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Regulierung

UKGC führt finanzielle Prüfungen für Vielspieler ein – mit Verzögerung

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
UKGC führt finanzielle Prüfungen für Vielspieler ein – mit VerzögerungKI-GENERIERT

Die britische Glücksspielkommission (UKGC) führt finanzielle Überprüfungen für risikoreiche Spieler ein. Zunächst betreffen diese mit einer Schwelle von 5.000 Pfund netto nur etwa 0,5 Prozent der Kunden.

Die britische Glücksspielkommission (UKGC) wird schrittweise neue Finanzprüfungen für Kunden mit hohen Ausgaben einführen. Ein ungewöhnlicher Schritt dabei: Die UKGC hat zunächst zugesichert, Betreiber nicht zu bestrafen, die die Ergebnisse der Prüfungen während der frühen Phase der Einführung ignorieren. Diese Entscheidung wurde am 7. Juli 2026 bekannt gegeben und unterstreicht einen vorsichtigen Ansatz der Regulierungsbehörde.

Die Maßnahme soll den Spielerschutz verbessern. Sie kommt jedoch mit deutlichen Zugeständnissen an die Glücksspielbranche. Viele Beobachter sehen darin eine Reaktion auf den breiten Widerstand gegen die ursprünglichen Pläne.

Zahlen und Fakten

In der ersten Phase werden die Prüfungen nur für größere Betreiber gelten. Sie greifen, wenn ein Kunde ab 25 Jahren innerhalb von 24 Stunden Netto-Einzahlungen von über 5.000 Pfund leistet. Nach Angaben der amtierenden UKGC-Chefin Sarah Gardner überschreiten weniger als 0,5 Prozent der Kunden dieses Ausgabenmuster. Für Spieler unter 25 Jahren liegt die Schwelle bei 2.500 Pfund.

Erst bei vollständiger Implementierung sollen die Schwellenwerte fallen. Dann liegen sie bei Netto-Einzahlungen über 1.000 Pfund innerhalb von 24 Stunden oder 3.000 Pfund über 90 Tage für über 25-Jährige. Für jüngere Kunden sinken diese Werte auf 750 beziehungsweise 2.000 Pfund. Selbst dann würden die Bewertungen nur etwa 3 Prozent der Konten betreffen. Ein konkretes Datum für die vollständige Einführung hat die UKGC noch nicht genannt.

Ein Pilotprojekt zeigte, dass Online-Casinos 97 Prozent der Kunden-Ausgaben über den Schwellenwerten auf diese Weise prüfen konnten. Diese Zahl liegt deutlich höher als die 80-Prozent-Schätzung aus dem White Paper von 2023.

Hintergrund

Die Regierung schlug die Maßnahme erstmals 2023 im White Paper zur Überprüfung des Glücksspielgesetzes vor. Die Entscheidung fiel, ob und wie die vorgeschlagenen Prüfungen umgesetzt werden könnten. Die UKGC hatte sich für diese sogenannten Financial Risk Assessments (FRAs) ausgesprochen. Aber sie wolle den Bedenken der Branche Rechnung tragen.

Interessanterweise lehnt die UKGC die Bezeichnung „Affordability Checks“ (Erschwinglichkeitsprüfungen) ab. Helen Rhodes, Direktorin für Großprojekte bei der UKGC, betonte während einer Pressekonferenz, dass der Begriff irreführend sei.

„Sie berücksichtigen nicht die Erschwinglichkeit. Stattdessen zielen sie nur darauf ab, Kunden mit finanziellen Schwierigkeiten anhand von Indikatoren wie Zahlungsrückständen, Zahlungsausfällen und Schuldenmanagementplänen zu identifizieren.“ - Helen Rhodes, Direktorin für Großprojekte bei der UKGC

Rhodes argumentierte, diese Unterscheidung sei wichtig. Man wolle den Spielern versichern, keine tiefgreifenden Informationen über sie zu sammeln. Die Behörde sieht in ihrer eigenen Fallarbeit weiterhin die Notwendigkeit, Menschen in Schwierigkeiten zu erkennen und Unterstützung anzubieten. Die UKGC-Evidenz deutet darauf hin, dass Spieler mit hohen Ausgaben zwei- bis viermal wahrscheinlicher in den vorangegangenen zwölf Monaten in Zahlungsverzug geraten sind als die breitere Bevölkerung.

