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Großbank Cantor Fitzgerald startet Block-Trading für Prognosemärkte

21. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Großbank Cantor Fitzgerald startet Block-Trading für PrognosemärkteKI-GENERIERT

Cantor Fitzgerald führt institutionelles Block-Trading für Ereigniskontrakte auf regulierten Märkten ein. Damit erhalten Großanleger erstmals Zugang zu großen Volumina auf Plattformen wie Kalshi.

Die Welt der Prognosemärkte erreicht eine neue Stufe der Professionalisierung. Cantor Fitzgerald, eine der weltweit führenden Investmentbanken, hat am 20. August 2026 den Start des institutionellen Handels für Ereigniskontrakte bekannt gegeben. Damit fungiert das Unternehmen als einer der ersten Full-Service-Dienstleister, der Großkunden den Zugang zum sogenannten Block-Trading auf einer staatlich regulierten Börse ermöglicht. Das bedeutet einen erheblichen Wandel für ein Segment, das lange Zeit eher als Nische für Kleinanleger oder politische Enthusiasten galt.

Durch die neue Struktur können institutionelle Anleger nun große Positionen zu einem festen Preis aushandeln, ohne den öffentlichen Markt durch ihre Ordergrößen massiv zu beeinflussen. Dies geschieht innerhalb des Block-Trading-Rahmenwerks von Kalshi, einer Börse, die unter der Aufsicht der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission (CFTC) steht. Cantor Fitzgerald bringt hierbei seine jahrzehntelange Erfahrung aus dem Aktien- und Rentenhandel ein, um eine Brücke zwischen klassischen Finanzmärkten und den aufstrebenden Prognosemärkten zu schlagen.

Zahlen und Fakten

Im Zentrum dieser Entwicklung steht die Kooperation mit Susquehanna Predictions, einem Teil der Susquehanna International Group. Susquehanna gilt als einer der aktivsten Liquiditätsanbieter in diesem Bereich und stellt das notwendige Volumen bereit, um Geschäfte in institutioneller Größenordnung überhaupt erst möglich zu machen. Geleitet wird das neue Geschäft bei Cantor Fitzgerald innerhalb der Abteilung Global Markets von den Co-CEOs Pascal Bandelier und Christian Wall.

Bandelier sieht in diesem Schritt eine logische Fortführung der Unternehmenshistorie. Er betont die Notwendigkeit, Skalierbarkeit für professionelle Investoren zu schaffen. Bisher war das Hauptproblem, dass die Liquidität auf regulierten Börsen oft nicht ausreichte, um die Anforderungen großer Fonds oder Versicherer zu erfüllen. Durch das Block-Trading wird dieses Hindernis nun beseitigt.

„Cantor hat mehr als achtzig Jahre damit verbracht, institutionellen Zugang zu neuen Märkten aufzubauen, und Prognosemärkte sind der nächste. Prognosemärkte wachsen schnell, aber die institutionelle Beteiligung hat nicht Schritt gehalten, weil es den Anlegern an der Möglichkeit fehlte, in großem Umfang an einer regulierten Börse zu handeln.“ - Pascal Bandelier, Co-CEO und Global Head of Equities bei Cantor Fitzgerald

Hintergrund

Prognosemärkte erlauben es Teilnehmern, auf den Ausgang realer Ereignisse zu wetten, sei es in der Politik, Wirtschaft oder bei Naturereignissen. Während diese Instrumente oft mit Glücksspiel verglichen werden, dienen sie im professionellen Kontext häufig als Absicherung (Hedging). Ein Unternehmen könnte beispielsweise Kontrakte erwerben, die sich auszahlen, wenn ein bestimmtes Gesetz verabschiedet wird, um potenzielle Verluste im operativen Geschäft auszugleichen.

