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Spielerschutz

Gamstop verzeichnet Rekordanmeldungen junger Spieler vor Fußball-Weltmeisterschaft 2026

Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
Gamstop verzeichnet Rekordanmeldungen junger Spieler vor Fußball-Weltmeisterschaft 2026

Die britische Selbstsperrplattform Gamstop meldete im Mai 2026 ein Allzeithoch bei den Anmeldungen, besonders junge Menschen sind betroffen. Insgesamt stiegen die Registrierungen im ersten Halbjahr 2026 um 16 %.

Die britische Selbstsperrplattform Gamstop hat im Mai 2026 einen neuen Rekord bei den Anmeldungen verzeichnet. Dieses Allzeithoch fiel in die Zeit kurz vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Besonders auffällig ist, dass sich immer mehr junge Menschen bewusst für einen Ausschluss entscheiden, um ihr Spielverhalten zu kontrollieren. Gamstop veröffentlichte diese Zahlen in seinem jüngsten Halbjahresbericht für das erste Halbjahr 2026. Dabei zeigte sich ein erheblicher Anstieg an Registrierungen.

Demnach stiegen die Anmeldungen im Vergleich zum Vorjahr um 16 %. Der Mai war hierbei der aktivste Monat in der Geschichte der Wohltätigkeitsorganisation. Allein in diesem Monat registrierten sich 12.236 Personen bei Gamstop. Obwohl die monatlichen Anmeldezahlen im restlichen Berichtszeitraum eher konstant blieben, erwartet Gamstop für Juli 2026 einen weiteren Anstieg, der den Mai übertreffen könnte. Dies ist ein bekanntes Muster nach großen Fußballturnieren oder einem Ausscheiden Englands.

Zahlen und Fakten

Im ersten Halbjahr 2026 stieg die Zahl der Gamstop-Registrierungen im Jahresvergleich um 16 %. Der Mai 2026 war mit 12.236 Neuanmeldungen der spitzenmäßige Monat. Männer machten über sieben von zehn Neuregistrierungen aus, ein Wert, der seit der Gründung von Gamstop im Jahr 2018 konstant geblieben ist. Der größte Anstieg war bei den unter 25-Jährigen zu verzeichnen, mit einem Plus von 26 % im Jahresvergleich. Diese Altersgruppe stellt mittlerweile fast ein Drittel aller Selbstsperren dar. Eine frühere Studie von Gamstop für das Geschäftsjahr 2025 zeigte bereits einen Anstieg der Selbstsperren junger Menschen um 40 % im Vergleich zum Vorjahr. Seit der Einführung im April 2018 haben sich insgesamt fast 532.484 Personen bei Gamstop registriert. Das sind mehr als 1 % der gesamten erwachsenen Bevölkerung im Vereinigten Königreich.

Matt Burgiss, Head of External Affairs der Gamstop Group, äußerte sich besorgt über die Entwicklung: > „Es besteht ein reales Risiko, dass Menschen ihr Glücksspiel während der Weltmeisterschaft gesteigert haben und es nach dem Ende des Turniers schwieriger finden könnten, aufzuhören oder sich Online-Casinospielen und anderen Formen des Glücksspiels zuzuwenden. Die Selbstsperre gibt ihnen die Möglichkeit, eine Pause vom Glücksspiel zu machen und zu verhindern, dass es außer Kontrolle gerät. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, wie leicht man übersieht, wann Glücksspiel häufiger wird und wie schnell es sich negativ auf einen selbst und das Umfeld auswirken kann.“ - Matt Burgiss, Head of External Affairs bei Gamstop Group

Diese Beobachtung unterstreicht die präventive Rolle von Gamstop. Fiona Palmer, CEO der Gamstop Group, ergänzte: > „Die Tatsache, dass die Selbstsperren Jahr für Jahr wieder deutlich zugenommen haben, zeigt, dass die Nutzer es weiterhin als unschätzbares und flexibles Instrument zur Steuerung ihres Glücksspiels betrachten, insbesondere jüngere Verbraucher.“ - Fiona Palmer, CEO der Gamstop Group

Sie betonte zudem die Notwendigkeit, verschiedene Schutzmaßnahmen zu kombinieren, um die Genesung von Spielern zu verbessern, die von problematischem Glücksspiel betroffen sind. Im zweiten Halbjahr 2024 entschieden sich 48 % der Registranten für die längstmögliche Selbstsperrfrist von fünf Jahren.

