Wettsteuer 5 Prozent: Rechenbeispiel und Netto-Quote
KI-GENERIERTDie Besteuerung von Sportwetten beschäftigt Tippfreunde in Deutschland bereits seit vielen Jahren. Am 1. Juli 2012 führte der Gesetzgeber erstmals eine bundesweite Abgabe auf Sportwetten ein. Damals wurde der Steuersatz im Rennwett- und Lotteriegesetz auf exakt 5,0 Prozent festgelegt. Mit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrages im Juli 2021 stieg dieser Satz leicht an. Der Gesetzgeber hob die Steuer auf 5,3 Prozent an. Trotz dieser nominellen Erhöhung sprechen die meisten Sportwettenanbieter und Spieler im Alltag weiterhin vereinfacht von der 5 Prozent Wettsteuer. Wer sein eigenes Budget effektiv verwalten möchte, muss die exakte Funktionsweise dieser staatlichen Abgabe genau verstehen. Die Abgabe verändert die theoretische Gewinnerwartung bei jedem platzierten Wettschein spürbar. Veranstalter nutzen unterschiedliche Modelle zur Verrechnung der Abgabe. Manche Wettanbieter ziehen den Steuerbetrag direkt vom Wetteinsatz ab. Andere Unternehmen verrechnen die Abgabe ausschließlich im Falle eines Gewinns. Wieder andere Anbieter übernehmen die Kosten komplett für ihre Kunden. Dieser Artikel beleuchtet alle Verrechnungsarten mit konkreten Rechenbeispielen. Zudem wird gezeigt, wie sich die Netto-Quote präzise berechnen lässt. Ein tiefes Verständnis der mathematischen Zusammenhänge hilft dabei, rentable Quoten auf dem deutschen Markt zu identifizieren. Alle hier präsentierten Berechnungen basieren auf den Vorgaben des deutschen Glücksspielstaatsvertrages 2021 und dem aktuellen Rennwett- und Lotteriegesetz.
Die gesetzliche Grundlage der Wettsteuer in Deutschland
Die gesetzliche Basis für die Erhebung der Abgabe bildet § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes. Jeder Sportwettenanbieter, der seine Dienste auf dem deutschen Markt anbietet, muss diese Abgabe an das zuständige Finanzamt abführen. Dies gilt unabhängig davon, ob der Buchmacher seinen Firmensitz im Inland oder im Ausland hat. Maßgeblich ist ausschließlich der Wohnsitz des Kunden im Bundesgebiet. Der Gesetzgeber verfolgt mit dieser Besteuerung zwei Hauptziele. Zum einen sollen staatliche Einnahmen generiert werden. Zum anderen dient die Maßnahme der Lenkung des Glücksspielmarktes. Die Behörden möchten den Markt für legale Sportwetten überschaubar und regulierbar halten. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL, überwacht die Einhaltung sämtlicher gesetzlicher Vorgaben streng. Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten ohne die entsprechende Erlaubnis der GGL sind in Deutschland verboten. Buchmacher, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen, führen die Abgabe ordnungsgemäß ab. Unregulierte Anbieter versuchen oft, diese Steuer zu umgehen. Das birgt für Tipper erhebliche juristische und finanzielle Risiken. Wer bei einem nicht lizenzierten Anbieter wettet, verliert den Schutz der deutschen Verbraucherrechte. Zudem droht bei Schwarzmarktanbietern der Verlust des eingesetzten Kapitals. Legalität schafft Rechtssicherheit. Deshalb bildet die Erlaubnis nach dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 das fundamentale Fundament für ein sicheres Wetterlebnis.
