Norwegische Aufsichtsbehörde warnt Einzelpersonen vor WM-Bewerbung

Die norwegische Glücksspielbehörde, Lotteritilsynet, hat Einzelpersonen abgemahnt, die im Rahmen der Fußball-Weltmeisterschaft für nicht lizenzierte Glücksspielanbieter geworben haben. Diese Aktion unterstreicht Norwegens strengen Ansatz gegen Offshore-Anbieter und soll 2025 durch DNS-Sperren verschärft werden.
Die norwegische Glücksspielbehörde, Lotteritilsynet, geht aktiv gegen die Förderung von nicht lizenziertem Glücksspiel vor. Jüngst verschickte sie Abmahnungen an Privatpersonen. Diese hatten Content zur Fußball-Weltmeisterschaft genutzt, um auf Glücksspielseiten ausländischer Anbieter zu verlinken.
Norwegen verfolgt eine restriktive Glücksspielpolitik. Dort sind nur zwei staatliche Anbieter zugelassen: Norsk Tipping und Norsk Rikstoto. Für alle anderen Anbieter herrscht ein striktes Marketingverbot. Die Lotteritilsynet will damit den Schutz der Verbraucher gewährleisten und den Kanalisierungsgrad hochhalten. Die aktuellen Abmahnungen richten sich direkt an individuelle Akteure und zeigen eine neue Ebene der Durchsetzung. Wer unerlaubte Glücksspielangebote bewirbt, muss mit Konsequenzen rechnen.
Zahlen und Fakten
Die Lotteritilsynet hat ihre Maßnahmen gegen unautorisiertes Glücksspiel im Land weiter verstärkt. Privatpersonen, die Weltcup-Inhalte zur Verlinkung auf Offshore-Wettseiten nutzten, erhielten nun offizielle Abmahnungen. Die Behörde plant, ab 2025 DNS-Sperren (Domain Name System Blocking) für Websites internationaler Glücksspielanbieter einzuführen, die keine Lizenz für den norwegischen Markt besitzen. Ziel ist es, den Zugang zu diesen Seiten zu unterbinden, indem Internetdienstanbieter angewiesen werden, den Zugriff zu blockieren und stattdessen eine Meldung anzuzeigen, dass die Seite in Norwegen nicht verfügbar ist.
Bereits im Herbst 2024 begann die Glücksspielbehörde damit, Unternehmen über die bevorstehenden DNS-Sperren zu informieren. Firmen hatten die Option, sich freiwillig vom norwegischen Markt zurückzuziehen. Falls dies nicht geschieht, will die Behörde formelle Anordnungen erlassen und ISPs dazu verpflichten, die betreffenden Websites zu blockieren. Die ersten DNS-Sperren sollen im Frühjahr 2025 implementiert werden. Es wird klargestellt, dass eine bloße Änderung der Website-Sprache auf Englisch nicht ausreicht, um als nicht auf Norwegen ausgerichtet zu gelten. Der Versuch, die Zahlungsverbotsregeln zu umgehen, wird ebenfalls als Anzeichen dafür gewertet, dass ein Angebot auf den norwegischen Markt abzielt.
„Wenn eine Website Glücksspiel anbietet, das auf den norwegischen Markt abzielt, ohne eine Genehmigung zu besitzen, kann die norwegische Glücksspielbehörde Internetdienstanbieter anweisen, DNS-Sperren für die Website zu implementieren.“ – Auszug aus dem Glücksspielgesetz, Norwegen
Hintergrund
Norwegen praktiziert ein staatliches Glücksspielmonopol. Es erlaubt nur Norsk Tipping und Norsk Rikstoto, Glücksspiele anzubieten. Das Land setzt seit Langem auf strenge Kontrollen und Maßnahmen, um Spieler vor den Risiken von nicht reguliertem Glücksspiel zu schützen. Dies beinhaltet auch die sogenannte „Zahlungstransaktionssperre“, welche norwegischen Banken vorgibt, Zahlungen an ausländische Glücksspielanbieter zu blockieren. Die aktuellen Schritte der Lotteritilsynet sind eine direkte Fortsetzung dieser entschlossenen Politik. Sie zeigen, dass die Behörde bereit ist, neue Wege zu gehen, um ihre Gesetze durchzusetzen und auch Privatpersonen, die beim Bewerben von nicht lizenzierten Seiten mitwirken, zur Rechenschaft zu ziehen. DNS-Sperren sind dabei ein weiteres scharfes Schwert im Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind diese norwegischen Entwicklungen vor allem ein Warnsignal und ein Blick in die Zukunft. Während Norwegen ein staatliches Monopol fährt, hat Deutschland mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) einen regulierten Markt etabliert. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verfolgt jedoch ebenfalls energisch nicht lizenzierte Anbieter. Sie will die Spieler auf die GGL-Whitelist lenken. Dort finden sich alle legalen und sicheren Online-Spielotheken sowie Sportwettenanbieter mit deutscher Lizenz.
Deutsche Spieler profitieren von einem umfassenden Spielerschutz. Dazu gehören ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Spielautomaten und das zentrale Sperrsystem LUGAS. Mit LUGAS wird sichergestellt, dass die Limits kanalübergreifend eingehalten werden. Auch wenn es in Deutschland keine DNS-Sperren für Websites gibt, die sich an Privatpersonen richten, zeigen die norwegischen Maßnahmen, wie ernst europäische Regierungen den Kampf gegen unerlaubte Glücksspielangebote nehmen. Wer in Deutschland bei einem nicht lizenzierten Anbieter spielt, gefährdet nicht nur seine Gewinnauszahlungen, sondern umgeht auch bewusst die Spielerschutzmaßnahmen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber von GGL-lizenzierten Casinos in Deutschland bedeutet die norwegische Entwicklung eine Bestätigung des eingeschlagenen Weges. Die strengen Lizenzvorgaben in Deutschland, die unter anderem die Einhaltung des 1-Euro-Einsatzlimits pro Spin und des 1.000-Euro-Einzahlungslimits pro Monat kontrollieren, sind essenziell. Die GGL sorgt mit Instrumenten wie LUGAS für die Einhaltung dieser Vorgaben und schützt Spieler vor unkontrolliertem Spielverhalten. Diese Maßnahmen stärken das Vertrauen in den regulierten Markt und grenzen ihn klar von den illegalen Anbietern ab, wie sie in Norwegen bekämpft werden. Die GGL setzt auch in Deutschland auf eine konsequente Ahndung von Werbeverstößen und geht gegen nicht lizenzierte Angebote vor, um den Kanalisierungsauftrag des GlüStV 2021 zu erfüllen.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).





