Online-Glücksspiel in Ontario: Einnahmen erreichen 307 Millionen CAN$ im Juni

Die Glücksspiel-Einnahmen im kanadischen Ontario erreichten im Juni 307 Millionen kanadische Dollar. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, wenn auch ein leichter Rückgang gegenüber dem Rekordmonat Mai.
Die kanadische Provinz Ontario verzeichnete im Juni beeindruckende Zahlen im Online-Glücksspiel. Die Brutto-Spielerträge, auch Gross Gaming Revenue (GGR) genannt, beliefen sich auf 307 Millionen kanadische Dollar, was etwa 226 Millionen US-Dollar entspricht. Dies stellt einen deutlichen Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr dar, liegt jedoch unter den Rekordzahlen des Vormonats Mai.
Die iGaming Ontario, die für die Regulierung des Marktes zuständige Organisation, veröffentlichte diese Daten. Sie zeigen einen wachsenden und dynamischen Markt, der weiterhin Expansion erlebt, auch wenn monatliche Schwankungen normal sind. Der Juni war der erste Monat seit Langem, der keine neuen Rekordwerte hinsichtlich der Einzahlungen verzeichnete, nach mehreren Monaten ununterbrochener Zuwächse.
Zahlen und Fakten
Die nicht angepassten Brutto-Spielerträge im Juni lagen um 27,9 Prozent höher als die 240 Millionen kanadischen Dollar, die im Juni des Vorjahres gemeldet wurden. Allerdings gab es einen Rückgang von 9,2 Prozent im Vergleich zum Rekordmonat Mai 2025, in dem noch 338 Millionen kanadische Dollar erzielt wurden. Online-Casinos trugen mit 243 Millionen kanadischen Dollar den Löwenanteil zu diesen Einnahmen bei – ein Anstieg von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies unterstreicht die weiterhin dominierende Stellung von Spielautomaten und Tischspielen im Online-Glücksspiel.
Interessanterweise sanken die Einnahmen aus Online-Sportwetten im Jahresvergleich um 7,9 Prozent auf 58 Millionen kanadische Dollar. Hingegen stiegen die Einnahmen aus Online-Poker um 12,5 Prozent auf 5,4 Millionen kanadische Dollar im Juni. Dies zeigt eine Verschiebung der Präferenzen oder saisonale Effekte im Verlauf des Jahres.
Die Spieler setzten im Juni insgesamt 7,26 Milliarden kanadische Dollar ein, was einer Steigerung von 21,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies lag jedoch 10 Prozent unter den 8,07 Milliarden kanadischen Dollar, die im Mai dieses Jahres gewettet wurden. Die Wetteinsätze in Online-Casinos stiegen um 25,2 Prozent auf 6,36 Milliarden kanadische Dollar. Die Einsätze bei Internet-Sportwetten blieben mit 768 Millionen kanadischen Dollar stabil, ebenso die Online-Poker-Einsätze mit 132 Millionen kanadischen Dollar. Die Anzahl der aktiven Online-Glücksspielkonten betrug im Juni eine Million, was 20,9 Prozent mehr als im Vorjahr war, aber 5,2 Prozent unter dem Mai-Wert lag. Das deutet auf eine leichte Sättigung des Marktes hin, oder dass einige Spieler nach dem Rekord-Mai eine kurze Pause einlegten.
Hintergrund
Ontario führte 2022 einen regulierten Markt für Online-Glücksspiele ein. Seitdem hat sich die Provinz schnell zu einem der größten und umsatzstärksten regulierten iGaming-Märkte in Nordamerika entwickelt. Die iGaming Ontario, eine Tochtergesellschaft der Alcohol and Gaming Commission of Ontario (AGCO), ist für die Überwachung und Lizenzierung der Betreiber verantwortlich. Das Ziel ist, Spielerschutz zu gewährleisten und gleichzeitig einen attraktiven Markt für Lizenznehmer zu schaffen. Die kontinuierliche Transparenz und Veröffentlichung von Marktdaten durch iGaming Ontario hilft nicht nur der Branche, sondern auch den Spielern, ein besseres Verständnis des Marktes zu entwickeln. Die Einnahmen kommen dem allgemeinen Staatshaushalt Ontarios zugute, wodurch Investitionen in öffentliche Dienstleistungen ermöglicht werden.
