Rumänien verschärft Steuerregeln für Glücksspielgewinne massiv
KI-GENERIERTSeit dem 1. August 2026 greift in Rumänien ein neues Steuermodell für Glücksspielgewinne mit Sätzen von bis zu 40 Prozent.
Rumänien hat zum 1. August 2026 eine neue Struktur für die Besteuerung von Kundenwinnings eingeführt. Das Maßnahmenpaket wurde von der Regierung des Premierministers Ilie Bolojan bereits im Juli verabschiedet und ist Teil eines umfassenden Finanzprogramms. Die Notwendigkeit dieser Schritte ergibt sich aus der prekären Haushaltslage des Landes. Mit einem Defizit von 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verzeichnet Rumänien den höchsten Wert in Zentraleuropa und verstößt damit gegen die strengen Vorgaben der Europäischen Kommission. Die neuen Steuerregeln betreffen Online-Glücksspielunternehmen und deren Kunden gleichermaßen, wobei der Staat seinen Anteil an den Auszahlungen in allen Steuerklassen spürbar erhöht hat.
Die Einführung dieser gestaffelten Quellensteuer ist die erste große Amtshandlung der neuen Koalition, die aus der Sozialdemokratischen Partei (PSD), der Nationalen Liberalen Partei (PNL), der Union Rettet Rumänien (USR) und der Demokratischen Allianz der Ungarn in Rumänien (UDMR) besteht. Neben dem Glücksspielsektor hat Bukarest auch die Mehrwertsteuer und Verbrauchssteuern in anderen Bereichen angehoben. Es geht darum, die fiskalische Position des Landes zu stärken und die Zusagen gegenüber Brüssel einzuhalten. Für die Spieler bedeutet dies jedoch, dass von ihren Gewinnen deutlich weniger übrig bleibt als in den Jahren zuvor.
Zahlen und Fakten
Das neue System ist in drei Stufen unterteilt, die sich nach der Höhe des Gewinns richten. Gewinne bis zu einem Betrag von 10.000 RON, was etwa 2.000 Euro entspricht, werden nun mit 4 Prozent besteuert. Zuvor lag dieser Satz bei 3 Prozent. Deutlich teurer wird es in der mittleren Kategorie. Gewinne zwischen 10.001 RON (2.000 Euro) und 66.750 RON (13.350 Euro) kosten den Spieler eine Pauschale von 400 RON (80 Euro) zuzüglich 20 Prozent des Betrags, der die Grenze von 10.000 RON übersteigt.
Für High Roller und glückliche Jackpot-Gewinner greift die höchste Stufe. Bei Beträgen über 66.750 RON (13.350 Euro) verlangt der rumänische Fiskus eine feste Steuer von 11.750 RON (2.350 Euro). Zusätzlich müssen 40 Prozent des Betrags abgeführt werden, der über der Schwelle von 66.750 RON liegt. Diese drastische Erhöhung soll dazu beitragen, jährlich schätzungsweise eine Milliarde Euro zusätzlich für den Staatshaushalt zu generieren. Parallel dazu stiegen die Lizenzgebühren für Online-Anbieter von 21 auf 27 Prozent, während für Spielautomaten nun 5.800 Euro pro Gerät fällig werden.
Hintergrund
Der politische Druck auf die Branche wächst nicht nur durch Steuern. Die Wahl von Premierminister Ilie Bolojan und Präsident Nicușor Dan im Jahr 2025 gab den Anstoß für eine umfassende Überarbeitung der Glücksspielgesetze. Besonders die Partei USR tritt als scharfe Kritikerin der aktuellen Regulierungsbehörde ONJN (National Office for Gambling) auf. Nach Korruptionsermittlungen gegen hochrangige Beamte der Behörde fordern Politiker eine stärkere institutionelle Aufsicht und den Entzug bestimmter Kompetenzen.
