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Regulierung

US-Steuerreform für Glücksspieler gerät ins Stocken

16. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
US-Steuerreform für Glücksspieler gerät ins StockenKI-GENERIERT

Die Hoffnung auf eine Rücknahme der US-Bundessteuererhöhungen für Spieler schwindet, während Pennsylvania für 2021/2022 Rekordsteuern von 962 Millionen Dollar aus Spielautomaten und Tischspielen meldete.

Die Aussichten auf einen bedeutenden steuerlichen Sieg für Glücksspieler in den USA haben sich im August 2026 drastisch verschlechtert. Der politische Schwung, der darauf abzielte, die massiven Steuererhöhungen aus dem sogenannten One Big Beautiful Bill rückgängig zu machen, ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. In Washington zeichnet sich ab, dass die verbleibende Zeit bis zum Jahresende kaum ausreichen wird, um das Thema auf die Agenda zu setzen. Der Kongress steht vor einer langen Liste von steuerpolitischen Pflichtaufgaben, die Vorrang vor den Anliegen der Glücksspiel-Lobby haben.

Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt in einer Phase, in der die Branche eigentlich auf Entlastung gehofft hatte. Die Chancen, dass steuerliche Änderungen an andere Gesetzesvorhaben gekoppelt werden, sind verschwindend gering. Während die Industrie in den letzten Jahren einen beispiellosen Boom erlebte, scheinen die politischen Entscheidungsträger nun eher darauf bedacht, die generierten Einnahmen zu sichern, anstatt sie durch Steuererleichterungen für Spieler zu schmälern. Dies gilt besonders in einem Umfeld, in dem viele Bundesstaaten ihre Haushalte durch die Abgaben aus dem iGaming und Sportwetten sanieren wollen.

Zahlen und Fakten

Ein Blick auf die nackten Zahlen verdeutlicht, warum das Thema Steuern so brisant ist. Im Geschäftsjahr 2021 und 2022 zahlte der landbasierte Sektor allein im Bundesstaat Pennsylvania 962 Millionen Dollar an Steuern auf Spielautomaten und Tischspiele. Das Online-Segment, auch als iGaming bekannt, steuerte weitere 341 Millionen Dollar bei. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Sportwetten, die trotz enormer medialer Präsenz lediglich 104 Millionen Dollar an Steuern einbrachten. Diese Diskrepanz liegt unter anderem an der geringen Marge der Sportwettenanbieter, die oft bei unter 10 Prozent liegt.

In New Jersey zeigt sich ein ähnliches Bild. Die dortige Division of Gaming Enforcement meldete für September 2022 einen Steuerbeitrag von 20 Millionen Dollar aus dem iGaming Bereich, der mit 15 Prozent auf den Bruttospielertrag (GGR) besteuert wird. Die landbasierten Casinos trugen 16 Millionen Dollar bei, während Sportwetten mit lediglich 5,3 Millionen Dollar das Schlusslicht bildeten. Diese Daten stützen die Argumentation der Regulierer, dass Online-Casinos eine weitaus stabilere und ergiebigere Steuerquelle darstellen als Wetten auf Sportereignisse.

Hintergrund

Die aktuelle politische Lage ist auch deshalb so festgefahren, weil das Jahr 2024 als Misserfolg für die Expansion des Glücksspiels gewertet wurde. Zum ersten Mal seit dem Fall des PASPA-Urteils im Jahr 2018 gab es in keinem einzigen US-Bundesstaat eine Ausweitung des legalen Glücksspiels. Staaten wie Alabama, die 2024 einen umfassenden Vorstoß für Lotterien und Casinos wagten, scheiterten im Senat. Selbst in Kalifornien, dem bevölkerungsreichsten Staat, herrscht nach der schweren Niederlage einer Volksabstimmung Stillstand. Dort blockieren sich kommerzielle Anbieter und die einflussreichen Stämme gegenseitig.

„Die Chancen auf einen großen Steuersieg für Glücksspieler in diesem Jahr schwinden zusehends. Die Dynamik zur Rückgängigmachung der Steuererhöhung ist ins Stocken geraten, da die Möglichkeiten begrenzt sind.“ - Vault Finanzanalyse, Analysten-Team bei Punchbowl News

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist die US-Debatte eine Erinnerung an die strengen steuerlichen Rahmenbedingungen im eigenen Land. Während in den USA über die Belastung der Spieler durch Bundessteuern gestritten wird, gilt in Deutschland seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 eine klare Regelung: Die Rennwett- und Lotteriestür besteuert Einsätze bei Online-Slots und Online-Poker mit 5,3 Prozent. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Auszahlungsquoten (RTP) in deutschen Casinos. Im Gegensatz zu den oft steuerfreien Gewinnen in MGA-Casinos oder der Karibik, müssen Anbieter mit deutscher GGL-Lizenz diese Abgabe kalkulieren, was oft zu niedrigeren RTP-Werten führt. Zudem greifen in Deutschland harte Schutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Spielautomaten. Die Transparenz und Sicherheit einer GGL-Lizenz steht hierbei über der steuerlichen Optimierung, die Spieler bei illegalen Anbietern suchen könnten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) müssen sich in diesem Hochsteuerumfeld behaupten. Sie konkurrieren mit dem Schwarzmarkt, der keine Steuern abführt und keine Limits einhält. Die Debatte in den USA zeigt, dass hohe Steuersätze die Attraktivität des legalen Marktes mindern können. In Deutschland führt die Kombination aus 5,3 Prozent Einsatzsteuer und strengen Spielerschutzauflagen dazu, dass GGL-Casinos besonders effizient wirtschaften müssen. Für die Spieler bedeutet das zwar mehr Sicherheit und Suchtprävention, aber eben auch ein Spielumfeld, das wirtschaftlich eng reguliert ist. Ein legaler Anbieter in Deutschland kann es sich nicht erlauben, die strengen Regeln des GlüStV 2021 zu ignorieren, da sonst der Entzug der Whitelist-Platzierung droht.

Häufige Fragen

Warum steigen die Steuern für Glücksspieler in den USA?

Durch das One Big Beautiful Bill Gesetz wurden die Abgaben für Spieler erhöht, um staatliche Einnahmen zu steigern. Die Lobbybemühungen, diese Erhöhungen rückgängig zu machen, sind aufgrund mangelnder parlamentarischer Zeit im Jahr 2026 gescheitert.

Welche Glücksspielform bringt dem Staat die meisten Steuern?

Online-Casinos (iGaming) generieren deutlich höhere Steuereinnahmen als Sportwetten, da die Margen stabiler sind. In New Jersey zahlte das iGaming im September 2022 etwa 20 Millionen Dollar Steuern, während Sportwetten nur 5,3 Millionen Dollar beisteuerten.

Warum stagniert die Legalisierung von Glücksspiel in den USA?

Im Jahr 2024 gab es erstmals keine neuen Legalisierungen, da politische Widerstände und komplexe Interessenkonflikte zwischen Stämmen und kommerziellen Anbietern, besonders in Staaten wie Kalifornien und Alabama, zunahmen.

Wie unterscheidet sich die steuerliche Lage in Deutschland?

In Deutschland wird eine Einsatzsteuer von 5,3 Prozent auf Online-Slots erhoben, was direkt durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 geregelt ist. Dies unterscheidet lizenzierte GGL-Anbieter von illegalen Angeboten aus Malta oder Curacao, die diese Abgaben oft umgehen.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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