PAGCOR verschärft Anti-Geldwäsche-Regeln für philippinische Casinos

Die philippinische Glücksspielbehörde PAGCOR ordnet strengere Anti-Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsmaßnahmen an. Eine Überprüfung zwischen 2021 und 2024 stufte das Geldwäscherisiko als hoch ein.
Die philippinische Glücksspielbehörde PAGCOR hat lizenzierten Casinos und Dienstleistern befohlen, ihre Kontrollen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verschärfen. Dies geschieht nach einer umfangreichen Überprüfung, die ein hohes Risiko für Geldwäsche und ein mittelhohes Risiko für Terrorismusfinanzierung in der Branche identifizierte. Die neuen Direktiven sollen sicherstellen, dass Betreiber praktische Compliance-Maßnahmen umsetzen und sich nicht nur auf theoretische Richtlinien verlassen. Die Maßnahmen betreffen sowohl landbasierte Casinos als auch die unterstützenden Dienstleister der Branche. Die PAGCOR unterstreicht damit ihren Willen, die Integrität des philippinischen Glücksspielsektors zu gewährleisten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um internationale Standards einzuhalten und kriminelle Aktivitäten zu unterbinden. Ähnliche Bestrebungen sehen wir auch in anderen asiatischen Glücksspielregionen, wie beispielsweise in Goa, Indien, wo die Regierung ebenfalls neue Regeln zur Straffung der Casino-Aufsicht genehmigt hat, um die Transparenz zu erhöhen und Geldwäsche zu bekämpfen. Auch dort wurden dem Gaming Commissioner neue Durchsetzungsbefugnisse verliehen, einschließlich der Möglichkeit, Casinos bei Nichteinhaltung zu schließen oder finanzielle Strafen bis zu 7,5 Millionen INR (rund 81.000 US-Dollar) zu verhängen.
Zahlen und Fakten
Die Überprüfung von PAGCOR umfasste den Zeitraum von 2021 bis 2024. Dabei wurde das Risiko der Geldwäsche als „hoch“ eingestuft, während Terrorismusfinanzierung ein „mittelhohes“ Rating erhielt. PAGCOR stellte klar, dass in diesem Zeitraum kein bestätigter Fall von Terrorismusfinanzierung, der ein reguliertes Casino involvierte, festgestellt wurde. Dennoch verlangt die Behörde, dass Betreiber Terrorismusfinanzierung als eigenständiges Risiko in ihren internen Bewertungen behandeln. Zu den als riskant identifizierten Bereichen gehören Bargeldtransaktionen, große Transaktionen, sogenannte Junkets, VIP-Gaming, elektronisches Glücksspiel, Remote-Kanäle und grenzüberschreitende Geldtransfers. Aktive Online-Spieler gibt es in den Philippinen laut PAGCOR-Chef Alejandro Tengco rund zehn Millionen. Hingegen sind lediglich 32 Millionen Nutzer registriert, da viele Spieler mehrere Konten nutzen.
„Da digitales Glücksspiel weiterhin wächst, hat PAGCOR wichtige regulatorische Verbesserungen implementiert, um Spieler zu schützen, Transparenz zu fördern und sicherzustellen, dass Online-Glücksspiel in einer sicheren und gut regulierten Umgebung betrieben wird.“ - Alejandro Tengco, Chef der Philippine Amusement and Gaming Corporation (PAGCOR)
PAGCOR fordert von den Casinos, ihre Risikoprofile neu zu bewerten und ihre aktuellen Verfahren an die identifizierten Risiken anzupassen. Dies beinhaltet eine umfassendere Due Diligence bei Kunden, einschließlich Prüfungen von wirtschaftlich Berechtigten, Herkunft der Gelder und des Vermögens, Sanktionsprüfungen und Überprüfungen von politisch exponierten Personen (PEP). Auch die Überwachung von schnellen Auszahlungen, großen Einzahlungen, limitiertem Spiel und Geldtransfers über verschiedene Spielkanäle hinweg soll intensiviert werden. PAGCOR verlangt bessere Kundendaten, um verdächtige Muster zu erkennen und Transaktionshistorien bei Bedarf rekonstruieren zu können.
