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Spielerschutz

Studie aus Mississippi: Spielsucht bei Studenten eng mit psychischen Leiden verknüpft

12. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Studie aus Mississippi: Spielsucht bei Studenten eng mit psychischen Leiden verknüpftKI-GENERIERT

Eine Untersuchung an acht Universitäten in Mississippi zeigt, dass 7 Prozent der befragten Studenten Symptome von problematischem Glücksspiel aufweisen und fast alle Betroffenen unter psychischen Belastungen leiden.

Die psychische Gesundheit von jungen Erwachsenen an amerikanischen Hochschulen steht erneut im Fokus der Forschung. Eine Untersuchung im US-Bundesstaat Mississippi hat ergeben, dass studentische Glücksspielprobleme fast immer Hand in Hand mit emotionalen oder psychischen Leiden gehen. Diese Erkenntnisse erweitern das Verständnis darüber, wie junge Menschen auf den wachsenden Druck im akademischen Umfeld reagieren. Oft dient das Glücksspiel dabei als vermeintlicher Ausweg aus einer Spirale aus Stress und finanziellen Sorgen.

Besonders besorgniserregend ist die Erkenntnis, dass Hilfsangebote nicht im gleichen Maße gewachsen sind wie der Zugang zu Wetten und Vorhersagemärkten. Die Forscher betonen, dass die Ergebnisse nicht nur für Mississippi, sondern landesweit als Warnsignal verstanden werden sollten. Junge Erwachsene gelten als eine der am stärksten gefährdeten Gruppen, da sie sich in einer Phase der finanziellen und persönlichen Instabilität befinden.

Zahlen und Fakten

Die Erhebung, die im International Journal of Mental Health and Addiction veröffentlicht wurde, stützt sich auf eine Stichprobe von 1.800 Studenten an acht staatlich finanzierten Universitäten. Ein Viertel dieser Studenten gab an, bereits an Glücksspielen teilgenommen zu haben. Davon wiesen etwa 7 Prozent deutliche Symptome eines problematischen Spielverhaltens auf. Nicholas McAfee, Direktor des William Magee Center for AOD and Wellness Education an der University of Mississippi, leitete die Studie. Er stellte fest, dass nahezu jeder Student in der Stichprobe, der Spielprobleme zeigte, auch von psychischen Problemen berichtete. Dieses Muster war über alle untersuchten Bildungseinrichtungen hinweg konsistent.

„Die Forschung wurde im Jahr 2021 durchgeführt und berücksichtigte nicht den aktuellen Stand der Dinge beim Glücksspiel. Viele Dinge haben sich in den letzten Jahren geändert, wie etwa die gestiegene Anzahl von Prognosemärkten, auf die oft Personen unter 21 Jahren zugreifen können.“ - Nicholas McAfee, Direktor des William Magee Centers an der University of Mississippi

Hintergrund

Ein zentraler Aspekt der Debatte ist die Frage nach Ursache und Wirkung. Rory Pfund, Professor für Psychiatrie am Health Science Center der University of Tennessee, wirft die Frage auf, ob das Glücksspiel psychische Probleme verursacht oder ob bereits bestehende psychische Störungen Menschen dazu verleiten, ihr Glück beim Spiel zu suchen. Fakt ist, dass psychisch belastete Personen dazu neigen, Belohnungssysteme wie Glücksspiel oder Substanzmissbrauch zu nutzen, um kurzfristige Erleichterung zu finden. Dieser Mechanismus ist bei Studenten besonders gefährlich, da sie oft unter akademischem Leistungsdruck stehen.

Zusätzlich zeigen Vergleichsdaten, dass auch andere Gruppen wie Militärangehörige oder Minderheiten ähnliche Muster aufweisen. Laut Shane Kraus von der University of Nevada Las Vegas gehen Spielsucht und psychische Erkrankungen wie PTBS oder Depressionen oft zusammen. Bei Minderheiten wurde zudem ein Zusammenhang zwischen Diskriminierungserfahrungen und Suchtverhalten festgestellt. Diese Betroffenen nutzen das Spiel oft als Bewältigungsstrategie gegen soziale Ausgrenzung oder Rassismus.

„Der politische Rückhalt bleibt begrenzt. Mississippi hat kaum oder gar keine speziellen Ressourcen für Glücksspielprobleme. Die Ergebnisse sollten die politischen Entscheidungsträger dazu bewegen, einen Finanzierungsmechanismus für Unterstützung zu schaffen.“ - Rory Pfund, außerordentlicher Professor für Psychiatrie an der University of Tennessee

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist der Spielerschutz durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) strenger geregelt als in vielen US-Bundesstaaten. Für junge Spieler, die in Deutschland leben, gelten klare Schutzmechanismen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System. Zudem sorgt die Sperrdatei OASIS dafür, dass gefährdete Personen sich selbst oder durch Dritte sperren lassen können. Während in den USA der Zugang für Unter-21-Jährige oft kritisiert wird, ist in Deutschland das Glücksspiel strikt erst ab 18 Jahren erlaubt. Dennoch bleibt die psychische Komponente auch hierzulande wichtig: Wer merkt, dass er aus Stress oder wegen finanzieller Sorgen spielt, sollte sofort Hilfe suchen. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) achtet darauf, dass lizenzierte Anbieter Warnsignale ernst nehmen und Präventionskurse anbieten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz bedeutet diese Studie eine Bestätigung ihrer strengen Auflagen. Casinos auf der Whitelist müssen sicherstellen, dass sie keine Spielformen anbieten, die besonders hohe Suchtanreize für vulnerable Gruppen wie Studenten schaffen. Das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten ist eine direkte Reaktion darauf, schnelle finanzielle Verluste zu verhindern. Anbieter in Deutschland sind verpflichtet, Spielerschutzkonzepte umzusetzen, die weit über das hinausgehen, was in Mississippi aktuell gefordert wird. Wer bei einem MGA- oder Curacao-Casino spielt, verzichtet auf diese staatliche Aufsicht und setzt sich einem deutlich höheren Risiko aus, bei psychischen Problemen keine adäquate Hilfe durch das System zu erfahren.

Häufige Fragen

Wie verbreitet ist Spielsucht unter Studenten laut der Studie?

In der Untersuchung an acht Universitäten in Mississippi zeigten 7 Prozent der 1.800 befragten Studenten Symptome von problematischem Glücksspiel. Insgesamt gab ein Viertel der Studierenden an, bereits an Glücksspielen teilgenommen zu haben.

Welche Rolle spielt die psychische Gesundheit beim Glücksspiel?

Die Studie belegt einen starken Zusammenhang, da fast alle betroffenen Studenten auch über psychische Probleme berichteten. Forscher vermuten, dass Glücksspiel oft als Bewältigungsmechanismus für Stress, Depressionen oder finanzielle Sorgen genutzt wird.

Warum sind junge Erwachsene besonders gefährdet?

Junge Erwachsene befinden sich oft in instabilen Lebensphasen mit hohem Leistungsdruck und begrenzten finanziellen Mitteln. Zudem fehlen in vielen Regionen, wie etwa in Mississippi, ausreichende staatliche Mittel für gezielte Prävention und Therapieangebote.

Welchen Schutz bietet die deutsche Lizenz im Vergleich?

In Deutschland bietet die GGL-Lizenz durch den GlüStV 2021 Schutzmaßnahmen wie das 1.000 Euro Einzahlungslimit und die OASIS-Sperrdatei. Spieler bei lizenzierten Anbietern profitieren von strengen Kontrollen, die das Risiko einer unkontrollierten Spielsucht im Vergleich zu unregulierten Märkten deutlich senken.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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