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Berufspieler bei Poker: Betriebsausgaben absetzbar

31. Juli 202612 Minvon Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Berufspieler bei Poker: Betriebsausgaben absetzbarKI-GENERIERT

Das Pokerspiel nimmt im deutschen Steuerrecht eine Sonderrolle ein. Lange Zeit galt Poker ausschließlich als reines Glücksspiel. In diesem Fall wären Gewinne nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz steuerfrei geblieben. Der Bundesfinanzhof änderte diese Rechtsauffassung jedoch grundlegend. Wer Poker mit Gewinnerzielungsabsicht und Nachhaltigkeit betreibt, gilt als Gewerbetreibender. Die Abgrenzung zwischen Hobby und Beruf erfolgt anhand objektiver Merkmale. Hierzu zählen die Häufigkeit der Spielteilnahme sowie die Höhe der Einsätze. Auch die Teilnahme an großen internationalen Turnieren spricht für eine gewerbliche Tätigkeit. Sobald das Finanzamt eine Gewerblichkeit feststellt, greift die Einkommensteuerpflicht. Dies bedeutet einerseits eine Belastung durch Steuerzahlungen. Andererseits eröffnet dieser Status die Möglichkeit zum Abzug von Betriebsausgaben. Betriebsausgaben sind Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Paragraf 4 Absatz 4 des Einkommensteuergesetzes definiert diesen Begriff eindeutig. Spieler müssen sämtliche Belege sorgfältig sammeln. Eine lückenlose Dokumentation ist die Basis für jede Steuererklärung. Wer ohne Aufzeichnungen arbeitet, riskiert Schätzungen durch die Finanzbehörde. Solche Schätzungen fallen meist zum Nachteil des Steuerpflichtigen aus. Die GGL überwacht den legalen Markt in Deutschland streng. Legale Anbieter müssen eine Lizenz besitzen. Dies ist für die steuerliche Einordnung der Gewinne relevant. Illegale Angebote bei Anbietern aus Curaçao oder Malta bergen hohe Risiken. Diese Plattformen garantieren keine Rechtssicherheit. Wer dort spielt, kann Probleme bei der steuerlichen Anerkennung seiner Verluste bekommen. Ein professioneller Spieler agiert wie ein Unternehmer. Er muss Gewinne maximieren und Kosten minimieren. Steuerliche Vorteile spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die Einordnung als Gewerbebetrieb nach Paragraf 15 EStG

Die rechtliche Einordnung beginnt bei der Frage der Nachhaltigkeit. Ein Gelegenheitsspieler wird nicht zum Gewerbetreibenden. Erst wer regelmäßig spielt, rückt in den Fokus der Finanzverwaltung. Das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 16. September 2015 unterstrich diese Praxis. Das Gericht legte fest, dass Turnierpoker kein reines Glücksspiel ist. Geschicklichkeit und psychologische Fähigkeiten überwiegen bei Profis. Wer über Jahre hinweg positive Einkünfte erzielt, handelt gewerblich. Die Verluste aus den Anfangsjahren erkennt das Finanzamt oft als Liebhaberei an. Das bedeutet, dass Verluste nicht mit anderen Einkünften verrechnet werden dürfen. Sobald jedoch Gewinne entstehen, fordert der Staat seinen Anteil. Gewerbliche Einkünfte führen zur Pflicht, eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung zu erstellen. Hierbei werden die Einnahmen den Betriebsausgaben gegenübergestellt. Der verbleibende Gewinn unterliegt dem persönlichen Steuersatz. Hinzu kommt eventuell die Gewerbesteuer. Hier gilt ein Freibetrag von 24500 Euro pro Kalenderjahr. Viele Profispieler unterschätzen diesen Aspekt. Eine professionelle Beratung durch einen spezialisierten Steuerberater ist unverzichtbar. Der Spielerschutz gemäß Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist ebenfalls zu beachten. Die GGL achtet auf die Einhaltung der Einsatzlimits. Profis nutzen oft Ausnahmeregelungen für hohe Einsätze. Diese müssen jedoch behördlich genehmigt sein. Wer auf dem Schwarzmarkt spielt, verliert seinen rechtlichen Schutzraum. Steuerlich können Verluste aus illegalem Glücksspiel meist nicht geltend gemacht werden. Das Finanzamt sieht hier oft einen Verstoß gegen die öffentliche Ordnung. Ein sauberer Nachweis über legale Plattformen ist daher Pflicht. Nur so lassen sich Betriebsausgaben rechtssicher deklarieren. Die Unterscheidung zwischen Cash Games und Turnieren ist steuerlich nicht relevant. Beide Formen können zur Gewerblichkeit führen. Entscheidend ist das Gesamtbild der Tätigkeit.

