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Regulierung

Verkehrsprojekte und Strafen: Live! Casino Philadelphia zahlt 2 Millionen Dollar

22. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Verkehrsprojekte und Strafen: Live! Casino Philadelphia zahlt 2 Millionen Dollar

Das Pennsylania Gaming Control Board genehmigt eine Vereinbarung, nach der das Live! Casino 2 Millionen USD für ein Verkehrsprojekt in Philadelphia beisteuert, um Staus im Stadionviertel zu mindern.

Das Pennsylvania Gaming Control Board hat bei seiner jüngsten öffentlichen Sitzung einer Vergleichsvereinbarung zugestimmt, die für das Stadium Casino RE, den Betreiber des Live! Casino and Hotel Philadelphia, weitreichende finanzielle Folgen hat. Das Casino muss sich an den Kosten für ein lokales Infrastrukturprojekt beteiligen, um den Verkehrsfluss rund um das bekannte Stadionviertel zu verbessern. Dies geschieht vor dem Hintergrund der anstehenden Lizenzverlängerung für das Stadium Casino RE, wobei die Behörden den Druck auf die Betreiber erhöhen, einen gesellschaftlichen Beitrag zur Stadtentwicklung zu leisten.

Die Einigung wurde zwischen dem Office of Enforcement Counsel (OEC) der Spielbehörde und dem Casino-Betreiber ausgehandelt. Dabei geht es nicht nur um die reine Spielerlaubnis, sondern um die Integration des Glücksspielkomplexes in das städtische Gefüge. Durch die Beteiligung an der Finanzierung öffentlicher Infrastruktur zeigt sich eine Tendenz in der US-Regulierung, Casinos stärker in die Pflicht zu nehmen, wenn deren Betrieb unmittelbare Auswirkungen auf die lokale Lebensqualität hat. Im Falle von Philadelphia ist die Verkehrsbelastung während großer Sportveranstaltungen und durch die Casinobesucher selbst ein Dauerthema, dem nun mit hohen Investitionen begegnet werden soll.

Zahlen und Fakten

Das Casino hat sich dazu verpflichtet, einen Beitrag in Höhe von 2 Millionen Dollar für den Bau einer neuen Auffahrt in westlicher Richtung von der 7th Street auf die Interstate 76 zu leisten. Dieses Bauvorhaben ist Teil einer größeren Strategie von Gouverneur Josh Shapiro und Philadelphias Bürgermeisterin Cherelle Parker, um die Staus rund um den Sportkomplex zu reduzieren, in dem das Casino liegt. Neben dieser Millioneninvestition wurden bei der Sitzung auch Strafzahlungen gegen andere Akteure verhängt. Der Spielehersteller Inspired Gaming Inc. erhielt eine Geldstrafe von 32.500 Dollar, weil das Unternehmen Änderungen in seinem Finanzstatus und seiner Unternehmensstruktur nicht rechtzeitig gemeldet hatte.

Besonders drastisch fielen die Entscheidungen im Bereich des Spielerschutzes und der Kindersicherheit aus. Das Board setzte insgesamt 12 Personen auf die Liste für den unbefristeten Ausschluss von Casinos. Darunter befanden sich drei Erwachsene, die Kinder unbeaufsichtigt in Fahrzeugen ließen, während sie in den Innenräumen wetteten. Die Behörden registrierten unter anderem einen Mann, der ein sechsjähriges Kind 19 Minuten lang im Auto ließ, um Sportwetten zu platzieren, sowie eine Frau, die ein Baby und ein zehnjähriges Kind 20 Minuten lang alleine ließ, um an Spielautomaten zu sitzen. Mit diesen neuen Ausschlüssen steigt die Zahl der Personen auf der offiziellen Verbotsliste in Pennsylvania auf insgesamt 1.475.

Hintergrund

Diese Maßnahmen verdeutlichen die harte Linie der Regulierungsbehörden in Pennsylvania. Während die Millioneninvestition für den Straßenbau als politischer Kompromiss zur Standortsicherung des Live! Casinos gewertet werden kann, zielen die Strafen gegen Einzelpersonen auf die Durchsetzung moralischer und rechtlicher Standards ab. Gouverneur Josh Shapiro und Bürgermeisterin Cherelle Parker sehen in der Kooperation mit den Glücksspielbetreibern einen Weg, finanzielle Lücken bei Infrastrukturprojekten zu schließen. Dass eine Casinolizenz an Verkehrsprojekte gekoppelt wird, zeigt, wie eng Wirtschaftsförderung und Glücksspielkontrolle in den USA mittlerweile verknüpft sind.

Die Behörde hat bereits den nächsten Termin für eine öffentliche Anhörung angesetzt. Am 19. August wird das Board im Strawberry Square Complex in Harrisburg erneut zusammenkommen, um über anstehende Lizenzverlängerungen und ordnungsrechtliche Verstöße zu entscheiden. Dabei wird auch beobachtet, ob die verhängten Strafen gegen Hersteller wie Inspired Gaming Wirkung zeigen und die Transparenz bei Firmenstrukturen erhöhen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für hiesige Glücksspielfreunde mag der Fall aus Pennsylvania weit weg klingen, doch er zeigt einen weltweiten Trend: Die Regulierung wird strenger und die Lizenzierung an harte Bedingungen geknüpft. In Deutschland regelt der GlüStV 2021 den Markt deutlich restriktiver als es in Pennsylvania der Fall ist. Während US-Casinos oft durch lokale Abkommen wie Straßenbauprojekte glänzen müssen, konzentriert sich die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hierzulande vor allem auf den digitalen Schutz. Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Slots sind feste Säulen des deutschen Modells. Wer in einer GGL-lizenzierten Spielbank spielt, profitiert von der Anbindung an LUGAS und OASIS. Diese Systeme verhindern, dass Spieler gleichzeitig auf mehreren Plattformen wetten oder trotz Sperre Zugriff erhalten. Ein Vergleich zeigt, dass das System der GGL präventiv arbeitet, während US-Behörden oft im Nachhinein durch drastische Ausschlüsse auf Fehlverhalten reagieren.

Was das für GGL-Casinos heißt

Anbieter, die auf der Whitelist der GGL stehen, müssen sich nicht um den Bau von Autobahnauffahrten kümmern, stehen aber vor anderen finanziellen und operativen Herausforderungen. Die Steuerlast und die technischen Anforderungen für die LUGAS-Anbindung sind erheblich. Dennoch bietet die Lizenz der GGL einen entscheidenden Vorteil gegenüber MGA- oder Curacao-Seiten: Rechtssicherheit. Wer bei einem lizenzierten deutschen Anbieter spielt, kann sicher sein, dass Gewinne ausgezahlt werden und der Datenschutz nach EU-Vorgaben eingehalten wird. Die Strafe gegen den Hersteller Inspired Gaming in den USA erinnert daran, dass auch im deutschen Markt die Meldepflichten bezüglich der Unternehmensanteile extrem streng sind. Wer hier Transparenz vermissen lässt, riskiert seine deutsche Zulassung schneller als in Übersee.

„Die Genehmigung dieser Vergleichsvereinbarung durch das Board ist ein wichtiger Schritt, um die laufenden Probleme im Zusammenhang mit der anstehenden Erneuerung der Casinolizenz für Stadium Casino RE zu lösen." - Rege Behe, Redakteur bei CDC Gaming

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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