Skill Games in Pennsylvania: Budget ohne Lösung, drohende Beschlagnahmungen

Pennsylvania hat zum fünften Mal in Folge einen verspäteten Staatshaushalt von 50,8 Milliarden US-Dollar verabschiedet. Doch die Zukunft der Skill Games, von denen man über die nächsten fünf Jahre Einnahmen in Höhe von 8 Milliarden US-Dollar erwartete, bleibt ungewiss.
Pennsylvania steckt in der Zwickmühle. Der US-Bundesstaat hat seinen Haushalt für 2026 und 2027 nach langen Beratungen abgesegnet. Ein wichtiges Thema blieb dabei ungelöst: die Regulierung von Skill Games, also Geschicklichkeitsspielen. Nun drohen tausenden kleinen Unternehmen Einnahmeausfälle, und die Geräte könnten bald beschlagnahmt werden.
Das ist ein Schlamassel, der sich seit Monaten anbahnt. Gouverneur Josh Shapiro unterzeichnete den 50,8 Milliarden US-Dollar schweren Etat, doch ein Gesetz für die umstrittenen Automaten sucht man darin vergebens. Das Oberste Gericht Pennsylvanias erklärte die Skill Games erst kürzlich für illegal, da keine passende rechtliche Grundlage existiert. Jetzt haben die Gesetzgeber bis zum 13. Oktober Zeit, das Problem zu lösen. Andernfalls könnten Bars, Restaurants, Tankstellen und andere Geschäfte bald Besuch von der Polizei bekommen, die die Geräte einkassiert.
Zahlen und Fakten
Der Haushalt beläuft sich auf 50,8 Milliarden US-Dollar. Gouverneur Shapiro hatte im Februar einen Steuersatz von 52 Prozent auf Skill Games vorgeschlagen. Dieser sollte laut Schätzungen Einnahmen von rund 8 Milliarden US-Dollar über die nächsten fünf Jahre generieren. Die Meinungen gehen aber auseinander: Senator Gene Yaw schlägt eine Steuer von 16 Prozent vor, während Senator Chris Gebhard 35 Prozent fordert. Repräsentant Kerry Benninghoff will gar keine zusätzlichen Steuern. Repräsentant Danilo Burgos denkt über monatliche Gebühren und staatliche Begrenzungen der Automatenanzahl nach. Die Casinobranche wünscht sich einen Steuersatz von 54 Prozent, so wie er auf Spielautomaten in Spielbanken angewendet wird. Der Oberste Gerichtshof hat eine Frist bis zum 13. Oktober gesetzt, um eine Regulierung einzuführen.
Hintergrund
Skill Games sind in Pennsylvania in den letzten zehn Jahren rasant populär geworden. Sie ähneln Spielautomaten, sollen aber ein gewisses Maß an Geschicklichkeit erfordern. Genau hier liegt der Konflikt. Befürworter sehen in ihnen eine wichtige Einnahmequelle für kleine Unternehmen und gemeinnützige Organisationen. Gegner argumentieren, sie seien den regulären Casinospielen zu ähnlich, würden aber ohne die entsprechende Besteuerung und Aufsicht betrieben. Die Hersteller, wie Pace-O-Matic, kämpfen für eine niedrigere Besteuerung. Viele kleine Betriebe, von Kneipen bis zu Tankstellen, sind auf den zusätzlichen Verdienst dieser Automaten angewiesen. Die aktuelle Unsicherheit ist eine echte Belastung für sie. Dies zeigt sich auch im Statement von Pace-O-Matic:
„Wir konzentrieren uns darauf, Gesetze zu unterstützen, die unsere Kleinunternehmen und Bruderschaftsclubs mit Lösungen stärken, die es ihnen ermöglichen, Skill Games weiterhin zu betreiben und diese wichtige zusätzliche Einnahme zu erzielen.“ - Pace-O-Matic gegenüber PlayPennsylvania im Juni.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Diese Entwicklung in Pennsylvania mag auf den ersten Blick weit entfernt wirken. Sie zeigt aber exemplarisch, wie schwierig es ist, neue Formen des Glücksspiels zu regulieren. In Deutschland haben wir seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) eine klare Richtung. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenziert und überwacht Online-Glücksspielanbieter. Spieler in Deutschland können sich auf einen sicheren Rahmen verlassen, wenn sie bei einem GGL-lizenzierten Anbieter spielen. Dazu gehören strenge Regeln wie ein Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Online-Slots, ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro über das LUGAS-System und umfassende Spielerschutzmaßnahmen. Der deutsche Markt ist straff reguliert, um die Spieler vor den Gefahren exzessiven Glücksspiels zu schützen. Anbieter ohne deutsche Lizenz, beispielsweise aus Malta (MGA) oder Curaçao, agieren außerhalb dieses Rahmens und können nicht dasselbe Maß an Sicherheit bieten.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland bedeutet die Situation in Pennsylvania vor allem eine Bestätigung des eigenen regulierten Weges. Die deutschen Behörden haben sich bewusst für einen umfassenden Rechtsrahmen entschieden, der Grauzonen wie die der Skill Games von vornherein vermeiden soll. Dies schafft Planungssicherheit für Betreiber und Vertrauen bei Spielern. Die Debatte in den USA unterstreicht die Notwendigkeit klarer Gesetze, um sowohl Einnahmen für den Staat zu sichern als auch Spieler zu schützen und den Wildwuchs an unregulierten Angeboten zu verhindern. Wo keine Lizenz, da keine Sicherheit. Das gilt in Pennsylvania wie auch in Deutschland umso mehr. Die deutschen GGL-Vorgaben mögen manchem Spieler strikt erscheinen, sie dienen aber dem übergeordneten Ziel eines verantwortungsvollen Glücksspielmarktes. Die Casinos auf der GGL-Whitelist bieten somit einen klaren Vorteil gegenüber Anbietern, die sich nicht an diese hohen Standards halten.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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