Max Crowley von Kalshi hebt hervor, dass Cantor Fitzgerald genau der Partner sei, der kreativ über die Einbindung von Ereigniskontrakten in Kundenportfolios nachdenke. Es gehe darum, neue Anwendungsfälle und Absicherungsmöglichkeiten zu finden, die über das hinausgehen, was der traditionelle Versicherungsmarkt leisten kann. Joe Grubb von Susquehanna ergänzt, dass man in der Lage sei, maßgeschneiderte Kontrakte für institutionelle Kontrahenten zu bepreisen und auszuführen, um sowohl allgemeine Marktrisiken als auch spezifische Branchenrisiken abzufangen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für private Nutzer in Deutschland hat dieser Vorstoß zunächst keine direkten Auswirkungen auf ihr tägliches Spielvergnügen in Online-Casinos. Allerdings verdeutlicht die Regulierung durch die CFTC in den USA, wie wichtig staatliche Aufsicht für das Vertrauen in solche Märkte ist. In Deutschland unterliegt das Glücksspiel dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Wer hierzulande legal an Glücksspielen teilnehmen möchte, sollte zwingend auf Anbieter achten, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen.

Deutsche Spieler müssen sich an strikte Regeln halten, die dem Spielerschutz dienen. Dazu gehört das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über alle Anbieter hinweg, welches durch das LUGAS-System überwacht wird. Zudem gilt bei virtuellen Automaten das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde. Die Entwicklungen bei Cantor Fitzgerald zeigen, dass Regulierung der Schlüssel zur Akzeptanz ist. Während in den USA die CFTC über fairen Handel wacht, sorgt in Deutschland die GGL dafür, dass Spielerschutz und Fairness im Online-Glücksspiel garantiert sind. Illegale Angebote ohne deutsche Lizenz bieten diese Sicherheiten nicht und sollten gemieden werden.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Professionalisierung von Prognosemärkten könnte langfristig auch das Interesse deutscher Lizenznehmer wecken, ähnliche Produkte in einem regulierten Rahmen anzubieten, sofern diese mit dem deutschen Recht vereinbar sind. Aktuell konzentrieren sich GGL-lizenzierte Casinos vor allem auf virtuelle Automatenspiele, Poker und Sportwetten. Der Schritt einer großen Investmentbank wie Cantor Fitzgerald signalisiert jedoch, dass Wetten auf Ereignisse als legitimes Finanz- und Risiko-Instrument weltweit an Bedeutung gewinnen.

Deutsche Betreiber müssen beobachten, wie sich die Abgrenzung zwischen Finanzprodukt und Glücksspiel weiterentwickelt. In Deutschland ist diese Trennung sehr scharf gezogen. Während Kalshi in den USA als Börse firmiert, würden ähnliche Produkte hierzulande oft unter das Wettmonopol oder spezifische Glücksspielregeln fallen. Die Transparenz und Liquidität, die Cantor Fitzgerald nun bietet, könnten als Vorbild für zukünftige Standards bei der Abwicklung von Großwetten oder komplexen Wettprodukten dienen, sofern die regulatorischen Hürden in Europa dies zulassen.

Häufige Fragen

Wer ist Cantor Fitzgerald und was wurde angekündigt?

Cantor Fitzgerald ist eine globale Investmentbank, die nun institutionelles Block-Trading für Ereigniskontrakte auf der regulierten Börse Kalshi anbietet. Damit können Großanleger erstmals signifikante Volumina in Prognosemärkten handeln.

Was ist der Vorteil von Block-Trading für Investoren?

Block-Trading ermöglicht es, große Mengen an Kontrakten zu einem einzigen, vorher ausgehandelten Preis abzuwickeln. Dies geschieht außerhalb des zentralen Orderbuchs, um Preisschwankungen während der Ausführung großer Aufträge zu vermeiden.

Welche Rolle spielt Susquehanna Predictions bei diesem Deal?

Susquehanna Predictions agiert als Liquiditätsanbieter und stellt die notwendigen Preise und Volumina bereit. Als quantitative Handelsfirma ermöglicht sie die Ausführung von maßgeschneiderten Kontrakten zur Risikoabsicherung.

Sind diese Prognosemärkte in Deutschland für Spieler legal?

In Deutschland ist die rechtliche Lage für reine Prognosemärkte komplex und oft fallen sie unter das Glücksspielrecht. Spieler sollten nur Angebote nutzen, die eine explizite Lizenz der GGL besitzen und auf der offiziellen Whitelist stehen.

Welche Schutzmaßnahmen gelten für deutsche Spieler im Online-Glücksspiel?

Gemäß GlüStV 2021 gelten ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots. Die Einhaltung wird durch die Aufsichtsbehörde GGL und Systeme wie LUGAS sichergestellt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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