Verfahren eingestellt: Anklage gegen Profi-Zocker William Roberts in Nevada fallen gelassen
KI-GENERIERTDie Justiz in Nevada stellt das Strafverfahren gegen den 57-jährigen William West Roberts ein. Ihm wurde vorgeworfen, ein illegales Buchmacher-Netzwerk im Millionenwert betrieben zu haben.
In Las Vegas wurde ein brisanter Fall rund um illegales Glücksspiel überraschend zu den Akten gelegt. William West Roberts, ein 57-jähriger professioneller Glücksspieler, stand im Fokus der Ermittlungen des Nevada Gaming Control Board (NGCB). Ihm wurde vorgeworfen, eine millionenschwere, nicht lizensierte Buchmacher-Operation betrieben zu haben. Nun sind alle Anklagepunkte gegen ihn fallengelassen worden, was eine erhebliche Wende in der juristischen Aufarbeitung des Falls darstellt.
Der Fall Roberts zeigt, wie komplex die Gemengelage zwischen privatem Streit und behördlichen Ermittlungen sein kann. Roberts selbst beteuert seine Unschuld und geht nun in die Offensive, um seinen Ruf wiederherzustellen. Er gibt an, dass die gesamte Untersuchung auf falschen Anschuldigungen beruhe, die im Zuge eines Sorgerechtsstreits vor dem Familiengericht gegen ihn vorgebracht wurden. Besonders pikant ist die Rolle der US-Bundesbehörden in diesem Verfahren, die sich offenbar frühzeitig distanzierten.
„Das FBI sagte, da sei nichts dran an der Sache. Wir sehen in diesem Fall überhaupt nichts.“ - William West Roberts, Professioneller Pokerspieler und Beschuldigter
Zahlen und Fakten
Der Umfang der Vorwürfe war beachtlich. Das Nevada Gaming Control Board ging ursprünglich davon aus, dass Roberts ein Netzwerk leitete, das Einsätze in Millionenhöhe abwickelte. William West Roberts, der in Las Vegas lebt, bezeichnete die Ermittlungen als „Hexenjagd“. Laut seinen Aussagen war die Mutter seines Kindes die treibende Kraft hinter den Anschuldigungen, während sie sich gleichzeitig in einem Verfahren vor dem Familiengericht mit ihm befand. Diese private Komponente scheint die Glaubwürdigkeit der Beweise massiv untergraben zu haben.
Parallel dazu zeigt sich Nevada bei anderen Akteuren der Branche weitaus strenger. Während Roberts entlastet wurde, hat das Nevada Gaming Control Board erst kürzlich am 29. Mai eine einstweilige Verfügung gegen den Prognosemarkt-Betreiber Polymarket erwirkt. Richter Woodbury vom First Judicial District Court gab diesem Antrag statt. Dies reiht sich ein in eine Serie von Erfolgen gegen Anbieter wie Kalshi, Coinbase, Robinhood und Crypto.com, die laut Behörde Sportwetten-Kontrakte ohne die erforderliche Glücksspiellizenz angeboten hatten.
Hintergrund
Die Regulierungsbehörden in Nevada, allen voran das NGCB unter dem Vorsitz von Mike Dreitzer, stehen unter hohem Druck, den legalen Markt vor illegaler Konkurrenz zu schützen. Dreitzer betonte nach dem Urteil gegen Polymarket, dass man das Gesetz in Nevada energisch durchsetzen werde, um das Glücksspiel im Staat zu schützen. Dass ein Fall wie der von Roberts eingestellt wird, ist daher eine Seltenheit und deutet darauf hin, dass die Beweise des Boards in diesem speziellen Einzelfall nicht für eine strafrechtliche Verurteilung ausreichten.
