Britisches Glücksspiel vor dem Beben: Burnham und Healey sorgen für Alarmstimmung
KI-GENERIERTNach dem Amtsantritt von Premierminister Andy Burnham am Montag bangt die britische Glücksspielbranche um ihre Zukunft. Ein neuer Chancellor of the Exchequer könnte dem Sektor harte Steuererhöhungen auferlegen.
Die politische Landschaft im Vereinigten Königreich hat sich dramatisch verschoben, und in der Londoner Downing Street weht ein neuer, für die Glücksspielbranche merklich kühlerer Wind. Am Montag wurde Andy Burnham zum neuen Premierminister ernannt, was in der Industrie für sofortige Schockwellen sorgte. Besonders die Besetzung des wichtigen Schatzkanzleramtes mit John Healey als neuem Chancellor of the Exchequer lässt bei Betreibern und Verbänden die Alarmglocken schrillen. Zusammen mit Lisa Nandy, die erneut als Staatssekretärin im Ministerium für Kultur, Medien und Sport (DCMS) eingesetzt wurde, bildet sich ein Führungstrio, das in der Vergangenheit nicht unbedingt als Freund der Branche glänzte.
Die Stimmung unter den Geschäftsleuten, die seit Jahrzehnten im Sektor tätig sind, ist am Boden. Es herrscht die tiefe Sorge, dass die neue Regierung unter Burnham den Sektor als bequeme Geldquelle nutzen wird, um Haushaltslöcher zu stopfen. Man befürchtet eine unbarmherzige steuerliche Belastung, die vor allem den Online-Sektor treffen könnte. Während Organisationen wie Bacta auf einen fairen Dialog hoffen, zeichnen Brancheninsider ein düsteres Bild. Die Angst geht um, dass das goldene Ei der Gans so lange gedrückt wird, bis nichts mehr übrig bleibt.
Zahlen und Fakten
Besonders im Fokus stehen prominente Kritiker der Branche, wie etwa der Labour-Spender und ehemalige Spieler Derek Webb. Es wird spekuliert, dass John Healey in seiner neuen Rolle als Chancellor of the Exchequer empfänglicher für die Argumente jener Kreise ist, die eine massive Erhöhung der Abgaben fordern. Ein zentraler Punkt der Sorge ist die Befürchtung, dass die Regierung deutlich mehr Einkommen aus dem Geschäft pressen will, insbesondere von den iGaming-Anbietern.
Gleichzeitig könnten neue soziale Richtlinien eingeführt werden, die zwar in den Schlagzeilen gut aussehen, aber die Existenz von Spielhallen (AGCs), Bingo-Hallen und Wettbüros in den Innenstädten gefährden. Experten warnen, dass dies zu einem weiteren Verfall der Stadtzentren führen würde. Geschlossene Läden und tausende Arbeitslose wären die Folge. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Beschäftigungsstruktur: Viele der potenziell Betroffenen sind Frauen, die in diesen Betrieben ein wichtiges zweites Familieneinkommen erwirtschaften. Die Ironie dabei ist, dass gerade diese arbeitenden Familien jene Zielgruppe sind, die die Labour-Partei vorgibt, besonders schützen zu wollen.
Hintergrund
Der Pessimismus der Branche kommt nicht von ungefähr. Erfahrene Akteure erinnern sich gut an die Zeit nach dem Gaming Act 2005. Damals war Andy Burnham Staatssekretär im DCMS und ist vielen als ein Politiker in Erinnerung geblieben, mit dem ein konstruktiver Dialog für die Industrie äußerst schwierig war. Diese historische Erfahrung nährt das Misstrauen gegenüber der aktuellen Konstellation in Downing Street Nummer 10 und 11.
„Es gibt eine deutliche Gefahr, dass Healey auf jene Elemente in der politischen Arena hören wird, die dafür sind, die Glücksspielindustrie unbarmherzig auszusaugen.“ - David Snook, Fachautor bei InterGame
Die Befürchtung ist real, dass das Online-Segment massiv geschröpft wird, während der terrestrische Sektor durch bürokratische Hürden und restriktive Stadtplanung aus dem öffentlichen Raum verdrängt wird. Dass Lisa Nandy ihre Position im DCMS behält, wird von vielen nicht als Zeichen der Kontinuität im positiven Sinne gewertet, sondern als Zementierung einer strengen Aufsichtslinie.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die Entwicklungen in Großbritannien sind für deutsche Spieler deshalb so relevant, weil der britische Markt jahrelang als das liberale Vorbild in Europa galt. Wenn nun selbst das Mutterland der Sportwetten und Casinos massiv reguliert und besteuert, könnte dies eine Signalwirkung auf die gesamte EU und somit auch auf Deutschland haben. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat bereits sehr strikte Regeln gesetzt, wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über das LUGAS-System oder das Einsatzlimit von einem Euro pro Spin an virtuellen Automaten.
