Betsson meldet Rekordumsatz von 310,2 Millionen Euro im zweiten Quartal 2026

Der Glücksspielriese Betsson hat im zweiten Quartal 2026 einen Rekordumsatz von 310,2 Millionen Euro erzielt. Trotz dieses Wachstums sank die Profitabilität des Unternehmens deutlich.
Betsson, einer der großen Namen im Online-Glücksspiel, hat ein beeindruckendes zweites Quartal 2026 hingelegt. Mit einem Umsatz von 310,2 Millionen Euro konnte das Unternehmen einen neuen Rekordwert verbuchen. Das entspricht einem Wachstum von 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und zeigt, dass der Glücksspielmarkt weiterhin in Bewegung ist, auch wenn das Glück nicht immer auf der Seite der Anbieter ist. Besonders bemerkenswert ist, dass die Zahl der aktiven Kunden auf 1,8 Millionen gestiegen ist, verglichen mit 1,4 Millionen im Vorjahreszeitraum. Das deutet auf eine erfolgreiche Kundenakquise hin, trotz eines schwierigeren Marktumfeldes. Casino-Umsätze legten um 2 Prozent zu, Sportwetten um 1 Prozent. Die Sportwetten-Marge verbesserte sich von 9,5 Prozent im zweiten Quartal 2025 auf 10,5 Prozent. Das zeigt eine effizientere Gestaltung der Wettangebote. Der Erfolg im zweiten Quartal war auch durch die Fußball-Weltmeisterschaft begünstigt, wie CEO Pontus Lindwall hervorhob, was für das dritte Quartal 2026 bereits zu einer Steigerung des durchschnittlichen Tagesumsatzes um 14 Prozent bis zum 13. Juli geführt hat. Ein wichtiges Signal für die Branche ist auch der hohe Anteil von 76 Prozent (im Vorjahr 66 Prozent) des Umsatzes aus lokal regulierten Märkten, obwohl dies auch höhere Glücksspielsteuern und geringere Margen nach sich zieht. Dieses Bekenntnis zu regulierten Märkten ist ein Schritt in die richtige Richtung für mehr Spielerschutz und Stabilität. Besonders Lateinamerika stach hervor und wuchs um 32 Prozent auf Rekordniveau, wobei Peru und Argentinien besonders gute Leistungen zeigten.
Zahlen und Fakten
Das zweite Quartal 2026 war für Betsson ein Quartal der Gegensätze. Während der Umsatz einen Höchststand erreichte, geriet die Profitabilität unter Druck. Das EBITDA, also das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, fiel um 31 Prozent auf 58,5 Millionen Euro. Das operative Ergebnis schrumpfte sogar um 39 Prozent auf 42,2 Millionen Euro. Für die ersten sechs Monate des Jahres belief sich der Konzernumsatz auf 595,5 Millionen Euro, was leicht unter den 597,3 Millionen Euro des Vorjahres liegt. Der Nettogewinn für das Quartal betrug 30,4 Millionen Euro, was 0,22 Euro pro Aktie entspricht. Trotz der geringeren Gewinne blieb der operative Cashflow mit 60,4 Millionen Euro positiv, ein Anstieg gegenüber den 41,1 Millionen Euro im Vorjahr. Die Nettoverschuldung verbesserte sich ebenfalls von -151,8 Millionen Euro auf -128,4 Millionen Euro.
Hintergrund
Pontus Lindwall, der Präsident und CEO von Betsson AB, kommentierte die Ergebnisse mit Blick auf die verschiedenen Geschäftsbereiche:
„Das zweite Quartal zeigte ein gesundes B2C-Wachstum, unterstützt durch die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft, während B2B hinter dem Vorjahr zurückblieb und die Profitabilität belastete. Der Konzernumsatz betrug 310 (304) Millionen Euro und das EBIT 42 (69) Millionen Euro.“ - Pontus Lindwall, Präsident und CEO bei Betsson AB
Diese Aussage unterstreicht, dass das B2C-Segment, also das Direktgeschäft mit den Spielern, der Wachstumstreiber von Betsson ist. Gleichzeitig zeigt sie die Herausforderungen im B2B-Geschäft. Ein weiterer Knackpunkt sind die gestiegenen Glücksspielsteuern in den lokal regulierten Märkten. Trotz allem ist die Entwicklung positiv, denn Betsson konzentriert sich zunehmend auf jene Märkte, wo klare Regeln herrschen. Dies ist ein Trend, den wir auch in Deutschland sehen und der für Spieler am Ende mehr Sicherheit bedeutet.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für Spieler in Deutschland sind dies wichtige Nachrichten, auch wenn Betsson nicht direkt mit einer deutschen GGL-Lizenz auf dem Markt präsent ist. Die Konzentration auf regulierte Märkte stärkt die Idee, dass sich die Branche langfristig auf gesetzeskonforme und sichere Angebote ausrichten muss. In Deutschland bedeutet das den Glücksspielstaatsvertrag 2021 mit seinen strengen Regeln. Das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an automatisierten Spielen sind feste Bestandteile. Das zentrale Überwachungssystem LUGAS, das diese Limits und den Selbstausschluss verwaltet, ist entscheidend für den Spielerschutz. Die Entwicklung bei Betsson zeigt uns, dass auch große internationale Anbieter mit diesen Anpassungen leben können und müssen. Für deutsche Spieler bedeutet das: Wer bei einem GGL-lizenzierten Casino spielt, kann sich auf Fairness und Sicherheit verlassen. Schwarze Schafe werden es zunehmend schwerer haben. Ich rate immer dazu, die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder zu konsultieren, bevor man sich bei einem Online-Casino anmeldet.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Zahlen von Betsson bestätigen einen wichtigen Trend: Regulierte Märkte sind die Zukunft. Für Online-Casinos, die eine Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) besitzen, ist das eine gute Nachricht. Es zeigt, dass ein nachhaltiges Geschäft auch unter strengeren Auflagen möglich ist. Zwar sind die Margen durch höhere Steuern und strengere Regeln kleiner, dafür ist der Markt stabiler und langfristiger planbar. Dies ist auch ein klares Signal an Anbieter, die noch auf Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curaçao setzen. Diese werden in Deutschland zunehmend an den Rand gedrängt. Die GGL sorgt für gleiche Wettbewerbsbedingungen und einen klaren Rahmen, was sowohl Spielern als auch seriösen Anbietern zugutekommt. Die Entwicklung von Betsson, die fast drei Viertel des Umsatzes in regulierten Märkten erwirtschaftet, unterstreicht die Relevanz und den Erfolg dieses Ansatzes.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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