Die drei Rechenmodelle der Buchmacher im Vergleich
Sportwettenanbieter in Deutschland nutzen drei verschiedene Methoden, um mit der Abgabe umzugehen. Jede Methode hat direkte Auswirkungen auf den Auszahlungsbetrag. Das erste Modell ist der direkte Steuerabzug vom Wetteinsatz. Hierbei berechnet der Anbieter die Abgabe sofort beim Platzieren des Wettscheins. Wer 100 Euro setzt, wettet effektiv tatsächlich nur mit einem verringerten Betrag. Bei einem Satz von 5 Prozent verbleiben genau 95 Euro als echter Wetteinsatz auf dem Schein. Das zweite Modell ist der Steuerabzug vom Bruttogewinn. Dieses Modell kommt bei sehr vielen lizenzierten deutschen Wettanbietern zum Einsatz. Hier wettet der Kunde mit dem vollen Wetteinsatz von beispielsweise 100 Euro. Verliert der Wettschein, trägt der Buchmacher die Steuer für diesen Verlusttipp aus eigenen Mitteln. Gewinnt der Schein hingegen, zieht der Wettanbieter 5 Prozent vom gesamten Bruttogewinn ab. Das dritte Modell bezeichnet man als wettsteuerfreie Sportwette. In diesem Fall übernimmt der Buchmacher die Abgabe vollständig für den Kunden. Der Spieler setzt 100 Euro und erhält im Gewinnfall den ungekürzten Betrag aus Wetteinsatz mal Quote. Dieses Modell klingt auf den ersten Blick am attraktivsten für den Verbraucher. Allerdings kompensieren Buchmacher diese Ausgabe häufig durch etwas niedrigere Quoten. Die genaue Analyse der mathematischen Details zeigt schnell, welches Modell sich für welche Wettstrategie am besten eignet.
Rechenbeispiel 1: Steuerabzug direkt vom Wetteinsatz
Um die Auswirkungen der Steuer beim Abzug vom Einsatz zu verdeutlichen, dient ein einfaches mathematisches Beispiel. Ein Tipper zahlt einen Betrag von 100 Euro auf sein Kundenkonto ein. Er entscheidet sich für eine Einzelwette mit einer Quote von 2,00 auf ein Fußballspiel der Bundesliga. Der Buchmacher wendet das Modell des direkten Abzugs vom Einsatz an. Bei einer Steuer von 5 Prozent werden direkt 5,00 Euro an das Finanzamt abgeführt. Der tatsächliche Wetteinsatz beträgt somit exakt 95,00 Euro. Gewinnt die gewählte Mannschaft das Spiel, multipliziert der Wettanbieter den verbliebenen Einsatz mit der Wettquote. Die Rechnung lautet: 95,00 Euro mal 2,00 ergibt eine Auszahlung von 190,00 Euro. Der Reingewinn liegt in diesem Fall bei 90,00 Euro, da der ursprüngliche Gesamteinsatz 100 Euro betrug. Verliert der Wettschein, ist das gesamte Guthaben von 100 Euro verloren. Der Anbieter hat in diesem Fall 5 Euro an Steuer gezahlt und 95 Euro behalten. Wichtig zu erkennen ist der Unterschied zum zweiten Modell. Der effektive Ertrag verändert sich bei dieser Variante bereits vor der eigentlichen Spielentscheidung. Wer regelmäßig Wetten mit niedrigen Quoten platziert, spürt die Reduzierung des Einsatzes besonders stark. Aus diesem Grund sollte die Netto-Quote vor der Scheinabgabe stets manuell nachgerechnet werden.
Rechenbeispiel 2: Steuerabzug vom Bruttogewinn im Erfolgsfall
Beim zweiten verbreiteten Modell wird der Steuerabzug erst wirksam, wenn der Wettschein gewinnt. Nehmen wir erneut den Einsatz von 100 Euro bei einer Wettquote von 2,00. Der Spieler platziert die Wette mit dem vollständigen Betrag von 100 Euro. Sollte der Tipp nicht aufgehen und die Wette verloren gehen, verliert der Spieler exakt seine 100 Euro. Der Wettanbieter muss in diesem Fall die gesetzliche Abgabe für den erfolglosen Tipp aus der eigenen Marge begleichen. Der Kunde zahlt keine zusätzliche Gebühr. Wenn der Tipp jedoch erfolgreich ist, berechnet sich die Auszahlung wie folgt. Der Bruttogewinn beträgt zunächst 100 Euro mal 2,00, also 200 Euro. Von diesem Bruttogewinn zieht der Wettanbieter nun 5 Prozent Steuer ab. 5 Prozent von 200 Euro entsprechen exakt 10,00 Euro. Der Nettogewinn inklusive Wetteinsatz beläuft sich somit auf 190,00 Euro. Bei einer Quote von 2,00 führen Modell 1 und Modell 2 mathematisch zum identischen Endbetrag von 190,00 Euro. Bei abweichenden Quoten entstehen jedoch feine Unterschiede. Bedenkt man die genaue Gesetzgebung mit 5,3 Prozent nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz, fiele der Abzug bei 200 Euro Bruttogewinn auf 10,60 Euro. Die Auszahlung betrüge dann 189,40 Euro. Viele Wettanbieter runden diese Werte zu Gunsten der Nutzer ab oder arbeiten mit exakten Cent-Beträgen auf dem Abrechnungsschein.
