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UK will unlizenzierte Glücksspiel-Sponsoren im Fußball verbieten

13. Juli 20265 Min.von Lisa Lustich
Redaktionell geprüft von Lisa LustichLetzte Prüfung:
UK will unlizenzierte Glücksspiel-Sponsoren im Fußball verbieten

Die britische Regierung plant eine Konsultation zum Verbot unlizenzierter Glücksspielanbieter als Trikotsponsoren im Fußball. Entain fordert sofortiges Handeln, da jährlich 1,5 Millionen Briten rund 4,3 Milliarden Pfund bei illegalen Anbietern einsetzen.

Die britische Regierung bereitet eine Konsultation vor, die unlizenzierte Glücksspielanbieter von Sponsoringverträgen mit britischen Fußballvereinen ausschließen soll. Dieser Schritt folgt auf Kritik an der aktuellen Regelungslücke, die es Offshore-Casinomarken ermöglicht, weiterhin durch Sponsoringverträge im Sport sichtbar zu sein und ihre Präsenz zu erhöhen.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem Dreijahresvertrag von Everton FC mit Stake.com, nachdem Stake.com seine britische Lizenz letztes Jahr zurückgegeben hat. Branchenvertreter wie Entain drängen auf schnelle Maßnahmen, um die Gefahr für Spieler und die Integrität des Sports zu minimieren.

Zahlen und Fakten

Laut einem Regierungssprecher sei es nicht richtig, dass unlizenzierte Glücksspielanbieter einige der größten Fußballvereine sponsern und damit ihr Profil schärfen können. Dies könne Fans potenziell auf Websites locken, die den regulatorischen Standards nicht entsprechen. Die Konsultation des Ministeriums für Kultur, Medien und Sport (DCMS) soll diese Lücke schließen. Eine von Frontier Economics im Auftrag des Betting and Gaming Council (BGC) durchgeführte Studie schätzt, dass 1,5 Millionen Briten jährlich etwa 4,3 Milliarden Pfund bei illegalen Anbietern einsetzen. Eine weitere BGC-beauftragte Studie von WARC prognostiziert, dass unlizenzierte Glücksspiel-Sponsorings bis Oktober 2027 über die Hälfte aller britischen Sport-Sponsoringausgaben ausmachen könnten. Entain-CEO Stella David drängte Glücksspielministerin Baroness Twycross in einem Brief Anfang Juni dazu, schneller zu handeln. Entain schlägt vier Empfehlungen vor, darunter die Bestätigung, dass unlizenzierte Glücksspielaktivitäten als „schwerwiegendes kriminelles Fehlverhalten“ einzustufen sind.

Hintergrund

Die Kritik an Sponsoringverträgen mit unlizenzierten Anbietern ist nicht neu und hat sich verstärkt, nachdem Everton FC einen Dreijahresvertrag mit Stake.com abschloss. Dies geschah, obwohl Stake.com seine britische Lizenz im letzten Jahr aufgegeben hatte. Die Gambling Commission hatte Sportvereine bereits zuvor gewarnt, die Zusammenarbeit mit unlizenzierten Glücksspielunternehmen sorgfältig zu prüfen. Aktuelle Gesetze erlauben es unlizenzierten Anbietern, die keine Glücksspiele für britische Verbraucher anbieten dürfen, dennoch als Sponsoren aufzutreten und durch Trikotwerbung und andere Marketingmaßnahmen Präsenz zu zeigen. Ein Regierungssprecher erklärte dazu:

„Es ist nicht richtig, dass unlizenzierte Glücksspielanbieter einige unserer größten Fußballvereine sponsern und damit ihr Profil schärfen und Fans potenziell auf Websites ziehen können, die unsere regulatorischen Standards nicht erfüllen. Deshalb wollen wir unlizenzierte Betreiber von Sponsoringverträgen im britischen Sport ausschließen, und unsere Konsultation zu diesem Thema wird bald live gehen.“ - Regierungssprecher, DCMS

