Mauretanien plant Totalverbot für Online-Glücksspiel und Wetten
KI-GENERIERTMauretaniens Regierung prüft Gesetzesentwürfe für ein vollständiges Verbot von Online- und Präsenz-Glücksspiel. Der Prozess wurde am 1. Oktober 2026 von Premierminister Ould Djay eingeleitet.
In Mauretanien bahnt sich eine radikale Kehrtwende in der Glücksspielpolitik an. Die Regierung des westafrikanischen Staates arbeitet mit Hochdruck an einem neuen Gesetzesrahmen, der sämtliche Formen von Glücksspielen und elektronischen Wetten untersagen soll. Dieser Vorstoß zielt insbesondere auf die wachsende Zahl von digitalen Plattformen ab, die bisher in einer rechtlichen Grauzone operierten. Die politische Führung macht deutlich, dass die bisherigen Regelungen nicht mehr ausreichen, um den modernen Herausforderungen des Internets zu begegnen.
Die aktuellen Entwicklungen basieren auf einer Reihe von hochrangigen Regierungstreffen, die im Oktober 2026 stattfanden. Dabei geht es nicht nur um ein einfaches Verbot, sondern um den Aufbau eines komplexen Überwachungs- und Durchsetzungsapparates. Die mauretanischen Behörden reagieren damit auf die zunehmende Verbreitung von Online-Wetten, die vor allem junge Menschen über soziale Medien und mobile Apps erreichen. Die religiösen und gesellschaftlichen Werte des Landes spielen bei dieser Entscheidung eine tragende Rolle, da das Glücksspiel in der islamischen Republik ohnehin einen schweren Stand hat.
Zahlen und Fakten
Die ersten konkreten Schritte wurden am 1. Oktober 2026 eingeleitet, als Premierminister El Moctar Ould Djay eine erste Überprüfung des Gesetzentwurfs leitete. Nur eine Woche später, am 8. Oktober 2026, folgte eine zweite Sitzung unter der Aufsicht von Mohamed Abdallah Ould Louli, dem Minister für Jugendförderung, Beschäftigung, Sport und den öffentlichen Dienst. Bereits am 16. September 2026 hatte Ould Louli öffentlich bestätigt, dass die Gesetzgebung vorbereitet werde, um Online-Wetten und Glücksspiele konsequent zu unterbinden.
Das bestehende Strafgesetzbuch sieht in Artikel 381 bereits Strafen für den Betrieb öffentlicher Glücksspielhäuser und nicht autorisierter Lotterien vor. Diese beinhalten sowohl Gefängnisstrafen als auch finanzielle Sanktionen. Da dieser Artikel jedoch keine expliziten Bestimmungen für digitale Plattformen enthält, soll das neue Gesetz diese Lücke schließen. Der Fokus liegt dabei auf der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Ministerien, um technische Sperren und strafrechtliche Verfolgung effizient zu bündeln.
Hintergrund
Der Hauptantrieb für die Gesetzesinitiative ist laut Regierungsangaben der Schutz der Jugend. Minister Ould Louli betonte mehrfach, dass die Gefahren des Internets, insbesondere im Bereich der Wetten, eine Bedrohung für Kinder darstellen. Die Regierung sieht sich in der Pflicht, die nächste Generation vor finanzieller Ausbeutung und Suchtgefahren zu schützen.
„Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, Kinder und junge Menschen vor den Risiken zu schützen, die mit der Internetnutzung und digitalen Plattformen verbunden sind.“ - Mohamed Abdallah Ould Louli, Minister für Jugendförderung, Beschäftigung, Sport und den öffentlichen Dienst
Ein interessanter Vergleich ergibt sich beim Blick auf Namibia, wo am 16. Oktober 2026 ebenfalls Reformen diskutiert wurden. Während Mauretanien auf ein Totalverbot setzt, versucht Namibia mit dem Gaming and Entertainment Control Act von 2018 eine stärkere Regulierung durch Lizenzierung und Mitarbeiterregistrierung zu erreichen. Simeon Iingwapha, stellvertretender Direktor für Spielkontrolle in Namibia, erklärte dort, dass man die Branche eher regulieren als bestrafen wolle. Mauretanien hingegen schlägt den entgegengesetzten Weg der Kriminalisierung ein.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland haben die Entwicklungen in Mauretanien keine direkten rechtlichen Auswirkungen, da hier der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) gilt. Während Mauretanien den Weg des Verbots wählt, hat Deutschland mit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ein System der kontrollierten Legalisierung geschaffen. Deutsche Spieler müssen sich jedoch bewusst sein, dass Anbieter, die in restriktiven Märkten wie Mauretanien operieren, oft keine GGL-Lizenz besitzen. In Deutschland sind nur Anbieter legal, die auf der offiziellen Whitelist stehen. Diese garantieren Spielerschutzmaßnahmen wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und den Anschluss an das Sperrsystem LUGAS. Wer bei Anbietern spielt, die lediglich Lizenzen aus Curacao oder der MGA besitzen und in Ländern wie Mauretanien aktiv sind, bewegt sich im Bereich des illegalen Glücksspiels ohne deutschen Rechtsschutz.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz profitieren indirekt von solchen internationalen Verboten, da sie sich als seriöse und sicher regulierte Plattformen abheben können. Die strengen Regeln in Deutschland, wie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten, dienen genau dem Zweck, den Mauretanien nun durch ein Totalverbot erreichen will: den Schutz vulnerabler Gruppen. GGL-lizenzierte Betreiber müssen sicherstellen, dass ihre Angebote nicht in Regionen erreichbar sind, in denen Glücksspiel strikt untersagt ist, um internationale Compliance-Standards zu erfüllen. Das Beispiel Mauretanien zeigt, wie instabil Märkte ohne klare, moderne Regulierung sein können, was den Wert einer deutschen Lizenz unterstreicht.
Häufige Fragen
Welche konkreten Schritte unternimmt die mauretanische Regierung?
Die Regierung prüft derzeit einen Gesetzentwurf, der digitale Plattformen und physisches Glücksspiel komplett verbieten soll. Dazu fanden am 1. und 8. Oktober 2026 entscheidende Sitzungen unter der Leitung des Premierministers und des Jugendministers statt.
Warum reicht das bisherige Gesetz in Mauretanien nicht aus?
Das aktuelle Strafgesetzbuch sanktioniert zwar physische Glücksspielhäuser und Lotterien, adressiert aber nicht explizit das Online-Glücksspiel. Diese rechtliche Unsicherheit soll durch den neuen Entwurf beseitigt werden, um auch digitale Angebote strafrechtlich verfolgen zu können.
Wer ist in Mauretanien besonders von dem neuen Verbot betroffen?
Das Verbot zielt auf alle Anbieter von elektronischen Wetten und digitalen Glücksspielplattformen ab. Besonders hervorgehoben wird der Schutz von Kindern und Jugendlichen, die laut Minister Ould Louli durch Internetaktivitäten gefährdet sind.
Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen das Glücksspielgesetz?
Bereits unter den geltenden Regeln in Artikel 381 des Strafgesetzbuches können Betreiber von Glücksspielstätten mit Gefängnis und Geldstrafen belegt werden. Das neue Gesetz wird voraussichtlich ähnliche oder schärfere Sanktionen für den Online-Bereich einführen.
Ist das Spielen bei internationalen Anbietern für Deutsche sicher?
Nein, sicher ist nur das Spiel bei Anbietern mit einer Lizenz der GGL (Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder). Internationale Anbieter ohne deutsche Lizenz bieten keinen Schutz durch LUGAS oder das Einzahlungslimit von 1.000 Euro und sind in Deutschland illegal.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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