Absetzbare Reisekosten und Übernachtungen

Reisekosten bilden oft den größten Block der Betriebsausgaben. Pokerturniere finden weltweit statt. Ein Spieler muss zu den Austragungsorten reisen. Fahrtkosten können in tatsächlicher Höhe abgerechnet werden. Bei Nutzung eines privaten PKW beträgt die Pauschale 30 Cent pro Kilometer. Flugtickets sind in voller Höhe abziehbar. Hierbei muss es sich um die tatsächlichen Kosten der Business- oder Economy-Class handeln. Übernachtungskosten im Hotel sind ebenfalls absetzbar. Das Finanzamt verlangt hierfür detaillierte Rechnungen. Die Rechnung muss auf den Namen des Spielers ausgestellt sein. Verpflegungsmehraufwendungen können über Pauschbeträge geltend gemacht werden. Diese Sätze variieren je nach Reiseland. In Deutschland gelten aktuell Pauschalen von 14 Euro oder 28 Euro. Im Ausland sind die Sätze oft deutlich höher. Wer zehn Tage in Las Vegas verbringt, kann erhebliche Beträge ansetzen. Wichtig ist die Trennung von privater Urlaubszeit und beruflicher Turnierzeit. Wenn ein Spieler nach dem Turnier drei Tage Urlaub macht, müssen die Kosten zeitanteilig aufgeteilt werden. Das Finanzamt prüft solche Mischkosten sehr genau. Ein Reisetagebuch ist ein hilfreiches Instrument. Dort sollten alle geschäftlichen Termine vermerkt sein. Dies dient als Nachweis für die berufliche Veranlassung. Auch Taxifahrten zum Casino oder zum Flughafen gehören in diese Kategorie. Trinkgelder für Hotelpersonal können ebenfalls pauschal oder mit Eigenbeleg angesetzt werden. Der Spieler muss nachweisen, dass die Reise ohne das Turnier nicht stattgefunden hätte. Besuche von Sehenswürdigkeiten während der Reise sind Privatsache. Diese Kosten dürfen den steuerpflichtigen Gewinn nicht mindern. Wer diese Regeln missachtet, riskiert die Streichung der gesamten Reisekosten. Die Finanzbehörden fordern hier höchste Transparenz.

