Glücksspiel-Steuern und Blacklists: Milliarden-Offerte für Evolution erschüttert Markt
KI-GENERIERTDie Branche reagiert auf die britische Steuererhöhung auf 40 Prozent, während Rumänien 800 Webseiten sperrt und Kenneth Dart für Evolution bietet.
Die europäische Glücksspiel-Landschaft erlebt derzeit eine Phase tiefgreifender Umbrüche, die sowohl regulatorische Härten als auch massive finanzielle Verschiebungen umfassen. In der Mitte des August 2026 zeigt sich, wie stark staatliche Eingriffe die Gewinnmargen etablierter Anbieter beeinflussen können. Besonders die Erhöhung der britischen Fernspielabgabe von 21 Prozent auf 40 Prozent zum 1. April 2026 hinterlässt in den aktuellen Quartalsberichten tiefe Spuren. Unternehmen müssen nun Wege finden, diese enorme Steuerlast durch Kosteneinsparungen beim Marketing oder Effizienzsteigerungen auszugleichen, während gleichzeitig der Kampf gegen illegale Anbieter an Schärfe gewinnt.
In Italien und Rumänien setzen die Behörden auf technische Barrieren. Die italienische ADM hat die Sperrung von weiteren 190 Webseiten angeordnet, wobei die Konnektivitätsanbieter bis zum 20. August Zeit haben, die Umleitungen auf offizielle Hinweisseiten abzuschließen. Rumänien meldet unterdessen einen Rekordschlag gegen den Schwarzmarkt. Die ONJN fügte rund 800 Domains zur nationalen Blacklist hinzu, was mehr als eine Verdopplung des bisherigen Rekordwerts darstellt. Diese Maßnahmen unterstreichen den wachsenden Druck auf nicht lizensierte Betreiber, die oft versuchen, durch Klonsysteme die Sperren zu umgehen.
Zahlen und Fakten
Die aktuellen Finanzergebnisse verdeutlichen die Lage. Entain meldete für das erste Halbjahr einen Nettospielertrag (NGR) von 2.545,3 Millionen Pfund, was einem Anstieg von 5 Prozent entspricht. Dennoch musste das Unternehmen eine Rückstellung in Höhe von 100 Millionen Euro für zivilrechtliche Forderungen aus dem deutschen Online-Casino-Markt bilden. Evoke, ehemals bekannt als 888, sah seine Spielabgaben um 46 Millionen Pfund auf insgesamt 233,4 Millionen Pfund steigen. Rank Group berichtete, dass die Steueränderung allein 10,1 Millionen Pfund des zugrunde liegenden Betriebsgewinns gekostet hat.
Ein Paukenschlag erfolgte am 13. August 2026 durch Candle Lake Limited. Das auf den Cayman Islands ansässige Unternehmen von Kenneth Dart gab ein Pflichtangebot für Evolution AB ab. Nachdem Dart seinen Anteil auf 30,02 Prozent erhöht hatte, war er gesetzlich verpflichtet, für die restlichen Anteile zu bieten. Der gebotene Preis von 695 SEK pro Aktie bewertet Evolution mit etwa 131,7 Milliarden SEK. Interessanterweise erklärte Candle Lake direkt, dass keine Absicht bestehe, das Unternehmen tatsächlich vollständig zu erwerben. Falls die Beteiligung jedoch über 90 Prozent steigen sollte, würde ein Squeeze-out und ein Delisting von der Nasdaq Stockholm folgen.
Hintergrund
Der Konflikt zwischen staatlicher Regulierung und Marktfreiheit spitzt sich zu. Der rumänische ONJN-Präsident Vlad-Cristian Soare wies darauf hin, dass über 70 Prozent des europäischen Online-Glücksspielmarktes aus Akteuren bestehen, die auf dem Schwarzmarkt tätig sind. Er betonte die Notwendigkeit automatisierter Tools zur Erkennung von Klonsites, da die manuelle Überprüfung aufgrund von Personalmangel und Budgetbeschränkungen kaum möglich ist. IT-Spezialisten seien für ein Nettogehalt von etwa 6.000 Lei pro Monat schwer zu finden.