Die Entscheidung des britischen Regulators stieß in der Glücksspielbranche auf gemischte Reaktionen. Grainne Hurst, Geschäftsführerin des Betting and Gaming Council (BGC), zeigte sich „zutiefst enttäuscht und frustriert“. Das lag daran, dass die UKGC trotz der von der Branche über die letzten 18 Monate geäußerten Bedenken voranschreite. Sie sah in der Verzögerung der Umsetzung und der Anhebung der Schwellenwerte jedoch auch eine „klare Anerkennung“, dass die Bedenken des BGC fundiert waren.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler, die in GGL-lizenzierten Casinos spielen, sind die Entwicklungen in Großbritannien interessant. Sie haben aber keine direkte Auswirkung. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat in Deutschland bereits strenge Regeln für den Spielerschutz eingeführt. Dazu gehören ein maximaler Einsatz von 1 Euro pro Spin an Online-Slots und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro. Letzteres gilt übergreifend für alle lizenzierten Anbieter und wird über das zentrale Überwachungssystem LUGAS kontrolliert. Eine solche zentrale Überwachung der Einzahlungen existiert in Großbritannien bisher nicht.

Die deutsche Regulierung ist hier in vielen Punkten schon weiter als die britische. Die Prüfungen der UKGC zielen auf die Identifizierung von bereits bestehenden finanziellen Schwierigkeiten ab. In Deutschland soll die LUGAS-Datenbank verhindern, dass überhaupt erst solche Schwierigkeiten durch übermäßige Einzahlungen bei mehreren Anbietern entstehen. Während die UKGC Betreibern erlaubt, die Ergebnisse der Prüfungen in der Anfangsphase zu ignorieren, gibt es solche Ausnahmen im deutschen GlüStV nicht. Deutsche Casinos müssen die Regeln von Anfang an strikt einhalten.

Was das für GGL-Casinos heißt

GGL-Casinos, also Online-Glücksspielanbieter mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), müssen sich an den GlüStV 2021 halten. Das bedeutet: strenge Identitätsprüfungen und die Einhaltung der Einsatz- und Einzahlungslimits. Tools wie LUGAS (Länder-übergreifendes Glücksspiel-Aufsichtssystem) und OASIS (Onlineabfrage Spielerstatus) sind zentrale Säulen des Spielerschutzes in Deutschland. Sie sollen Spielsucht vorbeugen und ermöglichen Spielern, sich selbst zu sperren. Finanzielle Prüfungen im britischen Sinne, die auf externe Daten wie Kreditauskünfte zugreifen, sind in Deutschland nicht vorgesehen. Der Fokus liegt stattdessen auf der Begrenzung der potenziellen Risiken durch die Einzahlungslimits und dem Selbstschutz durch Sperren. Die deutschen Regelungen sind von Beginn an auf eine umfassende Einhaltung durch die lizenzierten Betreiber ausgelegt.

Häufige Fragen

Welche neuen finanziellen Prüfungen führt die UKGC ein?

Die britische Glücksspielkommission (UKGC) führt schrittweise finanzielle Prüfungen für risikoreiche Spieler ein. Diese zielen darauf ab, Kunden mit finanziellen Schwierigkeiten zu identifizieren, basierend auf Indikatoren wie Zahlungsrückständen.

Was sind die Schwellenwerte für die ersten Prüfungen?

In der ersten Phase greifen die Prüfungen für Kunden ab 25 Jahren bei Netto-Einzahlungen von über 5.000 Pfund innerhalb von 24 Stunden. Für Spieler unter 25 Jahren liegt die Schwelle bei 2.500 Pfund.

Wird die UKGC Betreiber in der Anfangsphase bestrafen, wenn die Prüfungen ignoriert werden?

Nein, die UKGC hat zunächst zugesichert, Betreiber nicht zu bestrafen, die die Ergebnisse der Prüfungen während der frühen Phase der Einführung ignorieren. Diese Entscheidung wurde am 7. Juli 2026 bekannt gegeben.

Welchen Namen bevorzugt die UKGC für diese Prüfungen anstelle von 'Affordability Checks'?

Die UKGC lehnt die Bezeichnung 'Affordability Checks' ab und bevorzugt den Begriff 'Financial Risk Assessments' (FRAs). Dies soll verdeutlichen, dass es nicht um die Erschwinglichkeit geht, sondern um die Identifizierung finanzieller Schwierigkeiten.

Wie wirken sich die neuen UKGC-Regeln auf deutsche Spieler in GGL-lizenzierten Casinos aus?

Die neuen UKGC-Regeln haben keine direkte Auswirkung auf deutsche Spieler in GGL-lizenzierten Casinos. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag 2021 hat bereits strenge Regeln wie ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro und Einsatzlimits von 1 Euro pro Spin.

Was unterscheidet die deutsche Regulierung von den neuen britischen Prüfungen?

Die deutsche Regulierung setzt auf präventive Maßnahmen wie das zentrale Überwachungssystem LUGAS, um zu verhindern, dass finanzielle Schwierigkeiten durch übermäßige Einzahlungen entstehen. Die britischen Prüfungen zielen auf die Identifizierung bereits bestehender Schwierigkeiten ab, und deutsche Casinos müssen die Regeln von Anfang an strikt einhalten, ohne Ausnahmen in der Anfangsphase.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

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