Falls Großbritannien seine Steuern massiv erhöht, könnten internationale Anbieter versuchen, diese Kosten durch schlechtere Auszahlungsquoten oder geringere Bonusangebote in anderen Märkten wie Deutschland zu kompensieren. Zudem zeigt das Beispiel UK, dass politische Wechsel bestehende Regulierungen jederzeit verschärfen können. Deutsche Spieler sollten daher umso mehr darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen GGL-Whitelist stehen. Nur dort ist das Guthaben sicher und die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar definiert, auch wenn der politische Wind in Europa rauer wird.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für deutsche Online-Casinos mit GGL-Lizenz bedeutet die Unruhe in UK vor allem eines: regulatorische Stabilität ist ein wertvolles Gut. Während in Großbritannien nun Unsicherheit über künftige Steuerlasten herrscht, haben deutsche Anbieter mit dem GlüStV 2021 bereits einen sehr harten, aber immerhin berechenbaren Rahmen. Die GGL-Whitelist stellt sicher, dass Anbieter bereits die höchsten Spielerschutzstandards erfüllen. Wenn internationale Schwergewichte durch die britische Politik unter Druck geraten, könnten sie ihre Prioritäten verschieben, was deutschen lizenzierten Betreibern die Chance bietet, durch Verlässlichkeit und Sicherheit zu punkten. Es zeigt sich jedoch auch, dass die Branche niemals aufhören darf, den sozialen Mehrwert und die Bedeutung des legalen Kanalisierungsauftrags gegenüber der Politik zu betonen, damit nicht auch in Deutschland der Ruf nach einer unbarmherzigen Besteuerung, wie sie nun für UK befürchtet wird, lauter wird.
Häufige Fragen
Welche politischen Veränderungen im Vereinigten Königreich geben der Glücksspielbranche Anlass zur Sorge?
Die Ernennung von Andy Burnham zum Premierminister und John Healey zum Schatzkanzler hat in der britischen Glücksspielbranche Besorgnis ausgelöst. Beide Politiker, zusammen mit Staatssekretärin Lisa Nandy, gelten nicht als besonders branchenfreundlich und könnten zu Steuererhöhungen oder neuen sozialen Richtlinien führen.
Welche spezifischen Befürchtungen hat die Glücksspielbranche bezüglich der neuen Regierung?
Es besteht die Sorge, dass die Regierung den Glücksspielsektor als Einnahmequelle zur Haushaltskonsolidierung nutzen wird, was zu erheblichen Steuererhöhungen führen könnte, insbesondere im Online-Bereich. Zudem könnten neue soziale Richtlinien die Existenz von Spielhallen und Wettbüros gefährden.
Warum erinnert sich die Branche an die Zeit, als Andy Burnham Staatssekretär war?
Die Branche erinnert sich an Andy Burnhams Zeit als Staatssekretär im DCMS nach dem Gaming Act 2005. In dieser Periode war ein konstruktiver Dialog mit der Industrie laut Brancheninsidern äußerst schwierig, was das heutige Misstrauen verstärkt.
Welche Rolle spielt Derek Webb in dieser Situation?
Derek Webb, ein Labour-Spender und ehemaliger Spieler, wird als prominenter Kritiker der Branche genannt. Es wird spekuliert, dass John Healey in seiner neuen Funktion als Schatzkanzler empfänglicher für die Forderungen von Kreisen wie Webb nach höheren Abgaben sein könnte.
Welche Auswirkungen könnten die Entwicklungen in Großbritannien auf deutsche Spieler und Casinos haben?
Die strengeren Regulierungen in Großbritannien könnten als Vorbild für die EU dienen und auch deutsche Regelungen verschärfen. Internationale Anbieter könnten Kosten auf andere Märkte, wie Deutschland, umlegen, was zu schlechteren Quoten oder Boni führt. Spieler sollten sich auf die GGL-Whitelist konzentrieren, um Sicherheit zu gewährleisten.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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