Krisenstimmung in Südkorea: Casino-Verband warnt vor Existenznot durch neue Abgaben
KI-GENERIERTDie Korea Casino Association schlägt Alarm: Geplante Erhöhungen der Abgaben von 10% auf 15% des Rohertrags sowie neue Lizenzregeln bedrohen die Branche massiv.
In Südkorea braut sich ein Sturm zusammen, der die ohnehin geschwächte Glücksspielbranche hart treffen könnte. Die Korea Casino Association übt scharfe Kritik am nationalen Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus. Der Vorwurf wiegt schwer: Neue politische Pläne könnten die finanzielle Erholung vieler Betreiber gefährden, die noch immer mit den Nachwirkungen der Pandemie kämpfen. Es geht um viel Geld und um die langfristige Existenzsicherung eines Sektors, der fast ausschließlich auf ausländische Touristen angewiesen ist.
Die Stimmung ist aufgeheizt, da die Regierung zwei wesentliche Änderungen plant. Zum einen sollen die Beiträge zum Tourismusförderungs- und Entwicklungsfonds drastisch steigen. Zum anderen soll eine befristete Lizenzdauer von nur fünf Jahren eingeführt werden. Für die Betreiber, die teilweise Milliardenbeträge in ihre Anlagen investiert haben, ist das ein Schlag ins Gesicht. Sie fordern eine sofortige Überprüfung dieser Pläne, um Massenentlassungen und einen Investitionsstopp zu verhindern.
Zahlen und Fakten
Das Ministerium will den Anteil der Casino-Abgaben am Gross Gaming Revenue (GGR), also dem Bruttospielertrag, von aktuell 10% auf zukünftig 15% anheben. Die Korea Casino Association argumentiert jedoch leidenschaftlich, dass eine solche Berechnung auf Basis des Umsatzes statt des Gewinns die Betreiber übermäßig belastet. Hinzu kommen nämlich noch weitere Steuern, die zusätzlich zu diesen Fonds-Beiträgen abgeführt werden müssen.
Ein weiterer wunder Punkt ist die geplante Fünf-Jahres-Frist für Lizenzen. Bisher genossen die Anbieter ein gewisses Vertrauen in die Beständigkeit ihrer Betriebserlaubnis. Das neue System hingegen würde alle fünf Jahre das Risiko eines Entzugs mit sich bringen.
„Wenn Betreiber alle fünf Jahre dem Risiko einer Lizenzstornierung ausgesetzt sind, wird die Instabilität der Beschäftigung zunehmen und langfristige Investitionen in Höhe von Hunderten von Milliarden bis Billionen Won könnten schrumpfen.“ - Korea Casino Association, Branchenverband
Besonders pikant ist der Blick auf die Nachbarn. Während Südkorea die Zügel anzieht, bereitet Japan den Bau von drei riesigen Casino-Resorts vor. Das MGM Osaka soll 2030 seine Pforten öffnen. Schätzungen zufolge werden jährlich etwa 7 Millionen Südkoreaner dorthin reisen und rund 2,6 Billionen Won (etwa 1,6 Milliarden Euro) ausgeben. Schon im Jahr 2017 wurden laut der National Gambling Control Commission rund 4,9 Billionen Won (ca. 3,1 Milliarden Euro) von südkoreanischen Staatsbürgern in Übersee verzockt, vor allem in Macau und auf den Philippinen. Das zeigt deutlich, dass der Markt vorhanden ist, die Regierung ihn aber durch strikte Regeln für Einheimische - nur das Kangwon Land Resort in Seoul ist für Einheimische zugänglich - ins Ausland drängt.
Hintergrund
Die südkoreanische Casino-Landschaft ist einzigartig, aber auch fragil. Mit Ausnahme einer einzigen Spielbank dürfen nur Ausländer die Tische und Automaten nutzen. Das macht die Branche extrem anfällig für globale Krisen wie die Corona-Pandemie, die den Tourismus zeitweise komplett zum Erliegen brachte. In einer Zeit, in der andere asiatische Länder ihre Märkte öffnen oder den Betreibern mehr Autonomie gewähren, wirkt der Kurs der südkoreanischen Regierung wie ein Rückschritt. Die Assoziation betont, dass Konkurrenzländer ihre Industrien fördern, während man in Seoul Steine in den Weg legt.