Hintergrund

Die Zahlen von Gamstop zeigen eine anhaltende Besorgnis über Glücksspielschäden, insbesondere bei jungen Erwachsenen. Die Zunahme der Selbstsperren im Vorfeld sportlicher Großereignisse wie der Fußball-Weltmeisterschaft ist keine neue Erscheinung. Solche Turniere können das Glücksspielverhalten verstärken. Dies ist besonders kritisch bei jungen Menschen, die oft anfälliger für problematische Spielmuster sind. Die Tatsache, dass sich ein signifikanter Teil der Selbstsperren über fünf Jahre erstreckt, deutet auf den Wunsch nach langfristiger Unterstützung hin. Es wird deutlich, dass umfassende Präventionsstrategien und die Kombination von Hilfsmitteln entscheidend sind, um Spielern effektiv zu helfen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler ist die Situation anders als im Vereinigten Königreich. Während Gamstop ein landesweites System ist, das alle lizenzierten Online-Anbieter in Großbritannien umfasst, gibt es in Deutschland seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) das länderübergreifende Sperrsystem OASIS. Dieses ist ebenfalls eine zentrale Datenbank zur Selbst- und Fremdsperre. Spieler, die sich in OASIS sperren lassen, werden von allen legalen deutschen Online-Glücksspielanbietern ausgeschlossen, einschließlich Online-Automatenspielen, Online-Casinospielen mit Bankhalter und Sportwetten.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) lizenziert und reguliert die Anbieter, die auf der sogenannten Whitelist stehen. Nur diese Anbieter dürfen in Deutschland legal Glücksspiele anbieten. Beschränkungen wie das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Automatenspielen und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro, das über das System LUGAS länderübergreifend überwacht wird, sollen den Spielerschutz weiter erhöhen. Spieler können diese Limits zwar individuell anpassen, müssen aber oft höhere Limits im Vorfeld beantragen und nachweisen, dass sie sich diese leisten können. Das britische Beispiel zeigt, dass trotz strenger Regulierung und Selbstsperrsystemen problematische Spielmuster weiterhin eine Herausforderung bleiben, insbesondere bei Großereignissen. Deutsche Spieler sollten sich daher stets ihrer eigenen Limits bewusst sein und die angebotenen Schutzmaßnahmen nutzen.

Was das für GGL-Casinos heißt

GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland müssen sich an die strengen Vorgaben des GlüStV 2021 halten. Dazu gehört die Anbindung an OASIS und LUGAS. Sie sind verpflichtet, Spieler auf die Möglichkeit der Selbstsperre hinzuweisen und diese auch umzusetzen. Die hohen Anmeldezahlen bei Gamstop in Großbritannien zeigen, wie wichtig solche Systeme für den Spielerschutz sind. Auch wenn Deutschland eigene, spezifische Regeln hat, wie das 1-Euro-Limit pro Spin bei Spielautomaten und das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 Euro, kann das Verhalten der Spieler um Großereignisse herum auch hier zu einem Anstieg der Problematik führen.

Dies bedeutet für GGL-Casinos eine konstante Verantwortung zur Prävention und zum frühzeitigen Erkennen problematischer Spielmuster. Sie müssen ihre Systeme und Mitarbeiter entsprechend schulen und sensibilisieren. Das Beispiel Gamstop verdeutlicht, dass selbst bei etablierten Schutzsystemen eine dynamische Reaktion auf Ereignisse wie eine Fußball-Weltmeisterschaft notwendig ist, um den Spielerschutz effektiv zu gewährleisten. Die enge Zusammenarbeit mit Spielerschutzorganisationen und die kontinuierliche Anpassung der Maßnahmen sind unerlässlich, um das Risiko von Glücksspielschäden zu minimieren.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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