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Spielerschutz

Illinois plant Reform des Spielerschutzes: Hürden für Selbstsperren sollen fallen

4. September 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Illinois plant Reform des Spielerschutzes: Hürden für Selbstsperren sollen fallenKI-GENERIERT

Die Glücksspielbehörde von Illinois plant neue Regeln zur Selbstsperre, da rund 383.000 Erwachsene im Bundesstaat bereits unter Spielsucht leiden.

Die Glücksspielaufsicht im US-Bundesstaat Illinois steht vor einer Zäsur beim Thema Spielerschutz. Das Illinois Gaming Board (IGB) hat am Donnerstag neue Regeln vorgeschlagen, um es Spielsüchtigen deutlich zu erleichtern, sich selbst vom legalen Glücksspiel auszuschließen. Aktuell ist das System mit Hürden gespickt, die viele Betroffene abschrecken. Wer sich sperren lassen möchte, muss oft persönlich in einem Casino erscheinen, was Experten als kontraproduktiv kritisieren, da die Versuchung direkt am Ort der Anmeldung lauert.

Die Dringlichkeit der Maßnahmen wird durch alarmierende Zahlen untermauert. Schätzungen zufolge leiden etwa 383.000 Erwachsene in Illinois an einer Spielsucht, während weitere 761.000 Personen als gefährdet gelten. Trotz dieser massiven Zahlen und steigender Steuereinnahmen aus dem Glücksspielsektor fließen bisher nur minimale Beträge in die Prävention und Behandlung. Ein Untersuchungsbericht zeigt auf, dass für jeweils 100 US-Dollar an Steuereinnahmen weniger als 6 Cent für die Suchthilfe ausgegeben wurden. Die vorgeschlagenen Änderungen könnten jedoch Jahre dauern, bis sie vollständig im gesamten System verankert sind.

Zahlen und Fakten

Bisher haben sich knapp 16.000 Menschen in das Register für Selbstausschluss eingetragen. Dies steht in krassem Gegensatz zu den Verlusten, die im Jahr 2025 bei Casinos, Spielautomaten, der Lotterie und Sportwetten insgesamt 7,8 Milliarden US-Dollar erreichten. Zum Vergleich: Im Jahr 2002, als die Liste eingeführt wurde, lagen die Verluste noch bei 2,5 Milliarden US-Dollar. Besonders problematisch ist das riesige Netzwerk von über 50.000 Spielautomaten in Bars und Tankstellen, die bisher nicht mit der Sperrliste synchronisiert sind.

Marcus Fruchter, Administrator des Illinois Gaming Board, betonte bei der Vorstellung der Regeln die Notwendigkeit, bürokratische Reibungspunkte zu minimieren:

„Die Forschung zeigt, dass Scham, Peinlichkeit, Stigmatisierung und verfahrenstechnische Reibungsverluste beim Eintritt zu den am häufigsten berichteten Barrieren gehören, die von Personen genannt werden, die eine Anmeldung zur Selbstsperre in Erwägung gezogen, aber nicht abgeschlossen haben." - Marcus Fruchter, Administrator des Illinois Gaming Board

Ein zentraler Punkt der Reform ist die Einführung flexiblerer Zeiträume. Bisher war eine Sperre oft nur für mindestens fünf Jahre möglich. Zukünftig sollen Optionen für sechs Monate, ein Jahr und drei Jahre hinzukommen. Zudem soll es Online-Portale und Möglichkeiten per notariell beglaubigter Post geben, um den Gang ins Casino zu vermeiden.

Hintergrund

Die Expansion des Glücksspiels in Illinois war in den letzten Jahren rasant. Seit dem Gaming Expansion Law von 2019 sind Sportwetten allgegenwärtig. Ein Betroffener namens Reeve L. berichtete, wie eine einfache 5-Dollar-Gratiswette während eines Baseballspiels eine Abwärtsspirale auslöste, die ihn 450.000 US-Dollar an Ersparnissen und 150.000 US-Dollar an Krediten kostete. Solche Schicksale verdeutlichen, dass die bisherigen Schutzmechanismen der digitalen Realität nicht mehr gewachsen sind. Das IGB plant nun, bis Ende 2027 alle 9.000 Standorte mit Spielautomaten technisch so aufzurüsten, dass Ausweislesegeräte gesperrte Personen sofort erkennen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

In Deutschland ist man Illinois in vielen Punkten voraus, was den zentralen Spielerschutz angeht. Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) gibt es mit OASIS ein bundesweites Sperrsystem, das sowohl für Online-Casinos als auch für Spielhallen gilt. Deutsche Spieler können sich bereits für kürzere Zeiträume sperren lassen, was als „Abkühlphase" dient. Dennoch ist die Diskussion in Illinois eine Mahnung für die hiesige Regulierung, dass technischer Schutz nur funktioniert, wenn er lückenlos ist. In Deutschland greifen zudem strikte Limits, wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Betreiber mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist der Abgleich mit der Sperrdatei tägliche Pflicht. Die Pläne in Illinois, Marketing für Personen nach der Sperre für 12 Monate zu untersagen, findet in Deutschland bereits eine Entsprechung in strengen Werberichtlinien. Deutsche Anbieter müssen sicherstellen, dass gefährdete Spieler gar nicht erst mit Bonusangeboten gelockt werden. Wer sich in Deutschland auf die Whitelist der GGL setzt, verpflichtet sich zu einem Standard, der in Illinois erst mühsam durch neue Gesetze und Millionen-Investitionen in IT-Systeme wie die von LNW Gaming aufgebaut werden muss.

Häufige Fragen

Wie viele Menschen in Illinois haben ein Glücksspielproblem?

Studien zufolge leiden etwa 383.000 Erwachsene unter Spielsucht und weitere 761.000 Personen gelten als gefährdet. Dies steht einem rasant wachsenden Markt gegenüber, in dem die Verluste jährlich steigen.

Was soll sich am Selbstsperre-Programm in Illinois ändern?

Es sollen Online-Anmeldungen ermöglicht und kürzere Sperrfristen von sechs Monaten bis zu drei Jahren eingeführt werden. Zudem dürfen Anbieter Personen, die eine Sperre beendet haben, ein Jahr lang nicht gezielt bewerben.

Warum ist die aktuelle Anmeldung zur Sperre in Illinois schwierig?

Bisher müssen Betroffene oft persönlich an Orten wie Casinos erscheinen, um sich auf die Liste setzen zu lassen. Dieser physische Kontakt mit Spielumgebungen stellt eine große psychologische Hürde und Versuchung dar.

Wie werden Spielautomaten in das neue System eingebunden?

Bis Ende 2027 sollen an allen 9.000 Standorten Ausweislesegeräte installiert werden, die mit der zentralen Datenbank verbunden sind. Ein Vertrag über 162 Millionen US-Dollar mit dem Unternehmen LNW Gaming soll diese technische Aufrüstung sicherstellen.

Welche Unterschiede gibt es zum Spielerschutz in Deutschland?

In Deutschland regelt der GlüStV 2021 bereits zentrale Systeme wie OASIS und LUGAS für alle lizenzierten Anbieter. Deutsche Spieler unterliegen zudem strengen Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin und monatlichen Einzahlungsgrenzen von 1.000 Euro.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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