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Regulierung

Zypern plant neue Gesetze: Glücksspielmarkt knackt die 1,3 Milliarden Euro Marke

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Zypern plant neue Gesetze: Glücksspielmarkt knackt die 1,3 Milliarden Euro MarkeKI-GENERIERT

Zyperns Wettmarkt wächst rasant und erreichte 2025 einen Umsatz von über 1,3 Milliarden Euro. Nun reagiert die National Betting Authority mit strengeren Regeln für Software-Anbieter.

Zypern hat sich in den letzten Jahren klammheimlich zu einem der wichtigsten Knotenpunkte für das europäische Online-Glücksspiel entwickelt. Die neuesten Zahlen der National Betting Authority (NBA) zeigen nun, wie gewaltig dieser Sektor tatsächlich geworden ist. Im Jahr 2025 durchbrach der regulierte Wettmarkt die Marke von 1,3 Milliarden Euro beim Umsatz, was einem Plus von etwa 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Doch hinter diesen glänzenden Wachstumszahlen verbirgt sich eine Behörde, die den Wildwuchs der Branche mit harter Hand bändigen will. Statt sich auf dem Erfolg auszuruhen, bereitet die Regierung eine Gesetzesreform vor, die vor allem die Zulieferer ins Visier nimmt.

Der Präsident der National Betting Authority, Panagiotis Trisokkas, lässt keinen Zweifel daran, dass die bisherige Stabilität des Marktes zwar eine gute Basis bietet, aber für die Zukunft nicht mehr ausreicht. Die technologische Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz und grenzüberschreitende Risiken verlangen nach moderneren Instrumenten. Besonders im Fokus stehen dabei die sogenannten B2B-Unternehmen, also Software-Entwickler und Plattform-Provider, die bisher oft unter dem Radar der direkten Aufsicht flogen. Das soll sich nun ändern, um die Transparenz über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu gewährleisten.

Zahlen und Fakten

Die wirtschaftliche Bedeutung des Sektors für den Inselstaat ist enorm. Von den 1,3 Milliarden Euro Umsatz wurden im vergangenen Jahr rund 1,17 Milliarden Euro als Gewinne an die Spieler ausgezahlt. Die staatlichen Einnahmen aus der Wettsteuer stiegen auf 6 Millionen Euro, was nahezu einer Verdopplung gegenüber den 3,2 Millionen Euro des Vorjahres entspricht. Aktuell zahlen lizenzierte Betreiber eine Steuer von 10 Prozent auf ihre Netto-Wetterträge (GGR) sowie eine zusätzliche gesetzliche Abgabe von 5 Prozent. Diese Sonderabgabe hat einen klaren sozialen Zweck: 4 Prozent fließen in die Sportförderung, während 1 Prozent für Programme zum Schutz junger Menschen und zur Bekämpfung von Spielsucht reserviert ist.

Interessant ist auch die personelle Aufrüstung der Behörde. Um die Einhaltung der Regeln in den physischen Wettshops zu prüfen, wurden 150 verdeckte Inspektoren eingesetzt. Diese Ermittler treten als normale Kunden auf, um Verstöße gegen den Jugendschutz oder illegale Machenschaften aufzudecken. Im vergangenen Jahr führten diese Kontrollen bereits zu Bußgeldern in Höhe von 46.000 Euro, wobei 26.000 Euro allein auf Betreiber ohne gültige Lizenz entfielen. Die NBA setzt hierbei auf einen Mix aus privater Überwachung und behördlicher Kontrolle.

Hintergrund

Die geplante Reform des Wettgesetzes von 2019 zielt darauf ab, ein dediziertes Lizenzsystem für B2B-Anbieter einzuführen. Zypern beherbergt eine wachsende Anzahl von Tech-Firmen, die Software für globale Märkte entwickeln. Durch die direkte Aufsicht will die NBA sicherstellen, dass die Eigentümerstrukturen dieser Firmen sauber sind. Panagiotis Trisokkas betont, dass die Regulierung mit der Realität eines komplexen Ökosystems Schritt halten muss. Dabei geht es nicht nur um Steuern, sondern um die Integrität des gesamten Marktes.