Ein weiteres Beispiel für die harte Gangart ist der Fall von Scott Sibella, dem ehemaligen Präsidenten des Resorts World Las Vegas. Seine Lizenz wurde am 20. Dezember 2024 entzogen, nachdem er zugegeben hatte, keine Verdachtsmeldungen (SAR) über den illegalen Buchmacher Wayne Nix eingereicht zu haben. Sibella wurde zu einer Geldstrafe von fast 10.000 US-Dollar und Bewährung verurteilt. Diese Kontraste verdeutlichen, dass die US-Behörden zwar bei regulatorischen Verstößen lizensierter Betreiber hart durchgreifen, bei individuellen strafrechtlichen Vorwürfen gegen Spieler jedoch eine hohe Beweislast gilt.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation in den USA ein wichtiges Mahnmal. In Deutschland gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021), der einen sehr engmaschigen Rahmen vorgibt. Während in Nevada professionelles Glücksspiel und Buchmacher-Aktivitäten oft in Grauzonen rutschen können, ist die Rechtslage hierzulande durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) klar definiert. Spieler sollten sich ausschließlich auf der offiziellen Whitelist der GGL orientieren. Wer bei nicht lizensierten Anbietern spielt, setzt sich nicht nur dem Risiko von Betrug aus, sondern bewegt sich auch im Bereich der illegalen Teilnahme am Glücksspiel.
In Deutschland greifen zudem strenge Schutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spielrunde an virtuellen Automaten. Fälle wie der von Roberts in den USA, bei denen Millionenbeträge im Raum stehen, zeigen, warum diese Limits in Deutschland eingeführt wurden, um Geldwäsche und exzessives Spielverhalten zu unterbinden. Deutsche Spieler genießen durch die GGL eine Rechtssicherheit, die in den oft langwierigen und von privaten Fehden beeinflussten US-Prozessen nicht immer gegeben ist.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer deutschen Lizenz der GGL bedeutet die internationale Nachrichtenlage, dass Compliance das höchste Gut bleibt. Die Fälle aus Nevada, wie der Lizenzentzug von Scott Sibella wegen fehlender Verdachtsmeldungen, unterstreichen die Wichtigkeit von Anti-Geldwäsche-Richtlinien (AML). Deutsche Casinos müssen sicherstellen, dass ihre Systeme zur Früherkennung von Spielsucht und zur Verhinderung von Geldwäsche lückenlos funktionieren, um nicht ähnliche Konsequenzen wie US-Manager zu riskieren. Die strengen Regeln des GlüStV 2021 sind zwar eine Hürde für das Wachstum, bieten aber den langfristigen Schutz der Betriebserlaubnis.
Häufige Fragen
Wer ist William West Roberts und was wurde ihm vorgeworfen?
William West Roberts ist ein 57-jähriger professioneller Glücksspieler aus Las Vegas. Ihm wurde vom Nevada Gaming Control Board vorgeworfen, ein illegales Buchmacher-Netzwerk betrieben zu haben, das Millionenumsätze generierte.
Warum wurden die Anklagepunkte gegen Roberts fallengelassen?
Die Anklage wurde eingestellt, nachdem Roberts darlegen konnte, dass die Ermittlungen auf möglicherweise falschen Aussagen der Mutter seines Kindes basierten. Zudem sah das FBI nach Roberts’ Angaben keine Grundlage für eine weitere Verfolgung des Falls.
Welche Rolle spielt Scott Sibella in diesem Zusammenhang?
Scott Sibella ist ein ehemaliger Casino-Manager, dessen Fall zeigt, wie streng Nevada gegen Verstöße vorgeht. Seine Lizenz wurde im Dezember 2024 entzogen, weil er illegale Aktivitäten des Buchmachers Wayne Nix nicht gemeldet hatte.
Sind Prognosemärkte wie Polymarket in Nevada erlaubt?
Nein, die Behörden in Nevada gehen massiv gegen solche Anbieter vor, da sie diese als nicht lizensierte Sportwetten einstufen. Zuletzt wurde am 29. Mai 2026 eine einstweilige Verfügung gegen Polymarket durch ein Gericht in Nevada bestätigt.
Was bedeutet dieser Fall für Glücksspieler in Deutschland?
Deutsche Spieler sollten beachten, dass nur Casinos mit einer GGL-Lizenz legal und sicher sind. Der Fall zeigt, dass illegale Buchmacher-Aktivitäten weltweit streng verfolgt werden, wobei Deutschland durch den GlüStV 2021 besonders hohe Anforderungen an den Spielerschutz stellt.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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