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Regulierung

Premier League unter Druck: Britische Fahnder frieren 10 Millionen Pfund ein

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Premier League unter Druck: Britische Fahnder frieren 10 Millionen Pfund einKI-GENERIERT

Die National Crime Agency hat über 10 Millionen Pfund der Premier League blockiert. Grund sind Ermittlungen rund um den ehemaligen NFT-Partner Sorare und mögliche kriminelle Hintergründe.

In der Welt des britischen Spitzenfußballs herrscht derzeit große Unruhe, da die National Crime Agency (NCA) hart gegen Finanzmittel durchgreift, die mit dem Krypto-Unternehmen Sorare in Verbindung stehen. Insgesamt wurden über 10 Millionen Pfund eingefroren, die offiziell auf den Namen der Football Association Premier League Limited laufen. Es ist ein ungewöhnlicher Schritt, da die Liga selbst explizit nicht der Kriminalität verdächtigt wird. Dennoch zeigt dieser Fall, wie schnell legale kommerzielle Einnahmen in den Fokus von Geldwäscheermittlern geraten können, wenn die Herkunft der Mittel Fragen aufwirft.

Die betroffene Summe stammt aus einem lukrativen Sponsoring-Deal, den die Premier League im Jahr 2023 mit Sorare abgeschlossen hatte. Damals wurde die Partnerschaft als großer Wurf gefeiert, um digitale Sammlerkarten der 20 Erstliga-Clubs weltweit zu vermarkten. Doch die Freude über die Millionen-Einnahmen ist verflogen, da die Behörden nun ihre Hand auf den Geldern haben. Die Ermittler wollen sicherstellen, dass das Geld unangetastet bleibt, solange mögliche Verbindungen zu Straftaten Dritter nicht vollständig geklärt sind. Für die Premier League ist dies eine äußerst unangenehme Situation, da sie zwar über die Mittel verfügt, aber derzeit keine Kontrolle darüber ausüben kann.

Zahlen und Fakten

Der genaue Betrag, der laut einer Anordnung des Westminster Magistrates Court vom Januar 2025 unter Verschluss liegt, beläuft sich auf 10.024.041,33 Pfund. Ursprünglich hatte die Vereinbarung zwischen der Liga und Sorare ein Gesamtvolumen von rund 120 Millionen Pfund über eine Laufzeit von vier Jahren. Die nun eingefrorenen 10 Millionen Pfund sind bereits geleistete Zahlungen von Sorare an die Liga. Während Sorare betont, dass die Partnerschaft regulär nach der Saison 2025 und 2026 endete und kein vorzeitiger Abbruch stattfand, versucht die Premier League gerichtlich gegen die Sperre vorzugehen. Die aktuelle Anordnung bleibt nach derzeitigem Stand bis zum 14. September in Kraft.

Neben den Ermittlungen der NCA kämpft Sorare an einer weiteren Front. Die britische Gambling Commission hat das Unternehmen bereits 2024 angeklagt, Glücksspieldienste ohne die erforderliche Lizenz angeboten zu haben. Sorare bestreitet dies vehement und argumentiert, dass es sich bei den Fantasy-Fußball-Wettbewerben um reine Geschicklichkeitsspiele handelt. Dieser Rechtsstreit zieht sich bereits über zwei Jahre hin. Ein wichtiges Urteil wird erst im Sommer 2027 erwartet, wenn der Birmingham Magistrates Court den Fall am 7. Juni 2027 erneut verhandelt.

Hintergrund

Das Geschäftsmodell von Sorare basiert auf Blockchain-Technologie. Nutzer erwerben digitale Spielerkarten, die sie in Wettbewerben einsetzen können. Der Erfolg hängt von den realen Leistungen der Fußballprofis auf dem Platz ab. Ursprünglich konnten diese Karten nur via Krypto-Wallets gehandelt werden, später öffnete die Plattform den Marktplatz auch für klassische Barzahlungen. Genau diese Vermischung von Krypto-Assets und realen Geldflüssen scheint die Regulierungsbehörden nun auf den Plan zu rufen.