„Der derzeitige Rahmen hat einen stabilen Markt geschaffen, aber weitere Reformen sind notwendig, um der Entwicklung der Branche gerecht zu werden.“ - Panagiotis Trisokkas, Präsident der National Betting Authority

Gleichzeitig wehrt sich Zypern gegen Bestrebungen auf EU-Ebene, eine unionsweite Glücksspielsteuer einzuführen. Der Vorschlag des Vizepräsidenten des Europäischen Parlaments, Victor Negrescu, stößt auf Skepsis. Die zypriotischen Regulierer fürchten, dass zusätzliche finanzielle Belastungen die legalen Anbieter schwächen könnten. Dies würde letztlich nur illegalen Anbietern in die Hände spielen, die ohnehin keine Steuern zahlen und keinen Spielerschutz bieten. Statt neuer Steuern fordert Zypern eine engere Zusammenarbeit der nationalen Behörden bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität und Cybersecurity-Bedrohungen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler bleibt die Situation klar: Auch wenn Zypern ein wichtiger Hub für viele Tech-Firmen ist, bietet eine zypriotische Lizenz (Class A oder Class B) keinen legalen Zugang zum deutschen Markt. In Deutschland gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Wer hierzulande sicher und legal spielen möchte, muss sich an Anbieter halten, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Whitelist ist das einzige verlässliche Dokument für legale Online-Casinos und Wettanbieter in Deutschland.

Deutsche Lizenzen bringen strikte Regeln mit sich, die auf Zypern so nicht existieren. Dazu gehören das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten. Zudem werden deutsche Spieler im LUGAS-System erfasst, um das monatliche Limit und Spielersperren zu überwachen. Ein Anbieter mit Sitz auf Zypern, der keine GGL-Lizenz besitzt, handelt in Deutschland illegal. Spieler sollten daher stets prüfen, ob das GGL-Siegel im Footer der Webseite vorhanden ist, um rechtlich abgesichert zu sein.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Entwicklungen auf Zypern sind für deutsche GGL-lizenzierte Casinos dennoch relevant. Viele der dort ansässigen B2B-Dienstleister liefern auch Software und Plattformlösungen an deutsche Lizenznehmer. Wenn Zypern nun seine Aufsicht über diese Technologielieferanten verschärft, könnte dies indirekt die Sicherheit und Transparenz der in Deutschland verwendeten Software erhöhen. Eine stärkere Kontrolle der Ownership-Strukturen auf Zypern hilft dabei, unsaubere Akteure frühzeitig aus der Lieferkette legaler deutscher Casinos zu entfernen. Es zeigt sich, dass die Zeiten, in denen Tech-Zulieferer völlig unreguliert agieren konnten, in ganz Europa dem Ende zugehen.

Häufige Fragen

Wie groß ist der Glücksspielmarkt auf Zypern?

Der regulierte Wettmarkt auf Zypern hat im Jahr 2025 einen Umsatz von über 1,3 Milliarden Euro erzielt. Dies entspricht einer Wachstumsrate von etwa 8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2024.

Was ändert sich für Software-Anbieter auf Zypern?

Die Regierung plant eine Reform, durch die B2B-Technologieanbieter erstmals direkt lizenziert und überwacht werden. Ziel ist es, die Transparenz der Eigentümerstrukturen und der gelieferten Softwarelösungen zu erhöhen.

Wie wird der Spielerschutz auf Zypern kontrolliert?

Die National Betting Authority setzt unter anderem 150 verdeckte Inspektoren ein, die als Kunden getarnt Wettshops besuchen. Dabei werden insbesondere der Jugendschutz und die Einhaltung der Lizenzbedingungen geprüft.

Gilt eine zypriotische Lizenz auch für Spieler in Deutschland?

Nein, eine zypriotische Lizenz ist in Deutschland nicht gültig und erlaubt kein legales Anbieten von Glücksspielen. Deutsche Spieler sollten ausschließlich bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) spielen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

In Kategorie:Branchen-Nachrichten
In Land:Zypern

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