Indonesien: Jagd auf Spielerkonten nach Millionen von Glücksspiellinks
KI-GENERIERTIndonesische Behörden haben seit Oktober 2024 über 3,7 Millionen Glücksspiel-bezogene Inhalte blockiert und nehmen nun Bankkonten sowie Telefonnummern ins Visier. Das Land verschärft seinen Kampf gegen Online-Glücksspiel.
Indonesien intensiviert seinen Kampf gegen Online-Glücksspiel mit einer beispiellosen Kampagne. Seit Oktober 2024 wurden dort 3,7 Millionen Glücksspiel-bezogene Seiten und Online-Inhalte gesperrt. Diese massiven Blockaden zeigen die entschlossene Haltung der Regierung, illegale Glücksspielaktivitäten einzudämmen. Nun rücken auch die finanziellen Kanäle ins Zentrum der Aufmerksamkeit.
Die Behörden verfolgen verdächtige Bankkonten und Telefonnummern, die mit Online-Glücksspiel in Verbindung stehen könnten. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Infrastruktur des illegalen Marktes nachhaltig zu stören, anstatt nur einzelne Webseiten zu entfernen, die schnell wieder unter neuer Adresse auftauchen können.
Zahlen und Fakten
Kommunikations- und Digitalministerin Meutya Hafid gab diese beeindruckenden Zahlen an. Dies geschah nach dem OJK Banking Forum 2026 in Jakarta. Die Statistik umfasst den Zeitraum vom 20. Oktober 2024 bis zum 12. Juli 2026. Es geht um Webseiten und andere Online-Inhalte, die Glücksspielaktivitäten ermöglichen. Die Menge der Entfernung unterstreicht, wie sehr sich Indonesien auf das Blockieren von Inhalten verlässt.
Allerdings können Domains unter neuen Adressen wieder erscheinen. Darum müssen Beamte diese Übung immer wiederholen. Dies hat dazu geführt, dass Finanzkonten und mobile Identifikatoren eine höhere Priorität erhalten. Die Behörden zielen verstärkt auf die finanziellen Kanäle ab, die von Glücksspieldiensten genutzt werden. Das Ministerium hat der Finanzdienstleistungsbehörde OJK rund _38.000_ mutmaßlich Glücksspiel-verbundene Bankkonten gemeldet. Davon sind bereits _32.500_ Konten geschlossen worden.
Die Zahlen des Ministeriums weichen von einem früheren Update der OJK im Juli ab. Dieses Update sprach von _36.191_ Konten, die verstärkt geprüft oder gesperrt wurden. Das entspricht fast _85,5 Prozent_ aller vom Ministerium gemeldeten Konten. Ministerin Hafid forderte von den Banken eine stärkere Zusammenarbeit, um weitere Konten zu identifizieren und zu sperren. Die Schließung finanzieller Kanäle könnte eine nachhaltigere Wirkung haben als das Blockieren von Domains.
Behörden nutzen außerdem cekrekening.id. Das ist ein staatliches Portal zur Prüfung und Meldung von Konten, die Betrug oder anderen Verbrechen verdächtigt werden. Nutzer meldeten 156.000 Konten über cekrekening.id, die mit Online-Glücksspiel in Verbindung stehen sollen. Das Ministerium erhielt auch Berichte über 85.500 Mobiltelefonnummern, die mutmaßlich für Betrug genutzt wurden.
Hintergrund
Ministerin Hafid erklärte, dass das Ministerium nicht mehr nur auf einzelne Webseiten reagiert. Es entwickelt sich hin zur Mustererkennung. In der nächsten Phase wird die Mustererkennung in digitalen Diensten eine größere Rolle spielen. Der Plan umfasst einen schnelleren Datenaustausch zwischen cekrekening.id, Finanzaufsichtsbehörden, Banken und mobilen Identitätsbehörden.
Ein solches integriertes System könnte den Vergleich von Webseiten, Konten und Telefonnummern erleichtern. Es könnte auch die Zeit zwischen der Erkennung verdächtiger Glücksspielaktivitäten und der Einschränkung der zugehörigen Finanz- oder Kommunikationskanäle verkürzen.
