Illegales Glücksspiel auf Instagram: Kolumbianischer Influencer muss 38.000 Dollar zahlen
KI-GENERIERTDie kolumbianische Behörde Coljügos bestraft Yeferson Cossio mit einer Geldstrafe von 38.000 US-Dollar für die Bewerbung nicht lizenzierten Glücksspiels auf Social Media.
In der Welt der sozialen Medien gelten oft eigene Gesetze, doch beim Thema Glücksspiel greifen die staatlichen Regulatoren nun immer härter durch. Der bekannte kolumbianische Influencer Yeferson Esteban Cossio Castaño hat dies nun am eigenen Leib erfahren müssen. Die nationale Glücksspielbehörde Coljügos hat eine empfindliche Strafe gegen den 32-Jährigen verhängt, nachdem dieser auf der Plattform Instagram illegale Glücksspielaktivitäten beworben und durchgeführt hatte. Mit über 12,2 Millionen Followern verfügt Castaño über eine enorme Reichweite, die er laut den Ermittlern für nicht genehmigte Gewinnspiele im Stil von Tombolas oder Verlosungen nutzte.
Das Vorgehen der Behörden zeigt deutlich, dass die Ära der unkontrollierten Online-Gewinnspiele durch Prominente zu Ende geht. Coljügos reagierte mit der Untersuchung auf konkrete Beschwerden über die Aktivitäten auf dem Konto des Influencers. Es geht dabei nicht nur um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um den Schutz des staatlichen Einnahmemonopols, das in Kolumbien traditionell zur Finanzierung des Gesundheitssystems herangezogen wird. Wer ohne Lizenz agiert, entzieht dem Staat wichtige Mittel und gefährdet zudem den Spielerschutz, da keine Aufsicht über die Fairness und den Ablauf der Spiele besteht.
Zahlen und Fakten
Die finanziellen Auswirkungen für Castaño sind erheblich. Die verhängte Geldstrafe beläuft sich auf 116 Millionen COP (kolumbianische Pesos), was etwa 38.000 US-Dollar entspricht. Um die Schwere der Strafe im lokalen Kontext zu verdeutlichen, gab die Behörde an, dass diese Summe dem Äquivalent von 100 Monatsgehältern auf Basis des Mindestlohns von 2023 entspricht. Zusätzlich zur Geldzahlung wurde ein fünfjähriges Berufsverbot für den Betrieb von Glücksspielen ausgesprochen. Dies wiegt für einen Content Creator, dessen Geschäftsmodell auf Interaktion und Gewinnspielen basiert, oft schwerer als die rein monetäre Einbuße.
Die Regulierungsbehörde betonte in ihrem Statement die Entschlossenheit bei der Durchsetzung der Regeln.
„Mit dieser Entscheidung bekräftigt Coljügos sein Engagement im Kampf gegen illegales Glücksspiel und für den Schutz der durch dieses Einnahmemonopol generierten Ressourcen zur Finanzierung der Gesundheit der Kolumbianer." - Sprecher von Coljügos
Hintergrund
Der Fall Yeferson Cossio steht symbolisch für ein globales Problem. Influencer nutzen ihre Popularität, um Produkte oder Dienstleistungen zu vermarkten, wobei die Grenzen zwischen legaler Werbung und illegalem Betrieb von Glücksspielen oft verschwimmen. In Kolumbien unterliegen Spiele, die auf Zufall basieren, einer strengen staatlichen Kontrolle durch Coljügos. Wer eine Verlosung oder ein Casino-ähnliches Spiel anbietet, benötigt eine entsprechende Konzession. Castaño agierte jedoch ohne jegliche Erlaubnis. Die Ermittlungen wurden eingeleitet, nachdem Nutzer Unregelmäßigkeiten gemeldet hatten. Dies unterstreicht die Bedeutung von Whistleblowing und öffentlicher Aufsicht in digitalen Räumen.