„Das Angebot ist jedoch nicht von der Absicht motiviert, alle ausstehenden Aktien von Evolution zu erwerben.“ - Kenneth Dart, Eigentümer von Candle Lake Limited
In Schottland zeigt sich derweil ein positiverer Aspekt der Regulierung. Der Stadtrat von Glasgow hat Pläne vorgelegt, wie eine Zuweisung von 3,44 Millionen Pfund aus der britischen Glücksspielabgabe über drei Jahre verwendet werden soll. Damit werden Präventionsteams, Bildungsprojekte in Schulen und Unterstützung für Betroffene finanziert. Dies ist eines der ersten Beispiele dafür, dass Gelder aus der Branche direkt in lokale soziale Projekte fließen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: Der legale, regulierte Markt wird immer mehr vom Schwarzmarkt abgegrenzt. Die Rückstellungen von Entain in Höhe von 100 Millionen Euro zeigen, dass rechtliche Auseinandersetzungen um Verluste bei unlizenzierten Anbietern weiterhin ein großes Thema sind. Wer bei Anbietern spielt, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, ist durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 geschützt. Dies beinhaltet das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automatenspielen.
Die massiven Sperrungen in Italien und Rumänien könnten als Blaupause für Deutschland dienen, falls die GGL ihre Bemühungen gegen illegale Zweitlotterien und Casino-Seiten weiter intensiviert. Deutsche Kunden sollten darauf achten, nur bei Anbietern mit deutscher Lizenz einzuzahlen, um nicht Gefahr zu laufen, dass Guthaben durch plötzliche Domain-Sperren oder rechtliche Komplikationen der Betreiber unzugänglich wird. Die Stabilität des regulierten Marktes ist für den Spielerschutz unerlässlich.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit einer deutschen GGL-Lizenz profitieren indirekt von der Schwächung des Schwarzmarktes in anderen EU-Ländern, da dies den Druck auf die gesamte Branche erhöht, sich legalen Rahmenbedingungen zu unterwerfen. Die Finanzberichte von Entain und Rank verdeutlichen jedoch, dass hohe Steuern und strenge Regeln die Gewinne schmälern. GGL-lizensierte Anbieter müssen beweisen, dass sie trotz des 1-Euro-Limits und der 5,3-prozentigen Einsatzsteuer (in Deutschland) wettbewerbsfähig bleiben können, während internationale Giganten wie Evolution durch Übernahmeangebote und Marktkonsolidierungen navigieren.
Häufige Fragen
Wer ist Kenneth Dart und warum bietet er für Evolution?
Kenneth Dart ist ein Investor, der über das Vehikel Candle Lake Limited handelt und seinen Anteil an Evolution auf über 30 Prozent gesteigert hat. Nach schwedischem Recht war er dadurch zu einem Pflichtangebot gezwungen, obwohl er erklärte, das Unternehmen eigentlich nicht komplett übernehmen zu wollen.
Warum sperren Italien und Rumänien so viele Glücksspiel-Webseiten?
Die Behörden ADM und ONJN gehen massiv gegen den Schwarzmarkt vor, der laut ONJN-Präsident Soare über 70 Prozent des europäischen Marktes ausmacht. Mit neuen Erkennungstools wurden allein in Rumänien rund 800 illegale Domains identifiziert und blockiert.
Wie wirkt sich die britische Steuererhöhung auf die Anbieter aus?
Die Erhöhung der Fernspielabgabe von 21 auf 40 Prozent belastet die Gewinne erheblich, wobei Unternehmen wie die Rank Group Kosten von über 10 Millionen Pfund ausweisen. Viele Anbieter reagieren darauf mit einer Reduzierung des Marketingbudgets oder der Streichung von Stellen.
Was bedeuten die Millionenrückstellungen von Entain für den Markt?
Entain hat 100 Millionen Euro zurückgestellt, um mögliche Verluste aus zivilrechtlichen Klagen im Zusammenhang mit dem deutschen Online-Casino-Markt abzudecken. Dies zeigt das erhebliche finanzielle Risiko, dem Anbieter ausgesetzt sind, wenn sie vor der vollständigen Regulierung in Deutschland operiert haben.
Wie sicher ist das Spielen bei GGL-lizensierten Anbietern in Deutschland?
Spieler in Deutschland sind bei Anbietern auf der GGL-Whitelist durch den GlüStV 2021 geschützt, der klare Limits und Spielerschutzmaßnahmen vorschreibt. Die Nutzung lizenzierter Seiten verhindert rechtliche Unsicherheiten und stellt sicher, dass Gewinne rechtmäßig ausgezahlt werden.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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