„Die Menge der Entfernungen sagt nicht viel über die Geschwindigkeit aus, mit der Glücksspielseiten zurückkehren können. Eine viel aufschlussreichere Kennzahl wäre, ob Behörden eine neue Domain mit ihren Konten und Telefonnummern verbinden können, bevor sie ein weiteres funktionierendes Zahlungsnetzwerk aufbaut.“ - Meutya Hafid, Ministerin für Kommunikation und Digitales Indonesien
Banken sind in Indonesien bereits verpflichtet, Kunden zu überprüfen und bei Bedarf eine verstärkte Sorgfaltspflicht auszuüben. Dies wird immer wichtiger, da die Strafverfolgungsbehörden näher an die Zahlungsvorgänge heranrücken. Die Regierung hat riesige Mengen Webinhalte entfernt. Wie schnell Glücksspielseiten wieder auftauchen können, zeigt aber, dass diese Strategie an ihre Grenzen stößt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Deutsche Spieler kennen ähnliche Bestrebungen, den illegalen Glücksspielmarkt einzudämmen. Doch hierzulande sind die Methoden und Ziele andere. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat einen regulierten Rahmen geschaffen. Dieser erlaubt Online-Glücksspiel unter strengen Auflagen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenziert und überwacht seriöse Anbieter. Nur Casinos auf der sogenannten GGL-Whitelist bieten in Deutschland legal Online-Glücksspiel an.
Im Gegensatz zu Indonesien stehen in Deutschland nicht pauschale Blockaden im Vordergrund. Vielmehr geht es um die Kanalisierung der Spieler auf den legalen Markt. Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin sind Beispiele für Spielerschutzmaßnahmen. Auch das zentrale Sperrsystem LUGAS, über das sich Spieler selbst ausschließen können, spielt eine wichtige Rolle. Während Indonesien noch mit dem „Whac-A-Mole“-Problem kämpft, also dem immer wieder auftauchenden illegalen Angebot, setzt Deutschland auf Prävention und Regulierung. Spieler sollten daher immer prüfen, ob ein Online-Casino eine deutsche Lizenz besitzt, um sicher und legal zu spielen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland haben diese Entwicklungen in Indonesien keine direkten Auswirkungen. Sie operieren unter einem klaren Rechtsrahmen. Ihre Aufgabe ist es, die strengen Vorgaben des GlüStV 2021 einzuhalten. Dazu gehören nicht nur die Limits für Einsätze und Einzahlungen. Es gehört auch die Anbindung an LUGAS und strenge Maßnahmen zur Geldwäscheprävention.
Der indonesische Ansatz, die Finanzströme in den Fokus zu rücken, zeigt jedoch ein universelles Problem des illegalen Glücksspiels. Auch in Deutschland werden illegale Anbieter immer wieder versuchen, Banken oder Zahlungsdienstleister zu nutzen. Die GGL arbeitet hier eng mit Finanzbehörden zusammen. Das Ziel ist es, diese Kanäle zu unterbinden. Deutsche Spieler sollten sich bewusst sein, dass nur GGL-Casinos rechtliche Sicherheit bieten. Sie garantieren die Einhaltung der Spielerschutzmaßnahmen.
Häufige Fragen
Wie viele Glücksspiel-bezogene Inhalte hat Indonesien seit Oktober 2024 blockiert?
Seit Oktober 2024 wurden in Indonesien über 3,7 Millionen Glücksspiel-bezogene Seiten und Online-Inhalte gesperrt. Diese Maßnahmen sind Teil einer verstärkten Kampagne zur Eindämmung illegaler Glücksspielaktivitäten im Land.
Welche neuen Maßnahmen ergreift Indonesien im Kampf gegen Online-Glücksspiel?
Indonesische Behörden nehmen nun gezielt Bankkonten und Telefonnummern ins Visier, die mit Online-Glücksspiel in Verbindung stehen. Dieser Fokus auf finanzielle Kanäle soll die Infrastruktur des illegalen Marktes nachhaltig stören.
Wie viele mutmaßlich Glücksspiel-verbundene Bankkonten wurden dem OJK gemeldet und wie viele davon geschlossen?
Das Ministerium hat der Finanzdienstleistungsbehörde OJK rund 38.000 mutmaßlich Glücksspiel-verbundene Bankkonten gemeldet. Davon wurden bereits 32.500 Konten geschlossen.
Welche Rolle spielt das Portal cekrekening.id im Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel in Indonesien?
Über das staatliche Portal cekrekening.id meldeten Nutzer 156.000 Konten, die mit Online-Glücksspiel in Verbindung stehen sollen. Das Ministerium erhielt zudem Berichte über 85.500 mutmaßlich für Betrug genutzte Mobiltelefonnummern.
Was bedeutet der indonesische Ansatz für deutsche Spieler und GGL-lizenzierte Casinos?
Für deutsche Spieler bedeutet dies, dass sie weiterhin auf eine deutsche Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) achten sollten, um sicher und legal zu spielen. GGL-lizenzierte Casinos operieren unter dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag 2021 und sind von den indonesischen Entwicklungen nicht direkt betroffen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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