.“ - Sprecher der UK Gambling Commission
Die Kommission betonte, dass lizenzierte Anbieter gesetzlich verpflichtet sind, das Alter und die Identität eines Kunden zu prüfen, bevor dieser auf Glücksspielprodukte, Einzahlungen oder sogar kostenlose Demo-Spiele zugreifen kann. Das eigentliche Risiko liegt laut dem Bericht bei illegalen oder unregulierten Webseiten, die außerhalb der britischen Lizenzregeln operieren und oft keine ausreichenden Alterskontrollen durchführen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
In Deutschland ist die Situation durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) noch strenger geregelt als in vielen anderen europäischen Ländern. Deutsche Spieler, die bei Anbietern auf der offiziellen GGL-Whitelist registriert sind, begegnen massiven Hürden, die eine VPN-Umgehung durch Minderjährige nahezu unmöglich machen. Das zentrale System LUGAS überwacht nicht nur das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, sondern stellt auch sicher, dass Identitäten bereits bei der Registrierung zweifelsfrei verifiziert werden. Ohne eine gültige Schufa-Abfrage oder ein Video-Ident-Verfahren lässt sich kein Konto eröffnen.
Für erwachsene Spieler in Deutschland bedeutet dies ein Höchstmaß an Sicherheit. Die Nutzung von VPNs, um beispielsweise die 1 Euro Einsatzgrenze pro Spin bei Spielautomaten zu umgehen, führt bei legalen Anbietern meist zur sofortigen Sperrung des Kontos, da die Allgemeinen Geschäftsbedingungen den Einsatz solcher Tools untersagen. Wer versucht, über ausländische MGA- oder Curacao-Casinos zu spielen, verliert den Schutz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) und setzt sich dem Risiko aus, dass Gewinne aufgrund der illegalen Teilnahme am Spiel in Deutschland nicht ausgezahlt werden.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die lizenzierten Betreiber in Deutschland müssen durch die Studie alarmiert sein, da sie zeigt, wie präsent das Thema Standortverschleierung in der jungen Generation ist. Für GGL-Casinos bedeutet dies, dass sie ihre technischen Erkennungssysteme für VPNs und Proxys weiter schärfen müssen. Die Integrität des deutschen Marktes hängt maßgeblich davon ab, dass Minderjährige konsequent ausgeschlossen bleiben. Die Studie der UKGC verdeutlicht, dass technische Barrieren allein nicht ausreichen, sondern die Identitätsprüfung das entscheidende Nadelöhr ist. Deutsche Anbieter, die sich strikt an die Vorgaben halten, können sich durch diese Sicherheit vom unregulierten Schwarzmarkt abheben.
Häufige Fragen
Wie viele Jugendliche nutzen laut der Studie VPNs für Glücksspiele?
Die Studie besagt nicht, dass Jugendliche VPNs nutzen, sondern dass 13 Prozent der Befragten glauben, ihre Gleichaltrigen täten dies. Bei den 16- und 17-Jährigen liegt dieser Schätzwert sogar bei 19 Prozent.
Können VPNs die Altersprüfung in Online-Casinos umgehen?
Nein, VPNs ändern lediglich den angezeigten Standort des Nutzers. Lizenzierte Anbieter in regulierten Märkten fordern vor der ersten Einzahlung eine vollständige Identitätsprüfung, die durch ein VPN nicht manipuliert werden kann.
Wer wurde für die Untersuchung der UK Gambling Commission befragt?
Das Marktforschungsinstitut Yonder befragte im Auftrag der Behörde insgesamt 1.020 junge Menschen. Die Zielgruppe umfasste Jugendliche im Alter zwischen 11 und 17 Jahren.
Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Verbreitung von VPNs?
Neben Freunden und der Familie wurden YouTube und TikTok als häufige Quellen genannt, über die Jugendliche von VPN-Technologien erfahren. Die allgemeine Bekanntheit liegt bei über 75 Prozent der Befragten.
Warum ist das Spielen mit VPN in Deutschland riskant?
In Deutschland lizenzierte Casinos verbieten VPNs meist in ihren AGB, was zur Kontosperrung führen kann. Zudem schützt die GGL nur Spieler auf legalen Plattformen, während VPN-Nutzer oft auf ungeschützte Schwarzmarktseiten abwandern.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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