Rechenbeispiel 3: Buchmacher übernimmt die Wettsteuer komplett
Einige Buchmacher werben aktiv damit, dass Kunden keine Abgaben zahlen müssen. Der Wettanbieter trägt die Steuerlast in diesem Fall vollständig selbst. Ein Rechenbeispiel veranschaulicht diesen Fall deutlich. Der Spieler setzt wiederum 100 Euro auf eine Quote von 2,00. Der komplette Einsatz von 100 Euro wandert auf den Wetteinsatz. Im Erfolgsfall wird der Auszahlungsbetrag ohne Abzüge berechnet. 100 Euro mal 2,00 ergibt genau 200,00 Euro Auszahlung. Der Reingewinn beträgt somit volle 100,00 Euro. Der Buchmacher muss die gesetzlich geschuldete Abgabe dennoch an das deutsche Finanzamt abführen. Bei der gesetzlichen Steuer von 5,3 Prozent führt der Anbieter 5,30 Euro direkt ab. Sein eigener Rohertrag verringert sich dadurch entsprechend. Um diese Kosten zu kompensieren, passen steuerfreie Anbieter häufig ihre Quoten an. Eine Quote, die bei einem steuerpflichtigen Anbieter bei 2,10 liegt, könnte beim steuerfreien Anbieter nur 2,00 betragen. Vergleicht man 100 Euro mal 2,10 abzüglich 5 Prozent Steuer (Ergebnis: 199,50 Euro) mit den steuerfreien 200 Euro, zeigt sich die Relevanz eines exakten Quotenvergleichs. Nicht jede steuerfreie Wette ist automatisch rentabler. Die absolute Höhe der gebotenen Quote bestimmt letztlich den tatsächlichen finanziellen Vorteil für den Verbraucher.
Die Formel zur Berechnung der Netto-Quote
Die Netto-Quote ist der entscheidende Wert für jeden mathematisch orientierten Sportwetter. Sie gibt an, welche tatsächliche Wettquote unter Berücksichtigung der Steuer wirksam wird. Wenn der Wettanbieter die Steuer vom Gewinn oder Einsatz abzieht, sinkt die nominelle Quote auf eine niedrigere Netto-Quote. Die mathematische Formel für das Modell mit Gewinnabzug lautet: Netto-Quote = Brutto-Quote mal (1 minus Steuersatz). Bei einem Steuersatz von 5 Prozent entspricht dies einem Multiplikator von 0,95. Bietet ein Buchmacher eine Wettquote von 1,80 an und zieht 5 Prozent Steuer ab, berechnet sich die Netto-Quote wie folgt: 1,80 mal 0,95 ergibt 1,71. Der Wetteinsatz von 100 Euro führt bei dieser Netto-Quote zu einer Auszahlung von 171,00 Euro. Bei einer Wette ohne Steuerabzug müsste die Quote mindestens 1,71 betragen, um denselben Ertrag zu erzielen. Wenn der Anbieter die Steuer von 5,3 Prozent anwendet, lautet der Faktor 0,947. Eine Brutto-Quote von 1,80 sinkt in diesem Fall auf eine Netto-Quote von etwa 1,7046. Das Verständnis dieser Formel ermöglicht den direkten Vergleich zweier Wettanbieter. Ein Anbieter mit Wettsteuer und einer Quote von 2,10 bietet eine Netto-Quote von 1,995. Er ist damit immer noch attraktiver als ein steuerfreier Anbieter mit einer Quote von 1,95. Der ständige Vergleich von Netto-Quoten verhindert Fehlentscheidungen bei der Tippabgabe.