Die Sorge bleibt, dass bei einer Schwächung der heimischen Casinos das Kapital und die Spieler schlicht nach Japan oder Südostasien abwandern. Langfristige Investitionen im Bereich von Billionen Won stehen auf dem Spiel, da kein Investor unter solch unsicheren Lizenzbedingungen bereit ist, massiv in Infrastruktur zu investieren. Es wird ein Kurswechsel hin zur Branchenförderung gefordert, statt die Kuh zu melken, solange sie noch versucht, wieder auf die Beine zu kommen.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Urlauber, die gerne in Seoul oder auf Jeju die Casinos besuchen, könnten diese Änderungen höhere Gebühren oder ein schlechteres Spielangebot bedeuten. Viel wichtiger ist jedoch der Vergleich zum deutschen Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Wer in Deutschland spielt, sollte ausschließlich auf Anbieter der GGL-Whitelist setzen. Dort sind Regeln wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Slots fest verankert. Das System LUGAS sorgt für die Überwachung dieser Grenzen.
Südkorea zeigt uns, was passiert, wenn Regulierung zu einseitig auf Besteuerung statt auf Marktentwicklung abzielt. In Deutschland haben wir eine staatliche Aufsicht durch die GGL, die zwar streng ist, aber einen klaren rechtlichen Rahmen bietet. Deutsche Spieler sind in lizenzierten Casinos geschützt, während im Ausland oft Willkür bei Lizenzverlängerungen oder plötzliche Steuererhöhungen das Spielerlebnis trüben können. Wer sicher gehen will, bleibt bei den Anbietern mit deutscher Lizenz, da hier die Transparenz durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder garantiert ist. MGA- oder Curacao-Lizenzen bieten diesen Schutz nicht und stehen oft in der Kritik, ähnlich wie nun die südkoreanische Politik für ihre mangelnde Planungssicherheit.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche GGL-Casinos können aus der Situation in Fernost eine Lehre ziehen: Stabilität ist das höchste Gut. Während die südkoreanische Association um ihre fünfjährigen Lizenzen bangt, haben deutsche Betreiber durch die GGL-Zulassung eine zwar hart erarbeitete, aber rechtskräftige Basis. Die Diskussion in Korea über die Berechnung von Abgaben basierend auf dem GGR statt auf dem Profit ist auch hierzulande ein Thema. Ein fairer Steuersatz ist entscheidend, damit legale Anbieter konkurrenzfähig zu Schwarzmarktseiten ohne deutsche Lizenz bleiben. Wenn die Belastung zu hoch wird, wandern die Spieler ab, genau wie es die Südkoreaner Richtung Japan befürchten. Die GGL muss daher Augenmaß bewahren, um die Kanalisierung in den legalen Markt nicht durch überzogene Forderungen zu gefährden.
Häufige Fragen
Welche Hauptkritikpunkte hat die Korea Casino Association an den neuen Plänen der südkoreanischen Regierung?
Die Association kritisiert die geplante Erhöhung der Abgaben auf den Bruttospielertrag von 10% auf 15% und die Einführung einer nur fünfjährigen Lizenzdauer. Diese Maßnahmen könnten die finanzielle Erholung der Branche gefährden und zu Massenentlassungen sowie einem Investitionsstopp führen.
Warum betrachtet die Korea Casino Association die Erhöhung der Abgaben auf den Bruttospielertrag (GGR) als problematisch?
Die Association argumentiert, dass eine Berechnung auf Basis des Bruttospielertrags statt des tatsächlichen Gewinns die Betreiber übermäßig belastet. Hinzu kommen weitere Steuern, die zusätzlich zu den Fonds-Beiträgen abgeführt werden müssen.
Welche Bedenken gibt es hinsichtlich der geplanten Fünf-Jahres-Frist für Casino-Lizenzen?
Die Einführung einer befristeten Lizenzdauer von nur fünf Jahren birgt für Betreiber das Risiko eines Lizenzentzugs alle fünf Jahre. Dies erhöht die Instabilität der Beschäftigung und könnte langfristige Investitionen in Höhe von Hunderten von Milliarden bis Billionen Won reduzieren.
Wie unterscheidet sich die Situation in Südkorea von der in anderen asiatischen Ländern, insbesondere Japan?
Während Südkorea die Abgaben erhöht und Lizenzen befristet, bereitet Japan den Bau von drei großen Casino-Resorts vor. Es wird geschätzt, dass jährlich Millionen Südkoreaner nach Japan reisen und dort erhebliche Summen ausgeben, was auf eine Abwanderung von Spielern und Kapital hindeutet.
Welche Konsequenzen könnten die neuen südkoreanischen Regelungen für deutsche Spieler haben?
Für deutsche Urlauber könnten diese Änderungen zu höheren Gebühren oder einem schlechteren Spielangebot in südkoreanischen Casinos führen. Im Vergleich dazu bietet der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 mit der GGL-Whitelist und Überwachungssystemen wie LUGAS einen klaren rechtlichen Rahmen und Schutz für Spieler.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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