Startgelder und Buy-ins als direkte Kosten

Die Buy-ins für Turniere stellen direkte Betriebsausgaben dar. Wer ein Ticket für 10000 Euro kauft, setzt dieses Kapital beruflich ein. Bei einem Gewinn wird dieser Betrag von der Bruttoeinnahme abgezogen. Problematisch wird es bei Turnieren ohne Gewinn. Diese Verluste mindern den Gesamtgewinn des Jahres. Ein Profispieler kann so sein zu versteuerndes Einkommen senken. Bei Cash Games verhält es sich ähnlich. Hier müssen die täglichen Salden genau dokumentiert werden. Die GGL verlangt von lizenzierten Anbietern eine Historie der Transaktionen. Diese Daten sind für die Steuererklärung extrem wertvoll. Screenshots oder offizielle Auszüge der Konten dienen als Beleg. Bei Live-Turnieren erhält der Spieler oft eine Quittung für das Buy-in. Diese Zettel müssen sicher aufbewahrt werden. Wer bei privaten Runden spielt, kann keine Betriebsausgaben geltend machen. Diese Spiele sind in Deutschland meist illegal. Eine steuerliche Berücksichtigung illegaler Kosten ist gesetzlich ausgeschlossen. Auch Anteilsverkäufe, das sogenannte Staking, sind steuerlich relevant. Wenn ein Spieler Anteile an seinem Turnier verkauft, sinken seine eigenen Kosten. Gleichzeitig muss er die erhaltenen Zahlungen als Einnahmen verbuchen. Zahlt er später einen Teil des Gewinns an den Backer aus, ist dies wieder eine Betriebsausgabe. Solche komplexen Konstrukte erfordern schriftliche Verträge. Ohne Verträge vermutet das Finanzamt oft Schenkungen oder verdeckte Gewinnausschüttungen. Die steuerliche Anerkennung von Staking-Verträgen ist ein Spezialgebiet. Hier sollten Profis keine Experimente wagen. Die Summen bei High-Stakes-Turnieren sind oft siebenstellig. Hier führen kleine Fehler in der Buchhaltung zu massiven Steuernachzahlungen. Die Finanzämter haben Zugriff auf Berichte über hohe Gewinne in den Medien. Ein Abgleich zwischen Presseberichten und Steuererklärungen findet regelmäßig statt.

Arbeitsmittel und Coaching im digitalen Zeitalter

Moderne Pokerspieler nutzen spezialisierte Software. Programme zur Analyse von Spielzügen sind teuer. Diese Kosten sind voll abzugsfähig. Auch die Hardware gehört zu den Betriebsausgaben. Ein leistungsstarker PC oder Laptop wird für das Onlinespiel benötigt. Monitore ermöglichen das gleichzeitige Spielen an mehreren Tischen. Die Kosten für Internetanschlüsse können anteilig angesetzt werden. Hierbei ist ein geschäftlicher Anteil von 50 Prozent oft unproblematisch. Wer ein separates Arbeitszimmer nutzt, kann weitere Kosten absetzen. Die Voraussetzungen hierfür sind jedoch streng. Das Zimmer muss fast ausschließlich beruflich genutzt werden. Eine Couch im Raum kann die steuerliche Anerkennung bereits gefährden. Coaching ist ein weiterer wichtiger Faktor. Viele Profis nehmen Unterricht bei noch erfolgreicheren Spielern. Die Honorare für diese Trainer sind Betriebsausgaben. Auch hier sind Rechnungen erforderlich. Wenn der Coach im Ausland sitzt, müssen eventuell Besonderheiten beim Vorsteuerabzug beachtet werden. Fachliteratur und Abonnements von Trainingsseiten sind ebenfalls absetzbar. Selbst die Kosten für einen Masseur während eines langen Turniers können unter Umständen Betriebsausgaben sein. Dies gilt jedoch nur, wenn die Massage direkt am Tisch oder im Turnierbereich stattfindet. Sie dient dann der Erhaltung der Leistungsfähigkeit. Private Wellness-Behandlungen im Hotel-Spa sind hingegen nicht abzugsfähig. Jede Ausgabe muss den Test der betrieblichen Veranlassung bestehen. Der Spieler muss erklären können, warum die Ausgabe für seinen Erfolg notwendig war. Eine Pauschalierung ist bei Arbeitsmitteln oft schwierig. Einzelbelege sind der sicherste Weg. Geringwertige Wirtschaftsgüter bis 800 Euro netto können sofort abgeschrieben werden. Teurere Anschaffungen müssen über die Nutzungsdauer verteilt werden. Ein Computer wird in der Regel über drei Jahre abgeschrieben.