Einfluss der Wettsteuer auf den mathematischen Auszahlungsschlüssel
Der Auszahlungsschlüssel, oft auch als Return to Player (RTP) bezeichnet, gibt den prozentualen Anteil der Einsätze an, den ein Buchmacher im Durchschnitt an die Spieler zurückzahlt. Im Bereich der Online-Sportwetten liegt dieser Schlüssel bei Top-Ligen wie der Champions League oder der Fußball-Bundesliga meist zwischen 93 und 96 Prozent. Die staatliche Wettsteuer von 5 Prozent beziehungsweise 5,3 Prozent verringert diesen Auszahlungsschlüssel direkt. Wenn ein Buchmacher einen theoretischen Auszahlungsschlüssel von 95 Prozent bietet und die Steuer voll an den Kunden weitergibt, sinkt die reale Rückzahlungsquote auf rund 90 Prozent. Das bedeutet, dass von 100 Euro Gesamteinsatz aller Kunden im Schnitt nur 90 Euro als Gewinne ausgeschüttet werden. Die restlichen 10 Euro verteilen sich auf die staatliche Steuer und die Marge des Wettanbieters. Bei Kombinationswetten verstärkt sich dieser Effekt nicht direkt auf den Steuersatz, da die Steuer nur einmal auf den Endgewinn berechnet wird. Dennoch führt jede Verrechnung zu einer Erhöhung der mathematischen Hürde, um langfristig Gewinne zu erzielen. Um profitabel zu wetten, muss ein Spieler eine Trefferquote erreichen, die über der theoretischen Wahrscheinlichkeit der Netto-Quote liegt. Daher lohnt sich die genaue Betrachtung des Auszahlungsschlüssels für jede gewählte Wettart.
Unterschiede zwischen lizenzierter GGL-Regulierung und Offshore-Anbietern
Seit Juli 2021 reguliert die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) den deutschen Sportwettenmarkt auf Basis des Glücksspielstaatsvertrages 2021. Alle in Deutschland zugelassenen Wettanbieter halten sich strikt an die gesetzlichen Abgabepflichten nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz. Zudem sind diese Anbieter an zentrale Schutzsysteme angeschlossen. Dazu gehören das spielerübergreifende Einzahlungslimit im LUGAS-System sowie die bundesweite Sperrdatei OASIS. Manche unregulierte Anbieter mit Lizenzen aus Curaçao oder anderen Offshore-Gebieten werben mit dem Verzicht auf die deutsche Wettsteuer und völlig uneingeschränkten Limits. Solche Angebote bergen jedoch erhebliche Gefahren für Verbraucher. Unregulierte Buchmacher unterliegen nicht der Aufsicht der GGL. Bei Streitigkeiten über Gewinnauszahlungen stehen deutsche Kunden ohne rechtlichen Beistand da. Zudem führen diese Anbieter keine Steuern in Deutschland ab, was rechtliche Grauzonen schafft. Ein transparenter und sicherer Wettbetrieb ist nur bei Anbietern gegeben, die auf der offiziellen Whitelist der GGL geführt werden. Die Zahlung der Wettsteuer bei lizenzierten Anbietern garantiert, dass der Wettbetrieb legal verläuft und strenge Maßnahmen zum Spielerschutz eingehalten werden. Verbraucherschutz und Rechtssicherheit wiegen deutlich schwerer als die vermeintliche Ersparnis durch das Umgehen der staatlichen Abgabe.
Besonderheiten bei Live-Wetten und Sonderwettformen
Die Handhabung der Wettsteuer unterscheidet sich bei verschiedenen Wettarten in der Praxis kaum, hat jedoch spezifische Auswirkungen auf schnelle Wettformen. Besonders bei Live-Wetten, wo Quoten im Sekundentakt schwanken, spielt die Netto-Quote eine kritische Rolle. Wer während eines laufenden Fußballspiels eine schnelle Wette platziert, hat oft keine Zeit für langwierige mathematische Berechnungen. Wenn ein Buchmacher 5 Prozent Steuer auf den Gewinn erhebt, muss die gewählte Live-Quote hoch genug sein, um das Verlustrisiko abzudecken. Auch bei Systemwetten oder Mehrfach-Kombinationen ist Vorsicht geboten. Da der Steuerabzug bei Gewinn vom Gesamtertrag berechnet wird, trifft der Abzug den Bruttogewinn des gesamten Scheins. Bei großen Kombinationen mit hohen Quoten kann der absolute Steuerbetrag dreistellige Euro-Summen erreichen. Ein Beispiel: Eine Kombinationswette mit 10 Euro Einsatz erzielt durch hohe Quoten einen Gewinn von 2.000 Euro. Bei einem Steuerabzug von 5 Prozent gehen genau 100 Euro direkt an das Finanzamt. Der Nettogewinn beträgt 1.900 Euro. Trotz des Abzugs bleibt der Gewinn hoch, jedoch sollte der Abzug bei der persönlichen Ertragsrechnung stets eingeplant werden. Seriöse deutsche Wettanbieter weisen den Steuerbetrag bereits vor der finalen Abgabe des Scheins transparent im Wettschein-Menü aus.
