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International

Underdog verklagt fünf US-Bundesstaaten wegen Wettverträgen nach DFS-Aus

9. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung: 9. September 2026
Underdog verklagt fünf US-Bundesstaaten wegen Wettverträgen nach DFS-AusKI-GENERIERT

Der Anbieter Underdog wehrt sich juristisch gegen Glücksspielgesetze in Ohio, Massachusetts und drei weiteren Staaten, nachdem Lizenzen für Daily Fantasy Sports in sieben Regionen aufgegeben wurden.

TL;DR · Das Wichtigste auf einen Blick

Der US-Anbieter Underdog hat Bundesklagen gegen Ohio, Massachusetts, Wisconsin, New Mexico und Washington eingereicht, um seine durch die Bundesbehörde CFTC regulierten Prognosemärkte gegen lokale Glücksspielgesetze zu schützen. Dieser drastische Schritt folgt auf den Rückzug aus dem Daily Fantasy Sports Geschäft in sieben Bundesstaaten, da die dortigen Behörden den Parallelbetrieb beider Produktwelten untersagten. Im Kern steht der Konflikt, ob eine nationale Bundesregulierung über den Einzelgesetzen der US-Staaten steht, was nun höchstrichterlich geklärt werden soll. Die Entscheidung könnte den gesamten amerikanischen Markt für Sportwetten und Prognoseverträge grundlegend reformieren.

In der Welt des amerikanischen Online-Glücksspiels bahnt sich ein gewaltiger Rechtsstreit an, der das bisherige Machtgefüge zwischen Bundesstaaten und der US-Regierung erschüttern könnte. Underdog, ein Schwergewicht der Branche, geht in die Offensive und verklagt fünf US-Bundesstaaten gleichzeitig. Das Ziel ist klar formuliert: Die Durchsetzung von einzelstaatlichen Glücksspielgesetzen gegen Produkte, die bereits von der staatlichen Warenterminhandelsaufsicht Commodity Futures Trading Commission (CFTC) reguliert sind, soll dauerhaft gestoppt werden. Die Klagen wurden vor den jeweiligen US-Bezirksgerichten in Ohio, Massachusetts, Wisconsin, New Mexico und Washington eingereicht und fordern eine gerichtliche Feststellung, dass die lokalen Verbote gegen die sogenannte Supremacy Clause der US-Verfassung verstoßen.

Dieser juristische Paukenschlag kommt nicht aus heiterem Himmel. Zuvor hatte Underdog bereits seine Lizenzen für Daily Fantasy Sports (DFS) in sieben Bundesstaaten zurückgegeben, darunter Massachusetts, Maryland, Michigan, Mississippi, New Jersey, Pennsylvania und Ohio. Grund für diesen Rückzug war der Druck der Landesglücksspielbehörden, die dem Unternehmen unmissverständlich mitteilten, dass man nicht gleichzeitig DFS-Dienste und CFTC-lizenzierte Produkte anbieten dürfe. Jeremy Levine, Gründer und Chef von Underdog, zog die Konsequenz und stellte die DFS-Einträge pünktlich zum NFL-Saisonstart ein. Bestehende Wettbewerbe laufen zwar weiter, aber neue Teilnahmen sind in diesen Regionen nun Geschichte.

Zahlen und Fakten

Die Klagen richten sich konkret gegen die Durchsetzung von Statuten zum Wetten und Glücksspiel in Ohio, Massachusetts, Wisconsin, New Mexico und Washington. Ein zentrales Argument ist die Exklusivzuständigkeit der CFTC für die Regulierung des Handels auf den sogenannten Designated Contract Markets (DCM). Underdog betont, dass alle Genehmigungsverfahren der CFTC erfolgreich durchlaufen wurden, um Ereignisverträge legal anbieten zu können. In Massachusetts verweist die Klage explizit auf ein Vorgehen der dortigen Generalstaatsanwältin gegen den Konkurrenten Kalshi, gegen den zunächst eine einstweilige Verfügung erwirkt wurde, die jedoch im Berufungsverfahren vorerst ausgesetzt bleibt.

Stacie Stern, die bei Underdog als Senior Vice President für Regierungsangelegenheiten und Partnerschaften zuständig ist, macht den Ernst der Lage deutlich:

„Wir sind von der Bundesregierung lizenziert, Märkte anzubieten, und wir nehmen unsere Verantwortung als Bundesbörse ernst und halten uns strikt an alle Vorschriften. Glauben wir, dass wir im Recht sind? Ja. Akzeptieren wir, dass diese staatlichen Glücksspielbehörden glauben, sie seien im Recht? Ja. Wir haben mit ihnen zusammengearbeitet, wir respektieren sie und wir wollten nicht klagen, aber manchmal ist das der einzige Weg, um einen Streit zu lösen. Bei den Fällen und divergierenden Entscheidungen im ganzen Land kann jeder sehen, was in unserer Branche passiert: Es ist ein Chaos. Wir brauchen den Obersten Gerichtshof, um zu entscheiden, ob wir einen durchsetzbaren Bundesstandard oder eine Regulierung von Staat zu Staat haben werden.“ - Stacie Stern, Senior Vice President of Government Affairs and Partnerships bei Underdog