Die Plattform Instagram, die zum Meta-Konzern gehört, bietet zwar Richtlinien für Werbung an, doch die Verantwortung für die Einhaltung lokaler Gesetze liegt primär beim Ersteller der Inhalte. Für die Regulatoren ist es eine Herausforderung, die schiere Menge an Inhalten zu überwachen, weshalb prominente Fälle wie dieser als Abschreckung dienen sollen. Der Fokus liegt dabei besonders auf dem Schutz junger Zielgruppen, die für die glitzernde Welt der schnellen Gewinne besonders empfänglich sind.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler ist dieser Vorfall eine wichtige Mahnung zur Vorsicht bei Angeboten auf Social Media. In Deutschland ist der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) das maßgebliche Regelwerk. Nur Anbieter, die auf der offiziellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen, dürfen legal Online-Glücksspiel betreiben oder bewerben. In Deutschland sind für legale Angebote strenge Limits Pflicht: Das Einzahlungslimit liegt bei 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg, kontrolliert durch das LUGAS-System. Zudem gilt ein Einsatzlimit von maximal 1 Euro pro Spin bei virtuellen Automatenspielen. Wenn ein Influencer in Deutschland Gewinnspiele oder Casino-Inhalte bewirbt, die diese Regeln umgehen oder keinen Verweis auf eine deutsche Lizenz haben, handelt es sich höchstwahrscheinlich um illegale Angebote. Deutsche Spieler sollten sich bewusst sein, dass Gewinne aus solchen illegalen Quellen rechtlich nicht einklagbar sind und sie sich durch die Teilnahme im schlimmsten Fall selbst strafbar machen könnten.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Betreiber mit einer GGL-Lizenz verdeutlicht das kolumbianische Beispiel, wie wichtig sauberes Affiliate-Marketing und Kooperationen mit Influencern sind. In Deutschland sind die Werberichtlinien extrem streng. Werbung für Glücksspiel darf sich nicht an Minderjährige richten und darf keinen übermäßigen Spielanreiz schaffen. GGL-lizenzierte Casinos müssen sicherstellen, dass ihre Partner – ob Influencer oder Webseiten – alle Vorgaben des GlüStV 2021 einhalten. Ein Verstoß kann hier nicht nur zu Geldstrafen für den Werbenden führen, sondern im schlimmsten Fall die eigene deutsche Lizenz gefährden. Die GGL überwacht den Markt genau und geht aktiv gegen Werbung für illegale Schwarzmarkt-Anbieter vor, die oft aus Regionen wie Curacao oder Malta ohne deutsche Konzession operieren. Seriosität ist im deutschen regulierten Markt das höchste Gut.
Häufige Fragen
Wer ist Yeferson Cossio und warum wurde er bestraft?
Yeferson Esteban Cossio Castaño ist ein kolumbianischer Influencer mit 12,2 Millionen Followern. Er wurde bestraft, weil er auf Instagram illegale Glücksspiele und Verlosungen ohne die erforderliche staatliche Lizenz durchgeführt hat.
Wie hoch ist die Strafe für den Influencer?
Die Geldstrafe beläuft sich auf 38.000 US-Dollar, was in Kolumbien etwa 100 monatlichen Mindestlöhnen entspricht. Zusätzlich darf er für die nächsten fünf Jahre keine Glücksspielaktivitäten mehr gewerblich betreiben.
Warum greifen die Behörden bei Gewinnspielen auf Social Media ein?
Die Behörde Coljügos möchte das staatliche Glücksspielmonopol schützen, da die Einnahmen daraus das kolumbianische Gesundheitssystem finanzieren. Zudem dient das Eingreifen dem Schutz der Verbraucher vor unregulierten und potenziell unfairen Spielangeboten.
Dürfen Influencer in Deutschland für Glücksspiel werben?
Influencer dürfen in Deutschland nur für Anbieter werben, die eine offizielle Lizenz der GGL besitzen und auf der Whitelist stehen. Dabei müssen sie strengste Werbeauflagen einhalten, wie etwa das Verbot der Ansprache von Minderjährigen und den Verzicht auf irreführende Gewinnversprechen.
Woran erkenne ich als Spieler ein legales Angebot in Deutschland?
Ein legales Angebot verfügt über eine Lizenz der GGL und ist an das LUGAS-System sowie die Sperrdatei OASIS angebunden. Zudem gelten technische Einschränkungen wie das 1-Euro-Einsatzlimit pro Spin und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro.
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Über die Autorin

Lisa Lustich
Chefredakteurin & Casino-Testerin
Lisa Lustich testet seit 1997 deutschsprachige Online-Casinos und leitet die Redaktion von Lustich.de. Über 400 veröffentlichte Reviews, zertifizierte Spielerschutz-Beraterin (BZgA-Schulung 2019).
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