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US-Steuerreform 2026: Warum Hobbyspieler trotz Verlusten Steuern zahlen

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
US-Steuerreform 2026: Warum Hobbyspieler trotz Verlusten Steuern zahlenKI-GENERIERT

Eine neue US-Regelung begrenzt den Abzug von Glücksspielverlusten auf 90 Prozent der Gewinne, was laut Experten etwa 1,1 Milliarden Dollar Mehreinnahmen bringen soll.

Die Welt des Glücksspiels in den USA steht Kopf, seit die neuen steuerlichen Regelungen für das Jahr 2026 in Kraft getreten sind. Was früher eine einfache Rechnung war, ist heute ein kompliziertes Geflecht aus fiktiven Gewinnen und realen Steuerlasten. Wer das Jahr beim Buchmacher oder am Blackjack-Tisch mit einer schwarzen Null abschließt, kann sich keinesfalls entspannt zurücklehnen. Der Internal Revenue Service (IRS) verlangt nun seinen Anteil an Geld, das eigentlich nie als Gewinn in der Tasche des Spielers geblieben ist. Es ist eine paradoxe Situation für Millionen von Freizeitspielern, die nun mit einer Steuerrechnung konfrontiert werden, obwohl sie rein rechnerisch keinen Cent verdient haben.

Das Kernproblem liegt in der neuen Deckelung der abziehbaren Verluste. Bisher galt der Grundsatz, dass Verluste bis zur Höhe der Gewinne vollständig steuerlich geltend gemacht werden konnten. Wer also 100.000 Dollar gewann und 100.000 Dollar verlor, stand vor dem Fiskus bei null. Seit Januar 2026 dürfen jedoch nur noch 90 Prozent der Verluste gegengerechnet werden. In diesem Beispiel bleiben somit 10.000 Dollar als steuerpflichtiges Einkommen stehen. Diese Summe existiert nur auf dem Papier, wird aber wie echtes Einkommen behandelt. Experten sprechen hierbei von Phantom-Einkommen, das die wirtschaftliche Kalkulation vieler Spieler komplett ruiniert.

Zahlen und Fakten

Die Auswirkungen dieser Reform sind gewaltig. Laut dem Joint Committee on Taxation soll die neue Regelung in den nächsten zehn Jahren rund 1,1 Milliarden US-Dollar an zusätzlichen Bundeseinnahmen generieren. Doch dieser Gewinn für den Staat könnte teuer erkauft sein. Gary Kondler, ein bekannter Steuerprofi in der Branche, warnte bereits in einer öffentlichen Anhörung vor den Folgen für den Markt. Die Angst vor der 90-Prozent-Regel könne zu einem deutlichen Rückgang der Spielerzahlen führen. Für den Staat steht viel auf dem Spiel, da die Glücksspielindustrie landesweit 1,8 Millionen Arbeitsplätze unterstützt und jährlich 53 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen auf staatlicher und lokaler Ebene einbringt.

Besonders dramatisch stellt sich die Lage für Rentner dar. Da die Glücksspielgewinne das bereinigte Bruttoeinkommen (Adjusted Gross Income, AGI) erhöhen, kann dies eine Kettenreaktion auslösen. Ein höheres AGI führt oft dazu, dass ein größerer Teil der Sozialversicherungsbezüge steuerpflichtig wird oder die Prämien für die Krankenversicherung (Medicare Part B und D) steigen. So kann ein eigentlich verlustfreies Jahr im Casino indirekt zu Mehrkosten von tausenden Dollar im Alltag führen.

Hintergrund

Der Kampf gegen diese Regelung im US-Kongress wird erbittert geführt, blieb aber bislang erfolglos. Die Abgeordnete Dina Titus aus Nevada gilt als eine der lautesten Kritikerinnen. Sie versuchte mehrfach, die volle Abzugsfähigkeit wiederherzustellen. Doch ihre Änderungsanträge scheiterten im Januar und Februar 2026 am Widerstand der Republikaner im Repräsentantenhaus. Auch der im März 2026 von den Senatoren Cruz und Miller eingebrachte Gesetzentwurf konnte bisher keinen Durchbruch erzielen. Die Steuerprofis fordern vehement eine Rückkehr zum alten System oder zumindest eine klare Definition der sogenannten Sitzungsmethode. Dabei würden Gewinne und Verluste innerhalb einer Spielsitzung verrechnet, bevor sie überhaupt als Einkommen gemeldet werden müssen. Doch der IRS zögert mit einer klaren Definition, was genau als eine Sitzung zählt.

