Trotz Regulierung: US-Schwarzmarkt wächst auf 97,4 Milliarden Dollar an
KI-GENERIERTEin neuer Bericht zeigt, dass illegale Glücksspielseiten in den USA mittlerweile 77 % des Marktes kontrollieren und schneller wachsen als lizenzierte Anbieter.
Die Hoffnung, dass eine kontrollierte Legalisierung von Online-Glücksspielen dem Schwarzmarkt automatisch den Boden entzieht, erleidet in den USA derzeit einen herben Dämpfer. Trotz der Ausweitung legaler Angebote in zahlreichen Bundesstaaten wächst der illegale Sektor nicht nur weiter, sondern er beschleunigt sein Wachstum sogar im Vergleich zum regulierten Markt. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer neuen Untersuchung, die das Ausmaß des unregulierten Glücksspiels in der größten Volkswirtschaft der Welt detailliert unter die Lupe nimmt.
Spieler wandern vermehrt zu Anbietern ab, die keine Steuern zahlen, keine strengen Limits vorschreiben und oft mit aggressiveren Bonusangeboten locken. Während die Behörden versuchen, durch Lizenzierungen Sicherheit zu schaffen, scheinen die unlizenzierten Plattformen durch ihre Flexibilität und das Fehlen bürokratischer Hürden einen massiven Wettbewerbsvorteil zu genießen. Dies führt zu einer gefährlichen Schieflage, bei der die legalen Anbieter die Last der Regulierung tragen, während die Profite in dunklen Kanälen verschwinden.
Zahlen und Fakten
Die von der Campaign for Fairer Gambling (CFG) in Auftrag gegebene Studie liefert erschreckende Kennzahlen. Im Jahr 2025 beliefen sich die Einnahmen unregulierter Online-Glücksspielanbieter in den USA auf insgesamt 97,4 Milliarden Dollar. Dieser Wert bezieht sich auf den Gross Gaming Revenue (GGR), also den Bruttospielertrag nach Abzug der ausgezahlten Gewinne. Besonders brisant ist dabei der Marktanteil: Unlizenzierte Seiten und Apps machen mittlerweile 77 % des gesamten US-Online-Glücksspielmarktes aus. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Jahr 2024, als dieser Anteil noch bei 74 % lag.
Die Daten von Gaming Compliance International (GCI) verdeutlichen, dass der illegale Markt schneller wächst als der legale Sektor. Dies widerspricht der gängigen These, dass mehr legale Optionen die Spieler automatisch aus der Illegalität holen. Die Studie argumentiert offensiv, dass die bisherige Strategie der Legalisierung von Sportwetten und Online-Casinos das Wachstum des Schwarzmarktes keineswegs eingedämmt hat. Es zeigt sich vielmehr eine Koexistenz, in welcher der unregulierte Bereich seine Dominanz sogar noch ausbauen konnte.
Hintergrund
Der Konflikt zwischen Regulierung und Schwarzmarkt ist kein neues Phänomen, doch die Dimensionen in den USA erreichen nun eine kritische Masse. Die Campaign for Fairer Gambling nutzt diese Zahlen, um auf die Defizite im aktuellen System hinzuweisen. Wenn drei Viertel des Geldes bei Anbietern landen, die keiner staatlichen Aufsicht unterliegen, greifen auch keine Maßnahmen zur Spielsuchtprävention oder zum Jugendschutz.
„Die Studie beansprucht, dass unlizenzierte Seiten und Apps nun 77 % des gesamten US-Online-Glücksspielmarktes nach GGR ausmachen, gegenüber behaupteten 74 % im Jahr 2024.“ - Gaming Compliance International, Studienbericht für CFG
Ein Hauptgrund für die Flucht in den Schwarzmarkt ist oft die Überregulierung im legalen Bereich oder schlicht die fehlende Verfügbarkeit in bestimmten Bundesstaaten. Während einige Staaten wie New Jersey oder Pennsylvania Online-Casinos erlauben, ist dies in anderen Regionen strikt untersagt. Dort füllen illegale Offshore-Anbieter die Lücke, die oft aus der Karibik oder von den Philippinen operieren. Diese Anbieter unterliegen keinen US-Gesetzen und entziehen sich jeglichem Zugriff der dortigen Justiz.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland bietet der Blick in die USA eine wichtige Lektion über die Bedeutung der Kanalisierung. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) die rechtliche Grundlage. Er wurde geschaffen, um Spielern eine sichere, lizenzierte Umgebung zu bieten. Wer in einem von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenzierten Casino spielt, genießt den vollen Schutz des deutschen Rechts. Das bedeutet aber auch, dass man sich an strikte Regeln halten muss: Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an virtuellen Automaten sind hierbei zentral.