Steuerrechtliche Pflichten für private Wettkunden
Viele Sportwetter stellen sich die Frage, ob sie erzielte Wettgewinne in ihrer persönlichen Einkommensteuererklärung angeben müssen. In Deutschland gilt der Grundsatz, dass Gewinne aus privaten Sportwetten einkommensteuerfrei sind. Dies regelt das deutsche Einkommensteuergesetz (EStG), da Glücksspielgewinne nicht zu den sieben Einkunftsarten nach § 2 EStG zählen. Die Pflicht zur Entrichtung der Wettsteuer liegt gesetzlich ausschließlich beim Veranstalter beziehungsweise Vermittler der Sportwette. Der private Tipper muss keine zusätzlichen Steuern auf seine ausgezahlten Wettgewinne an das Finanzamt überweisen. Ein Sonderfall kann lediglich entstehen, wenn jemand Sportwetten gewerbsmäßig betreibt und seinen Lebensunterhalt dauerhaft und planmäßig damit bestreitet. Die rechtliche Hürde für eine Einstufung als Gewerbe ist im Bereich Glücksspiel jedoch extrem hoch. Für den normalen Freizeit-Tipper bleibt jeder Gewinn steuerfrei. Die bereits beim Buchmacher verrechnete 5 Prozent Wettsteuer (oder 5,3 Prozent) deckt sämtliche steuerlichen Verpflichtungen gegenüber dem deutschen Staat vollständig ab. Banküberweisungen von lizenzierten Wettanbietern auf das private Konto erfordern somit keine nachträgliche Versteuerung durch den Kunden. Dennoch empfiehlt sich die Aufbewahrung von Abrechnungsbelegen für etwaige Nachfragen von Banken bezüglich Herkunftsnachweisen.
Strategische Tipps für den Umgang mit der Wettsteuer
Um die finanzielle Belastung durch die staatliche Abgabe möglichst gering zu halten, können Tipper gezielte Strategien anwenden. Der erste Schritt ist die regelmäßige Nutzung von Quotenvergleichen. Verschiedene lizenzierte Anbieter weisen für dasselbe Spiel oft unterschiedliche Quoten auf. Ein Anbieter, der die Steuer vom Gewinn abzieht, aber eine deutlich höhere Quote bietet, ist oft lukrativer als ein Anbieter ohne Steuerabzug mit niedrigerer Quote. Ein weiterer Aspekt ist die Nutzung von Wettbonus-Aktionen. Manche Buchmacher gewähren Neukunden oder Bestandskunden steuerfreie Wetten im Rahmen von Sonderaktionen. Hierbei übernimmt der Anbieter die Steuer für bestimmte Spiele oder Wochentage. Es lohnt sich, solche Aktionen aufmerksam zu verfolgen. Zudem sollte stets das eigene Budget im Blick behalten werden. Das LUGAS-System begrenzt monatliche Einzahlungen anbieterübergreifend auf maximal 1.000 Euro gemäß § 6a GlüStV 2021. Dieses Limit dient dem Schutz der Spieler vor Überschuldung. Die Wettsteuer reduziert den langfristigen Ertrag, weshalb ein diszipliniertes Bankroll-Management unverzichtbar ist. Wer starr auf steuerfreie Angebote setzt, übersieht oft bessere Netto-Quoten bei regulären Anbietern. Mathematische Präzision schlägt Bauchgefühl bei jedem Wettschein.
