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Regulierung

Diplomatischer Druck: China verwarnt Südkorea wegen gezielter Casino-Werbung

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Diplomatischer Druck: China verwarnt Südkorea wegen gezielter Casino-WerbungKI-GENERIERT

Peking fordert strengere Aufsicht über südkoreanische Casinos, die gezielt chinesische Touristen anwerben. In Südkorea gibt es 17 Spielbanken, die nur für Ausländer zugänglich sind.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen Peking und Seoul werden durch ein heikles Thema belastet: das Glücksspiel. Die chinesische Botschaft in der südkoreanischen Hauptstadt hat sich am Montag mit einer deutlichen Botschaft zu Wort gemeldet. Es geht um die gezielte Vermarktung von Casinobesuchen an Reisende aus der Volksrepublik China. In einem Brief, der in südkoreanischen Medien wie der Korea Times thematisiert wurde, äußert die Botschaft ihr tiefes Befremden über die Praktiken der Branche.

Der Konflikt schwelt schon länger, doch die Dynamik hat sich verschärft. Südkorea setzt für die Erholung seines Tourismussektors massiv auf Gäste aus dem Nachbarland. Besonders die 17 Spielbanken im Land, die ausschließlich Ausländern Zutritt gewähren, sind auf diese Klientel angewiesen. Für die Betreiber ist das ein Balanceakt zwischen wirtschaftlichem Überleben und diplomatischem Risiko, da China seit Jahren massiv gegen das Bewerben von Auslandsglücksspiel vorgeht.

Zahlen und Fakten

Die wirtschaftliche Bedeutung der chinesischen Touristen für den südkoreanischen Markt ist immens. Bereits im Jahr 2012 machten chinesische Besucher 41 Prozent aller Casinobesuche in Südkorea aus. Während in Macau, dem größten Glücksspielzentrum der Welt, Mindesteinsätze in VIP-Räumen oft bei 400.000 US-Dollar liegen, lockt Südkorea mit deutlich niedrigeren Hürden von etwa 40.000 US-Dollar. Diese Strategie zielt auf eine weniger wohlhabende Schicht von Spielern ab, die sich die exklusiven Tische in Macau oder Singapur nicht leisten können.

Großprojekte wie Paradise City auf der Insel Yeongjong unterstreichen die Ambitionen. Der Komplex kostete rund 1,1 Milliarden US-Dollar und wurde über sechs Jahre hinweg geplant, um gezielt High-Roller aus dem Nordosten Chinas anzusprechen. Ein weiteres Projekt auf derselben Insel, an dem unter anderem Caesars Entertainment beteiligt ist, wurde mit einem Investitionsvolumen von 805 Millionen US-Dollar veranschlagt. Diese Milliardeninvestitionen stehen nun unter dem Vorbehalt der politischen Wetterlage.

Hintergrund

Die rechtliche Lage in China ist eindeutig: Glücksspiel ist verboten, und das gilt laut dem Konsul für konsularische Angelegenheiten, Tang Liang, auch für chinesische Bürger im Ausland. In seinem Schreiben an die südkoreanische Regierung forderte er eine strikte Überwachung der touristischen Einrichtungen. Er betonte, dass China eine Null-Toleranz-Politik verfolge. Besonders scharf kritisierte er die Vorstellung, dass südkoreanische Casinos chinesische Touristen als ihre primäre Zielgruppe definieren.