Hintergrund
Die philippinische Glücksspielbehörde PAGCOR hat eine Doppelrolle inne: Sie ist sowohl Betreiber von Casinos als auch Regulator. Jedoch plant PAGCOR, sich in Zukunft aus dem Casinobetrieb zurückzuziehen und sich ausschließlich auf die Regulierung zu konzentrieren, wie frühere Berichte zeigen. Diese Entscheidung soll die Effizienz und Glaubwürdigkeit der Regulierungsarbeit stärken. Die aktuellen Maßnahmen zur Terrorismusbekämpfung und Geldwäscheprävention sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Die verstärkte Kontrolle von VIP-Kunden, Junket-Beziehungen und anderen hochwertigen Konten steht im Fokus. Junkets, also Drittanbieter, die High-Stakes-Spieler in Casinos bringen, stehen seit Langem unter besonderer Beobachtung, da sie die Aufsicht über Spielerfonds erschweren können. Auch Bargeldtransaktionen und Chipbewegungen sowie die Qualität der Berichterstattung und Betreiber mit höherer Exposition gegenüber risikoreichen Geschäftssegmenten werden genauer überwacht. PAGCOR warnt, dass eine unzureichende Berücksichtigung der Sektorprüfung Auswirkungen auf Aufsichtsprüfungen oder Durchsetzungsmaßnahmen haben könnte. Darüber hinaus erwägt PAGCOR ein vollständiges Werbeverbot für Glücksspiele, um die öffentliche Wahrnehmung und den Spielerschutz zu verbessern. Ein Werbeverbot während der Abend Primetime existiert bereits. Parallel dazu werden die KYC-Regeln („Know Your Customer“) weiter verschärft, unter anderem durch eine Zwei-Schritt-Verifizierung mit Lichtbildausweis und Echtzeit-Selfies.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler, die in Deutschland leben und spielen, haben die Verschärfungen auf den Philippinen keine direkten Auswirkungen. Die Regeln und Vorschriften der Glücksspielaufsichtsbehörde der Länder (GGL) sind hier maßgeblich. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat in Deutschland eine strenge Regulierung eingeführt, um den Spielerschutz zu gewährleisten und Geldwäsche zu verhindern. Deutsche Spieler dürfen nur bei Online-Glücksspielanbietern spielen, die von der GGL lizenziert sind und auf der offiziellen Whitelist stehen. Diese Anbieter unterliegen strengen Auflagen, die weit über das hinausgehen, was wir manchmal in anderen Rechtsräumen sehen. Dazu gehören beispielsweise ein maximaler Einsatz von 1 Euro pro Spin an Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert wird. LUGAS stellt sicher, dass Spieler diese Limits auch bei mehreren Anbietern nicht überschreiten. Bonusangebote sind stark begrenzt und dürfen nicht an übermäßig hohe Umsatzbedingungen geknüpft sein. Diese Maßnahmen sollen Spielsucht vorbeugen und sicherstellen, dass Glücksspiel sicher und verantwortungsbewusst stattfindet.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Situation auf den Philippinen zeigt, wie wichtig strenge AML-Kontrollen (Anti-Money Laundering) weltweit sind. GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland unterliegen bereits sehr hohen Standards in Bezug auf Geldwäscheprävention und Spielerschutz. Sie müssen umfassende KYC-Prozesse implementieren, um die Identität ihrer Spieler zu überprüfen und die Herkunft von Geldern transparent zu machen. Regelmäßige Audits und die enge Zusammenarbeit mit den Finanzbehörden sind hier Standard. Das Transaktionsmonitoring ist sehr ausgefeilt, um verdächtige Aktivitäten schnell zu erkennen und zu melden. Diese ständigen Überprüfungen und Anpassungen der Vorschriften sind notwendig, um den Schutz vor Kriminalität und Spielsucht auf höchstem Niveau zu halten. Die deutschen Vorgaben könnten hier sogar als Vorbild für Regionen wie die Philippinen dienen, da sie bereits auf ein hohes Maß an Transparenz und Spieleridentifikation abzielen.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).