Die NCA-Untersuchung zielt darauf ab, die Integrität des Finanzsystems zu wahren. Auch wenn noch kein Gericht final geurteilt hat, dass die 10 Millionen Pfund aus kriminellen Aktivitäten stammen, reicht der bloße Verdacht aus, um die Konten zu blockieren. Dies stellt eine Warnung für alle Sportorganisationen dar, die Geschäfte mit Anbietern aus dem Krypto-Sektor eingehen. Die Premier League muss nun abwarten, ob sie die Mittel freigeben darf oder ob das Geld dauerhaft eingezogen wird.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für Fans und Spieler in Deutschland hat dieser Fall eine hohe Signalwirkung. In der Bundesrepublik ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) das Maß aller Dinge. Wer in Deutschland Online-Slots oder Sportwetten anbietet, benötigt zwingend eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Sorare operiert in einem Graubereich, der oft kritisch beäugt wird. Deutsche Spieler sollten wissen, dass Plattformen ohne deutsche Lizenz keinen Schutz durch das hiesige Recht bieten. Es fehlen die strengen Spielerschutzmaßnahmen wie das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro oder die Anbindung an das Sperrsystem LUGAS. Wer bei nicht lizenzierten Anbietern Geld einzahlt, trägt ein erhebliches Risiko, dass Gelder im Falle von behördlichen Ermittlungen – ähnlich wie in England – eingefroren werden könnten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die Situation in Großbritannien unterstreicht die Wichtigkeit der strengen deutschen Regulierung. GGL-lizenzierte Casinos unterliegen einer lückenlosen Überwachung der Geldflüsse. Dies schützt nicht nur den Betreiber vor Vorwürfen der Geldwäsche, sondern garantiert auch, dass die Gelder der Spieler sicher auf Treuhandkonten liegen. Im Gegensatz zu ausländischen MGA- oder Curacao-Plattformen, die oft keine klaren Herkunftsnachweise für ihre Mittel fordern, müssen deutsche Anbieter höchste Transparenzstandards erfüllen. Der Fall Sorare zeigt deutlich, dass scheinbar seriöse Kooperationen im Sportbereich kein Garant für rechtliche Sicherheit sind.

„Die Untersuchung konzentriert sich darauf, ob Gelder aus kommerziellen Beziehungen mit Drittkriminalität in Verbindung stehen, wobei die Premier League selbst nicht des Fehlverhaltens verdächtigt wird.“ - Sprecher der National Crime Agency (NCA), Sinngemäße Zusammenfassung der Behördenposition

Spieler in Deutschland sind gut beraten, ausschließlich auf der offiziellen Whitelist der GGL nachzuschauen, bevor sie Einsätze tätigen. Nur dort sind das 1-Euro-Limit pro Spin und die strengen Regeln zur Verhinderung von Spielsucht garantiert.

Häufige Fragen

Warum wurden 10 Millionen Pfund der Premier League eingefroren?

Die britische National Crime Agency (NCA) hat das Geld blockiert, um mögliche Verbindungen zwischen diesen Mitteln und kriminellen Aktivitäten Dritter zu untersuchen. Das Geld stammt aus einer Partnerschaft mit dem NFT-Anbieter Sorare, gegen den separat wegen illegalen Glücksspiels ermittelt wird.

Welche Vorwürfe werden gegen Sorare erhoben?

Sorare wird von der britischen Gambling Commission beschuldigt, Glücksspieldienste ohne die notwendige Lizenz angeboten zu haben. Das Unternehmen behauptet hingegen, dass seine Fantasy-Fußball-Wettbewerbe auf Geschicklichkeit basieren und daher nicht unter das Glücksspielgesetz fallen.

Wann wird in dem Fall ein Urteil erwartet?

Der Prozess wegen des Vorwurfs des unerlaubten Glücksspiels wurde auf den 7. Juni 2027 vor dem Birmingham Magistrates Court terminiert. Die aktuelle Sperre der 10 Millionen Pfund bleibt vorerst bis zum 14. September in Kraft, sofern das Gericht sie nicht vorher aufhebt.

Ist die Premier League in kriminelle Aktivitäten verwickelt?

Nein, laut den Behörden besteht kein Verdacht gegen die Premier League selbst. Die Liga wird lediglich als Inhaberin der Gelder geführt, die im Rahmen der Ermittlungen gegen Dritte vorübergehend gesichert werden mussten.

Was bedeutet dieser Vorfall für deutsche Glücksspieler?

Er zeigt die Risiken von unregulierten Plattformen auf, die keine GGL-Lizenz besitzen. In Deutschland schützt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 Spieler durch Einsatzlimits und die LUGAS-Datenbank, während bei Anbietern ohne Lizenz das Risiko von Kontosperrungen und fehlendem Rechtsschutz besteht.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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