Argentinien verbucht Rekordeinnahmen durch Online-Glücksspielsteuer
KI-GENERIERTDie argentinische Steuerbehörde ARCA meldet für die ersten acht Monate des Jahres 2026 Einnahmen von über 70,5 Millionen US-Dollar aus dem Online-Wettsektor.
Argentinien setzt im Jahr 2026 ein deutliches Zeichen bei der Regulierung und Besteuerung des digitalen Glücksspiels. Die nationale Behörde für Einnahmen und Zollkontrolle, bekannt als ARCA, hat beeindruckende Zahlen vorgelegt. Zwischen Januar und August flossen umgerechnet rund 70,5 Millionen US-Dollar in die Staatskasse. Dies entspricht einer Summe von 106,6 Milliarden argentinischen Pesos. Besonders der August stach mit einem Aufkommen von 16,975 Milliarden Pesos hervor, was knapp über 11,2 Millionen US-Dollar entspricht.
Das südamerikanische Land nutzt ein spezielles Modell der indirekten Besteuerung, das sich deutlich von vielen europäischen Ansätzen unterscheidet. Anstatt den Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue) der Betreiber als Grundlage zu nehmen, besteuert Argentinien die Einzahlungen, die Spieler auf ihre Konten vornehmen. Diese Regelung basiert auf dem Gesetz 27.346 und verdeutlicht das Bestreben der Regierung, direkt an den Geldflüssen innerhalb der digitalen Netzwerke zu partizipieren. Es ist ein System, das Transparenz schafft, aber auch hohe Anforderungen an Zahlungsdienstleister stellt.
Zahlen und Fakten
Die erhobenen Steuersätze in Argentinien sind stark gestaffelt und hängen vom Status des Anbieters ab. Inländische Unternehmen, die im Register für Online-Wettsystemkontrolle eingetragen sind, zahlen in der Regel 5 Prozent auf den Nettowert der Spielereinzahlungen. Es gibt jedoch Anreize für wirtschaftliches Engagement im Land. Wenn ein Betreiber Investitionen von mehr als 200 Millionen Pesos (circa 132.000 US-Dollar) tätigt und bestimmte Beschäftigungsquoten erfüllt, sinkt der Steuersatz auf 2,5 Prozent.
Am anderen Ende der Skala stehen ausländische Unternehmen. Diese unterliegen einem Standardsatz von 10 Prozent. Dieser kann sogar auf 15 Prozent steigen, wenn der Anbieter in einem nicht kooperativen Land oder einer Steueroase ansässig ist. Die Definition einer Beteiligung ausländischer Firmen ist dabei streng gefasst. Laut Dekret 293/2022 reicht es aus, wenn eine ausländische Firma die Softwarelizenzen stellt oder mehr als 60 Prozent der Buchhaltungsgewinne des Vorjahres erhält.
Hintergrund
Das Fundament dieser Besteuerung ist das Online-Wett-Systemkontrollregister, eingeführt durch das Gesetz 27.591. Es dient der Identifizierung und Überwachung aller Akteure im digitalen Glücksspielmarkt. Die Verantwortung für die Abführung der Steuer liegt oft bei den Zahlungsintermediären, die alle zwei Wochen die gesammelten Beträge an die Behörden melden müssen. Falls keine Einbehaltung erfolgt, kann die Steuerpflicht sogar direkt auf den Spieler übergehen. Dies erzeugt einen hohen Druck zur Kooperation auf alle Beteiligten.
„Die Steuerbemessungsgrundlage basiert auf dem Geld, das von den Spielern auf ihre Spielkonten eingezahlt wird, und nicht auf dem Bruttospielertrag der Betreiber oder dem insgesamt gesetzten Betrag." - ARCA-Sprecher, Finanzbehörde Argentinien
Die Einnahmen aus dem Glücksspiel sind Teil einer breiteren fiskalischen Erholung. Insgesamt generierte Argentinien im August nationale Steuereinnahmen von 20,509 Billionen Pesos. Das ist ein Anstieg von 33,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was die wachsende Bedeutung digitaler Wirtschaftszweige unterstreicht.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist die Situation in Argentinien ein interessanter Vergleichswert, auch wenn hierzulande andere Regeln gelten. In Deutschland regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den Markt. Während Argentinien Einzahlungen besteuert, wird in Deutschland seit Juli 2021 eine Rennwett- und Lotteriesteuer von 5,3 Prozent auf jeden Einsatz bei Online-Slots und Online-Poker erhoben. Das führt oft dazu, dass die Auszahlungsquoten in Deutschland niedriger sind als auf dem internationalen Markt.
Zudem gibt es in Deutschland strikte Schutzmaßnahmen wie das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, das durch das LUGAS-System überwacht wird. Auch das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten ist ein massiver Unterschied zu den eher fiskalisch orientierten Regeln in Südamerika. Deutsche Spieler sollten unbedingt darauf achten, nur bei Anbietern zu spielen, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Nur dort ist rechtliche Sicherheit und der Schutz durch deutsche Gesetze garantiert.
Was das für GGL-Casinos heißt
Deutsche Anbieter mit GGL-Lizenz müssen sich mit einer der weltweit höchsten Steuerlasten und strengsten Regulierungen messen. Die argentinischen Zahlen zeigen, dass ein klarer steuerlicher Rahmen zwar hohe Einnahmen generieren kann, aber die Art der Besteuerung (Einzahlung vs. Einsatz) das Spielverhalten massiv beeinflusst. GGL-lizenzierte Casinos kämpfen oft gegen den Schwarzmarkt aus Curacao oder Malta, da illegale Anbieter keine Steuern abführen und daher bessere Boni anbieten können. Die Transparenz, die Argentinien durch sein Register schafft, ist ein Ziel, das die GGL mit LUGAS und OASIS ebenfalls verfolgt, um den Spielerschutz zu maximieren.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Steuereinnahmen aus Online-Wetten in Argentinien?
In den ersten acht Monaten des Jahres 2026 sammelte Argentinien insgesamt 106,6 Milliarden Pesos ein. Dies entspricht etwa 70,5 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen aus dem digitalen Sektor.
Worauf basiert die Glücksspielsteuer in Argentinien?
Die Steuer wird auf die Einzahlungen der Spieler erhoben, die diese auf ihre Wettkonten tätigen. Es handelt sich um eine indirekte Steuer, die nicht den Gewinn des Casinos, sondern den Geldfluss des Nutzers als Basis nutzt.
Gibt es Unterschiede bei den Steuersätzen für Anbieter?
Ja, lokale Anbieter zahlen meist 5 Prozent, können diesen Satz aber durch Investitionen auf 2,5 Prozent senken. Ausländische Betreiber zahlen zwischen 10 und 15 Prozent, abhängig von ihrem Firmensitz.
Wer ist für die Abführung der Steuer verantwortlich?
In der Regel fungieren Zahlungsdienstleister oder die Wettanbieter selbst als Inkassoagenten für den Staat. Sie müssen die Beträge alle zwei Wochen an die Finanzbehörde ARCA melden und überweisen.
Gilt diese Steuerregelung auch für Spieler in Deutschland?
Nein, in Deutschland gilt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 mit einer Einsatzsteuer von 5,3 Prozent. Deutsche Spieler sollten ausschließlich GGL-lizenzierte Casinos nutzen, um legal und sicher innerhalb der hiesigen Limits zu spielen.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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