Verantwortungsbewusstes Spielen und Hilfsangebote
Neben den finanziellen und mathematischen Faktoren steht der Spielerschutz an oberster Stelle des deutschen Glücksspielstaatsvertrages 2021. Das Erheben der Wettsteuer dient nicht zuletzt der Regulierung eines Marktes, der Risiken birgt. Glücksspiel und Sportwetten können süchtig machen. Die Nutzung von Sportwetten sollte stets als Unterhaltung und niemals als verlässliche Einkommensquelle verstanden werden. Das gesetzliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat nach § 6a GlüStV 2021 schützt Verbraucher vor zu hohen finanziellen Verlusten. Wer merkt, dass das eigene Wettverhalten außer Kontrolle gerät oder Wetten zur Kompensation von Verlusten genutzt werden, sollte sofort handeln. Über das bundesweite Sperrsystem OASIS können sich Spieler selbstständig oder durch Fremdsperren vom Spielbetrieb ausschließen lassen. Betroffene und Angehörige finden kostenlose und anonyme Hilfe bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die BZgA ist telefonisch unter der kostenfreien Hotline 0800 1 372 700 erreichbar. Ein bewusster und kontrollierter Umgang mit Sportwetten ist die Grundvoraussetzung für ein sicheres Fahrwasser im Bereich der Online-Unterhaltung.
Häufig gestellte Fragen
Wer muss die 5 Prozent Wettsteuer in Deutschland bezahlen?
Laut Gesetz schuldet der Sportwettveranstalter die Abgabe an das deutsche Finanzamt. Die meisten lizenzierten Buchmacher reichen die Steuer jedoch direkt oder im Gewinnfall an den Kunden weiter. Für private Spieler fallen keine nachträglichen Einkommensteuern auf Wettgewinne an.
Wie unterscheidet sich die Wettsteuer vom Einsatz vom Abzug beim Gewinn?
Beim Abzug vom Einsatz verringert sich das gewettete Kapital sofort um 5 Prozent, sodass nur 95 Prozent als eigentlicher Einsatz wirken. Beim Abzug vom Bruttogewinn wird der volle Einsatz gesetzt und die 5 Prozent Steuer fällt erst an, wenn der Wettschein gewinnt. Mathematisch führen beide Wege bei gleicher Quote zum gleichen Endauszahlungsbetrag.
Warum beträgt die gesetzliche Wettsteuer seit 2021 eigentlich 5,3 Prozent?
Im Zuge der Neuregelung des Rennwett- und Lotteriegesetzes im Juli 2021 wurde der Steuersatz von ursprünglich 5,0 auf 5,3 Prozent angehoben. Viele Buchmacher runden diesen Satz im Kundenverkehr weiterhin auf 5 Prozent ab oder übernehmen die Differenz aus eigenen Mitteln. Der Gesetzgeber passte die Steuer parallel zum neuen Glücksspielstaatsvertrag an.
Sind Sportwetten ohne Wettsteuer legal?
Ja, aber nur wenn der Wettanbieter auf der offiziellen Whitelist der GGL geführt wird und die Abgabe aus eigener Marge zahlt. Unregulierte Offshore-Anbieter ohne deutsche Lizenz bieten oft steuerfreie Wetten an, agieren jedoch auf dem Schwarzmarkt. Das Wetten bei unlizenzierten Buchmachern birgt hohe Risiken für Gewinnauszahlungen und Datenschutz.
Was versteht man unter der Netto-Quote bei Sportwetten?
Die Netto-Quote ist die tatsächliche Quote nach Abzug der Wettsteuer. Sie lässt sich berechnen, indem die Brutto-Quote des Buchmachers mit dem Faktor 0,95 (bei 5 Prozent Steuer) multipliziert wird. Eine angebotene Brutto-Quote von 2,00 entspricht somit einer effektiven Netto-Quote von 1,90.
Wer hilft bei Fragen oder Problemen zum Thema Glücksspielsucht?
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet unabhängige und anonyme Hilfsangebote an. Unter der gebührenfreien Servicenummer 0800 1 372 700 erhalten Betroffene und Angehörige professionelle Beratung. Zudem ermöglicht das bundesweite OASIS-Sperrsystem den sofortigen Selbstschutz durch eine Spielersperre.
