Serbisches Finanzministerium blockt strengere Abstandsregeln für Wettbüros
KI-GENERIERTFinanzminister Novica Vuković lehnt neue Pläne für einen Mindestabstand von 80 Metern ab, da diese wettbewerbswidrig seien und bestehende Betriebe bevorzugen würden.
In Belgrad sorgt ein neuer Gesetzesvorstoß für ordentlich Zündstoff in der Politik. Die Abgeordneten Vaso Obradović und Milica Rondović von der Partei Neue Serbische Demokratie (NSD) wollten eigentlich den Jugendschutz und das soziale Umfeld verbessern. Ihr Plan sah vor, dass neue Wettbüros und Glücksspielstätten künftig mindestens 80 Meter voneinander entfernt sein müssen. Doch Finanzminister Novica Vuković hat diesen Plänen nun eine klare Absage erteilt. Er wandte sich direkt an das Parlament und forderte die Abgeordneten auf, gegen diese Änderungen am Glücksspielgesetz zu stimmen. Sein Argument ist simpel: Die Regelung würde zwar Neueröffnungen verhindern, aber an der bereits bestehenden Dichte der Wettbüros kaum etwas ändern.
Das Ministerium befürchtet eine massive Ungleichbehandlung auf dem Markt. Da die Regelung nur für neue Filialen gelten würde, könnten Platzhirsche ihre Reviere ohne Konkurrenz verteidigen. Bestehende Standorte, die den Abstand nicht einhalten, blieben einfach unangetastet. Das ist in meinen Augen ein klassischer Fall von gut gemeint, aber schlecht gemacht. Wenn man den Markt regulieren will, darf man nicht einseitig neue Akteure blockieren, während die Etablierten sich die Hände reiben. Das Ministerium erklärte dazu deutlich, dass man solche Privilegien für einzelne Marktteilnehmer nicht unterstützen werde.
Zahlen und Fakten
Ein Blick in die Statistik der serbischen Glücksspielverwaltung zeigt, dass sich der Markt auch ohne die neue 80-Meter-Regel bereits bewegt. Aktuell gibt es in Serbien 50 Betriebe mit Lizenzen für Spielautomaten. Das ist ein spürbarer Rückgang, denn im Jahr 2024 lag dieser Wert noch bei 61 Lizenzen. Bei den landbasierten Wettbüros sieht die Lage seit Jahren stabil aus. Die Zahl schwankt seit 2018 konstant zwischen 18 und 20 Anbietern. Zudem gibt es im ganzen Land lediglich zwei lizenzierte Casinos. Diese Zahlen belegen laut Ministerium, dass die bestehenden Gesetze aus dem Jahr 2025 bereits Wirkung zeigen. Insbesondere der Kampf gegen illegale Automaten und nicht rechtskonforme Werbung wurde verschärft. So wurden bereits zahlreiche illegale Geräte beschlagnahmt und Sanktionen gegen Verstöße bei der Werbung verhängt.
„Die vorgeschlagene Änderung erreicht nicht das Ziel, das ihre Befürworter öffentlich propagieren. Anstatt die Konzentration von Wettbüros zu verringern, verwandelt sie die bestehende Situation praktisch in einen dauerhaften Marktvorteil für diejenigen, die bereits tätig sind.“ - Novica Vuković, Finanzminister von Serbien
Hintergrund
Die politische Debatte in Serbien wird auch von gesellschaftlichem Druck getrieben. So fordert beispielsweise die Elternvereinigung ähnliche Abstandsregeln, wie sie in vielen Nachbarländern und EU-Mitgliedstaaten üblich sind. Die Befürworter der Reform argumentieren, dass eine Reduzierung der Sichtbarkeit von Glücksspielangeboten langfristig die Spielsucht bekämpfen könne. Das Finanzministerium hält dagegen, dass der Fokus auf der Schließung von Lücken in der Schattenwirtschaft liegen müsse. Man arbeite bereits an weiteren Änderungen des Glücksspielgesetzes, um die Kontrollmechanismen zu stärken und gleiche Bedingungen für alle legalen Anbieter zu schaffen. Die Regierung hat die Meinung von Vuković bereits in einer Sitzung vor wenigen Tagen offiziell akzeptiert, auch wenn die Abgeordneten theoretisch immer noch anders stimmen könnten.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für uns in Deutschland klingen solche Debatten über Mindestabstände sehr vertraut. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) setzt hierzulande extrem strenge Maßstäbe, die weit über das hinausgehen, was Serbien gerade diskutiert. Während in Serbien über 80 Meter gestritten wird, gelten in deutschen Bundesländern oft Abstände von 500 Metern zwischen Spielhallen oder zu Schulen und Kitas. Deutsche Spieler, die sich im legalen Bereich bewegen wollen, müssen zwingend auf die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) achten. Dort sind nur Anbieter gelistet, die sich an das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin halten.
