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Regulierung

Frankreich blockiert Polymarket: Harte Linie gegen unregulierte Vorhersagemärkte

20. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Frankreich blockiert Polymarket: Harte Linie gegen unregulierte Vorhersagemärkte

Die französische Glücksspielbehörde ANJ hat Internetanbieter angewiesen, den Zugang zu Polymarket zu sperren. Allein im Juni verzeichnete die Plattform 578.751 Besuche aus Frankreich.

Frankreich legt sich mit voller Härte ins Zeug gegen unregulierte Vorhersagemärkte. Die nationale Glücksspielbehörde, die Autorité Nationale des Jeux (ANJ), hat jetzt Provider angewiesen, den Zugang zur Plattform Polymarket zu sperren. Die ANJ nennt dies einen Verstoß gegen die Glücksspielgesetze des Landes. Werbung für solche Dienste kann mit Bußgeldern von bis zu 114.000 US-Dollar geahndet werden.

Das Vorgehen der Franzosen ist Teil einer europaweiten Initiative. Staaten wie Deutschland, Italien und Spanien haben bereits ähnliche Schritte unternommen. Dies zeigt, wie ernst die europäischen Regulierungsbehörden das Problem der unregulierten Vorhersagemärkte nehmen, die sich rasant verbreiten.

Zahlen und Fakten

Französische Internetanbieter müssen den Zugang zu Polymarket auf nationaler Ebene blockieren. Dies ist eine direkte Anweisung der ANJ. Die Behörde sieht in Polymarket eine Verletzung der nationalen Glücksspielgesetze. Polymarket selbst bestreitet dies. Die ANJ weist darauf hin, dass jegliche Werbung für unautorisierte Wett- oder Glücksspielseiten strafbar ist. Dafür drohen Strafen von bis zu 114.000 US-Dollar.

Die Effizienz dieses Verbots muss sich noch zeigen. Polymarket verzeichnete allein im Juni 578.751 Besuche aus Frankreich. Das ist eine beachtliche Nutzerbasis. Dieser Fall zeigt eine größere Tendenz in Europa. Mehrere Länder gehen aktiv gegen unregulierte Glücksspielangebote vor. Dazu gehören auch Deutschland, Italien und Spanien. Die niederländische Kansspelautoriteit (KSA) verhängte bereits 2022 eine Geldstrafe von bis zu 840.000 Euro gegen Polymarket. Das Unternehmen Adventure One QSS, das hinter Polymarket steht, hat demnach ohne Lizenz operiert.

Hintergrund

Vorhersagemärkte erleben europaweit einen Boom. Die sogenannten „Trades“ betreffen oft politische Wetten. Doch auch militärische Konflikte in Venezuela, Iran und der Ukraine sowie Sportergebnisse werden gehandelt. Selbst die Art der Strafe in prominenten Gerichtsverfahren wird zum Wettobjekt. Diese Entwicklung bereitet den Regulierungsbehörden Sorgen. Sie befürchten Insiderhandel und mangelnden Spielerschutz. In den USA musste Polymarket bereits 2022 eine Strafe von 1,4 Millionen US-Dollar zahlen. Die US Commodity Futures Trading Commission sah hier nicht registrierte binäre Optionen.

Die niederländische KSA stellte fest, dass Polymarket Zahlungen von niederländischen Banken akzeptierte. Mastercard-Zahlungen wurden über eine niederländische Bank abgewickelt. Zahlungsanweisungen erschienen sogar auf Niederländisch. Dies weist auf aktives Targeting niederländischer Kunden hin. Die KSA lehnte die Verteidigung von Polymarket ab, dass es sich nicht um traditionelles Glücksspiel handle. Ella Seijsener, Direktorin für Lizenzierung und Aufsicht bei der KSA, betonte:

„Vorhersagemärkte sind auf dem Vormarsch, auch in den Niederlanden. Diese Art von Unternehmen bietet Wetten an, die auf unserem Markt unter keinen Umständen erlaubt sind, nicht einmal für Lizenzinhaber. Neben den sozialen Risiken solcher Vorhersagen - zum Beispiel der potenziellen Einfluss auf Wahlen - kommen wir zu dem Schluss, dass dies illegales Glücksspiel darstellt. Wer keine Lizenz hat, hat auf unserem Markt nichts zu suchen. Dies gilt auch für diese neuen Glücksspielplattformen.“ - Ella Seijsener, Direktorin für Lizenzierung und Aufsicht bei der KSA

Viele europäische Behörden behandeln Vorhersagemärkte entweder als illegales Glücksspiel oder als unlizenzierte Finanzinstrumente. Frankreichs ANJ warnte, dass diese Plattformen „nicht in Frankreich autorisiert sind und als illegale Glücksspieldienste gelten.“ Sie weisen Merkmale auf, die süchtig machen, ohne die Schutzmechanismen des legalen Glücksspielmarktes. Dazu gehören fehlende Ausgabenlimits oder Identitätsprüfungen. Länder wie Deutschland, Belgien, Portugal, die Schweiz, Rumänien und Polen haben bereits den Zugang zu Polymarket blockiert.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Spieler in Deutschland bedeutet das französische Vorgehen eine Bestätigung des strengen Kurses der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Die GGL ist für die Regulierung des Online-Glücksspiels in Deutschland zuständig. Sie verfolgt unlizenzierte Anbieter vehement. Plattformen wie Polymarket, die keine deutsche Lizenz besitzen, sind in Deutschland illegal. Spieler, die solche Angebote nutzen, bewegen sich außerhalb des gesetzlichen Rahmens. Sie genießen keinen Spieler- und Verbraucherschutz. Deutsche Spieler sollten ausschließlich auf der sogenannten GGL-Whitelist gelistete Casinos nutzen. Diese erfüllen strenge Auflagen des Glücksspielstaatsvertrags 2021. Dazu gehören Einsatzlimits von einem Euro pro Spin bei Spielautomaten. Auch ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro gehört dazu. Zudem werden über das zentrale Überwachungssystem LUGAS spielübergreifende Limits und ein aktiver Spielerschutz gewährleistet. Das französische Beispiel zeigt erneut: Unregulierte Plattformen werden in Europa nicht akzeptiert.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Online-Casinos mit GGL-Lizenz in Deutschland ist das Vorgehen Frankreichs ein klares Signal. Es stärkt die Position der lizenzierten Anbieter. Der Druck auf unregulierte Märkte nimmt europaweit zu. Die Investitionen in Compliance und Spielerschutz innerhalb der regulierten Märkte sind hoch. Solche Maßnahmen der ANJ schaffen gleiche Wettbewerbsbedingungen. Sie schützen die integrität des Marktes. Regulierte Casinos müssen sich an strenge Regeln halten. Das betrifft Werbung, Spielsuchtprävention und Limits. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 ist ein robustes Regelwerk. Es schützt Spieler bestmöglich. Eine konsequente Durchsetzung dieser Regeln durch europäische Behörden ist essenziell. Sie verhindert die Abwanderung von Spielern zu unseriösen Anbietern. Die GGL kann sich hier weiterhin auf eine starke europäische Rückendeckung verlassen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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