Steuererhöhung treibt britische Spieler zu Schwarzmarkt-Casinos
KI-GENERIERTLaut H2 Gambling Capital führt eine höhere Glücksspielsteuer in Großbritannien dazu, dass Spieler auf unlizenzierte Offshore-Anbieter ausweichen. Bis 2031 wird der Bruttospielertrag (GGY) auf Offshore-Seiten voraussichtlich 1,65 Milliarden Euro erreichen.
Die Glücksspielbranche in Großbritannien steht unter Druck. Eine Anhebung der Remote Gaming Duty (RGD) im April 2026 scheint weitreichende Folgen zu haben. Experten von H2 Gambling Capital warnen, dass diese Steuererhöhung Spieler in die Arme von unlizenzierten Offshore-Anbietern treibt. Dies gefährdet nicht nur den regulierten Markt, sondern auch den Spielerschutz. Andere Stimmen beklagen eine zusätzliche, geplante Erhöhung der Lizenzgebühren um fast 30 Prozent für britische Betreiber.
Die Analyse von H2 Gambling Capital zeichnet ein klares Bild. Sie zeigt, wie die sogenannten „Channelisation rates“ – der Anteil des Glücksspiels, der über lizenzierte Anbieter läuft – sinken. Dies ist ein direktes Resultat der strengeren Regulierung und höheren Kosten für die Lizenznehmer.
Zahlen und Fakten
H2 Gambling Capital prognostiziert, dass der Bruttospielertrag (Gross Gaming Yield, GGY) auf Offshore-Seiten von rund 807 Millionen Euro im Jahr 2025 auf etwa 1,65 Milliarden Euro bis 2031 ansteigen wird. Das ist eine deutliche Verdopplung. Der Umsatz (Turnover) dieser unlizenzierten Anbieter soll im selben Zeitraum von 19,6 Milliarden Euro auf rund 42,4 Milliarden Euro klettern. Das entspricht einer jährlichen Wachstumsrate von 12,7 Prozent ab 2025.
H2 schätzt, dass der Anteil der Online-Glücksspiele, die über britische Lizenznehmer abgewickelt werden (die Channelisation), von 97 Prozent im Jahr 2019 auf geschätzte 92 Prozent im Jahr 2025 gesunken ist. Bis 2031 wird ein weiterer Rückgang auf 85 Prozent erwartet. Betrachtet man den Umsatz, soll der Marktanteil der lizenzierten Anbieter von 90 Prozent im Jahr 2025 auf 78 Prozent bis 2031 schrumpfen.
Die britische Online-Casino-Branche verzeichnete 2025 ein GGY-Wachstum von 14 Prozent auf 6,71 Milliarden Euro. Im Gegensatz dazu sank das GGY bei Online-Wetten um 6 Prozent auf 2,89 Milliarden Euro. Gleichzeitig sank die Zahl der aktiven Spieler um 7 Prozent und die Anzahl der platzierten Wetten um 6 Prozent.
Hintergrund
Die Erhöhung der Remote Gaming Duty im April 2026 stellt laut H2 Gambling Capital einen erheblichen „Gegenwind“ für lizenzierte Betreiber dar. Diese Maßnahme trägt zur Abwanderung der Spieler auf Offshore-Sites bei.
TransUnion, ein Kreditauskunftsunternehmen, fand in einer separaten Studie heraus, dass jeder achte junge Erwachsene, also 12 Prozent, wissentlich Betrugsopfer auf einer unlizenzierten Wettseite wurde. Besonders betroffen sind dabei Personen im Alter von 25 bis 34 Jahren.
Grainne Hurst, Geschäftsführerin des Betting and Gaming Council, kommentierte die Situation folgendermaßen: > „Die einzigen Gewinner dieser Steuererhöhungen werden kriminelle Betreiber im Ausland sein. Großbritannien wird Arbeitsplätze, Investitionen und Steuereinnahmen verlieren, während die Verbraucher zu Betreibern gedrängt werden, die keinerlei Schutz bieten, wie er im regulierten Markt zu finden ist.“
Die im Februar 2026 geplante, fast 30-prozentige Erhöhung der Lizenzgebühren für die UK Gambling Commission wird den Druck auf die britische Glücksspielbranche weiter erhöhen. Diese Gebühren sollen eigentlich die Finanzierung der Aufsichtsbehörde sichern und die Durchsetzung von Maßnahmen gegen illegale Betreiber stärken. Jedoch sehen viele Betreiber darin eine zusätzliche Belastung, die die Wettbewerbsfähigkeit weiter schwächt.
