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Alberta startet Online-Glücksspiel, Regulierungswellen in Nordamerika

13. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Alberta startet Online-Glücksspiel, Regulierungswellen in Nordamerika

Die kanadische Provinz Alberta hat am 13. Juli ihren regulierten Online-Glücksspielmarkt eröffnet. Gleichzeitig flammen in den USA Debatten über die Besteuerung von Glücksspielgewinnen und das Verbot von Sweepstakes-Casinos auf.

Die Welt des Online-Glücksspiels in Nordamerika steht vor weiteren Umbrüchen. Am 13. Juli öffnete die kanadische Provinz Alberta offiziell ihren mehrlizenzfähigen Online-Glücksspielmarkt, der sowohl Sportwetten als auch Online-Casinos umfasst. Damit ist Alberta nach Ontario die zweite kanadische Provinz mit einem offenen Markt für Online-Glücksspiel. Parallel dazu gibt es in den USA wichtige Entwicklungen: Eine Anhörung zur Abzugsfähigkeit von Glücksspielverlusten bei der IRS und ein Verbot von Sweepstakes-Casinos in Maine treten in Kraft. Spannend bleibt zudem die Situation der Prediction Markets, die immer wieder neue rechtliche Auseinandersetzungen auslösen. Ich beobachte die Situation genau und habe alle Details für Sie zusammengetragen.

Zahlen und Fakten

Alberta lässt mehr als 50 potenzielle Betreiber zu. Einige der größten Marken der Branche, darunter FanDuel, DraftKings, BetMGM, Caesars und bet365, werden voraussichtlich gleich am ersten Tag an den Start gehen. Ein gestaffelter Rollout ist zu erwarten, da nicht alle registrierten Betreiber sofort live gehen. Währenddessen hat die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft im Prediction-Market-Sektor zu einem massiven Anstieg der Handelsvolumen geführt, das im Juni 50 Milliarden Dollar erreichte. Die US-Steuerbehörde IRS wird am 17. Juli eine öffentliche Anhörung zur neuen Obergrenze von 90 % für Glücksspielverluste abhalten. In Maine hingegen ist ab dem 15. Juli das Verbot von Sweepstakes-Casinos wirksam. Viele Plattformen, wie Stake.us und McLuck, haben den Staat bereits verlassen.

Hintergrund

Der Start des iGaming-Marktes in Alberta ist ein Meilenstein für die kanadische Glücksspielbranche. Es ist das erste Mal seit 2022, dass eine kanadische Provinz nach Ontario einen regulierten, offenen Markt einführt. Dies könnte einen Dominoeffekt auslösen und andere Provinzen dazu bewegen, ebenfalls zu regulieren. Experten von Gaming News Canada prognostizieren, dass der Erfolg Albertas andere kanadische Provinzen wie British Columbia, Manitoba und Saskatchewan zum Handeln zwingen wird, gefolgt von Québec. Aktuell gehen Schätzungen davon aus, dass fast die Hälfte der Bürger British Columbias über nicht regulierte Plattformen spielen. In Québec sollen jährlich über 300 Millionen US-Dollar an Steuereinnahmen durch das Spielen auf rund 2.000 unregulierten Seiten verloren gehen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind die sogenannten Prediction Markets, die in den USA zunehmend unter Druck geraten. Es gibt eine Reihe laufender Rechtsstreitigkeiten. So wurde beispielsweise Kalshi, einem Betreiber solcher Märkte, in New York ein Antrag auf einstweilige Verfügung gegen staatliche Beamte verweigert. Auch in North Carolina droht den Prediction-Market-Betreibern eine neue Steuer von 6 % auf ihre Einnahmen. Diese Entwicklung könnte zu weiteren Klagen seitens der Commodity Futures Trading Commission oder der Betreiber selbst führen. Gerichte in Nevada, Massachusetts, Michigan und Washington haben bereits Anträgen der Staaten stattgegeben, Prediction-Market-Fälle an staatliche Gerichte zurückzuverweisen. Der Global Wire Editor Chavdar Vasilev von Gambling Insider verfolgt diese Entwicklungen genau. Er betont die Bedeutung der behördlichen Entscheidungen und Gerichtsurteile für die Zukunft dieser Märkte in den USA. Die Anhörung der IRS zur Abzugsfähigkeit von Glücksspielverlusten könnte ebenfalls weitreichende Folgen für Spieler und Betreiber in den USA haben. Diese Anhörung soll mehr Klarheit darüber schaffen, wie die IRS die umstrittene neue Obergrenze von 90 % für die Abzüge von Glücksspielverlusten umsetzen will.

„Was mich besonders interessiert sind die Kommentare von Steuerfachleuten und anderen Interessengruppen, die an der IRS-Anhörung teilnehmen, und ob es Anzeichen dafür gibt, wie die IRS die 90%-Obergrenze für Glücksspielverluste interpretieren und implementieren will.“ - Chavdar Vasilev, Global Wire Editor bei Gambling Insider

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler haben diese Entwicklungen in Nordamerika keine direkten Auswirkungen auf die hiesige Regulierung. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) hat einen klaren Rahmen für Online-Glücksspiele in Deutschland geschaffen. Zugelassen sind hierzulande ausschließlich Anbieter, die über eine deutsche Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) verfügen. Spieler können diese lizenzierten Webseiten auf der sogenannten GGL-Whitelist finden. Im Gegensatz zu den in Nordamerika diskutierten Prediction Markets, die in Deutschland nicht explizit reguliert sind, und den in Maine verbotenen Sweepstakes-Casinos, die hierzulande keine Rolle spielen, ist das Angebot an Slots und Online-Poker streng überwacht. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Online-Spielautomaten. Außerdem sorgt das zentrale Sperrsystem LUGAS für den Spielerschutz. Wer also in Deutschland legal und sicher spielen möchte, sollte unbedingt auf die deutsche Lizenzierung achten. Alle anderen Angebote, auch die, die im Ausland von der MGA oder in Curacao lizenziert wurden, sind in Deutschland nicht erlaubt und bieten keinen vergleichbaren Spielerschutz.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für in Deutschland lizenzierte Online-Casinos bedeuten diese internationalen Entwicklungen weder eine Lockerung noch eine Verschärfung der bestehenden Vorschriften. Die GGL behält die Einhaltung des GlüStV 2021 konsequent im Auge. Die Diskussionen in Kanada und den USA zeigen, dass Regulierungsbehörden weltweit bestrebt sind, das Online-Glücksspiel zu kanalisieren und den Spielerschutz zu verbessern. Die Erfahrungen aus anderen Märkten könnten jedoch langfristig in die Weiterentwicklung des deutschen Glücksspielrechts einfließen. Der Fokus für GGL-Casinos bleibt weiterhin auf dem verantwortungsvollen Umgang mit Glücksspiel, der Prävention von Spielsucht und der transparenten Einhaltung aller Auflagen. Die Tatsache, dass große internationale Player in Alberta auf einen Schlag live gehen dürfen, zeigt, dass es andere Regulierungsansätze gibt, die aber für den deutschen Markt aktuell keine Rolle spielen.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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