Der Kult um die Katze im Internet

31

Oktober

2012

Was haben das Internet und das alte Ägypten gemeinsam? Genau: Überall gibt es Bilder an wo Katzen verehrt werden!


Ursprünge des virtuellen Katzenkultes




Wie auch der allgemeine Trend der sich schnell verbreitenden Internetphänomena, bei den Nutzern als Memes bekannt, haben auch die Katzenbilder auf 4chan ihren Ursprung. Auf der Plattform, die unter anderem auch das Hackerkollektiv Anonymous hervorbrachte, werden massenweise als lustig empfundene Bilder hochgeladen. Was auf 4chan Erfolg hat, findet sich schnell auf unzähligen Nachahmerseiten im gesamten Internet wieder. So geschah es auch mit den witzigen Katzenbildern, die mittlerweile als „lolcatz“ „lulcatz“ oder „lolcats“ innerhalb der Internetgemeinde große Bekanntheit erlangt haben. Mit lustigen Sprüchen beschriftet oder untertitelt bringen die niedlichen und oftmals skurrilen Bilder die Betrachter zum Schmunzeln. Typisch für die „lolcats“ ist auch eine bewusst kindliche, falsche Schreibweise, die „lolspeak“ genannt wird. Bekanntestes Beispiel ist der Spruch „ I can has cheezburger?“. Mittlerweile gibt es bereits ganze Bücher in lolspeak und sogar die Bibel soll in lolspeak übersetzt werden. Da die meisten Katzenbilder Samstags gepostet wurden, entwickelte sich in Anlehnung an das englische „Saturday“ schnell der „caturday“, als der Katzenbildertag - der einzige von der Internetgemeinde akzeptierte Tag zum Hochladen von "Lolcats".

Top Lolcats



Sehr populär ist die aus einem Kekskörper bestehende NyanCat, die einen Regenbogen hinter sich herzieht und durch das All fliegt. Sie inspirierte tausende Internetnutzer zu Videos, Zeichnungen oder sogar echten, verkleideten Katzen. International bekannt ist auch „Kitler“ eine weiß und schwarz gefleckte Katze, deren Fell über ihrem Mund wie ein Hitlerbärtchen gefärbt ist. Chemistry Cat, eine Katze mit Brille, die in einem Labor hantiert, ist durch kreative Wortspiele aus dem Bereich der Chemie ebenfalls weit verbreitet. Momentan besonders beliebt ist Tard, das „Grumpy Cat“, eine mürrisch dreinschauende Katze, die stets mit zynischen Aussagen beschriftet wird. Negative Bekanntheit erlangte hingegen die „Keyboard Cat“, eine Keyboard spielende Katze, die im Internet als Synonym für einen peinlichen Fehler, einen „Fail“, verwendet wird.

Weiterentwicklungen der Lolcats



Besonders gelungene Lolcat-Bilder werden häufig zu eigenen Memes, die dann ihrerseits variiert und weiterverbreitet werden. So geschehen beim so genannten „Soon“-Meme. Zuerst war es eine Katze, die grimmig aus dem Hintergrund auf einen kleinen Hund schaut und zusammen mit der Unterschrift „Soon“- „Bald“ den Eindruck eines bevorstehenden Angriffs auf diesen erwecken sollte. Mittlerweile wurden unzählige Bilder, bei denen jeweils charakteristisch ist, dann ein Gegenstand, ein Tier oder eine Person aus dem Hintergrund hervorschaut, mit dem Schriftzug „Soon“ versehen, was jedem dieser Bilder eine neue Wirkung verleiht. Ebenfalls durch ein Lolcat bekannt wurde die Phrase „nomnomnom“, die Kaugeräusche darstellen soll, und gerne zusammen mit Objekten verwendet werden, die aussehen, als würden sie jemanden fressen, wie zum Beispiel eine Rutsche, von der ein Kind davonläuft.

Übertragung in die reale Welt



Dass Katzen das Internet dominieren, ist ein unter Internetnutzern anerkannter Grundsatz. So beziehen sich auch die Regeln 38-40 der inoffiziellen „Regeln des Internet“ auf die niedlichen Haustiere. Aber auch in der nicht virtuellen Welt sind die Katzen auf dem Vormarsch. Liebhaber der „Lolcats“ zeigen mit diversen Produkten wie Taschen, Shirts, Tassen oder auch Magneten ihre Leidenschaft für den Internetkult. Man kann sich natürlich auch auf Seiten wie www.klick.de/fotolabor/foto-drucken sein Lieblingslolcat auf eine Leinwand oder ein Poster drucken lassen.


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