„Die Glücksspielindustrie sieht sich mit sinkenden Zahlen konfrontiert, weil sich bei vielen Spielern aufgrund der 90-Prozent-Regel Angst breitgemacht hat." - Gary Kondler, Steuerberater

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist diese Entwicklung ein wichtiges Mahnmahl, auch wenn die steuerliche Situation hierzulande grundlegend anders geregelt ist. In Deutschland sind Glücksspielgewinne für Hobbyspieler gemäß dem Einkommensteuergesetz grundsätzlich steuerfrei. Die Steuerlast wird in Deutschland auf der Anbieterseite durch die Rennwett- und Lotteriesteuer sowie die Spielbankabgabe getragen. Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) zahlen lizenzierte Anbieter in Deutschland eine Steuer von 5,3 Prozent auf die Einsätze bei Online-Slots und Online-Poker. Dies hat bereits dazu geführt, dass die Auszahlungsquoten (RTP) für Spieler gesunken sind, da die Anbieter die Steuerlast indirekt weitergeben.

Ein Szenario wie in den USA, bei dem Verluste nicht mehr voll gegengerechnet werden können, ist in Deutschland derzeit nicht absehbar, da Gewinne erst gar nicht als Einkommen deklariert werden müssen. Dennoch zeigt das Beispiel, wie Regierungen versuchen, über die Stellschraube Glücksspiel Haushaltslöcher zu stopfen. Deutsche Spieler sollten daher strikt darauf achten, nur bei Anbietern der GGL-Whitelist zu spielen. Dort gelten zwar strenge Limits wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin, doch die rechtliche Sicherheit und der Spielerschutz durch Systeme wie LUGAS und OASIS sind unverzichtbar, um nicht in eine steuerliche oder rechtliche Grauzone zu geraten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Lizenzierte Casinos unter der Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) müssen sich zwar nicht mit dem US-Steuerrecht auseinandersetzen, spüren aber den globalen Trend zur strengeren Regulierung. Während in den USA die Spieler direkt besteuert werden, konzentriert sich Deutschland auf die Überwachung der Limits und die Prävention von Spielsucht. Die GGL sorgt dafür, dass Anbieter, die sich nicht an die Regeln halten, vom Markt gedrängt werden. Für die legalen Betreiber bedeutet das US-Beispiel eine Warnung: Wenn die regulatorische Last für den Endkunden zu hoch wird, wandern diese in den unregulierten Schwarzmarkt ab, wo weder Steuern gezahlt noch Spielerschutzregeln eingehalten werden.

Häufige Fragen

Warum müssen US-Spieler trotz Verlusten Steuern zahlen?

Seit 2026 erlaubt der IRS nur noch den Abzug von 90 Prozent der Verluste gegen die Gewinne. Das bedeutet, dass 10 Prozent der Verluste als fiktives Einkommen versteuert werden müssen, selbst wenn man insgesamt kein Geld gewonnen hat.

Wer ist von der neuen US-Glücksspielsteuer besonders betroffen?

Besonders hart trifft es Rentner und Personen, die ihre Abzüge einzeln aufführen (Itemizing). Durch das künstlich erhöhte Einkommen können Sozialversicherungsleistungen stärker besteuert werden und die Beiträge zur Krankenversicherung steigen.

Gibt es Bestrebungen, das Gesetz in den USA wieder zu ändern?

Ja, Politiker wie Dina Titus und die Senatoren Cruz und Miller haben Gesetzentwürfe wie den FULL HOUSE Act eingebracht. Bisher wurden diese Versuche jedoch im Kongress blockiert, zuletzt im Februar 2026 durch die Republikaner.

Was bedeutet die Sitzungsmethode bei der Steuererklärung?

Bei dieser Methode werden Gewinne und Verluste innerhalb einer einzelnen Spielsitzung verrechnet, bevor sie gemeldet werden. Allerdings hat der IRS bisher nicht genau definiert, was zeitlich oder örtlich als eine abgeschlossene Sitzung gilt.

Müssen deutsche Spieler ihre Online-Casino-Gewinne versteuern?

Nein, in Deutschland bleiben Gewinne aus Glücksspielen für Freizeitspieler steuerfrei, sofern sie nicht als Berufsspieler eingestuft werden. Die Steuer wird in Deutschland direkt vom Anbieter auf die getätigten Spieleinsätze abgeführt.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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