Die Diskussion in Serbien verdeutlicht, wie schwierig die Balance zwischen freier Marktwirtschaft und Spielerschutz ist. In Deutschland ist diese Entscheidung durch das LUGAS-System und die OASIS-Sperrdatei bereits gefallen. Spieler hierzulande haben den Vorteil einer lückenlosen Überwachung zu ihrem eigenen Schutz, müssen aber eben auch mit den harten Limits leben. Ein serbisches Modell, das bestehende Betriebe schützt und neue blockiert, wäre bei uns rechtlich kaum denkbar, da die Auswahl an legalen Online-Casinos durch die GGL-Lizenzierung für alle gleichermaßen fair geregelt ist. Wer bei einem MGA- oder Curacao-Anbieter spielt, handelt auf eigene Gefahr, da diese Lizenzen in Deutschland schlichtweg nicht anerkannt werden.
Was das für GGL-Casinos heißt
Casinos mit einer deutschen Lizenz der GGL unterliegen einer Marktregulierung, die Transparenz schafft. Im Gegensatz zum serbischen Entwurf gibt es in Deutschland keine Privilegien für „alteingesessene“ Anbieter im Online-Sektor, sofern sie die Kriterien des GlüStV erfüllen. Jeder Anbieter, ob neu oder alt, muss die gleichen technischen Hürden nehmen. Für Betreiber bedeutet das Beispiel Serbien eine wichtige Lehre: Regulierung muss konsistent sein. Wenn ein Staat versucht, den Markt über Distanzregeln zu steuern, die nur für Neuzugänge gelten, zerstört das das Vertrauen in fairen Wettbewerb. GGL-Casinos können sich darauf verlassen, dass der deutsche Rechtsrahmen zwar streng, aber für alle lizenzierten Teilnehmer identisch ist. Das schafft Planungssicherheit, die in Serbien gerade ins Wanken gerät.
Häufige Fragen
Warum hat Serbiens Finanzminister strengere Abstandsregeln für Wettbüros abgelehnt?
Finanzminister Novica Vuković sieht die vorgeschlagenen 80 Meter Mindestabstand als wettbewerbswidrig an. Er argumentiert, die Regelung würde bestehende Betriebe bevorzugen und keine wirkliche Veränderung der Dichte bewirken.
Welche Bedenken hat das serbische Finanzministerium bezüglich der Abstandsregelung?
Das Ministerium befürchtet eine massive Ungleichbehandlung. Da die Regelung nur für neue Filialen gelten würde, könnten etablierte Anbieter ihre Positionen ohne neue Konkurrenz verteidigen, während bestehende Standorte unangetastet blieben.
Wie ist die aktuelle Anzahl von Glücksspielbetrieben in Serbien?
Aktuell gibt es in Serbien 50 Betriebe mit Lizenzen für Spielautomaten, ein Rückgang von 61 im Jahr 2024. Die Zahl der landbasierten Wettbüros schwankt seit 2018 konstant zwischen 18 und 20 Anbietern, und es gibt nur zwei lizenzierte Casinos.
Warum werden solche Debatten über Mindestabstände auch in Deutschland geführt?
In Deutschland setzt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strenge Maßstäbe. Oft gelten Abstände von 500 Metern zwischen Spielhallen oder zu sensiblen Orten wie Schulen, was weit über die in Serbien diskutierten 80 Meter hinausgeht.
Was bedeuten die Regelungen des Glücksspielstaatsvertrags 2021 für deutsche Spieler?
Deutsche Spieler müssen auf die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) achten. Anbieter müssen sich an das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin halten, was eine lückenlose Überwachung zum Schutz der Spieler gewährleistet.
Wie unterscheidet sich die Marktregulierung für GGL-Casinos von dem serbischen Entwurf?
GGL-Casinos unterliegen einer konsistenten Marktregulierung, bei der alle lizenzierten Teilnehmer die gleichen Kriterien erfüllen müssen. Im Gegensatz zum serbischen Entwurf gibt es keine Privilegien für „alteingesessene“ Anbieter im Online-Sektor, was Planungssicherheit schafft.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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