Die Industriegröße Entain, Muttergesellschaft von Ladbrokes, ist alarmiert. Entain-CEO Stella David forderte den unabhängigen Fußballregulator (IFR) auf, zu verhindern, dass Vereine Geld von unlizenzierten Glücksspielunternehmen annehmen. Dies soll noch vor dem Start der Saison 2026 und 2027 geschehen. Die Regierung stellte klar, dass Vereine derzeit nicht illegal handeln, wenn sie Sponsoringvereinbarungen mit unlizenzierten Anbietern pflegen. Dies soll sich jedoch ändern. Der Vorschlag zum Verbot ist Teil einer größeren Initiative zur Bekämpfung illegaler Aktivitäten im Vereinigten Königreich. Bereits im Januar wurde eine Illegal Gambling Taskforce ins Leben gerufen, die mit Unternehmen wie Google und TikTok zusammenarbeitet, um illegales Glücksspiel einzudämmen. Ab Ende der Saison 2025 und 2026 wird bekanntlich bereits das Trikot-Sponsoring durch Glücksspielunternehmen in der Premier League verboten sein. Die neuen Regeln könnten auch Sponsoring auf Ärmeln oder andere Partnerschaften betreffen.

Was heißt das für deutsche Spieler?

Die Entwicklungen in Großbritannien sind ein klares Signal, wie ernst Regulierungsbehörden das Thema Spielerschutz und die Bekämpfung des Schwarzmarktes nehmen. Für deutsche Spieler bedeutet dies eine Stärkung des bereits hohen Niveaus an Spielerschutzstandards. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 hat in Deutschland strenge Regeln eingeführt, um Spieler vor den Risiken unregulierter Anbieter zu schützen. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat, das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin und die zentrale Sperrdatei LUGAS.

Die Deutsche Glücksspielbehörde (GGL) lizenziert ausschließlich Anbieter, die diese Vorgaben strikt einhalten. Im Gegensatz zu den unlizenzierten Anbietern, die in Großbritannien weiterhin Sponsoring betreiben können, haben deutsche Spieler bei GGL-lizenzierten Casinos die Gewissheit, dass die Plattformen umfassenden Kontrollen unterliegen und Spielerdaten sowie Finanztransaktionen geschützt sind. Dieser Schutz ist bei illegalen Anbietern, die oft keine Lizenz besitzen oder außerhalb der Reichweite staatlicher Aufsicht agieren, nicht gegeben. Die geplanten britischen Maßnahmen zeigen, dass Deutschland mit seiner Regulierung auf dem richtigen Weg ist, um Integrität und Spielerschutz im Online-Glücksspiel zu gewährleisten.

Was das für GGL-Casinos heißt

Für GGL-lizenzierte Casinos in Deutschland unterstreichen die britischen Pläne die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges. Während in Großbritannien noch über ein Verbot von Sponsoring durch unlizenzierte Anbieter diskutiert wird, agieren die in Deutschland zugelassenen Anbieter bereits in einem streng regulierten Umfeld. Diese regulierten Anbieter haben einen Wettbewerbsvorteil, da sie als vertrauenswürdig und sicher gelten. Die GGL-Casinos müssen sich nicht mit dem Vorwurf auseinandersetzen, unregulierte oder schädliche Angebote zu bewerben. Das deutsche Glücksspielrecht sieht klar vor, dass nur auf der Whitelist geführte Anbieter ihre Dienste legal in Deutschland anbieten und bewerben dürfen. Sponsoringaktivitäten müssen sich hier ebenfalls an diese Regeln halten. Die britischen Pläne könnten langfristig dazu führen, dass auch international ein stärkerer Fokus auf Lizenzierung und Regulierung im Sport-Sponsoring gelegt wird, was die Position der bereits regulierten GGL-Anbieter weiter stärken würde. Dies fördert ein seriöses Image der gesamten Branche.

Quellen & weiterführende Links

Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).

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