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Regulierung

Strafzahlung für Booming Games: Ontario verbietet Autoplay-Funktion strikt

21. August 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Strafzahlung für Booming Games: Ontario verbietet Autoplay-Funktion striktKI-GENERIERT

Der Spieleanbieter Booming Games muss eine Strafe von 70.000 CA$ zahlen, da in Ontario verbotene Autoplay-Funktionen bei Slot-Spielen aktiv waren.

In der kanadischen Provinz Ontario greift die Regulierungsbehörde hart durch, wenn es um den Schutz der Spieler geht. Der bekannte Spielelieferant Booming Games (Malta) Limited wurde nun zur Kasse gebeten, nachdem Ermittler festgestellt hatten, dass mehrere Online-Spielautomaten über eine unzulässige Autoplay-Funktion verfügten. Diese Funktion ermöglicht es, dass die Walzen ohne manuelles Zutun des Nutzers immer wieder neu starten, was nach Ansicht der Aufsichtsbehörde das Risiko für Kontrollverlust massiv steigert. Die Alcohol and Gaming Commission of Ontario (AGCO) verhängte daraufhin eine monetäre Strafe von 70.000 kanadischen Dollar (ca. 50.947 US-Dollar).

Die Untersuchung der AGCO ergab, dass Booming Games es versäumt hatte, bestimmte Spiele vor und nach dem Start in Ontario ordnungsgemäß zu konfigurieren, zu testen und zu überwachen. Damit verstieß das Unternehmen gegen grundlegende Standards der Internet-Glücksspielverordnung, insbesondere gegen das Verbot von Autoplay bei Slot-Spielen (Standard 2.16) sowie die Pflicht zur fortlaufenden Überwachung der Spielsysteme (Standard 4.09). In Ontario sind die Regeln für das Design von Glücksspielen seit der Marktöffnung im Jahr 2021 besonders streng, um ein sicheres Umfeld für die Bewohner zu schaffen.

Zahlen und Fakten

Die Strafe in Höhe von 70.000 CA$ basiert auf dem Gaming Control Act von 1992. Die AGCO identifizierte den Verstoß durch proaktive und gezielte Compliance-Bemühungen. Sobald der Verstoß bemerkt wurde, forderte die Behörde den betroffenen iGaming-Betreiber auf, die Funktion sofort zu deaktivieren. Es ist nicht das erste Mal, dass die Behörde in Ontario ihre Zähne zeigt. Der Markt wächst rasant: Zwischen April 2024 und März 2025 erzielte die Provinz einen Gross Gaming Revenue (GGR) von 3,20 Milliarden CA$, was einem Wachstum von 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Zudem spielen bereits 84 Prozent der Nutzer auf regulierten Seiten.

„Ontarios Standards für das Spieldesign sind grundlegende Maßnahmen zum Spielerschutz, die in den regulierten iGaming-Markt eingebaut wurden – sie sind keine optionalen technischen Anforderungen. Registrierte Anbieter müssen über wirksame Kontrollen verfügen, um zu verhindern, dass verbotene Funktionen die Spieler in Ontario erreichen. Wenn diese Sicherheitsvorkehrungen nicht respektiert werden, wird die AGCO regulatorische Maßnahmen ergreifen." - Dr. Karin Schnarr, CEO und Registrar der AGCO

Booming Games hat nun 15 Tage Zeit, um eine Anhörung vor dem Licence Appeal Tribunal (LAT) zu beantragen. Das LAT ist ein unabhängiges Gremium innerhalb der Tribunals Ontario und nicht Teil der AGCO. Sollte kein Widerspruch erfolgen, wird die Geldstrafe rechtskräftig.