Versicherungen und Vorsorge für Berufspieler

Berufspokerspieler sind selbstständig. Sie müssen sich eigenständig um ihre soziale Absicherung kümmern. Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung sind keine Betriebsausgaben. Sie werden als Sonderausgaben in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt. Dennoch sind sie für die Kalkulation des Nettoeinkommens wichtig. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann sinnvoll sein. Die Beiträge hierfür sind unter bestimmten Bedingungen absetzbar. Haftpflichtversicherungen, die den betrieblichen Teil abdecken, zählen zu den Betriebsausgaben. Wer Angestellte hat, beispielsweise einen Assistenten für die Reiseplanung, muss Sozialabgaben leisten. Diese Lohnkosten sind in vollem Umfang absetzbar. Auch die Kosten für einen Steuerberater sind Betriebsausgaben. Zumindest gilt dies für den betrieblichen Teil der Beratung. Die Erstellung der Gewerbesteuererklärung ist rein betrieblich. Die Anlage Kind oder Sonderausgaben sind privater Natur. Der Berater muss seine Rechnung entsprechend aufteilen. Steuerberatungskosten können schnell mehrere tausend Euro betragen. Da die Materie komplex ist, lohnt sich diese Investition fast immer. Das Risiko einer Betriebsprüfung ist bei Pokerspielern hoch. Das Finanzamt stuft diese Branche oft als risikoreich ein. Eine perfekte Buchführung ist der beste Schutz gegen Nachzahlungen. Bei einer Prüfung müssen alle Belege im Original vorliegen. Digitale Belege müssen den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern entsprechen. Dies wird als GoBD bezeichnet. Wer seine Belege nur ungeordnet in einer Cloud speichert, bekommt Probleme. Eine systematische Ablage nach Datum und Kategorie ist erforderlich.

Umsatzsteuerliche Besonderheiten beim Poker

Die Umsatzsteuer ist beim Poker ein kompliziertes Feld. Grundsätzlich unterliegen Glücksspiele nicht der Umsatzsteuer. Das gilt jedoch nur für die Einsätze und Gewinne selbst. Dienstleistungen wie Coaching oder Sponsoring sind umsatzsteuerpflichtig. Wenn ein Spieler Werbung für einen Pokerraum macht, erbringt er eine Leistung. Hierfür muss er Umsatzsteuer in Rechnung stellen und an das Finanzamt abführen. Im Gegenzug darf er die Vorsteuer aus seinen Eingangsrechnungen abziehen. Viele Pokerspieler nutzen die Kleinunternehmerregelung nach Paragraf 19 UStG. Dies ist möglich, wenn der Umsatz im Vorjahr unter 22000 Euro lag. Im laufenden Jahr darf er 50000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen. Für High-Stakes-Spieler ist diese Grenze schnell erreicht. Sobald die Umsatzsteuerpflicht eintritt, müssen monatliche Voranmeldungen abgegeben werden. Dies erhöht den administrativen Aufwand erheblich. Die GGL-lizenzierten Anbieter führen oft bereits Steuern auf die Spieleinsätze ab. Diese Rennwett- und Lotteriesteuer ist jedoch eine andere Steuerart. Sie befreit den Spieler nicht von der Einkommensteuer auf seinen Gewinn. Es findet keine Doppelbesteuerung statt, da die Spielsteuer den Anbieter trifft. Der Gewinn des Spielers ist dessen persönliches Einkommen. Die Abgrenzung der verschiedenen Steuerarten erfordert Fachwissen. Wer international agiert, muss zudem das Außensteuerrecht beachten. Gewinne in den USA unterliegen oft einer Quellensteuer von 30 Prozent. Deutschland hat mit vielen Ländern Doppelbesteuerungsabkommen. Diese verhindern, dass der gleiche Gewinn zweimal voll besteuert wird. Ein Spieler kann sich die US-Steuer oft auf die deutsche Steuerschuld anrechnen lassen. Hierfür sind spezielle Formulare wie das W-8BEN notwendig. Ohne diese Dokumente behalten US-Casinos die Steuer direkt ein.

