Schweden führt flexible 10-Tages-Sperre bei Spelpaus ein

Schweden lockert sein zentrales Selbstsperrsystem Spelpaus. Spieler können sich künftig für zehn Tage selbst ausschließen. Eine Neuerung, die für mehr Flexibilität sorgt.
Was geschah
Schweden reformiert sein bereits etabliertes Selbstsperrsystem Spelpaus. Ab sofort können Spieler eine zehntägige Pause vom Glücksspiel einlegen. Dies ergänzt die bisherigen Optionen von einem, drei oder sechs Monaten sowie einer unbefristeten Sperre. Die schwedische Glücksspielautorität, Spelinspektionen, möchte damit auf die Bedürfnisse der Spieler eingehen. Eine erhebliche Veränderung im Spielerschutz. Wer weiß, vielleicht ist das auch etwas für Deutschland.
Hintergrund
Spelpaus ist in Schweden seit 2019 in Kraft. Es ist ein zentrales Register, bei dem sich Spieler freiwillig, aber verpflichtend für alle lizenzierten Anbieter, vom Glücksspiel ausschließen können. Das System war von Anfang an sehr rigoros. Einmal gesperrt, gibt es bis zum Ablauf der Frist kein Zurück. Diese starre Regelung stieß immer wieder auf Kritik. Viele Spieler wünschten sich mehr Flexibilität. Eine kurzfristige Abkühlungsphase zum Beispiel, ohne gleich eine mehrmonatige Sperre in Kauf nehmen zu müssen. Die Regierung hat diesen Ruf aus der Bevölkerung anscheinend erhört. Für uns in der Redaktion ist das eine klare Verbesserung. Es zeigt, dass auch staatliche Stellen Lernfähig sind und auf die Nöte der Spieler eingehen, anstatt an einem starren System festzuhalten. Wenigstens passiert das in Schweden.
Die Einführung der Zehn-Tages-Sperre ist ein Kompromiss. Es ist eine Testballonart, wie ich finde. Sie ermöglicht Spielern, die merken, dass sie zu viel spielen, eine schnelle Auszeit. Ohne die Langzeitfolgen einer längeren Sperre. Es soll eine präventive Maßnahme sein. Das Ziel ist es, Problemspielern im Anfangsstadium zu helfen. Bevor sich ihr Verhalten verfestigt. Die schwedische Haltung zum Glücksspiel ist traditionell streng. Der Fokus liegt klar auf dem Schutz der Bevölkerung. Deswegen ist diese Lockerung doch etwas überraschend.
Bedeutung für deutsche Spieler
Direkt hat diese Änderung in Schweden keine Auswirkungen auf deutsche Spieler. Deutschland hat mit OASIS ein eigenes zentrales Selbstsperrsystem. OASIS ist sogar noch strikter als das ursprüngliche Spelpaus. Eine einmal erfolgte Sperre kann auch hier nicht vorzeitig aufgehoben werden. Die Mindestsperrdauer sind drei Monate. Eine kurzfristige Zehn-Tages-Sperre gibt es bei OASIS nicht. Die deutschen Behörden könnten sich aber inspirieren lassen. Immerhin zeigt Spelpaus, dass eine höhere Flexibilität bei Selbstsperren möglich ist. Und dass sie auch positiven Anklang finden könnte. Wir bei Lisa Lustich fordern seit Jahren Anpassungen an OASIS. Solche Modelle aus dem Ausland sind da immer willkommen. Wer weiß, wann deutsche Politiker endlich mal auf die Spieler hören. Der Spielerschutz ist wichtig, ja. Aber er muss auch praktikabel sein und die Realität der Spieler berücksichtigen. Das ist bei OASIS noch lange nicht der Fall. Ein überreguliertes System schreckt Spieler ab. Es treibt sie in den Schwarzmarkt. Das ist das Gegenteil von dem, was man eigentlich erreichen will. Das sollte doch auch in den oberen Etagen der GGL ankommen. Die Realität ist da doch so viel komplexer.
Was das für GGL-Casinos heißt
Für Online-Casinos mit deutscher GGL-Lizenz ändert sich zunächst nichts. Sie müssen weiterhin das OASIS-System vollumfänglich anwenden. Das bedeutet, jede Sperre, die über OASIS verhängt wird, ist bindend. Sie kann nicht vorzeitig aufgehoben werden. Eine flexible Kurzzeitsperre gibt es nicht. Sollte Deutschland dem schwedischen Beispiel folgen, würde das eine Anpassung der technischen Systeme bedeuten. Die Online-Casinos müssten dann eine entsprechende Option in ihren Spieleraccounts anbieten. Und diese mit OASIS synchronisieren. Das wäre ein großer Aufwand. Aber er könnte sich lohnen. Zufriedene Spieler bleiben eher im regulierten Markt. Das wäre ein Fortschritt für alle. Für den Spieler, für den Anbieter, und am Ende auch für den Staat. Online-Casinos wie Jackpotpiraten, Löwen Play Online, Merkur Slots, und Crazybuzzer sind bereits an OASIS angebunden. Sie müssten ihre Schnittstellen anpassen. Das ist allerdings Zukunftsmusik. Aber doch eine schöne, oder? Wir können nur hoffen, dass sich die GGL hier ein Beispiel an Schweden nimmt. Der Dialog mit der Branche könnte da fruchtbar sein. Denn der Markt ist unter hohem Druck. Wir müssen attraktiver werden. Regulierung und Freiheit müssen im Gleichgewicht sein. Das ist eine große Herausforderung. Aber sie ist lösbar.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
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