Sean Coleman, CEO der South African Bookmakers' Association, betonte in einem anderen Kontext, dass der Schwarzmarkt kein rein britisches Problem ist: „Der Schwarzmarkt ist nicht UK-spezifisch; es ist etwas, womit alle regulierten Gebiete in unterschiedlichem Ausmaß zu kämpfen haben.“ Diese Beobachtung unterstreicht die globale Natur des Problems, das durch übermäßige Regulierung und Besteuerung verschärft wird.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Die Erfahrungen in Großbritannien sollten Deutschland als warnendes Beispiel dienen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat hierzulande zu einer strengen Regulierung geführt. Dazu gehören das 1 Euro pro Spin-Einsatzlimit und das 1.000 Euro pro Monat-Einzahlungslimit, sowie die zentrale Spielersperrdatei LUGAS. Ziel dieser Maßnahmen ist der Spielerschutz.
Allerdings bergen zu strenge Regeln das Risiko, Spieler auf unregulierte Angebote zu treiben. Deutsche Spieler werden angezogen von Casinos ohne deutsche Lizenz, die keine Einsatz- oder Einzahlungslimits haben. Bei diesen Anbietern ist der Spielerschutz oft unzureichend, und es besteht die Gefahr von Betrug oder unfairen Praktiken. Wer auf Offshore-Seiten spielt, ist rechtlich angreifbar und hat im Streitfall kaum Rückhalt. Die GGL, die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, listet alle lizenzierten Anbieter in Deutschland auf ihrer Whitelist. Wir empfehlen dringend, ausschließlich bei diesen GGL-lizenzierten Casinos zu spielen. Hier ist ein Mindestmaß an Sicherheit und Verbraucherschutz gewährleistet.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für GGL-lizenzierte Casinos bedeuten solche Entwicklungen eine Gratwanderung. Sie müssen sich an strenge Regeln halten und gleichzeitig attraktiv für Spieler bleiben. Um im Wettbewerb mit dem Schwarzmarkt bestehen zu können, müssen sie die Vorteile des regulierten Marktes stärker hervorheben: Sicherheit, Spielerschutz und garantierte Auszahlungen. Eine zu hohe Regulierung und Besteuerung könnte auch hier die Rentabilität gefährden und Innovationen hemmen. Dies würde wiederum zu einer stärkeren Abwanderung der Spieler führen und den eigentlich gewünschten Spielerschutz untergraben. Politik und Regulierungsbehörden sind gefordert, ein ausgewogenes Verhältnis zu finden, das Spieler schützt, ohne sie in die Illegalität zu drängen.
Häufige Fragen
Welche Folgen hat die geplante Steuererhöhung in Großbritannien für den Glücksspielmarkt?
Eine Anhebung der Remote Gaming Duty (RGD) ab April 2026 treibt britische Spieler zu unlizenzierten Offshore-Anbietern. Dies verringert den Anteil des über lizenzierten Anbieter abgewickelten Glücksspiels und gefährdet den regulierten Markt sowie den Spielerschutz.
Welche Prognosen gibt es für den Bruttospielertrag (GGY) auf Offshore-Seiten?
H2 Gambling Capital prognostiziert einen Anstieg des GGY auf Offshore-Seiten von rund 807 Millionen Euro im Jahr 2025 auf etwa 1,65 Milliarden Euro bis 2031. Dies entspricht einer Verdopplung des Ertrags durch unregulierte Anbieter.
Wie wirkt sich die Steuererhöhung auf den Anteil lizenzierter Anbieter aus?
Der Anteil des Online-Glücksspiels über britische Lizenznehmer, die sogenannte Channelisation, wird voraussichtlich von geschätzten 92 Prozent im Jahr 2025 auf 85 Prozent bis 2031 sinken. Bei den Umsätzen soll der Marktanteil von 78 Prozent auf 78 Prozent schrumpfen.
Welche weiteren Belastungen erfährt die britische Glücksspielbranche?
Zusätzlich zur Steuererhöhung ist eine geplante Anhebung der Lizenzgebühren um fast 30 Prozent für britische Betreiber geplant. Diese Maßnahmen erhöhen den Druck auf die Unternehmen und schwächen ihre Wettbewerbsfähigkeit.
Wie bewertet der Betting and Gaming Council die Situation?
Die Geschäftsführerin Grainne Hurst kritisiert die Steuererhöhungen als Vorteil für kriminelle ausländische Betreiber. Sie erwartet den Verlust von Arbeitsplätzen, Investitionen und Steuereinnahmen in Großbritannien, während Verbraucher zu ungeschützten Anbietern gedrängt werden.
Was bedeuten die Entwicklungen in Großbritannien für deutsche Spieler?
Die britischen Erfahrungen dienen als warnendes Beispiel für Deutschland. Zu strenge Regulierungen wie im GlüStV 2021 bergen das Risiko, Spieler auf unregulierte Angebote zu treiben, bei denen Spielerschutz und rechtlicher Rückhalt fehlen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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