„Die rumänische Regierung hat Gesetze verabschiedet, um den bestehenden Rechtsrahmen für das Glücksspiel zu ändern. Zu den wichtigsten Änderungen gehören eine Werbegebühr, erhöhte Jahresgebühren, auch für Softwarehersteller, und ein Maßstab zur Besteuerung der Spieler auf der Grundlage ihrer Gewinne. Angesichts dieser großen Veränderungen bleiben wir vorsichtig und beobachten den Markt und seine Reaktionen auf diese neue Realität genau.“ - Odeta Nestor, Präsidentin der AOJND (Verband der Fernglücksspielorganisationen)
Zusätzlich diskutiert die PSD-Fraktion über eine Anhebung des Mindestalters für Glücksspiele von 18 auf 21 Jahre. Damit soll der Jugendschutz gestärkt und spielbedingte Schäden reduziert werden. Diese Pläne befinden sich derzeit noch in der parlamentarischen Abstimmung, unterstreichen aber den restriktiven Kurs der aktuellen Regierung.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler, die bei Anbietern mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) registriert sind, ändert sich durch die rumänischen Gesetze nichts direkt. In Deutschland ist die Besteuerung anders geregelt. Hierzulande müssen Spieler ihre Gewinne aus legalem Glücksspiel in der Regel nicht versteuern, da die Steuerlast über die Rennwett- und Lotteriesteuer direkt vom Betreiber getragen wird. Die deutschen Regeln des Glücksspielstaatsvertrags 2021 setzen auf strikte Spielerschutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten.
Es zeigt sich jedoch ein europaweiter Trend zu schärferer Regulierung und höheren Fiskalbeiträgen der Branche. Wer in Deutschland spielt, sollte zwingend darauf achten, nur Portale zu nutzen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen. Anbieter ohne diese Lizenz, oft mit Sitz in Curacao oder anderen Offshore-Standorten, bieten keinen rechtlichen Schutz und unterliegen nicht der deutschen Aufsicht. In Rumänien wird die Steuer direkt als Quellensteuer einbehalten, was zeigt, wie effektiv staatliche Eingriffe in die Gewinnmechanik sein können.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Casinos mit GGL-Lizenz agieren in einem hochregulierten Umfeld, das bereits sehr hohe Abgaben vorsieht. Die Entwicklung in Rumänien könnte als Blaupause für andere EU-Staaten dienen, die ebenfalls mit Haushaltsdefiziten kämpfen. Für Betreiber bedeutet dies, dass die Margen weiter unter Druck geraten. Die GGL überwacht in Deutschland sehr genau, dass Limits eingehalten werden, was die Profitabilität im Vergleich zu unregulierten Märkten ohnehin einschränkt. Dennoch bleibt die deutsche Lizenz das einzige Qualitätssiegel, das Spielern in der Bundesrepublik Rechtssicherheit und Schutz vor Spielsucht garantiert.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die neue Steuer auf Glücksspielgewinne in Rumänien?
Die Steuer ist gestaffelt und beginnt bei 4 Prozent für Gewinne bis 10.000 RON. Bei Beträgen über 66.750 RON steigt die Belastung auf eine Pauschale plus 40 Prozent des überschießenden Betrags.
Ab wann gelten die neuen Steuerregeln in Rumänien?
Die neuen Regelungen traten am 1. August 2026 in Kraft. Sie wurden kurz nach dem Amtsantritt der neuen Regierung im Juni vorbereitet und im Juli finalisiert.
Warum hat Rumänien die Steuern für Glücksspiele erhöht?
Das Land versucht sein Haushaltsdefizit von 7 Prozent des BIP zu senken, um EU-Vorgaben zu erfüllen. Die Mehreinnahmen aus dem Glücksspielsektor sollen dazu jährlich rund eine Milliarde Euro beitragen.
Müssen deutsche Spieler ihre Gewinne in Deutschland auch versteuern?
Nein, in Deutschland sind Gewinne aus legalem Glücksspiel für den Privatspieler steuerfrei. Die Steuerpflicht liegt beim Casino-Betreiber, der die Abgaben direkt an den deutschen Fiskus leistet.
Worauf sollten Spieler in Deutschland bei der Anbieterwahl achten?
Spieler sollten ausschließlich bei Anbietern mit einer Lizenz der GGL spielen, die auf der offiziellen Whitelist stehen. Nur dort greifen Schutzmechanismen wie das 1.000 Euro Einzahlungslimit und die Anbindung an die Sperrdatei OASIS.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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