Was heißt das für deutsche Spieler?
Für deutsche Spieler sind die Entwicklungen in Ontario ein interessantes Beispiel, wie sich ein regulierter Online-Glücksspielmarkt entwickeln kann. Seit Juli 2021 ist der deutsche Online-Glücksspielmarkt durch den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) umfassend reguliert. Dieser Vertrag hat viele Änderungen mit sich gebracht, die den Spielerschutz in den Vordergrund rücken. Dazu gehören das Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat über alle Anbieter hinweg und das Einsatzlimit von 1 Euro pro Spin an Online-Spielautomaten. Diese Maßnahmen sollen exzessives Spielverhalten eindämmen.
Deutsche Spieler sollten ausschließlich auf Online-Glücksspielanbieter setzen, die auf der sogenannten GGL-Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder stehen. Diese Behörde ist die zentrale Aufsichts- und Erlaubnisbehörde für Glücksspiele in Deutschland. Nur Online-Casinos mit einer deutschen Lizenz sind legal und bieten den vollen Spielerschutz, der durch den GlüStV 2021 und das Länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem (LUGAS) garantiert wird. LUGAS überwacht Limits und Spielerverhalten über Anbietergrenzen hinweg. Anbieter, die nur mit Lizenzen aus Malta (MGA) oder Curaçao operieren, sind in Deutschland illegal und bieten nicht den gleichen Schutz.
Was das für GGL-Casinos heißt
Die hohen Umsätze in Ontario zeigen, welches Potenzial ein gut regulierter Markt hat. Für Casinos mit einer Lizenz der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) bedeutet dies, dass strenge Regeln auch zu einem stabilen und lukrativen Markt führen können. Die GGL arbeitet daran, den Schwarzmarkt einzudämmen und den legalen Anbietern ein faires Umfeld zu bieten. Dazu gehört auch, dass verantwortungsvolles Spielen proaktiv gefördert wird. Der Ansatz der GGL, trotz strenger Regulierung, dem Markt die Chance zu geben, sich zu etablieren, wird von Experten als langfristig sinnvoll erachtet. Das Ziel ist es, die Sicherheit und den Schutz der Spieler zu maximieren, während gleichzeitig attraktive und faire Spielbedingungen geboten werden.
„Die Entwicklung in Ontario verdeutlicht, dass ein stark regulierter Markt nicht zwangsläufig das Aus für Wachstum bedeutet, sondern vielmehr eine solide Basis für nachhaltige Einnahmen und besseren Spielerschutz legt.“ - Lisa Lustich, Casino-Redakteurin bei lustich.de
Die deutschen Regulierungsbemühungen mit Einzahlungs- und Einsatzlimits sind deutlich strenger als in Ontario, wo die Limits flexibler gehandhabt werden. Dennoch ist das Kernziel beider Märkte die Kanalisierung in den legalen Markt und der Schutz der Spieler vor den Gefahren des unregulierten Glücksspiels. Die GGL-Casinos müssen sich an diese strengen Regeln halten. Das sorgt für mehr Transparenz und Sicherheit. Langfristig fördert dies das Vertrauen der Spieler in den legalen Markt.
Quellen & weiterführende Links
- Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL): gluecksspiel-behoerde.de
- Whitelist erlaubter Online-Anbieter: GGL-Whitelist
- BZgA Spielsucht-Hotline: 0800 1 372 700 (kostenlos, anonym, 24/7)
- Redaktionelle Methodik: Redaktionsrichtlinien Lustich.de
Glücksspiel kann süchtig machen. Spielen Sie verantwortungsbewusst. Hilfe und Beratung unter 0800 1 372 700 (BZgA, kostenlos & anonym).