Dokumentationspflichten und Beweislast

Die Beweislast gegenüber dem Finanzamt liegt beim Spieler. Er muss nachweisen, dass seine Ausgaben betrieblich bedingt waren. Das Finanzamt zweifelt oft an der beruflichen Natur von Reisen nach Las Vegas oder Macau. Ein Spieler sollte daher Turnierpläne und Ergebnislisten aufbewahren. Auch abgelehnte Sponsoringanfragen können als Beleg für die Gewinnerzielungsabsicht dienen. Wer nur Verluste macht, wird irgendwann als Hobby-Spieler eingestuft. Das klingt zunächst gut, da keine Steuern anfallen. Allerdings entfällt dann auch die Möglichkeit, Verluste mit anderen Einkunftsarten zu verrechnen. Wer nebenberuflich spielt, möchte oft seine Poker-Verluste von seinem Gehalt als Angestellter abziehen. Das Finanzamt erkennt dies nur an, wenn eine positive Totalgewinnprognose vorliegt. Der Spieler muss also nachweisen, dass er über mehrere Jahre gesehen einen Gewinn erzielen wird. Ein detaillierter Businessplan kann hierbei helfen. In diesem Plan werden die erwarteten Einnahmen und Ausgaben aufgelistet. Auch die Strategie zur Gewinnmaximierung sollte beschrieben werden. Wer ohne Plan spielt, handelt aus Sicht des Amtes nicht gewerblich. Die Anforderungen an die Dokumentation steigen mit der Höhe der Beträge. Bei Gewinnen in Millionenhöhe wird das Finanzamt jede einzelne Quittung prüfen. Es empfiehlt sich, ein separates Geschäftskonto zu führen. Alle pokerrelevanten Zahlungen laufen über dieses Konto. Private Einkäufe haben dort nichts zu suchen. Diese klare Trennung erleichtert die Buchführung massiv. Sie zeigt dem Prüfer zudem, dass der Spieler seine Tätigkeit ernst nimmt. Unordnung in den Finanzen wird oft als Indiz für mangelnde Professionalität gewertet.

Risiken durch illegale Anbieter im Ausland

Der deutsche Markt wird durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 streng reguliert. Nur Anbieter mit einer Erlaubnis der GGL sind legal. Das Spielen bei Anbietern mit Lizenzen aus Malta oder Curaçao ist in Deutschland nicht lizenziert. Steuerlich kann dies gravierende Folgen haben. Betriebsausgaben, die im Zusammenhang mit nicht lizenziertem Glücksspiel stehen, sind oft nicht abzugsfähig. Das Gesetz verbietet den Abzug von Kosten für Handlungen, die gegen ein gesetzliches Verbot verstoßen. Paragraf 4 Absatz 5 des Einkommensteuergesetzes enthält entsprechende Passagen. Wer also bei einem nicht lizenzierten Anbieter spielt, muss seine Gewinne versteuern, darf aber seine Verluste und Kosten eventuell nicht gegenrechnen. Dies kann zu einer hohen Steuerlast führen. Die GGL führt eine Blacklist der verbotenen Anbieter. Spieler sollten diese Liste regelmäßig prüfen. Ein legaler Anbieter garantiert zudem, dass die Daten für das Finanzamt korrekt aufbereitet sind. Die Transparenz ist ein wichtiger Schutzfaktor für den Spieler. Illegale Anbieter entziehen sich oft der Kooperation mit Behörden. Wenn das Finanzamt einen Herkunftsnachweis für Geldmittel verlangt, können Spieler bei Schattenanbietern oft keine validen Dokumente vorlegen. Dies führt zu Verdachtsmomenten der Geldwäsche. Solche Ermittlungen sind langwierig und belastend. Professionelle Spieler setzen daher ausschließlich auf den regulierten Markt. Die Sicherheit der Einlagen und die rechtliche Klarheit überwiegen die oft höheren Gebühren bei legalen Anbietern. Spielerschutz ist ein zentrales Element der deutschen Regulierung. Wer bemerkt, dass sein Spielverhalten problematisch wird, findet Hilfe. Die BZgA bietet unter der Nummer 0800 1 372 700 eine kostenlose Beratung an. Professionelles Spiel erfordert Disziplin und Selbstkontrolle. Sobald die Emotionen die Kontrolle übernehmen, droht der finanzielle Ruin.