Hintergrund

Der Konflikt dreht sich um die Definition von sogenannten Prediction Markets. Während klassische Sportwetten in den USA nach dem Aufheben des Bundesverbots 2018 fast überall einzelstaatlich reguliert werden, fallen Ereignisverträge oft in den Bereich der Finanzderivate. Underdog sieht seine Produkte als solche Derivate, die unter die Aufsicht der CFTC fallen. Die Bundesstaaten hingegen betrachten das Wetten auf Sportergebnisse, egal in welcher juristischen Verpackung, als Teil ihres Hoheitsgebiets für Glücksspielregulierung. Das Ergebnis ist ein regulatorischer Flickenteppich, der für Unternehmen wie Underdog ein rechtssicheres Wirtschaften nahezu unmöglich macht.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler hat dieser US-Rechtsstreit keine unmittelbaren Auswirkungen auf ihre täglichen Einsätze, verdeutlicht aber die Vorteile einer klaren Regulierung. In Deutschland herrscht seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) Rechtssicherheit, sofern ein Anbieter auf der offiziellen GGL-Whitelist steht. Anders als in den USA, wo ein Bundesstaat DFS erlaubt und der Nachbarstaat es als illegales Glücksspiel verfolgt, bietet die deutsche Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) einen bundeseinheitlichen Rahmen. Deutsche Kunden müssen sich an das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Slots halten. Solche strengen, aber einheitlichen Regeln verhindern das Chaos, das Underdog in den USA derzeit beklagt. Die Nutzung von MGA- oder Curacao-Casinos ist für Deutsche riskant, da diese nicht den Schutznormen der GGL unterliegen.

Was das für GGL-Casinos heißt

Lizensierte deutsche Casinos profitieren von der Stabilität der GGL-Aufsicht. Während Underdog in den USA Lizenzen zurückgeben muss, weil sich Bundes- und Landesgesetze widersprechen, können deutsche Anbieter sicher sein, dass ihre GGL-Lizenz im gesamten Bundesgebiet gilt. Das schafft Vertrauen bei den Spielern und verhindert kostspielige Rechtsstreitigkeiten um Zuständigkeiten zwischen den 16 Bundesländern. Der US-Markt zeigt jedoch, dass innovative Produkte wie Prediction Markets immer wieder an regulatorische Grenzen stoßen können, was auch für die Weiterentwicklung des deutschen Marktes eine Warnung sein sollte, neue Trends frühzeitig rechtlich einzuordnen.

Kurz & Knapp

  • Underdog verklagt Ohio, Massachusetts, Wisconsin, New Mexico und Washington vor US-Bezirksgerichten.
  • Das Unternehmen gab DFS-Lizenzen in sieben US-Bundesstaaten wegen regulatorischer Konflikte mit CFTC-Produkten zurück.
  • Die Kläger fordern eine permanente Verfügung gegen die Anwendung staatlicher Glücksspielgesetze auf Bundesebene regulierte Produkte.
  • Der Rechtsstreit könnte eine Grundsatzentscheidung durch den US-Supreme Court über nationale Standards erzwingen.
  • Jeremy Levine stellte neue DFS-Einträge in betroffenen Staaten pünktlich zum NFL-Start im September 2026 ein.

Häufige Fragen

Warum verklagt Underdog fünf US-Bundesstaaten?

Underdog möchte gerichtlich feststellen lassen, dass seine durch die CFTC regulierten Ereignisverträge nicht unter die Glücksspielgesetze der Einzelstaaten fallen. Das Unternehmen beruft sich dabei auf die Supremacy Clause der US-Verfassung, die Bundesrecht über Landesrecht stellt. Man will so ein einheitliches regulatorisches Umfeld für seine Prognosemärkte erzwingen.

Welche Staaten sind von den Klagen und Lizenzrückgaben betroffen?

Die Klagen wurden in Ohio, Massachusetts, Wisconsin, New Mexico und Washington eingereicht. Zuvor hat Underdog seine DFS-Lizenzen in insgesamt sieben Staaten zurückgegeben, darunter auch Maryland, Michigan, Mississippi, New Jersey und Pennsylvania. Der Grund war die Unvereinbarkeit von Daily Fantasy Sports und CFTC-Produkten aus Sicht der lokalen Behörden.

Was ist die CFTC und welche Rolle spielt sie in diesem Streit?

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) ist die US-Bundesbehörde zur Regulierung von Termingeschäften und Optionen. Underdog argumentiert, dass seine Sport-Ereignisverträge als Finanzprodukte unter die exklusive Aufsicht der CFTC fallen und somit nicht als klassisches Glücksspiel von den Bundesstaaten reguliert werden dürfen.

Wie reagiert Underdog auf das regulatorische Chaos in den USA?

Stacie Stern von Underdog bezeichnet die aktuelle Situation als Chaos und fordert eine Entscheidung durch den US-Supreme Court. Trotz der juristischen Auseinandersetzungen wolle man den Dialog mit den Staaten aufrechterhalten und die Kunden weiterhin verantwortungsbewusst betreuen. Der DFS-Betrieb wurde in den betroffenen Staaten bereits eingestellt.

Welche Bedeutung hat dieser US-Rechtsstreit für Spieler in Deutschland?

In Deutschland gibt es durch den GlüStV 2021 und die GGL eine klare bundesweite Regelung, was ein solches rechtliches Chaos wie in den USA verhindert. Deutsche Spieler sollten darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der GGL-Whitelist stehen, um von gesetzlichen Limits und dem Spielerschutz zu profitieren. Ein US-ähnlicher Konflikt zwischen Bundes- und Landesrecht ist durch die zentrale GGL-Aufsicht derzeit ausgeschlossen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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