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ZEAL Network expandiert auf den britischen Markt für Gewinnspiele

10. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
ZEAL Network expandiert auf den britischen Markt für Gewinnspiele

Die Hamburger ZEAL Network AG hat den britischen Gewinnspielanbieter SevenCanyon fast vollständig übernommen und sich damit den Zugang zum größten europäischen Markt für digitale Gewinnspiele gesichert. ZEAL hielt bereits 3,5% der Anteile.

Die Hamburger ZEAL Network AG, bekannt für ihre digitalen Lotteriedienstleistungen, erweitert ihre Geschäftsfelder. Das Unternehmen hat den britischen Anbieter SevenCanyon Limited mehrheitlich übernommen. Mit dieser strategischen Akquisition sichert sich ZEAL den Eintritt in den lukrativen britischen Markt für digitale Verlosungen. Es ist ein wichtiger Schritt der Diversifizierung für den Glücksspielanbieter. Finanzielle Details der Transaktion wurden bekannt gegeben.

ZEAL Network hatte bereits eine Minderheitsbeteiligung an SevenCanyon. Nun wurden die restlichen 96,5% der Anteile erworben. Dies ermöglicht ZEAL, seine Präsenz in einem Markt zu etablieren, der in Europa als größter für digitale Gewinnspielprodukte gilt.

Zahlen und Fakten

Die Übernahme der ausstehenden Anteile von SevenCanyon kostete ungefähr 33,8 Millionen Pfund. Dieser Betrag kann sich noch um Anpassungen nach Abschluss der Transaktion ändern. Zusätzlich ist innerhalb von sechs Monaten eine Earn-out-Zahlung von bis zu 4,8 Millionen Pfund fällig. ZEAL finanzierte die Akquisition mit einem Darlehen in Höhe von 40 Millionen Euro. Dieses wurde von der Deutschen Bank arrangiert und hat eine Laufzeit von sieben Jahren. SevenCanyon betreibt populäre britische digitale Gewinnspiel-Websites wie 7days Performance, Redline Competitions und UK Carp Competitions.

Der britische Markt für Gewinnspiele (Prize Competition Market) soll jährlich etwa 1,3 Milliarden Pfund Umsatz generieren. Rund 7,4 Millionen aktive Spieler sind dort gemeldet, dies geht aus einem Bericht der Beratungsfirma Rokker hervor. ZEAL erwartet, dass die Akquisition EBITDA-steigernd wirken wird. SevenCanyon soll einen wesentlichen Beitrag zum Umsatz und EBITDA des Konzerns leisten. Das Unternehmen bestätigte seine EBITDA-Prognose von 70 bis 75 Millionen Euro für das Jahr 2026. Dies setzt ein normales Jackpot-Umfeld in Deutschland voraus. Im Geschäftsjahr 2025 erreichte ZEAL ein EBITDA von 68,8 Millionen Euro.

Hintergrund

ZEAL hatte bereits im März, während des Earnings Calls zum Geschäftsjahr 2025, Pläne zur Expansion in neue Märkte im Bereich der Gewinnspielprodukte angedeutet. Dr. Stefan Tweraser, CEO von ZEAL, betonte damals, dass ZEAL „eine starke Kriegskasse“ für Investitionsmöglichkeiten habe.

Gewinnspiele erfreuen sich im Vereinigten Königreich wachsender Beliebtheit. Dies liegt daran, dass sie bisher nicht den strengen Lotterievorschriften unterliegen. Ein freiwilliger Verhaltenskodex, der im Mai vom Department of Culture, Media and Sport (DCMS) eingeführt wurde, regelt diesen Sektor. Jamie Pinner, eine Führungskraft bei DrawHouse, erklärte jüngst:

„Einer der Hauptvorteile in Großbritannien ist, dass Gewinnspiele derzeit keiner Fernspielabgabe unterliegen. Das macht sie zu einer viel effizienteren Einnahmequelle als Sportwetten- oder Casinoprodukte, zumindest vorerst.“

Diese steuerliche Begünstigung macht den Markt für Betreiber besonders attraktiv. Erst vor Kurzem wurde der Prize Competition Council (PCC) in Großbritannien gegründet. Dieser Branchenverband soll Standards fördern, den Spielerschutz erhöhen und die langfristige Entwicklung des Sektors unterstützen. Stefan Tweraser äußerte sich zur Akquisition:

„SevenCanyon ist einer der erfolgreichsten Gewinnspielanbieter in Großbritannien – wir kennen sie seit Jahren. Mit der Akquisition starten wir in einem sehr attraktiven und wachsenden Markt sofort durch.“

Andrea Behrendt, CFO, hob die Rentabilität von SevenCanyon hervor und sagte:

„Das Geschäft ist hochprofitabel, und der Kauf wird hauptsächlich über eine neue Kreditvereinbarung finanziert, wodurch ZEALs Flexibilität für weitere Kapitalallokationen erhalten bleibt.“

Was heißt das für deutsche Spieler?

Für deutsche Spieler haben diese Entwicklungen auf dem britischen Markt vorerst keine direkten Auswirkungen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) regelt den Online-Glücksspielmarkt in Deutschland streng. Anbieter mit einer deutschen Lizenz, die von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) vergeben wird, müssen sich an klare Regeln halten. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin bei Online-Spielautomaten. Außerdem sind Spieler über das zentrale Sperrsystem OASIS und das Länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem (LUGAS) erfasst, um den Spielerschutz zu gewährleisten. Lotterie-ähnliche Angebote, wie sie ZEAL in Deutschland anbietet, unterliegen spezifischen Regelungen. Gewinnspiele ohne direkten Einsatz gelten generell nicht als Glücksspiel im Sinne des GlüStV. Die Expansion von ZEAL betrifft hauptsächlich den Wettbewerb im Konzern selbst und weniger die direkte Produktverfügbarkeit für deutsche Spieler. Wenn ZEAL seine Produkte in Deutschland anbieten würde, müssten diese vollständig den strengen deutschen Lizenzbedingungen entsprechen. Das ist ein großer Unterschied zum aktuellen, freieren britischen Markt für Gewinnspiele.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für Online-Casinos mit GGL-Lizenz bedeutet die Expansion von ZEAL nach Großbritannien keine unmittelbar spürbare Veränderung. Das Geschäft von ZEAL mit SevenCanyon konzentriert sich auf Gewinnspiele, die in Deutschland anders reguliert sind als klassische Casino-Spiele. Die GGL-Casinos müssen sich weiterhin auf die Einhaltung des GlüStV 2021 konzentrieren. Strenge Maßnahmen zum Spielerschutz und zur Geldwäscheprävention sind hier Standard. Die Geschäftsmodelle sind unterschiedlich. Während der britische Gewinnspielmarkt von einer geringeren Regulierung und dem Fehlen einer Glücksspielabgabe profitiert, erleben GGL-Casinos einen hochregulierten Markt mit detaillierten Vorschriften. Das macht Vergleiche schwierig. Für deutsche Spieler zählt ausschließlich die GGL-Whitelist, die seriöse und lizenzierte Anbieter listet. Nur dort finden Spieler sichere und regulierte Online-Glücksspieloptionen.

Quellen & weiterführende Links

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