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Regulierung

US-Kongressabgeordneter Paul Tonko fordert striktes Bundesgesetz für Sportwetten

22. August 20266 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
US-Kongressabgeordneter Paul Tonko fordert striktes Bundesgesetz für SportwettenKI-GENERIERT

Nach einem Skandal um VIP-Werbevideos von Bryce Harper kritisiert Abgeordneter Paul Tonko die Antwort von FanDül als unzureichend und drängt auf den SAFE Bet Act.

In den Vereinigten Staaten verschärft sich der Ton zwischen der Politik und den führenden Glücksspielanbietern. Der demokratische Kongressabgeordnete Paul Tonko aus New York hat FanDül scharf kritisiert, nachdem der Buchmacher zentrale Fragen zu seinem VIP-Programm und den Maßnahmen zum verantwortungsbewussten Glücksspiel nur lückenhaft beantwortet hatte. Tonko sieht in den ausweichenden Reaktionen eine Bestätigung dafür, dass eine bundesweite Gesetzgebung unumgänglich ist, um die Verbraucher vor den Auswüchsen des seit 2018 rasant gewachsenen Sportwettenmarktes zu schützen.

Die Auseinandersetzung entzündete sich an einem spezifischen Vorfall aus dem Jahr 2024. Der Philadelphia-Phillies-Star Bryce Harper hatte eine personalisierte Videobotschaft über die Plattform Cameo für einen High-Roller aufgenommen, der später gegen FanDül klagte. Der Kläger gab an, unter einer schweren Spielsucht zu leiden, während das Unternehmen ihn durch prominente Botschaften zu weiteren Einsätzen animiert habe. Harper selbst erklärte später, er habe nicht gewusst, wie FanDül das Video verwenden würde. Dieser Fall dient Tonko nun als moralisches und politisches Sprungbrett für seinen SAFE Bet Act, den er gemeinsam mit Senator Richard Blumenthal im März 2025 erneut einbrachte.

Zahlen und Fakten

Im Zentrum der Kritik steht die Weigerung von FanDül, fünf von acht spezifischen Fragen der Abgeordneten zu beantworten. Die Abgeordneten wollten unter anderem wissen, ob VIP-Kunden, die ihr Wettverhalten reduzieren wollten, gezielt mit Anreizen zum Weitermachen gelockt wurden. Zudem blieb offen, ob Werbeaktionen gezielt Kunden auf Pechsträhnen ansprechen und wie genau problematisches Verhalten identifiziert wird.

Der SAFE Bet Act sieht weitreichende Beschränkungen vor. Unter anderem soll Werbung für Sportwetten während Live-Übertragungen verboten werden. Das Gesetz würde zudem Wetten für Personen unter 21 Jahren und für Mitglieder von Sportorganisationen untersagen. Ein weiterer Kernpunkt ist die Verpflichtung der Staaten, alle drei Jahre eine Genehmigung des US-Justizministers für ihr Wettangebot einzuholen. Aktuell bieten 38 Bundesstaaten plus der District of Columbia legales Glücksspiel an.

„Die Antwort von FanDül demonstriert ein kaputtes Modell für verantwortungsbewusstes Glücksspiel. Wir brauchen den SAFE Bet Act, um nationale Standards für den Spielerschutz zu setzen.“ - Paul Tonko, Kongressabgeordneter der Demokraten

Hintergrund

Die Widerstände gegen den Gesetzentwurf sind massiv. Die American Gaming Association und Lobbygruppen der Industrie warnen davor, dass der SAFE Bet Act die Souveränität der Bundesstaaten untergraben würde. Kritiker wie der Glücksspielanwalt Jeff Ifrah bezeichnen das Vorhaben als verfassungswidrig, da es eine Registrierungspflicht vorschlägt, die über die Befugnisse des Bundes hinausgeht. Auch Experten wie Dr. Tim Fong von der UCLA warnen, dass der aktuelle Entwurf mehr schaden als nützen könnte, indem er funktionierende regionale Märkte destabilisiert.

