FIRST.bet und ADI Predictstreet bauen Prognosemärkte in Lateinamerika aus

Die Unternehmen FIRST.bet und ADI Predictstreet haben eine strategische Partnerschaft geschlossen. Ziel ist der Ausbau regulierter Prognosemärkte in Lateinamerika, beginnend mit der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026.
FIRST.bet und ADI Predictstreet haben eine strategische Partnerschaft bekannt gegeben. Diese Zusammenarbeit soll regulierte Prognosemärkte in Lateinamerika erweitern. FIRST.bet bringt seine B2B-Sportwettenplattform und ein etabliertes Netzwerk regionaler Betreiber ein. ADI Predictstreet steuert seine eigene Infrastruktur für Prognosemärkte bei.
Die Partnerschaft erstreckt sich zunächst auf die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Eine speziell dafür entwickelte Prognose-Plattform, ein "FIFA World Cup 2026 Prediction Hub", wird Fans in Lateinamerika ein neues interaktives Erlebnis bieten. Trotz dieser ambitionierten Pläne gab es bei ADI Predictstreet bereits vor dem Start der Partnerschaft mit Problemen mit und ausgelobten Tickets für die Weltmeisterschaft, wie die Financial Times berichtet. Ein früherer Bericht vom 12. Juli 2026 erwähnte, dass einem 24-jährigen Krypto-Händler aus Serbien, Vukašin Petrović, ein versprochenes WM-Ticket von ADI Predictstreet nie zugestellt wurde, was zu Unmut bei den Nutzern führte.
Zahlen und Fakten
FIRST.bet erweitert sein B2B-Angebot über den Kernbereich der Sportwetten hinaus. Prognosemärkte gelten als eine der am schnellsten wachsenden Kategorien im Bereich der Fan-Einbindung. FIRST.bet ist bereits in Lateinamerika, Europa und Afrika tätig. Das Unternehmen bringt die nötige Expertise für die Regulierung und Lokalisierung mit.
ADI Predictstreet ist der offizielle Partner der FIFA für Prognosemärkte bei der Weltmeisterschaft 2026. Die geplante Plattform wird es Fans ermöglichen, an Prognosemärkten zu Spielen, Teams, Spielern und entscheidenden Momenten teilzunehmen. Sie basiert auf der sogenannten ADI Chain, einer digitalen Infrastruktur, die für Millionen gleichzeitiger Nutzer ausgelegt ist. Die Teilnahme ist sowohl mit traditionellen Zahlungsmethoden als auch mit unterstützten digitalen Währungen möglich. Eine proprietäre Fußball-Intelligenz-Engine, gespeist aus über einem Jahrzehnt FIFA World Cup Daten, liefert die Grundlage für Einblicke und Marktinformationen.
Hintergrund
Dimitrios Psarrakis, CEO von ADI Predictstreet, sieht in Lateinamerika große Wachstumschancen für regulierte Prognosemärkte. Er äußerte sich optimistisch:
„Lateinamerika stellt eine der spannendsten Wachstumschancen für regulierte Prognosemärkte dar. Die starke regulative Präsenz und die Betreiberbeziehungen von FIRST.bet machen sie zum idealen Partner, um unsere Technologie in der gesamten Region zu skalieren.“ - Dimitrios Psarrakis, Chief Executive Officer von ADI Predictstreet
Tom Light, Gründer und CEO von FIRST.bet, betont den Wert der Prognosemärkte für die Fan-Interaktion. Auch er sieht die Weltmeisterschaft 2026 als wichtigen Startpunkt. Die Ankündigung folgt auf weitere Partnerschaften von ADI Predictstreet, darunter mit Fanatics Markets, DAZN, Kalshi, Matchbook und BetConstruct. Dies unterstreicht die Strategie, durch Kooperationen die Verbreitung und Akzeptanz von Prognosemärkten zu fördern und den Zugang zu regulierten Märkten zu ermöglichen. Kalshi hat während der ersten zwei WM-Wochen tägliche Umsätze von über 1 Milliarde US-Dollar verzeichnet und hält laut Markt-Tracking-Daten etwa 62 Prozent des gesamten Handelsvolumens an Prognosemärkten.
ADI Predictstreet ist in Gibraltar lizenziert, was laut Michael Clohisy, einem Sportanwalt und Berater bei Quintel Intelligence, dort eine "Betting Intermediary licence unter dem Gibraltar Gambling Act 2005" ermöglichte. In den USA ist die Situation komplexer, da dort Eventverträge von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) reguliert werden. ADI Predictstreet hat keine direkte Genehmigung der CFTC. Diese regulatorische Lücke wurde durch die Partnerschaft mit Fanatics Markets geschlossen, das bereits über die notwendigen Genehmigungen verfügt. So kann ADI Predictstreet die FIFA-Partnerschaft Millionen amerikanischer Fans zugänglich machen, indem es die regulatorischen Hürden in den USA durch Fanatics Markets umgeht.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler haben diese Entwicklungen in Lateinamerika keine direkten Auswirkungen auf ihr Spielverhalten im regulierten Online-Glücksspielmarkt. Der deutsche Markt unterliegt dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021). Dieser Vertrag sieht strikte Regeln vor. Dazu gehören Einsatzlimits von 1 Euro pro Spielrunde bei Spielautomaten und ein monatliches Einzahlungslimit von 1.000 Euro. Spieler in Deutschland können ausschließlich bei Anbietern spielen, die auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) stehen. Diese Whitelist ist ein Verzeichnis aller legalen Online-Glücksspielanbieter in Deutschland.
Zusätzlich ermöglicht das länderübergreifende Sperrsystem OASIS und das Einzahlungslimit-System LUGAS eine umfassende Spielerüberwachung und Schutzmaßnahmen. Prognosemärkte, wie sie jetzt in Lateinamerika ausgebaut werden, unterliegen in Deutschland ebenfalls strengen Auflagen. Sie fallen oft unter Sportwetten oder Finanzprodukte. Das Angebot solcher Dienste erfordert eine spezielle Lizenz und muss die strengen deutschen Verbraucher- und Jugendschutzstandards erfüllen. Ausländische Lizenzen, wie die von der MGA oder aus Curacao, haben in Deutschland keine Gültigkeit für den legalen Online-Glücksspielmarkt. Spieler sollten daher immer auf das GGL-Siegel achten, wenn sie in Deutschland online spielen wollen.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die Expansion von Prognosemärkten in Lateinamerika durch Partnerschaften wie die zwischen FIRST.bet und ADI Predictstreet zeigt das weltweite Wachstum im Bereich des Online-Glücksspiels. GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland sind jedoch an eine andere regulatorische Realität gebunden. Der GlüStV 2021 legt den Fokus auf Spielerschutz und Suchtprävention. Dies beinhaltet klare Vorgaben für Spielarten und Marketing.
Während globale Anbieter neue Formen der Fan-Einbindung wie Prognosemärkte erkunden, müssen sich deutsche Betreiber auf die Einhaltung der nationalen Gesetze konzentrieren. Innovationen im Glücksspielmarkt sind willkommen, müssen aber den strengen deutschen Anforderungen gerecht werden. Eine Einführung von Prognosemärkten in Deutschland wäre nur unter Erfüllung aller GGL-Vorgaben möglich, was aufgrund der regulierten Natur solcher Finanzprodukte komplex sein dürfte.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
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