Hintergrund

Das Verbot der Autoplay-Funktion ist in Ontario, ähnlich wie in Deutschland, eine zentrale Säule des Spielerschutzes. Die Theorie dahinter ist simpel: Jedes Mal, wenn ein Spieler den Startknopf manuell drücken muss, entsteht eine kurze Pause. Dieser bewusste Moment erlaubt es dem Einzelnen, sein Spielverhalten kurz zu reflektieren und zu entscheiden, ob er wirklich weiterspielen möchte. Automatisierte Abläufe hingegen fördern ein tranceartiges Spiel, bei dem Zeit- und Geldverlust oft nicht mehr rechtzeitig wahrgenommen werden. In Nordamerika gilt Ontario als einer der Vorreiter für solch strikte Regulierungsvorgaben.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist die Nachricht aus Kanada ein bekanntes Szenario. Seit dem Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrags 2021 (GlüStV 2021) sind die Regeln in Deutschland sogar noch einen Schritt schärfer. Autoplay ist hierzulande bei allen legalen Anbietern, die auf der GGL-Whitelist stehen, streng untersagt. Wer in Deutschland bei einem lizenzierten Casino spielt, muss jeden Spin manuell auslösen. Zudem gilt die sogenannte 5-Sekunden-Regel: Zwischen zwei Walzendrehungen müssen mindestens fünf Sekunden vergehen. Das soll schnelle, impulsgesteuerte Spielabfolgen verhindern und den Spielerschutz stärken.

Zudem sind deutsche Spieler durch das zentrale LUGAS-System geschützt. Dieses System überwacht das Einzahlungslimit von maximal 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg. Auch der Einsatz ist begrenzt: Pro Spielrunde an einem virtuellen Slot darf maximal ein Euro gesetzt werden. Diese harten Einschnitte dienen dazu, exzessives Glücksspiel zu unterbinden. Wenn ein Anbieter gegen diese technischen Vorgaben verstößt, drohen ihm in Deutschland ähnliche oder sogar deutlich höhere Bußgelder bis hin zum Entzug der Lizenz durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz müssen peinlich genau darauf achten, dass die Software-Provider wie Booming Games nur Versionen ihrer Spiele liefern, die für den deutschen Markt angepasst wurden. Ein Fehler in der Konfiguration, wie er nun in Ontario passierte, könnte für einen deutschen Betreiber fatale Folgen haben. Die GGL überwacht die Einhaltung der technischen Richtlinien sehr genau. Anbieter sollten daher ihre Testprotokolle und die Überwachung der eingekauften Spiele intensivieren. Der Vorfall in Ontario zeigt, dass selbst etablierte Provider Fehler bei der Deaktivierung regional verbotener Funktionen machen können. Deutsche Betreiber müssen sicherstellen, dass Funktionen wie Autoplay oder Bonus-Kauf-Features in der deutschen Version ihrer Slots technisch unmöglich sind.

Häufige Fragen

Warum wurde Booming Games in Ontario bestraft?

Der Spielehersteller hat gegen die lokalen Standards verstoßen, indem er Slot-Spiele mit einer verbotenen Autoplay-Funktion anbot. Die AGCO verhängte deshalb eine Strafe von 70.000 CA$, da dieser Fehler den Spielerschutz untergrub.

Was ist Autoplay und warum ist es verboten?

Autoplay lässt einen Spielautomaten automatisch drehen, ohne dass der Spieler für jede Runde den Startknopf drücken muss. Es ist verboten, weil es Pausen eliminiert und das Risiko erhöht, die Kontrolle über Zeit und Geld zu verlieren.

Welche Strafe droht bei solchen Verstößen?

In Ontario wurde eine Geldstrafe von 70.000 CA$ festgesetzt, basierend auf dem Gaming Control Act. Anbieter haben danach 15 Tage Zeit, um Einspruch bei einem unabhängigen Tribunal einzulegen.

Wie wird die Einhaltung dieser Regeln überwacht?

Die Behörden nutzen gezielte Compliance-Prüfungen und Stichproben der angebotenen Software. In Ontario identifizierte die AGCO den Fehler durch proaktive Ermittlungsmaßnahmen und ordnete die sofortige Deaktivierung an.

Sind diese Funktionen auch in Deutschland verboten?

Ja, in Deutschland ist Autoplay laut GlüStV 2021 streng verboten. Deutsche Spieler müssen jeden Spin manuell starten, zudem gilt ein Einsatzlimit von 1 Euro und eine 5-Sekunden-Pause zwischen den Runden bei GGL-lizenzierten Anbietern.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:Booming Games

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