Handlungsempfehlung für angehende Profis

Der Weg zum Berufspokerspieler ist steuerlich steinig. Eine frühzeitige Anmeldung des Gewerbes schützt vor bösen Überraschungen. Alle Belege müssen ab dem ersten Tag gesammelt werden. Dies gilt auch für vermeintlich kleine Beträge wie Parkgebühren oder Fachzeitschriften. Ein spezialisierter Steuerberater sollte von Anfang an eingebunden werden. Die Kosten hierfür amortisieren sich durch die rechtssichere Gestaltung der Abzüge. Achten Sie strikt auf die Nutzung legaler Plattformen mit GGL-Lizenz. Vermeiden Sie Angebote aus Übersee ohne deutsche Erlaubnis. Dokumentieren Sie Ihre Spielzeiten und Ergebnisse täglich. Nutzen Sie hierfür Tabellenkalkulationen oder spezielle Apps. Trennen Sie private und berufliche Finanzen konsequent durch separate Konten. Werden Sie sich über Ihre soziale Absicherung klar. Kalkulieren Sie Steuerrücklagen für Nachzahlungen ein. Gewinne sollten nicht sofort vollständig konsumiert werden. Das Finanzamt meldet sich oft erst mit großer zeitlicher Verzögerung. Wer dann nicht liquide ist, riskiert seine Existenz. Poker als Beruf ist eine unternehmerische Herausforderung. Die steuerliche Behandlung der Betriebsausgaben bietet Chancen zur Optimierung. Sie erfordert aber auch ein hohes Maß an Administration. Nur wer seine Zahlen im Griff hat, wird langfristig Erfolg haben. Spielerschutz steht an oberster Stelle. Bei Anzeichen von Sucht hilft die BZgA unter 0800 1 372 700.

Häufig gestellte Fragen

Wann gilt ein Pokerspieler steuerlich als Profi?

Ein Spieler gilt als gewerblich tätig, wenn er nachhaltig mit Gewinnerzielungsabsicht am Markt teilnimmt. Das Finanzamt prüft hierfür die Regelmäßigkeit der Spiele und die Professionalität des Auftritts.

Sind Verluste aus Pokerturnieren steuerlich absetzbar?

Ja, bei einer anerkannten gewerblichen Tätigkeit können Verluste mit Gewinnen aus demselben Jahr verrechnet werden. Ein Vortrag in andere Jahre ist ebenfalls unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Können Reisekosten nach Las Vegas abgesetzt werden?

Flug und Hotel sind absetzbar, sofern die Reise ausschließlich oder überwiegend der Teilnahme an Turnieren dient. Private Urlaubsanteile müssen zeitanteilig aus den Kosten herausgerechnet werden.

Gilt die Umsatzsteuer auch für Preisgelder?

Reine Preisgelder aus Turnieren sind in Deutschland in der Regel nicht umsatzsteuerpflichtig. Einnahmen aus Sponsoring oder Werbung unterliegen hingegen der normalen Umsatzsteuerpflicht.

Muss ich meine Online-Gewinne dem Finanzamt melden?

Wer gewerblich spielt, muss alle Gewinne in der Steuererklärung angeben. Das Finanzamt erfährt oft durch automatisierte Abgleiche oder Bankmeldungen von hohen Zahlungseingängen.

Welche Unterlagen brauche ich für die Steuererklärung?

Sie benötigen Buy-in-Quittungen, Ergebnislisten, Kontoauszüge, Hotelrechnungen und Belege über Fahrtkosten. Eine chronologische Aufstellung aller Einnahmen und Ausgaben ist zwingend erforderlich.

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