„Die Botschaft ist zutiefst schockiert über den Vorschlag, dass südkoreanische Casinos chinesische Touristen als ihre Zielkunden haben sollten. Wir lehnen solche Bemühungen ab. Es ist völlig inakzeptabel, dass Casinos in der Republik Korea gezieltes Marketing und die Rekrutierung ausländischer Staatsangehöriger, einschließlich Chinesen, betreiben.“ - Tang Liang, Konsul der chinesischen Botschaft in Seoul

Die chinesische Regierung plant zudem, die Aufklärung ihrer Bürger vor Auslandsreisen zu intensivieren. Reisende sollen dazu angehalten werden, Zurückhaltung zu üben und die rechtlichen Grenzen nicht zu überschreiten. Diese Kommentare wurden auch über den offiziellen WeChat-Account der Botschaft verbreitet, was die Ernsthaftigkeit der Warnung unterstreicht.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Obwohl dieser Konflikt in Asien spielt, zeigt er deutlich, wie wichtig eine klare und staatlich kontrollierte Regulierung ist. Für deutsche Spieler ist die Situation durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) eindeutig geregelt. Während in Asien oft diplomatische Spannungen über Marktzugänge entscheiden, bietet Deutschland durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) einen rechtssicheren Rahmen. In Deutschland gibt es klare Limits, wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System, das für alle lizenzierten Anbieter gilt. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten dient dem Spielerschutz. Wer in Deutschland spielt, sollte ausschließlich Anbieter von der GGL-Whitelist nutzen, um sicherzustellen, dass Gewinne legal ausgezahlt werden und der Spielerschutz gewährleistet ist. Im Gegensatz zu den Graumärkten in Asien bietet das deutsche Lizenzsystem Schutz vor politischer Willkür.

Was das für GGL-Casinos heißt

Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz agieren in einem hochregulierten Umfeld, das Werbung streng limitiert. Der Fall Südkorea zeigt, dass aggressives Marketing über Staatsgrenzen hinweg zu massiven Problemen führen kann. Deutsche Betreiber müssen sich an die strengen Richtlinien zur Werbegestaltung halten, um ihre Konzession nicht zu gefährden. Dies verhindert Szenarien, in denen ausländische Regierungen intervenieren müssen. Die Konzentration auf den heimischen, geschützten Markt unter Einhaltung der LUGAS-Vorgaben ist für deutsche Anbieter die einzige langfristig tragfähige Strategie. Während südkoreanische Casinos wie Paradise City nun um ihre Haupteinnahmequelle bangen müssen, bietet der deutsche Markt durch die GGL eine Stabilität, die auf Transparenz und striktem Spielerschutz basiert.

Häufige Fragen

Warum kritisiert China die Casinos in Südkorea?

China verfolgt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Glücksspiel, auch wenn es von seinen Bürgern im Ausland betrieben wird. Die Botschaft in Seoul sieht in gezielten Werbekampagnen für chinesische Touristen eine inakzeptable Rekrutierung von Spielern.

Dürfen Südkoreaner in den eigenen Casinos spielen?

In Südkorea gibt es 17 Casinos, die ausschließlich für Ausländer reserviert sind. Einheimische dürfen nur in einer einzigen, abgelegenen Spielbank namens Kangwon Land spielen, die sich in einem Bergresort befindet.

Wie groß ist der Preisunterschied zwischen Südkorea und Macau?

Südkorea zielt auf weniger wohlhabende Spieler ab, mit VIP-Einsätzen von etwa 40.000 US-Dollar pro Person. In Macau hingegen liegen die Mindesteinsätze in VIP-Räumen oft bei 400.000 US-Dollar.

Welche Rolle spielt die chinesische Botschaft in diesem Konflikt?

Die Botschaft fungiert als Sprachrohr Pekings und fordert die südkoreanische Regierung auf, ihre Aufsichtsfunktion wahrzunehmen. Zudem nutzt sie Kanäle wie WeChat, um chinesische Bürger vor den rechtlichen Konsequenzen von Auslandsglücksspiel zu warnen.

Was bedeutet dieser Konflikt für deutsche Spieler mit GGL-Lizenz?

Der Konflikt verdeutlicht die Wichtigkeit staatlicher Regulierung, wie sie in Deutschland durch den GlüStV 2021 besteht. Deutsche Spieler genießen durch die GGL-Lizenzierung Schutz vor illegalem Marketing und profitieren von klaren Sicherheitsregeln wie dem 1.000-Euro-Einzahlungslimit.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:Paradise City

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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