Besonders brisant ist die Situation in Kansas. Dort stimmte das Repräsentantenhaus im April für eine Budgetänderung, die Ausgaben für die Aushandlung oder Verlängerung von Sportwettenverträgen für die Geschäftsjahre 2025 und 2026 untersagt. Jeremy Kudon von der Sports Betting Alliance, die Marken wie FanDül und DraftKings vertritt, stellte zwar klar, dass die Verträge der meisten Anbieter bis 2027 laufen, doch die politische Unsicherheit wächst. In Kansas generierten Sportwetten allein im März 248,4 Millionen Dollar Umsatz (Handle) und 8 Millionen Dollar Gewinn (Revenue).

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler zeigt die Debatte in den USA, wie wertvoll ein stabiler, nationaler Regulierungsrahmen ist. Während in den USA nun mühsam versucht wird, Bundesstandards einzuführen, hat Deutschland mit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) bereits Fakten geschaffen. Die in den USA diskutierten Maßnahmen wie Einsatzlimits oder Werbeverbote sind hierzulande bereits Realität. Deutsche Spieler profitieren von der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), die sicherstellt, dass nur lizenzierte Anbieter auf dem Markt sind.

Das in Deutschland geltende anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat sowie das LUGAS-System zur Überwachung dieser Limits verhindern Exzesse, wie sie im Fall des VIP-Spielers bei FanDül beschrieben wurden. Auch das 1-Euro-Limit pro Spin bei virtuellen Automaten dient dem direkten Spielerschutz. Wer bei einem in Deutschland lizenzierten Anbieter spielt, ist vor aggressiven VIP-Programmen, die Verluste ignorieren, weitgehend geschützt, da die GGL sehr strikte Vorgaben für das Marketing und die Früherkennung von Spielsucht macht.

Was das für GGL-Casinos heißt

Die deutschen GGL-lizenzierten Anbieter können sich durch die Entwicklungen in den USA bestätigt fühlen. Ein nachhaltiges Geschäftsmodell basiert auf Spielerschutz und Transparenz, nicht auf der Ausnutzung von VIP-Kunden mit Suchtproblemen. Die strengen deutschen Regeln mögen den kurzfristigen Profit schmälern, verhindern aber solche PR-Katastrophen und juristischen Auseinandersetzungen, wie sie FanDül derzeit erlebt. Anbieter, die sich nicht an die Regeln halten, riskieren in Deutschland den Entzug ihrer Lizenz, was eine deutlich stärkere Handhabe darstellt als die derzeitigen politischen Appelle in Washington.

Häufige Fragen

Warum wird FanDül von der US-Politik kritisiert?

FanDül hat fünf von acht Fragen zu seinem VIP-Programm und dem Umgang mit spielsüchtigen Kunden unbeantwortet gelassen. Anlass war eine Klage eines Spielers, der durch personalisierte Promi-Videos zu weiteren Wetteinsätzen animiert worden sein soll.

Was genau ist der SAFE Bet Act?

Es handelt sich um einen Gesetzentwurf von Paul Tonko und Richard Blumenthal, der bundesweite Standards für Sportwetten in den USA einführen will. Geplant sind unter anderem Werbeverbote während Live-Spielen und strengere Anforderungen an den Spielerschutz.

Welche Rolle spielt Bryce Harper in diesem Fall?

Der Baseball-Profi nahm ein Video auf der Plattform Cameo auf, das von FanDül an einen VIP-Kunden mit Spielsucht gesendet wurde. Harper gab an, nicht über die genaue Verwendung des Videos informiert gewesen zu sein.

Gibt es Widerstand gegen die neue US-Regulierung?

Ja, die American Gaming Association und diverse Lobbygruppen lehnen den SAFE Bet Act ab, da sie ihn für verfassungswidrig halten. Sie argumentieren, dass die Regulierung von Glücksspiel das Recht der einzelnen Bundesstaaten bleiben müsse.

Wie unterscheidet sich die Lage in den USA von der in Deutschland?

In Deutschland ist der Spielerschutz durch den GlüStV 2021 bereits bundesweit einheitlich geregelt, inklusive Einzahlungslimits und der LUGAS-Überwachung. Deutsche Spieler sollten nur bei Anbietern der GGL-Whitelist spielen, um von diesen gesetzlichen Sicherheitsstandards zu profitieren.

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Über die Autorin

Lisa Lustich

Lisa Lustich

Chefredakteurin & Casino-Testerin

Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).

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Quellen & weiterführende Links

Erwähnte Unternehmen:FanDuel

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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