Diese Maßnahmen, die über das zentrale Kontrollsystem LUGAS überwacht werden, dienen dem Spielerschutz. Wer jedoch versucht, diese Limits auf unlizenzierten MGA- oder Curacao-Seiten zu umgehen, begibt sich in eine rechtliche Grauzone und verliert jeglichen Schutz bei Gewinnauszahlungen. In Deutschland zeigt sich ein ähnlicher Kampf wie in den USA: Nur wenn das legale Angebot attraktiv genug bleibt, kann die GGL-Whitelist erfolgreich gegen den Schwarzmarkt bestehen. Deutsche Spieler sollten daher immer prüfen, ob ihr Anbieter auf der offiziellen Whitelist steht, um nicht Teil einer Statistik zu werden, wie wir sie gerade aus den USA sehen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die deutschen GGL-lizenzierten Anbieter stehen vor der Herausforderung, trotz der strengen Auflagen konkurrenzfähig zu bleiben. Wenn die Schere zwischen dem legalen Spielspaß und den Freiheiten im Schwarzmarkt zu weit auseinandergeht, droht eine Abwanderung wie in den USA. Die US-Zahlen von 97,4 Milliarden Dollar im unregulierten Markt sind ein Warnsignal für jede Regulierungsbehörde weltweit.
Es reicht nicht aus, nur Verbote auszusprechen. Die Kanalisierung funktioniert nur, wenn die legalen Anbieter ein Produkt liefern, das sicher und gleichzeitig unterhaltsam ist. Die GGL muss daher einen schmalen Grat wandern: Den Spielerschutz kompromisslos durchsetzen, aber gleichzeitig den legalen Markt nicht durch zu drakonische Einschränkungen für den Durchschnittsspieler unattraktiv machen. Die Entwicklung in den USA beweist, dass eine reine Legalisierung ohne konsequente Bekämpfung der illegalen Konkurrenz und ohne attraktive Rahmenbedingungen für Lizenznehmer nicht zum Erfolg führt.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Volumen des illegalen Glücksspiels in den USA?
Laut dem Bericht von Gaming Compliance International erreichte der unregulierte Markt im Jahr 2025 ein Volumen von 97,4 Milliarden Dollar. Dies entspricht einem Anteil von 77 % am gesamten Online-Glücksspielmarkt des Landes.
Wächst der illegale Markt in den USA schneller als der legale?
Ja, die Studie stellt fest, dass das Wachstum bei unlizenzierten Anbietern das des regulierten Sektors übertrifft. Trotz zunehmender Legalisierung in einzelnen Bundesstaaten konnte der Schwarzmarkt seinen Anteil von 74 % im Vorjahr auf nun 77 % steigern.
Wer hat die Studie über den US-Schwarzmarkt durchgeführt?
Die Untersuchung wurde von Gaming Compliance International (GCI) im Auftrag der Campaign for Fairer Gambling (CFG) erstellt und veröffentlicht. Sie analysiert die Bruttospielerträge (GGR) von unlizenzierten Apps und Webseiten.
Helfen Legalisierungen gegen den Schwarzmarkt?
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die bisherigen Legalisierungen von Online-Casinos und Sportwetten das Wachstum illegaler Angebote bisher nicht stoppen konnten. Stattdessen florieren unregulierte Plattformen weiterhin parallel zum legalen Angebot.
Wie erkenne ich in Deutschland ein sicheres Online-Casino?
Deutsche Spieler sollten ausschließlich auf Plattformen spielen, die auf der offiziellen Whitelist der GGL stehen. Nur diese Anbieter halten sich an den Glücksspielstaatsvertrag 2021 und bieten Schutzmaßnahmen wie das 1.000-Euro-Einzahlungslimit und die LUGAS-Anbindung.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
Alle Artikel von Lisa Lustich →Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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