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Regulierung

Google weitet Anzeigen-Verbot für Prognosemärkte auf Michigan und New York aus

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Google weitet Anzeigen-Verbot für Prognosemärkte auf Michigan und New York aus

Ab dem 13. Juli 2026 verbietet Google die Werbung für Prognosemarkt-Plattformen und zugehörige Produkte in Michigan und New York. Dieses Verbot folgt einer ähnlichen Maßnahme in Ohio, die bereits am 2. Juni 2026 eingeführt wurde.

Google verschärft seine Richtlinien für Glücksspielwerbung in den USA. Ab Juli 2026 dürfen Prognosemarkt-Plattformen und entsprechende Produktanzeigen in den Bundesstaaten Michigan und New York nicht mehr über Google beworben werden. Diese Entscheidung weitet ein bereits für Ohio erlassenes Werbeverbot aus.

Suchmaschinen wie Google spielen eine zentrale Rolle bei der Sichtbarkeit und dem Erfolg digitaler Angebote. Ein solches Werbeverbot kann daher erhebliche Auswirkungen auf die betroffenen Prognosemarkt-Betreiber haben.

Zahlen und Fakten

Das Verbot tritt am 13. Juli 2026 in Kraft. Damit zieht Google nach Ohio, wo ein solches Werbeverbot bereits seit dem 2. Juni 2026 gilt. Google hat in seiner Ankündigung hervorgehoben, dass diese Beschränkung nicht nur für Prognosemärkte selbst, sondern auch für „related product ads“ gilt. Obwohl Google keine spezifische Begründung für die Entscheidung lieferte, fällt die Zeitpunkt mit Gerichtsentscheidungen gegen Prognose-Plattformen in Michigan und New York zusammen.

Googles Richtlinien sind hierbei eindeutig: Nur Prognosemärkte, die von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) reguliert sind und über Designated Contract Market (DCM) oder National Futures Association (NFA) Registrierungen verfügen, dürfen in zugelassenen US-Staaten werben. Der Glücksspielexperte Cristoph Schroth von Gambling Insider berichtete bereits am 5. Juni 2026 über die sich entwickelnde Landschaft der Prognosemärkte, einschließlich neuer Steuergesetze in Illinois. Auch Meta Platforms, die unter Mark Zuckerberg an eigenen Prognosemärkten arbeiten, könnten von solchen Entwicklungen betroffen sein, wie aus einem Bericht vom 25. Juni 2026 hervorgeht.

Hintergrund

Prognosemärkte erlauben Wetten auf zukünftige Ereignisse, ähnlich wie Sportwetten oder Finanzwetten, können aber politisch oder gesellschaftlich relevante Themen umfassen. In den USA gibt es eine differenzierte Rechtslage. Die CFTC betrachtet einige Prognosemärkte als reguläre Finanzprodukte. Andere Staaten sehen darin eine Form des Glücksspiels, was zu strengeren Restriktionen führt. Die jüngsten gerichtlichen Auseinandersetzungen in Michigan und New York könnten eine Rolle bei Googles Entscheidung gespielt haben.

Aktuell sind die Glücksspielmärkte in den USA stark in Bewegung. So hat beispielsweise der Gouverneur von Colorado, Jared Polis, jüngst Gesetze zum Schutz verantwortungsvollen Glücksspiels unterzeichnet, die unter anderem Push-Benachrichtigungen von Glücksspielanbietern verbieten – ein landesweit einzigartiger Schritt, wie Cristoph Schroth am 5. Juni 2026 feststellte. Solche Maßnahmen zeigen das wachsende Bewusstsein der Gesetzgeber für die potenziellen Risiken des Online-Glücksspiels.

„In July 2026, Google will update our Prediction markets policy in the United States to prohibit the advertisement of prediction markets contracts and related products ads in Michigan and New York. Consequently, advertising of prediction markets and related products in Michigan and New York is prohibited effective July 13, 2026.“

Google selbst gibt zwar keine detaillierte Begründung an, warum diese beiden Staaten nun auch unter das Werbeverbot fallen. Es liegt aber nahe, dass die Technologie-Firma auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und die jüngsten Gerichtsurteile reagiert.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Diese Entwicklung in den USA hat keine direkten Auswirkungen auf den deutschen Online-Glücksspielmarkt. Deutschland hat mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) einen eigenen, sehr strengen Rechtsrahmen geschaffen. Hierzulande gibt es keine echten Prognosemärkte im amerikanischen Sinne als lizenzierte Glücksspielform. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist die zentrale Aufsichtsbehörde und vergibt Lizenzen für Online-Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten.

Spieler in Deutschland, die legal online spielen möchten, sollten ausschließlich auf Anbieter setzen, die auf der sogenannten GGL-Whitelist stehen. Casinos mit Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curaçao sind in Deutschland illegal und bieten keinen rechtlichen Spielerschutz. Die GGL-lizenzierten Anbieter halten sich an strenge Regeln: Dazu gehören ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Automatenspielen und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale Sperrsystem LUGAS überwacht wird. Diese Maßnahmen dienen dem Spielerschutz und sollen eine Suchtgefährdung minimieren. Werbesperren von großen Playern wie Google sind ein deutliches Signal an den Markt: Sie zeigen, dass große Tech-Firmen ihre Verantwortung ernst nehmen und sich an die rechtlichen Gegebenheiten der jeweiligen Länder anpassen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber, die unter einer GGL-Lizenz agieren, bedeutet dies, dass sie sich weiterhin auf einen stabilen und regulierten Markt verlassen können. Googles restriktive Haltung gegenüber nicht-regulierten Glücksspielprodukten stärkt das Vertrauen in lizenzierte und kontrollierte Angebote. Spieler wissen, dass GGL-Casinos nicht nur legal sind, sondern auch einer umfassenden Aufsicht unterliegen. Dies schützt sie vor unseriösen Praktiken und fördert ein sicheres Spielumfeld. Werbung für Online-Glücksspiele in Deutschland ist ebenfalls reguliert, um Minderjährige und suchtgefährdete Personen zu schützen. Die aktuellen Schritte von Google in den USA unterstreichen die globale Tendenz zu mehr Regulierung und Verantwortung im Glücksspielsektor – eine Entwicklung, die in Deutschland bereits seit dem GlüStV 2021 voll im Gange ist.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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